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5 verändernde Erkenntnisse, die ich mit Mitte 20 gewonnen habe.

30. August 2016
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Mitte 20 zu sein ist toll!

Ich nenne die letzten zwei Jahre „mein ABC des Erwachsenwerdens„. Tatsächlich kann ich diese Achterbahnfahrt kaum noch zusammenfassen, aber ich kann so viel sagen, meine Pubertät war dagegen harmlos. Mit Mitte 20 dreht sich sehr viel um einen selbst und die Zeit vergeht sowieso viel zu schnell, um alles erlebte zu verarbeiten.  Überall lauern Grundsatzfragen, Herausforderungen, Neuanfänge, erste Male und Sprünge ins kalte Wasser. Aber genau diese Dinge machen es ja so toll, Mitte 20 zu sein! Und da man sich mit wesentlich wichtigeren Problemen auseinandersetzt als Pickel und Jungs, auch um einiges spannender als die Pubertät.

Egal was ich in den letzten Jahren erlebt habe, egal welche Entscheidungen ich getroffen habe, ich bereue nichts. Mit jeder Auseinandersetzung, jeder Enttäuschung, jedem Schritt nach vorne und wieder zurück, mit jeder Entscheidung, die ich gemacht habe, bin ich gewachsen und um eine Erfahrung reifer geworden. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich habe mit Mitte 20 folgende 5 Dinge gelernt, die mich gelassen und zuversichtlich in die Zukunft schauen lassen.

 1. Aufwachen und Sehen

Im Leben gibt es Aufwachmomente, die uns erkennen lassen. Das bedeutet, altes Wissen aus einer neuen Sichtweise zu betrachten. Ich nenne diese Momente, magisch, denn sie können das ganze Leben verändern. Sie wecken in uns unentdeckte Energien und inspirierende Kräfte.

Bevor ich nach Chile ging passierte mein Leben einfach und ich hatte nicht wirklich das Gefühl es selbst aktiv zu gestalten oder mich persönlich zu entfalten. Erst umgeben von den Anden musste ich einen Aufwachmoment erleben, um das ganze Leben aus einer anderen Sichtweise zu betrachten und die Magie des Lebens zu erkennen. Magie des Lebens klingt sehr spirituell, aber für mich ist es einfach eine Art zu beschreiben, was mir mit Mitte 20 im Leben wichtig ist.

Denn für mich liegt die Magie des Lebens darin, in den kleinen Dingen, das Große und Schöne zu sehen. Ich hatte vorher noch nie so viel Schönheit gesehen wie an jenem Wintertag. Von diesem Tag an fing ich an in jedem Lebewesen, jeder Wolke, jedem Wassertropfen und jedem Sonnenstrahl etwas Besonderes zu sehen, für das ich dankbar bin. Dankbar dafür, den Wind flüstern zu hören und die Sonne auf meiner Haut zu spüren. Dankbar, das salzige Meer riechen zu können und Luft zu atmen. Vor allem aber dankbar dafür, so viel Liebe und Feuer in mir spüren zu können.

 2. Bewusstmachung

Meine größte Angst war es, all das Gelernte bei meiner Rückkehr nach Berlin wieder aus den Augen zu verlieren. In ihrem Buch „Die Wolfsfrau“ spricht Clarissa Pinkola Estés davon, dass viele dazu neigen eine Selbsterfahrung unter- oder überzubewerten. Und obwohl ich dachte gewappnet zu sein, fiel ich nach meiner Reise in ein Loch voller Zweifel. Ich hatte das Gefühl nicht mehr in mein altes Leben zu passen. Nach den letzten 5 Monaten voller Freiheit, Sorgenlosigkeit und Lebendigkeit, fühlte ich mich jetzt wie ein Phönix in einem Goldkäfig eingesperrt.

Die eigentliche Herausforderung ist nicht das Aufwachen und Erkennen selbst, sondern, mit den neuen Erkenntnissen umgehen zu können. Denn oft bedeuten sie, dass man das Leben nicht einfach wie bisher fortführen kann (ohne sich unglücklich zu machen). Ich brauchte Veränderung, so dass ich mich wieder frei und entfaltet fühlen konnte. Trotz Schnelllebigkeit, Zukunftsängsten und Erwartungen, trotz Stress und enger Stadt (statt Meer), fing ich an mir die magischen Momente in meinem Leben immer wieder bewusst zu machen. Sie existieren jetzt in anderen Formen als in Chile, aber sie sind überall – die großen und kleinen Dinge, die das Leben so faszinierend und schön machen und für die ich jeden Tag dankbar bin.

 3. Intuition – der eigenen Stimme folgen

Die für mich wichtigste Lektion, die ich mit Mitte 20 gemacht habe, lernte ich auf der Suche nach den richtigen beruflichen Entscheidungen. Ich glaube der einzige Fehler, den man im Leben machen kann ist, nicht auf sich selbst zu hören. Und die wichtigste Lektion im Leben ist, es zu tun!

Mit meiner Rückkehr nach Berlin hat meine Art zu leben nicht mehr mit meinen inneren Einstellungen und Werten zusammengepasst. Schritt für Schritt habe ich Entscheidungen getroffen, um wieder eine Balance zu erreichen. Das Schwierige ist herauszufinden, was man selber möchte, und was man denkt was man möchte. Anfangs fällt es nicht leicht die eigene Stimme zu identifizieren, vor allem durch all die Einflüsse und Inspirationen, die uns jeden Tag begegnen. Mit der ständigen Übung jedoch wird das Vertrauen in die eigene Intuition immer stärker. Nur du weißt, was du wirklich brauchst, was dir gut tut und was dir wichtig ist, deswegen ist eine bewusste Beziehung zu deiner inneren Stimme im Grunde das wichtigste für ein glückliches Leben. Ich gehe Entscheidungen jetzt anders an und lasse mich nicht mehr durch gutgemeinte Ratschläge verunsichern, sondern höre auf meine eigene Stimme.

 4. Sich der Angst stellen

Oft weiß ich intuitiv, was ich tun sollte, tue es aber nicht, weil ich Angst habe. Doch nichts stand mir bisher mehr im Weg als meine eigenen Unsicherheiten und Ängste. Nichts steht mir mehr im Weg als ich selbst. Aber diesen Fakt so zu verinnerlichen, dass ich aufhöre Ausreden zu finden und einfach zu machen, ist mit sehr viel Arbeit verbunden.

Der Weg ist eigentlich immer einfach das zu tun, wovor man Angst hat. Ohne groß darüber nachzudenken. Ich habe mir aber auch angewöhnt mich zu fragen, was schlimmstenfalls schief gehen könnte. Eigentlich nichts, außer es beim nächsten Mal vielleicht anders angehen zu müssen. Ich habe für mich auch festgestellt, dass es gut tut, klein anzufangen. Ich taste mich quasi erstmal langsam an die großen Ängste heran. Es geht darum, mich im Alltag immer wieder zu fordern und Dinge zu tun, die ich vorher noch nie getan habe, aber schon immer mal tun wollte. Mögen sie auch noch so simpel für andere erscheinen.

Mein Lieblingsbeispiel ist, dass ich mir letztes Jahr zum ersten Mal die Haare selber geschnitten habe. Meine Freundinnen machen so etwas ständig, aber für mich war das mit viel Überwindung verbunden. Nachdem ich es getan hatte, war ich absolut stolz auf mich. Für mich persönlich war das ein Erfolgsschritt zu mehr Vertrauen in mich selbst. Die Angst zu Versagen hält uns in viel zu vielen Lebenssituationen zurück, das ist aber auch meiner Meinung nach ein gesellschaftliches Problem, denn ich denke wir sollten viel mehr eine Kultur des ständigen Ausprobierens, Scheiterns und Neuanfangens unterstützen und zelebrieren.

  5. Mit offenen Augen durch die Welt gehen und Chancen ergreifen

Ich bewundere die Menschen, die mit Mitte 20 ein klares Ziel vor Augen haben und zielstrebig darauf hinarbeiten. Aber ich bin nicht so und ich habe für mich auch entschieden, dass ich mich von dieser Denkensweise lösen möchte, so sein zu müssen. Ich habe keine Ahnung wie mein Leben in 5 Jahren aussehen wird. Und möchte es auch gar nicht wissen. Ich mag es, das Leben auf mich zukommen zu lassen, jeden Tag zu nehmen wie er ist und das Beste aus ihm zu machen.

Für mich ist das Leben eine Mischung aus Schicksal und Selbstgestaltung. Was sein soll, wird sein. Das heißt nicht, dass ich mich einfach zurücklehnen und abwarten kann, bis mir das Schicksal Glück bringt. Doch ich weiß, sobald sich eine Tür schließt, öffnet sich irgendwo eine neue tolle, aufregende Tür. Deswegen gehe ich in meinem Leben mit wachen und offenen Augen durch den Tag. Es eröffnen sich oft ungeahnte Chancen und Möglichkeiten und die Kunst liegt darin, mutig genug zu sein und diese voller Energie und Enthusiasmus zu ergeifen. Let´s see where life takes us 🙂

Welche Erfahrungen haben euch mit Mitte 20 geprägt? Oder was hättet ihr vielleicht gerne schon mit Mitte 20 gewusst? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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