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Anleitung zur Unzufriedenheit

5. Oktober 2015
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Von: Jana Lübben

„Wie werde ich zufrieden?“ Gebe ich diese Frage bei Google ein, erhalte ich über 43 Millionen Suchergebnisse. Ob es möglich ist, im Internet eine für jedermann zufriedenstellende Antwort zu finden? Ich bezweifele es, denn Zufriedenheit ist etwas höchst Individuelles und bedeutet für jeden Menschen etwas anderes.

Häufig wird das Streben nach mehr Zufriedenheit gleichgesetzt mit der Notwendigkeit sein Leben zu verändern. In manchen Fällen mag das notwendig und hilfreich sein, für viele Menschen ist ein solch radikaler Einschnitt aber nicht notwendig. Vielmehr besitzen sie bereits die besten Voraussetzungen zum Zufriedensein, scheitern jedoch an der Erfüllung der Grundlagen.

Wenn ich mir die Frage „Wie werde ich zufrieden?“ heute stelle, spielt sich in meinem Kopf etwas anderes ab als früher. Ich habe festgestellt, dass ich, um mein Ziel der Zufriedenheit zu erreichen, zunächst einen Schritt zurückgehen und die Perspektive verändern sollte. Denn bevor ich mich damit auseinander setzen kann, was mich zufrieden macht, sollte ich erst einmal die Dinge aus meinem Leben und meinem Denken verbannen, die mich UNzufrieden machen.

Also, was tue ich eigentlich, damit ich unzufrieden bin? Im Folgenden möchte ich euch typische Denkfehler vorstellen, die sich in den unterschiedlichsten Formen in meinem Alltag zeigen.

1. Vergleiche dich stets mit anderen.

© Jana Lübben

Es war noch nie so einfach wie heute, sich mit anderen zu vergleichen. Durch das Internet und das Spektrum an Social Media Kanälen können wir das Leben vieler anderer 24/7 verfolgen. Ich ertappe mich dabei, mich nach dem Durchscrollen der Bilder bei Instagram oder Facebook schlecht zu fühlen, weniger wertvoll und erfolgreich. Und anstatt mich mit meiner Kollegin über ihre Beförderung zu freuen, frage ich mich missgünstig, warum ich noch nicht befördert wurde.

Egal ob im privaten Umfeld oder im Job, der Vergleich mit anderen kann motivierend wirken, verfällt aber häufig ins Gegenteil. Warum? Nicht weil ich im Vergleich mit meinen Freunden oder Kollegen tatsächlich schlechter abschneide, sondern weil ich mich häufig einseitig vergleiche. Ich schaue nur nach denjenigen, die (vermeintlich) besser dastehen und weniger mit denen, die noch nicht so viel geschafft haben wie ich. Zudem vergleiche ich oft Äpfel mit Birnen und vergesse darauf zu schauen, welchen Weg die anderen gegangen sind oder welche Mühen sie auf sich genommen haben.

2. Gib dich nie zufrieden mit dem, was du hast.

© Jana Lübben

Ein weiterer Denkfehler, der mich unzufrieden macht, ist mein Glück an ein bestimmtes Ereignis zu knüpfen. Erst wenn ich dieses Ereignis erreicht habe, kann ich endlich zufrieden sein. Wenn erst die Beförderung da ist oder ich meine Gehaltserhöhung erhalte, dann ist alles gut. Erst wenn ich bei meinem Hobby ein bestimmtes Level erreicht habe, kann ich zufrieden sein. Doch ist es soweit, stellt sich keineswegs Zufriedenheit ein und das nächste zu erreichende Ereignis wird festgelegt.

In dieser Denke habe ich verlernt, die alltäglichen Dinge und kleinen Erfolge um mich herum wahrzunehmen und wert zu schätzen.

3. Definiere Erfolg nur über dein Gehalt.

© Jana Lübben

Verschiedene Generation Y Studien stellen die Behauptung auf, das Gehalt spiele keine große Rolle in der Jobzufriedenheit. Trotzdem kann das Thema Gehalt sehr unzufrieden machen und das aus zwei Gründen: Einerseits kann das Gehalt so niedrig sein, dass die eigene Existenz gefährdet ist. Auf der anderen Seite kann das Gehalt aus einem Fairnessempfinden heraus unzufrieden machen. Dies ist dann der Fall, wenn ich mich als Arbeitnehmer unfair vergütet fühle, da der Kollege, der denselben oder einen ähnlichen Job macht, mehr verdient. Anstatt mich auf mich und meine Situation zu fokussieren, vergleiche ich mich mit den anderen (siehe Punkt 1) und gebe mich nicht zufrieden, was ich habe (vergleiche Punkt 2).

4. Sei immer online.

© Jana Lübben

Die ständige Erreichbarkeit und der dauerhafte Zugang zu Informationen der modernen Zeit machen mich unzufrieden. Ich merke, dass mein Kopf nicht so viel aufnehmen kann, wie ich hineinschütte.

Bin ich immer online und in Erwartung des nächsten „Ping“ meines Laptops oder Smartphones, bekomme ich von der echten Welt um mich herum wenig mit. Das Smartphone bietet einen Rund-um-die-Uhr-Service der Informationsbeschaffung und sorgt in jeder Situation für Ablenkung. Langeweile und einfach mal gar nichts tun, ist für viele Menschen ein Ding der Unmöglichkeit geworden.

Ich benötige immer wieder Phasen der Ruhe, in denen mein Kopf abschalten und erholen kann. Gönne ich ihm diese Pausen nicht, rächt sich das sofort und ich bin unkonzentriert und schlecht gelaunt.

Habt ihr weitere Punkte, die diese Anleitung zur Unzufriedenheit ergänzen? Welche Verhaltensweisen erhaltet ihr aufrecht, obwohl ihr wisst, dass sie euch schaden?

Eure Jana

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  • Reply
    Alexandra
    9. Oktober 2015 at 5:36

    Ohjeh, all diese Denkfehler mache ich auch. Es ist schwer diese Fehler zu verbannen – vor allem als Blogger, wie ich finde!

    • Reply
      Jana Lübben
      11. Oktober 2015 at 16:11

      Liebe Alexandra,

      ich finde es auch schwer – aber Übung macht den Meister! Was fällt Dir als Bloggerin besonders schwer?

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