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Der leuchtende Uterus und die Frage nach der Kinderplanung

29. Januar 2016
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Der leuchtende Uterus und die Frage nach der Kinderplanung – was bedeutet das eigentlich…

*Achtung, Beitrag enthält Spuren von Sarkasmus!*
Ich habe ein Problem mit meinem Status: Mitte 20 und verheiratet. Nein, nein, ich fühle mich nicht alt. Ich bin auch immer noch sehr gerne verheiratet. Das Problem: Wirklich jeder scheint sich plötzlich brennend für meinem Uterus zu interessieren. Keine Familienfeier kann ich aktuell verlassen, ohne nicht mindestens einmal gefragt worden zu sein, wann ich denn gedenke, mich zu reproduzieren und wie die Kinderplanung aussieht. Ladys, ihr süßen, smarten, ambitionierten Ladys da draußen, fühlt ihr mit mir?

Enkelkinder oder keine Enkelkinder – das ist hier die Frage

Folgendes Szenario: Familienfeier, kirchlicher Anlass, Hauptperson war meine 13-jährige Schwägerin. Wir sitzen gemütlich beim Essen beisammen, da befragt mich eine Freundin meiner Schwiegermutter zu unserem neuen Leben in Hamburg. So weit, so schick. Ich erzähle, dass wir mittlerweile beide einen festen Job gefunden haben, dem Studentendasein entronnen sind und uns in Hamburg pudelwohl fühlen. Da kommt die Frage, die fast mein Hähnchen quer durch den Raum befördert: „Ist dann bald Zeit für den nächsten Schritt, oder!?“ BITTE WAS? Ich tu erstmal auf dumm: „Was meinst du?“ Es kommt, was ich befürchtete. „Naja, deine Schwiegermama wird bestimmt langsam gern Oma.“ Natürlich begleitet von einem vielsagenden Blinzeln. Wie denn auch sonst.

Halten wir fest – wir sind mittlerweile 6 Jahre verheiratet, haben endlich beide Jobs, die uns Einkommen verschaffen, mein Weg in die Selbstständigkeit ist nur eine Frage der Zeit und des Mutes. Kinder? Jetzt? Ich denke nicht. Statt meinen Lebensentwurf darzulegen und in Ruhe deutlich zu machen, dass ich diesen nicht mit jemandem diskutieren werde, den ich vier Mal im Jahr sehe, schweige ich. Um dann ein kleinlautes „Damit haben wir noch Zeit“ hinterher zu schieben. Ich ärgere mich. Warum ist mir nur nichts Besseres eingefallen, um dieser blöden Fragerei endgültig ein Ende zu machen?

Dreistigkeit siegt

Ich habe nichts gegen Kinder, wirklich nicht. Aber ich habe etwas gegen diese ständige Fragerei nach meiner Familienplanung. Es ist, als ob ich plötzlich ein Schild um meinen Bauch trage, auf dem steht „Gegenstand öffentlichen Interesses, zur Diskussion freigegeben“. Wie gern hätte ich in solchen Situationen ein paar passende Antworten im Petto. Damit nicht nur ich, sondern auch ihr in Zukunft gewappnet seid, habe ich mal ein wenig für uns gesammelt. Folgende Dinge kannst du in Zukunft also entgegnen, wenn du nach deiner Familienplanung gefragt wirst und du keine Scheu davor hast, anzuecken:

  • Oh, kannst du meinen Uterus sehen? Ich dachte, wenn Zeit für Kinder ist, fängt der an zu leuchten! So wie bei E.T., wenn er nach Hause telefoniert. Sorgt für verdutzte Blicke oder schallendes Gelächter. Macht aber auch unvermittelt deutlich, wie dumm man diese Frage eigentlich findet.
  • Ich muss mich entscheiden, ein Kind zu bekommen!? Ist das nicht wie bei den Sims, taucht das nicht plötzlich als Lebenswunsch auf? Wird nur von einer gewissen Generation verstanden werden, ist aber auch nicht weiter schlimm.
  • Ach, Kinder? Ich weiß nicht. Ich sehe mich eher als schrullige, alte Frau mit 50 Katzen, so wie bei den Simpsons. Zugegeben, die Popkultur-Anspielungen werden nicht weniger. Aber das ist wie mit gutem Wein, davon kann man nicht genug haben.
  • Zahlst du meinen Kindergartenplatz? Manchmal muss man die Leute auch einfach mit der knallharten Realität konfrontieren. In diesem Fall zum Beispiel mit der Realität, dass wir unseren Job vielleicht tatsächlich mögen und bald wieder arbeiten wollen – Kindergartenplätze aber leider immer noch nicht verschenkt werden.
  • Weißt du was? Das geht dich überhaupt nichts an. Zum Abschluss ist manchmal die Wahrheit die einfachste aller Varianten. Warum sollten wir uns nicht die Freiheit heraus nehmen und Feuer mit Feuer bekämpfen? Ich mein, mit der Frage nach der Kinderplanung tritt man mir sehr nahe. Manchmal sehe ich es dann einfach nicht ein, noch höflich zu bleiben und dem anderen nicht zu nahe zu treten. Wer meint, er steht mir nahe genug, mich so etwas zu fragen, muss auch damit leben können, die dementsprechende Antwort zu bekommen.

Einfach lächeln und winken

Zwei Dinge habe ich in den vergangenen Jahren gelernt: 1. Es wird immer jemanden geben, der meint, die Frage nach Kindern wäre aufgrund meines Verheiratet-seins gerechtfertigt. 2. So sehr ich auch versuche, diese Frage nicht persönlich zu nehmen, ärgert sie mich dennoch. Trotz vieler Fortschritte in der Emanzipation ist es für viele immer noch unausweichlich, dass eine Beziehung mit Kindern einher geht und ich für diese meine Karriere unterbrechen werde. Ob dem am Ende so ist – ich weiß es nicht. Aber das muss ich jetzt auch noch nicht wissen. Im Zweifelsfall halte ich es in Zukunft wie die Pinguine aus Madagaskar: Einfach lächeln und winken.

Bildquelle: © pexels.com

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  • Reply
    Tina
    24. September 2015 at 10:24

    Kenne ich, bin mittlerweile 40 und habe keine Kinder und möchte jetzt auch keine mehr. Darauf folgt immer, aber auch wirklich immer der Einwand, dass das doch immer noch möglich ist, wirklich immer und man verfällt immer in die Rechtfertigungsschiene.

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