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FORGESTELLT: Elsita Meyer-Brandt, Geschäftsführerin von Eventbrite in Deutschland

20. Mai 2016
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Von San Francisco, nach Berlin und Dublin – Elsita Meyer-Brandt bringt ein StartUp aus dem Valley in die Welt

Sie hat Drive, motiviert und ist eine absolute Powerfrau! Sie macht Karriere in den USA, Deutschland und der Welt bei einem der spanndensten Arbeitgebern zu unserer Zeit – Eventbrite!

Sie ist offen für neue Chancen und wenn sie nicht da sind, schafft sie sich diese selbst! Wir freuen uns heute besonders über ein gemeinsames Interview mit ihr und haben sie nach ihrem Job, ihrem Erfolgsgeheimnis und der Kultur im Unternehmen – auch in Bezug auf Gender Equality – befragt.

Sei am 24. Mai 2016, ab 18:30 Uhr bei unserem gemeinsamen Event „Fireside Chat mit Jaleh Bisharat, CMO of Eventbrite“ in Berlin dabei!

Elsita, wie startest Du am liebsten in den Tag?

Elsita: Mit Sport! Ich gehe vor der Arbeit normalerweise im Fitnessstudio trainieren, das um die Ecke unseres Eventbrite-Offices ist, so kann ich im Anschluss direkt mit der Arbeit anfangen. Ich bin ein Early Bird und komme auch gern mal recht früh, also noch vor sieben Uhr, ins Büro. Dann habe ich meine Ruhe, gönne mir erstmal eine Tasse Kaffee und eine große Schüssel mit frischem Obst und Nüssen. Anschließend mache ich meine Hangouts (Video Calls) mit den EU Teams.

Welche drei Eigenschaften machen Dich besonders?

Elsita: Mir ist es wichtig nicht nur über Dinge zu reden, sondern meine Ziele auch anzupacken und sie zu verwirklichen. Außerdem habe ich enorm viel Energie. Jetlag? Kenne ich zum Glück nicht – oder sagen wir selten. Und zu guter Letzt ist die Arbeit natürlich enorm wichtig für mich, mein Job ist ein Teil von mir – so viel steht fest. Aber wenn es hart auf hart kommt, würde ich für meine Familie und Freunde auch alles stehen und liegen lassen.

Du bist jetzt – zumindest vorläufig – die neue Geschäftsführerin von Eventbrite in Deutschland. Was zeichnet Eventbrite aus?

 

© Elsita Meyer-Brandt

© Eventbrite

Elsita: Eventbrite zeichnet sich vor allem durch Teamwork und flache Hierarchien aus. Außerdem sind wir ein sehr transparentes Unternehmen: Intern stehen unsere Türen immer und für jedermann offen, und Informationen werden sehr offen geteilt. In wöchentlichen Meetings mit den Gründern können beispielsweise alle Mitarbeiter Fragen stellen und bekommen sie auch beantwortet.

 

Darüber hinaus ist Eventbrite zwar der größte Anbieter für Do-it-Yourself-Ticketing weltweit, mit rund 500 Mitarbeitern, aber wir denken immer noch wie ein Startup. Vor allem ist Eventbrite ein Unternehmen, das von Visionen getrieben wird. Jenen der Gründer, aber auch aller Teams – immer gepaart mit der richtigen Portion Realismus. Kurz gesagt, die Wege, die wir gehen, sind innovativ und mit einem weiten Blick in die Zukunft, aber gleichzeitig auch immer mit klaren Etappenzielen auf dem Weg dorthin verbunden.


„Kurz gesagt, die Wege, die wir gehen, sind innovativ und mit einem weiten Blick in die Zukunft, aber gleichzeitig auch immer mit klaren Etappenzielen auf dem Weg dorthin verbunden.“


Wie sieht ein klassischer Arbeitsalltag bei Dir aus?

Elsita: Einen klassischen Tagesablauf habe ich selten. Ich bin fast 50 Prozent meiner Arbeitszeit auf Reisen, momentan hauptsächlich in Deutschland und den Niederlanden. Wenn ich dann doch in San Francisco bin, startet mein Tag meistens mit Hangouts und Abstimmungen mit meinen EU Teams, im Anschluss geht es dann in viele interne US-Meetings. Ich versuche dabei immer, dazwischen Zeiten zu blocken, um auch zum wirklichen “Arbeiten” zu kommen. Dazu gehören Coachings mit meinen Teams, aber auch die Teilnahme an internen Trainings; man lernt nie aus! Dazu kommen natürlich viele externe Meetings mit anderen Unternehmen, die über internationale Expansion nachdenken oder mit uns in anderen Ländern zusammen arbeiten möchten.

Seitdem Du durch ein Praktikum (während Deines MBAs in Berkeley) bei Eventbrite eingestiegen bist, hast Du verschiedene Rollen eingenommen – welche war für Dich die bisher größte Herausforderung und warum?

© Elsita Meyer-Brandt

© Eventbrite

Elsita: Jede Rolle an sich war und ist immer eine neue Herausforderung und alle haben mir ausnahmslos Spaß gemacht, sonst wäre ich vermutlich auch nicht schon so lange dabei :).
Internationale Expansion war aber von Anfang ein Herzensthema von mir. Zur damaligen Zeit gab es allerdings das Strategie-Team, in dem ich heute bin, noch nicht, weshalb meine Position im Marketing angesiedelt war. Meine Rolle ist über die Jahre natürlich strategischer und weniger operativ geworden, was nicht heisst, dass ich heute nicht mehr selber anpacke oder in die Details involviert bin.

Seit meinem Praktikum habe ich an unserer Expansion in sieben Länder gearbeitet, in vier davon habe ich Büros eröffnet. Eine ganze Zeit lang habe ich mich auf Irland konzentriert, dann auf Australien, Brasilien, Argentinien, und aktuell auf Deutschland, Kanada und die Niederlande. Dabei bringt jeder Markt ganz eigene Herausforderungen mit sich – andere Sprachen, andere Kulturen, aber auch diverse Produktveränderungen, die man sich ansehen muss (z.B. Zahlungsmodalitäten: Deutschland hätte nur mit Kreditkarte und Paypal nicht funktioniert). Das kann ziemlich tückisch sein, aber auch sehr spannend. Dabei bin ich auch in Bereiche eingetaucht, in denen ich nur wenig Erfahrung hatte, z.B. den Vertrieb.

Gibt es für Dich ein persönliches Erfolgsgeheimnis, als Berlinerin in den USA so erfolgreich zu sein?

Elsita: Offen sein für Chancen, die sich auftun. Und wenn sie nicht da sind, sie auch mal selbst schaffen. Meine Praktikumsrolle damals und auch meine jetzige Position gab es z.B. gar nicht, die hab ich quasi herbei argumentieren müssen – und heute hat sie sich mehr als bewährt. Zum Glück! Ganz aktuell wurde mir auch offiziell die Leitung des deutschen Teams angeboten, da hab ich natürlich schon aufgrund der noch häufiger anstehenden Reisen erstmal nachdenken müssen. Ich lebe in den USA und mein Leben spielt sich hier ab, aber wir brauchten nun mal jetzt jemanden und ich wusste, dass es eine weitere tolle Chance ist, etwas zu lernen. Langfristig suchen wir aber jemand Vollzeit und lokal (hint hint -we are hiring!)


 

„Mein Erfolgsgeheimnis? Offen sein für Chancen, die sich auftun. Und wenn sie nicht da sind, sie auch mal selbst schaffen. „

 


Welche Kultur bzw. welches Arbeitsumfeld hilft Dir dabei über Dich hinauszuwachsen?

Elsita: Ich habe das Gefühl, dass bei Eventbrite vor allem Potenzial erkannt wird. Wir suchen bspw. nicht nach dem erfahrensten General Manager für Deutschland, sondern nach jemanden, an den/die wir glauben, dass er/sie es die Rolle bewältigen und das Team leiten kann; eben jemanden mit Potenzial. In dem Fall war ich das. Das Vertrauen unserer Gründer und des gesamten Executive Teams hilft mir enorm dabei, auch mal über mich hinauszuwachsen.

Im letzten Jahr hast Du in Deiner Rolle den Standort von Eventbrite in Deutschland bzw. Berlin aufgebaut. Bringt der deutsche Markt besondere Herausforderungen mit sich? Und was vermisst Du an Deutschland und was schätzt Du am Standort San Francisco?

Elsita: Ja, wir mussten unser Produkt anpassen und auf die Bedürfnisse der deutschen Veranstalter eingehen (deutsche Lokalisierung der Seiten, Zahlung auf Rechnung und SEPA Lastschrift) – wir wurden am Anfang auch manchmal mit mehr Skepsis gegenüber neuen Technologien konfrontiert als in anderen Ländern. In den USA ist Eventbrite ein Name. Viele hier wissen nicht, dass wir weltweit schon über 200 Millionen Tickets abgewickelt haben – momentan zwei Millionen pro Woche. Das erfordert viel Aufbauarbeit und Geduld. Was ich vermisse, wenn ich in den USA bin? Ganz klar: Brezeln. Und gutes Brot! Was ich an den USA oder San Francisco schätze, ist sicherlich the “Way of Life”: die Entspanntheit, die Offenheit, auch rund um eigene Ideen (die in Deutschland oft erst nach Patentanmeldung geteilt werden…) und der Drang, Dinge zu verändern. Vom Wetter fange ich erst gar nicht an …

Gibt es Deines Erachtens kulturelle Unterschiede, in Bezug auf die Karriere von Frauen in beiden Ländern? Und ist „Chancengleichheit“ und „Frauen in Führungspositionen“ ebenfalls ein Thema bei Eventbrite?

Elsita: Ich habe das Gefühl, dass das Thema in den USA nicht so viel in der Politik, sondern eher im Unternehmen selbst eine Rolle spielt. In Deutschland müssen Frauen leider noch zu oft den Umweg über Politik und Lobbyarbeit gehen, um mehr zu fordern und gefördert zu werden. Im Unternehmen sind das natürlich kürzere und effizientere Wege. Bei uns ist das Leadership Team fast zur Hälfte weiblich (40% – 4 out of 10) und auch bei der Belegschaft sind es fast 50% – das ist aber weder aufgrund einer Quotenregelung so, noch war das Absicht. Vielmehr hat es hat sich einfach so entwickelt, was uns heute sehr freut! Sicherlich hat Julia im Gründungsteam da viel bewirkt und die Kultur über die vergangenen zehn Jahre maßgeblich mit geprägt.

Was würdest Du ambitionierten Frauen gerne mit auf den Weg geben?

Elsita: Ich denke nicht gerne über dieses Männer gegen Frauen Thema nach, um ehrlich zu sein. In meinem früheren Job in der Beratung waren es fast nur Männer, das ist mir aber erst dann aufgefallen, als es immer mehr in den Medien thematisiert wurde. Mir ist es völlig egal ob Frau oder Mann, hauptsache die Person bringt die Fähigkeiten mit, die wir suchen (oder ist sehr lernfähig), hat Talent, Drive und passt ins Team. Was nicht unbedingt heißt, dass wir mehr Frauen in der Tech-Welt brauchen – aber darüber sollten wir gar nicht so viel diskutieren, das sollte selbstverständlich sein. Verfolge deine Ziele, hab auch mal Mut zur Lücke und das ganz unabhängig davon, ob du ein Mann oder eine Frau bist.


 

„Verfolge deine Ziele, hab auch mal Mut zur Lücke und das ganz unabhängig davon, ob du ein Mann oder eine Frau bist.“

 


Und zu guter Letzt: Was war bisher das beste Event, von welchem Du Teil warst?

Elsita: Da muss ich berufsbedingt unterscheiden:

Kostenlos und ohne Tickets: Der Mauerfall in Berlin. Da war ich mit meinem Vater und meinem kleinen Spielzeughammer an der Mauer.

Ticketed: Das Outsidelands Festival in San Francisco im Golden Gate Park, bei einer sehr kleinen Open Air Bühne, auf der Boys Noize gespielt hat.

Vielen Dank liebe Elsita!

Erfahre mehr über Eventbrite und sei nächste Woche in Berlin beim Fireside Chat mi Jaleh Bisharat, CMO of Eventbrite!

Bilder © Eventbrite / Mitvergnügen

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