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Fernbeziehung : Liebe auf Distanz – Part I

3. September 2015

Fernbeziehung?

Ende 20 steckt man entweder seit Ewigkeiten in einer gefestigten Beziehung, ist als Single im Datingdschungel unterwegs – oder man gehört zu der Sorte die Freitag- und Sonntagabende grundsätzlich an Flug- oder Bahnhöfen verbringt. Der wohl größte Nachteil der Globalisierung, den unzähligen Möglichkeiten was die Wahl des Wohnortes und des Berufs angeht und unserem ständigen Bestreben, alles haben zu wollen und jede Minute mit Abenteuer zu füllen. Der Preis, den Traumjob in der (hoffentlich) Traumstadt leben zu dürfen, ist hoch und man bezahlt ihn auf den verschiedensten Ebenen.

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Fernbeziehung

© Jenny Gresshoff

Eine große Konsequenz: Als chronischer Halbzeitsingle in einer Fernbeziehung muss man seinen Platz erst finden. Bei gemütlichen Pärchenabenden gehört man nicht dazu, bei grandiosen Singleparties aber auch nicht. Also findet man sich irgendwo dazwischen und versucht, das Beste daraus zu machen.

Und nicht nur das – schließlich sind die Wochenenden oft „blockiert“ durch den Besuch des Partners, der aber die eigenen Freunde oft nicht kennt und mit dem man natürlich jede Menge Zweisamkeit genießen will. Dadurch wird man also zur Freundin die nur unter der Woche zur Verfügung steht.

Ich weiß wovon ich spreche, denn ich lebe dieses „Nichts Halbes und nichts Ganzes“ seit nunmehr 5 Jahren. Man gewöhnt sich tatsächlich an diesen Zustand und lernt irgendwann, das Beste daraus zu machen. Aber wie gelingt denn genau das?

Es gibt deine Zeit, seine Zeit und eure Zeit:

Es ist wichtig, dass jeder seine eigenen Hobbies auslebt, die Zeit mit Freunden bewusst genießt und die gemeinsamen Stunden dann in vollen Zügen ausgekostet werden. Den Dienstagabend trauernd zuhause zu sitzen, weil der andere eben gerade nicht da ist macht keinen Sinn und euch als Paar nur unglücklich. Wenn jeder seine „me time“ bewusst nutzt, kann man die Zeit zusammen auch viel mehr genießen.

Sprich mit deinen Freunden:

Als „Teilzeit Single“ wird man diskriminiert. Von Paaren, die sich nur mit Paaren treffen und von Singles, die einen trotzdem als „vergeben“ ansehen. Sprecht die Menschen, die euch wichtig sind, darauf an. Man kann eine Freundschaft entwickeln und „pärchenuntypische“ Dinge unternehmen. Und die Singlefreundin kann sich mit einer Wingwoman glücklich schätzen!

Vermeide den „Phantomstatus“:

Dieser nette und sehr zutreffende Begriff stammt aus dem Buch „Kommst du Freitag?“ von Dorit Kowitz (übrigens eine sehr empfehlenswerte und amüsante Lektüre für alle Fernbeziehungsopfer). Gemeint ist die Tatsache, dass Freunde und Kollegen zwar den Namen der besseren Hälfte sowie das ein oder andere gemeinsame Foto kennen, es aber oft monate- oder sogar jahrelang zu keinem persönlichen Kennenlernen kommt. Umgekehrt hat der Partner natürlich auch keine Ahnung welcher Name zu welchem Gesicht gehört und kommt bei Anekdoten kaum mit. Das lässt sich vermeiden – schafft Gelegenheiten! Ein Firmenfest am Freitagabend? Nehmt euren Liebsten mit! Brunch am Sonntag – obwohl man eigentlich gerne ausschlafen würde? Einmal im Monat schadet es nicht sich zu motivieren. Auf lange Sicht werdet ihr dankbar sein, gemütliche Kuschelstunden gegen ein Kennenlernen der liebsten Menschen eingetauscht zu haben (aber nicht immer vernünftig sein! :))

Eure Jenny

Fragen oder Anmerkungen zum Beitrag „Liebe auf Distanz – Part I“? Wir freuen uns auf Deine Kommentare!

Bildquelle: © Jenny Gresshoff

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  • Reply
    Kira
    1. Februar 2016 at 19:28

    Hallo Jenny, ich bin gerade über den Artikel gestolpert und fühlte mich gleich angesprochen: Besonders von „Man gewöhnt sich tatsächlich an diesen Zustand“ – das wollte man mir nämlich nie so richtig glauben! Mein Mann und ich haben eine 4jährige Fernfernbeziehung Deutschland-Bolivien hinter uns. Die Tipps treffen aber durchaus trotzdem zu auch wenn ich nie im Dilema „halb hier halb dort“ gesteckt habe! Der „Phantomstatus“ war bei uns natürlich sehr ausgeprägt! Danke für den inspirierenden Artikel!

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