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FORGESTELLT: Adrienne – Mut zum Jobwechsel

31. Juli 2016
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Heute gibt es ein neues FORGESTELLT – dieses mal haben wir die liebe Adrienne im Interview, die zur Abwechslung mal nichts gegründet hat, uns aber trotzdem Rede und Antwort vor allem im Kontext MUT steht.



Liebe Adrienne, was bedeutet für dich Mut?

Adrienne: Viele denken immer, dass Mut bedeutet, dass man dauerhaft mutig sein, eine mutige Person sein muss. Für mich ist Mut dieser kurze Moment, in dem man sich für oder auch gegen etwas entscheidet und sich selbst sagt „Ich mach das jetzt einfach!“.  Schon diese eine Sekunde Mut kann ein Leben völlig verändern.

Du hast dich aufgerafft und dein Leben umgekrempelt – warum kam es überhaupt zu dieser Entscheidung?

© Adrienne

© Adrienne

Adrienne: Nach drei ziemlich unglücklichen Jahren BWL- Studium, also kurz vor dem Abschluss, konnte ich nicht mehr weiter studieren und wollte mich eigentlich direkt an einer neuen Uni oder Hochschule für das Sommersemester einschreiben. Das Studium und die Arbeit im Büro haben mir von Anfang an nicht besonders gefallen, aber die Bezahlung war gut und ich dachte, ich müsste das durchziehen, um mich selbst und auch meine Familie stolz zu machen. Ich habe das dann so lange raus gezögert, bis die Bewerbungsfrist rum war und hing völlig in der Luft. Ich wusste einfach nicht, wie meine Zukunft aussehen soll und war oft traurig und gereizt. Während dieser Zeit habe ich angefangen in einem Fitnessstudio zu arbeiten und habe mich dort sofort sehr wohl gefühlt. Sport und gesundes Essen waren damals schon lange Teil meines Leben und da dachte ich mir „Weißt du was? Wenn du jetzt eh schon völlig von vorn anfangen musst, kannst du auch etwas machen, was du wirklich liebst!“ und habe dann begonnen Fitnessökonomie und -wissenschaft zu studieren.

Wie genau hast du diese Umstellung geschafft?

Adrienne: Ich hatte eine riesen Panik BWL weiter zu studieren und erneut zu scheitern. Die Angst davor hat mich völlig gelähmt, sodass ich mehrere Anläufe brauchte überhaupt wieder eine Hochschule zu betreten. Deswegen habe ich mich nach viel hin und her dagegen entschieden, in diese Richtung weiter zu studieren. Ich habe mich dann für Sportwissenschaften beworben und auch einen Platz in Berlin an der Humboldt Universität bekommen. Jackpot! Als eigentlich schon alles fest stand,  wollte mich mein Arbeitgeber jedoch nicht gehen lassen und hat Informationen über mein derzeitiges Fernstudium rausgesucht. Ich war kurz völlig verwirrt und konnte mich nicht entscheiden, vorallem weil ein Fernstudium auch eine zusätzliche finanzielle Belastung ist, was jedoch mein einziges Argument gegen dieses Studium war. Ich bin deswegen auch meiner Familie und meinen Freunden unglaublich dankbar, die mir in dieser Zeit den Rücken gestärkt und mir geraten haben, dass ich einfach mal auf mein Herz und nicht nur auf meinen Verstand hören soll. Mein gutes Gefühl im Studium wirkt sich auch stark auf meine Arbeit aus. ich war noch nie so selbstbewusst im Job, wie heute.

Was rätst du anderen – wie können sie es schaffen? Worauf kommt es deiner Meinung nach an?

Adrienne:

  1. Informiert euch über eure Träume! Vielleicht ist es gar nicht so schwer sie zu erreichen, wie ihr denkt. Sucht nach Möglicheiten ihnen mit kleinen Schritten immer näher zu kommen. Häufig stellt man seinen eigenen Traum auf ein Podest und macht ihn damit für sich selbst unerreichbar.
  2. Sprecht darüber! Ich finde, je häufiger man sich mit diesem Thema auseinander setzt, desto weniger gruseliger wird es. Irgendwie habe ich dabei das Gefühl, wenn man es erst einmal ausgesprochen hat, wird ein Ziel viel konkreter und „echter“.
  3. Gebt euch einen Ruck! Wenn sich eine Gelegenheit bietet, lasst sie nicht verstreichen, sondern packt zu und zieht es durch. Angst dürft ihr natürlich trotzdem haben, solang sie nicht so stark ist, dass sie euch zurück hält.

Drei Dinge, die in deinem Alltag nicht fehlen dürfen?

Adrienne: Am wichtigsten ist mir Zeit für mich. Ich brauche ab und zu einen Moment völlig für mich allein, zum Gedanken sortieren und vorallem aussortieren. Das kann in in Action nicht besonders gut und kann sonst kaum schlafen, weil mit der Kopf brummt.

Umarmungen dürfen ebenfalls nicht fehlen. Ich bin einfach ein Typ der gern umarmt und damit zuneigung zeigt und auch gezeigt bekommt. Mal ehrlich, nichts macht glücklicher als eine richtige Umarmung… außer vielleicht Schokolade.

Wo wir auch schon bei Nummer 3 wären: gutem Essen! Ich esse super gern gesund, aber es muss auch gut sein und einfach diesen „Himmel, ist das lecker!“- Moment haben. Ein popliger Salat nur aus Blättern macht mich nicht glücklich, ein Salat mit Nüssen und etwas Obst dafür umso mehr.

© Adrienne

© Adrienne

Sagst du zur Routine ja oder nein? Sind sie notwendig, um Ergebnisse zu erzielen?

Adrienne: Routine ist mein großer Schwachpunkt. Ich habe häufg zu viel Routine im Leben. Ich denke mir so oft, dass ich mal wieder Tanzen gehen möchte und kann mich irgendwie nicht richtig dazu aufraffen. Routine ist gut, aber sie sollte einen nicht einschränken, wenn man damit nicht glücklich ist. Dann lieber mal zu spät schlafen gehen und völlig übermüdet nach drei Stunden wieder aufstehen. Umsetzen kann ich es selbst leider nur selten. Aber das wäre doch ein wunderbares,neues Ziel hin zu einem noch glücklicheren Leben.

Vielen lieben Dank für das Interview – liebe Adrienne. Ich finde es immer wieder toll – wer sich wie und bei wem inspirieren lässt! Kommentiert gern bei Fragen oder Anmerkungen.

Eure Julia

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