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FORGESTELLT: Anja – Mut zur Veränderung

19. Oktober 2016
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Unser Blogazine FIELFALT ist dazu da anderen Mut zu machen etwas zu wagen! Wir wollen euch zeigen, dass nicht immer alles nach Plan A verläuft – man aber trotzdem oder gerade deswegen glücklich werden kann. Heute widmen wir unsere FORGESTELLT Bühne Anja. Warum genau – erfahrt ihr im Interview. Viel Spaß!

Liebe Anja – wer bist du? Stell dich doch bitte einmal kurz vor.

Anja: Ich bin Anfang 40, verheiratet, habe hier in Berlin Wirtschaftskommunikation studiert und anfangs in einer Riesenposterfirma, dann bei n-tv und bei Ikea im Marketing gearbeitet. Die letzten 10 Jahre war ich im Projektmanagement tätig, davon knapp neun Jahre im Produktmanagement. Zuletzt leitete ich den Eventbereich in einer Berliner Agentur. Dann entschied ich, etwas zu ändern…

Du hast dich entschieden aus einer sicheren Festanstellung rauszugehen ohne einen Plan B zu haben. Ich bewundere es, wenn man so viel Entschlossenheit zeigt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

© Anja Herbig

© Anja

Das ist richtig. Ich habe meinen Job als Eventmanagerin gekündigt, sozusagen als Schritt in ein neues Leben. Ich arbeite gerne und mache das mit Leidenschaft. Aber Leidenschaft hat die dumme Angewohnheit meist irgendwann zu schwinden – dann muss man sich zuliebe etwas ändern, sonst wird man unzufrieden. Darüber hinaus war ich zu sehr eingespannt mit der Arbeit und nebenbei der Familie, sodass ich gar keine Zeit mehr für mich fand. Ich arbeitete und arbeitete und wusste auf die Frage „Was will ich?“ keine Antwort mehr. Ich meine damit, was ich mit meinem Leben anfangen will, wohin ich will, was mir wichtig ist. Die Arbeit hat mich nicht mehr erfüllt und ich dachte, dass ich dringend die Reißleine ziehen muss.

Um ehrlich zu sein hatte ich Angst vor diesem Schritt. Blöderweise kommen einem zuerst die negativen Gedanken, die einen abhalten wollen. Einen guten und sicheren Job kündigen ohne Plan B? Werde ich danach alles bereuen? Meine Mann riet mir zum Glück zu, das hat mich sehr gestärkt.



Was bedeutet für dich Mut?

Mmh, nicht so einfach, Mut kann so vielfältig sein.
Ein Bekenntnis zu einer Sache, die Risiken birgt.
Die inneren Alarmglocken zu ignorieren und es trotzdem zu machen. Aufgeschlossen auf Menschen zuzugehen.
Sich etwas zu trauen.
Oder auch einen Kindergeburtstag für eine Handvoll 5-jährige auszurichten.

Hast du eine Vision, wenn ja magst du sie uns mitteilen?

Du fragst nach meinem persönlichen Leitbild, nach meinem Ziel? Ich denke bei der eigenen Vision kommen neben den Ansprüchen an die Art, die Organisation und die Branche auch die eigenen Wünsche und Träume zum Tragen. Idealerweise habe ich eine verantwortungsvolle wie sinnstiftende Arbeit, Produkt und/oder Unternehmen stimmen mit meinen Werten überein und begeistern mich und ich verfüge darüber hinaus über genügend Freiraum in allen Bereichen. Wie hört sich das an?

Arbeitest du an deiner Vision oder arbeitest du an Wertvorstellungen, die allgemein gültig sind und nach denen du dich richtest?

Ja, definitiv. Es braucht nur ein wenig Geduld und einen klaren Kopf. Ich habe schon Joboffer abgesagt, als ich merkte, dass es nicht zu 100 Prozent passt. Das ist nicht schlimm und tut nicht weh. Letztlich hat es mich sogar gestärkt, da ich an meinem Ziel festgehalten habe und mich nicht zu etwas habe hinreißen lassen. Und natürlich spart es allen Beteiligten Zeit – sowohl für den Prozess selbst als auch für den Moment, an dem man sich dann wieder trennt.

Ich habe eins gelernt bei der Suche nach dem perfekten Job: vertraue weniger auf Stellenanzeigen, die ausgeschrieben werden. Im Zweifel bewerben sich 100te auf eine und dieselbe Stelle. Vielmehr suche ich nach den Unternehmen die zu mir passen, recherchiere die aktuelle Lage und beleuchte den Unternehmensbereich, der mich interessiert. Natürlich ist das ein recht zeitaufwendiger Weg, aber je besser ich weiß, wer ich bin, was ich kann und was ich möchte bzw. nicht möchte, desto gezielter kann ich die auf mich passende Stelle finden.

Gibt es inzwischen einen Plan?

Ja klar, ich habe im Sommer durchgeatmet, mich orientiert, genetzwerkt und jetzt laufen ein paar interessante Gespräche.

Viele in meinem Umfeld sind auf der Suche nach dem perfekten Job, nach der perfekten Beschäftigung – wie siehst du das Ganze? Gibt es die perfekte Beschäftigung mit der sich Geld verdienen lässt oder ist das eine Sache der Einstellung?
Sicher ist es zuweilen eine Sache der Einstellung – ich habe auch neben dem Studium gekellnert oder andere Jobs gemacht, die zu der Zeit o.k. waren.

Bei der Suche nach dem perfekten Job gehts aber um einen längerfristigen Ausblick. Das hat nicht nur was mit der Einstellung zu tun, da will ich nichts aushalten oder mich verbiegen. Erfahrungsgemäß steuern neben den Konditionen vor allem Emotionen unsere Launen, Engagement und letztlich Leistungsfähigkeit. Wie schon zuvor beschrieben ist es für mich vor allem wichtig, hinter der Firma, bzw. dem Produkt zu stehen, eine entsprechende Weiterentwicklung zu erfahren und meine Stärken einzusetzen, und das am Liebsten in einem tollen Team. Also sollte neben der Unternehmenskultur auch die Zusammenarbeit passen. Dieses Zusammenspiel gehört für mich zu den langfristigen Motivationsgründen.

Du hast es gewagt – einfach so – gibt es dafür ein Geheimrezept oder einzelne Schritte, die du mit der Community teilen möchtest?

Steve Jobs hat einmal gesagt „Ihr müsst die eine Sache finden, die Ihr liebt – sowohl im Beruf als auch im Privatleben. Eure Arbeit wird einen großen Teil Eures Lebens bestimmen. Und Ihr könnt nur dann vollkommen zufrieden sein, wenn Ihr Eure Arbeit toll findet – Ihr werdet sie aber nur dann toll finden, wenn Ihr sie liebt. Falls Ihr diese Arbeit noch nicht gefunden habt, sucht weiter.“

Leben und Arbeiten spielen für mich stark zusammen, weil sie sich gegenseitig beeinflussen und prägen. Ich finde der Ausspruch von Jobs sagt alles.

Liebe Anja hab vielen Dank für das Interview! Ich freue mich, dass du den Mut aufgebracht hast dein Leben in die Hand zu nehmen und es so zu verändern, dass du glücklich bist! Für deinen weiteren Weg wünsche ich dir alles Gute!

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