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FORGESTELLT: Anna von Fritsch, Schmuckdesignerin

4. November 2016
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Anna von Fritsch

hat im Sommer 2015 das Schmucklabel ANNA BERLIN gegründet. In ihrem Onlineshop bietet sie eigendesignte Ohrringe, Ketten und Armbänder an. Wir haben uns über ihren Weg in die Selbstständigkeit, ihr Engagement für eine geflüchtete Eritreerin und weibliches Selbstbewusstsein unterhalten.

Welche drei Worte würden dich am besten beschreiben?

Anna: Fröhlich, lebensbejahend, lockig!

Und welche drei Worte charakterisieren den Schmuck von ANNA BERLIN am treffendsten?

Anna: Bunt, gewaltig, goldig!

© Anna von Fritsch

© Anna von Fritsch

Wann und warum hast du die Entscheidung getroffen, dich mit deinem Schmucklabel selbstständig zu machen?

Anna: Die Schmuckleidenschaft geht weit zurück. Schon zu Schulzeiten habe ich Schmuck selbst gemacht – für mich, für meine Schwester, für meine Freundinnen. Ich habe es lange Zeit eher so nebenher betrieben. Aber immer mehr wusste ich, dass ich das nicht nur als Hobby, sondern richtig professionell machen will. Im Sommer 2015 habe ich es in die Tat umgesetzt! Ich dachte: Wenn ich es jetzt nicht mache, dann werde ich mich ärgern, es nicht versucht zu haben. Nachdem die Entscheidung gefallen ist, habe mich gefragt, warum ich es nicht schon früher gewagt habe. Aber vielleicht musste die Idee erst einmal reifen, auch wenn sie schon lange da war. Vielleicht musste ich auch erst Mut fassen, meine Ideen wirklich in die Tat umzusetzen. Nun bin ich richtig glücklich, dass ich es gemacht habe! Es macht richtig Spaß, meine Zeit und meine Kreativität in mein Label zu stecken!

Auf welche Herausforderung bist du auf deinem Weg in die Selbstständigkeit gestoßen?

Anna: Auf dem Schmuckmarkt ist man natürlich nicht allein und man muss sich irgendwie abheben. Es ist also ganz wichtig, dass man einen eigenen Stil hat und einen Wiedererkennungswert schafft. Aus meinem Schmuck soll deutlich werden, dass es durchdachte, individuelle Stücke sind, die nicht von irgendwem kopiert wurden. Eine weitere persönliche Herausforderung war für mich, da ich keine gelernte Goldschmiedin, sondern Politikwissenschaftlerin bin, zu lernen, welches Material wirklich das richtige und qualitativ hochwertige ist. Und ich musste Menschen finden, die mich in der handwerklichen Arbeit unterstützen. Ich designe alle Stücke selbst und setze sie auch selbst zusammen. Wenn es um Bohrung und Einfassung von Halbedelsteinen geht, die ich für meine Schmuckstücke benutze, arbeite ich mit Goldschmieden zusammen.

Im Sommer 2016 hast du die Kollektion From Eritrea with Love herausgebracht. Dabei hast du mit der aus Eritrea geflüchteten Selam Abraha zusammengearbeitet. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Anna: Die Themen Integration und Migration bewegen mich seit Jahren, da ich lange in diesem Bereich gearbeitet habe. Selam lernte ich im Flüchtlingsheim in Spandau kennen, wo ich mich ehrenamtlich engagierte. Seitdem begleite ich sie sehr intensiv in Deutschland. Als ich ihr von meinem Schmuck erzählte, kamen wir auf die Idee, eine Kollektion zusammen zu entwerfen. Wir haben eine Kette und ein paar Ohrringe designt, inspiriert von den Farben der eritreischen Flagge. Die Erlöse werden komplett gespendet – zur Hälfte an Selam und zur Hälfte an die Organisation TERRE DES FEMMES e.V.

Was inspiriert dich noch bei deiner Arbeit?

Anna: Reisen! Unterschiedliche Länder und Kulturen beeinflussen mich definitiv sehr viel. Zuletzt hat mich die Stadt Istanbul inspiriert.

In der Beschreibung von deinem Label heißt es, die Zielgruppe seien „selbstbewusste, starke Frauen“. Was macht für dich eine starke Frau aus?

Anna: Eine starke Frau ist eine Frau, die weiß, was sie kann, ihr eigenes Ding macht und sich nicht davon abbringen lässt.

Kann Schmuck Selbstbewusstsein verleihen oder unterstreichen?

Anna: Wenn sich eine Frau, die kein Selbstwertgefühl und kein Selbstbewusstsein hat, eine große Statement-Kette umhängt, wird sie davon natürlich nicht selbstbewusster. Aber mir persönlich geht es so, dass ich gerne meinen Kleidungsstil durch große Statement-Ohrringe unterstreiche, vielleicht ergänzt durch einen roten Lippenstift. Ich finde es toll, wenn Frauen ihren eigenen Stil gefunden haben und das auch ausleben. Ich wünsche mir, dass man sich als Frau nicht in seiner Weiblichkeit zurücknehmen muss, da die Sorge besteht, dass die Qualität ihrer Leistung und Inhalte angezweifelt wird.

„>ANNA BERLIN Online-Shop: http://www.annaberlin.berlin/

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