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FORGESTELLT: Astrid Bredereck, Gründerin von Räubersachen

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Räubersachen

Weil Astrid keine passende Kinderkleidung fand

von Vera Volkmann

Weil sie für ihren Sohn keine passenden Angebote an Kinderkleidung fand, wurde sie selbst aktiv: Astrid Bredereck aus Halle/Saale bietet in ihrem Online-Shop „Räubersachen“ nachhaltige, ökologische Kinderkleidung in neuem und gebrauchten Zustand zur Miete an. Außerdem flickt und repariert sie die zurückgekehrte Kleidung liebevoll, um sie möglichst lange im Kreislauf zu halten.

Wie kamst Du auf die Idee „Räubersachen“ zu gründen?

Astrid: Die Idee kam eher auf mich. Ich brauchte Sachen für meinen Sohn und stellte dabei fest, dass es schwierig und teuer sein kann, an ökologische Kinderkleidung zu kommen. Auch die Suche nach gebrauchter Kleidung war sehr mühsam. Ich habe festgestellt, dass die Nachfrage sehr hoch war, wenn ich gebrauchte Kleidung bei ebay Kleinanzeigen verkauft habe. Also habe ich eine Plattform geschaffen, auf der man neue und gebrauchte ökologische Kinderkleidung mieten kann, so wie ich es mir gewünscht hätte.

Woher kommt der Name „Räubersachen“?

Astrid: Als ich ein Kind war hat meine Mutter immer, wenn ich nach draußen spielen gegangen bin gesagt: „Zieh dir Räubersachen an!“ Räubersachen sind das Gegenteil von Sonntagskleidung. Mir ist wichtig, dass Kinder sich in den Sachen frei bewegen können.

War es immer Ihr Traum, ein Unternehmen zu gründen?

Astrid: Ich war schon davor als Künstlerin selbstständig tätig. Aber ich hätte es vorher nie für mich in Erwägung gezogen ein Unternehmen zu Gründen und sogar Angestellte zu haben. Aber die Idee nachhaltige Kinderkleidung zu vermieten hat mich so begeistert, dass ich sie auf jeden Fall umsetzen wollte und ich bin in die Aufgabe hineingewachsen.

Wie waren die Reaktionen aus Ihrem Umfeld?

Astrid: Ich habe nicht mit vielen Leuten darüber gesprochen, um mir nicht den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen, weil ich mir sicher war, dass ich das machen will. Die Reaktionen aus meinem engsten familiären Umfeld waren von Anfang an uneingeschränkt positiv.

Was macht die Kinderkleidung von Räubersachen so besonders?

Astrid: Die Kleidung ist absolut auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet. Es gibt keine Reißverschlüsse, Bündchen und Knöpfe oder unflexible Stoffe, die die Bewegungen von Babys und Kleinkindern einschränken. Außerdem werden die Sachen überwiegend in Deutschland ökologisch hergestellt und die Hersteller arbeiten mit temperaturausgleichenden, pflegeleichten Materialien, wie Wolle und Seide. Es handelt sich nicht um Modeartikel, die jedes Jahr wechseln, keine kleine Erwachsenenkleidung, sondern die Kollektion ist jedes Jahr die selbe. Nachhaltigkeit und Beständigkeit sind uns dabei wichtig.

Wie sieht es mit der Konkurrenz auf diesem Gebiet aus? Wie einzigartig ist Ihre Idee?

Astrid: Wir vermieten als einzige neue und gebrauchte ökologische Kinderkleidung und reparieren, stopfen und flicken sie nach dem Gebrauch, um sie möglichst lange im Kreislauf zu halten. Gerade durch diesen Aspekt der Nachhaltigkeit heben wir uns hervor. Wir setzen nicht, wie viele Unternehmen darauf, dass Dinge kaputtgehen und neu gekauft werden müssen, sondern flicken und stopfen die Kleidung und wirken so der „Wegwerfgesellschaft“ entgegen.

Wie vereinbaren Sie Beruf und Familie?

Astrid: Ich arbeite so viel wie nie zuvor im Leben, daher ist die Vereinbarkeit eine sehr große Aufgabe. Man kann sich nicht einfach krankmelden oder Urlaub nehmen. Aber ich mag es, selbst am Steuer zu sitzen und selbst entscheiden zu können, wann ich arbeite und finde es wichtig, auch meinen Mitarbeitern diese Möglichkeit zu geben.

Welche Tipps würden Sie aus Ihrer Erfahrung an andere Gründerinnen weitergeben?

Astrid: Man darf sich auf keinen Fall beirren lassen. Nicht zu viel nachdenken, sondern einfach machen und dabei keine Angst vor Fehlern haben. Man muss Vertrauen in seine Idee haben und darin, dass man in die Dinge, die neu für einen sind hineinwachsen kann.

Was macht Ihnen bei der Arbeit am meisten Spaß?

Astrid: Die Idee begeistert mich immer noch. Ich liebe die Möglichkeit Eltern diese nachhaltige Kleidung nahezubringen und Wege aufzuzeigen, wie sie sie gleichzeitig tolle Sachen für Ihre Kinder haben und dabei schonend mit Ressourcen umgehen können. Ich gebe Ihnen die Möglichkeit aktiv etwas zu ändern, ohne dabei Nachteile für sich zu haben. Außerdem macht mir der Kundenkontakt viel Spaß und ich freue mich auch immer auf die Pakete mit liebevoll reparierter Kleidung, die ich von den Stopferinnen bekomme.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Astrid: Ich habe nicht das Ziel, dass „Räubersachen“ so und so groß werden soll. Mein Plan für die Zukunft ist weniger zu arbeiten und ein gesundes Maß zu finden, bei dem ich nicht mehr ständig über die eigenen Grenzen gehen muss. Außerdem ist es mein Ziel, von meinem Unternehmen leben zu können.

Vielen Dank für das Gespräch!

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