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FORGESTELLT: Autorin, Gedächtnistrainerin & Schauspielerin Christiane

25. Juni 2018
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Christiane beschäftigt sich seit der Schulzeit mit Gedächtnistraining und war mit 11 Jahren Juniorengedächtnisweltmeisterin. Inzwischen schreibt sie Bücher zu diesem Thema und ist als Schauspielerin tätig. Wie sie zum Gedächtnistraining kam und worum es in ihrem neuen Buch geht, erzählt sie uns im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Christiane, welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Christiane:

  • Irren ist nützlich!: Warum die Schwächen des Gehirns unsere Stärken sind“ von Henning Beck. Es erklärt auf lustige Art, warum unser Gehirn gerade so wundervoll ist, weil es sich so oft irrt. Für die vielen Fehler können wir unserem Gehirn also sehr dankbar sein! Zudem zeigt es auf ungewöhnliche Weise, wie wir uns besser konzentrieren, größere Entscheidungsstärke und mehr Kreativität entwickeln können.
  • <„The Subtle Art of Not Giving a F*ck: A Counterintuitive Approach to Living a Good Life“ von Mark Manson. Ein sehr schlaues Buch darüber, dass wir nicht in allem außergewöhnlich gut und perfekt sein können und dass das auch total in Ordnung ist. Ein Buch um herauszufinden, was wirklich wichtig ist, warum wir das tun sollten, was wir wirklich lieben und welche Probleme sich zu lösen lohnen. Denn die gibt es immer und sie helfen uns sogar weiter.
  • Jeder stirbt für sich allein (Roman)“ von Hans Fallada. Der Roman, der mich in letzter Zeit am meisten berührt hat. Muss man einfach lesen!

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Christiane: Spontan, neugierig und zuverlässig.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Christiane: Direkt nach dem Aufstehen meditiere ich für zehn Minuten und mache mindestens eine viertel Stunde Yoga. Also, wenn ich Zeit habe, was zum Glück immer öfter der Fall ist. Wenn dem jedoch nicht so ist, kürze ich einfach um ein paar Minuten, aber wichtig ist, etwas jeden Tag zu tun. Danach bekommen meine Pflanzen Wasser – das muss sein, ich habe nämlich keinen grünen Daumen, aber so halten sie einigermaßen durch – und ich einen frisch gepressten Saft oder Kaffee –funktioniert bei mir gleich gut – oder beides und Nachrichten in jeglicher Form, am liebsten lese ich die Zeit. Danach geht jeder Tag anders weiter.

Du hast mit 9 Jahren mit Gedächtnistraining angefangen – wie kam es dazu?

Christiane: In der 2. Klasse langweilte ich mich in der Schule und begann mir Krankheiten auszudenken, um dort nicht hingehen zu müssen. Unser Hausarzt konnte natürlich nie irgendetwas feststellen. Daher schickte er mich dann irgendwann zum Psychologen, um einen IQ Test zu machen. Aufgrund des Ergebnisses kam ich in eine Hochbegabtenförderung für Jugendliche, die unter anderem auch einen Kurs mit dem Namen „Gedächtnistraining und Naturphänomene“ anbot, der zufällig in meiner Straße stattfand, sonst wäre ich dort wahrscheinlich nie hingegangen. Ich war sofort fasziniert von den unterschiedlichen Gedächtnistechniken, die wir dort kennenlernten. Als wir von Meisterschaften hörten, wollten wir alle direkt teilnehmen. So begann alles und ich wurde mit 11 Jahren das erste Mal Junioren-Gedächtnisweltmeisterin.

Warum hast Du Dich dann entschieden auch Bücher über das Thema zu schreiben?

Christiane: Auch das war mehr oder weniger Zufall. Stern TV hat 2003 mein Abitur begleitet und dann hab ich bei Günther Jauch im Studio einfach ganz frech erzählt, dass ich gern ein Buch schreiben würde und am nächsten Tag hat sich der Campus Verlag bei mir gemeldet. Dadurch ging alles ziemlich schnell. Wichtig war mir dabei vor allem, die Techniken weiterzugeben, die mir selbst so unglaublich viel genutzt hatten.

Wie kann uns Gedächtnistraining im Alltag helfen?

Christiane: Unser Gedächtnis ist im Alltag ja andauernd gefordert. Wir müssen uns die Namen unserer neuen Kollegen merken, uns an die alten erinnern, wir greifen auf unsere Erfahrung zurück, um Probleme zu lösen und wollen auch alle neuen Ereignisse möglichst gut abspeichern. An Geburtstage, Hochzeitstage, Termine soll gedacht werden und die Handynummer des Liebsten oder der Liebsten auswendig zu können, kann auch ungemein helfen, wenn zum Beispiel der Akku des Smartphones mal wieder leer ist. Besonders hilfreich sind die Techniken natürlich, wenn man viel Stoff innerhalb kürzester Zeit lernen möchte. Im Studium und für die Vorbereitung auf Prüfungen kann man wohl am meisten von ihnen profitieren.

In deinem neuen Buch geht es um Links- und Rechtshänder – welche Verbindung hast du selbst zu diesem Thema?

Christiane: Eine Flasche Rotwein auf Mallorca hat mich zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung gebracht. Mit meiner Freundin der Journalistin Antje Tiefenthal habe ich mich im Urlaub darüber unterhalten, dass ein Buch, das sowohl Links- als auch Rechtshänder zum Thema hat, noch fehlt. Antje hatte vergeblich danach gesucht, nachdem ihr Sohn gerade zur Schule gekommen war, und er mit rechts schreibt, aber die Seiten eines Buches wie ein Linkshänder umblättert. Sie als Linkshänderin war damals verunsichert: Ist ihr Kind nun Links- oder Rechtshänder? Nach zwei Gläsern war klar: Wir machen das Buch einfach selbst! Zwischenzeitlich war auch ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich Rechtshänderin bin. Über das Thema ist tatsächlich noch nicht genug bekannt, wie ich finde.

Was macht Links- bzw. Rechtshänder aus?

Christiane: Man kann jetzt nicht sagen, Linkshänder sind kreativer und Rechtshänder sind besser in Mathe. Das sind witziger Weise tendenziell sogar (wenn überhaupt) eher die Linkshänder. Dafür sind wir alle zum Glück ganz individuell, so dass sich bestimmte Eigenschaften oder Charakterzüge nicht auf unsere Händigkeit zurückführen lassen.
Linkshänder wurden bis in die 70er/80er Jahre oft gezwungen, auf rechts umzuschulen, weil Linkshändigkeit gegen die Norm ging. Inzwischen wird sie als natürliche Veranlagung angesehen und eine Umschulung gilt als Körperverletzung.

Mit welchen Problemen haben Linkshänder dennoch auch heute noch zu kämpfen und was hat sich inzwischen verbessert?

Christiane: Der Alltag ist für Linkshänder manchmal vielleicht ein wenig komplizierter als für Rechtshänder, denn viele Gebrauchsgegenstände sind nun mal für die rechtshändige Mehrheit konzipiert. Das fängt schon im Kindergarten und in der Schule an: Herkömmliche Scheren, Lineale, Anspitzer und Füller sind einfach nicht für Linkshänder gemacht. Natürlich gibt es heute alle Alltagsgegenstände auch für Linkshänder – bis auf die Kettensäge, aber die gehört in den meisten Fällen auch nicht zum Alltag. Oft ist es aber auch viel banaler: Das Münzfach ist rechts am Einkaufswagen angeordnet – genauso wie die Kartenschlitze am Geldautomaten. Ein Linkshänder muss dann seine Arme quasi verknoten, um mit links zurechtzukommen. Oder er macht es einfach mit rechts. Linkshänder können sich also wahrscheinlich besser an neue Situationen anpassen, da sie es im Alltag einfach öfter müssen.

Wie kann man die Zusammenarbeit zwischen beiden Gehirnhälften verbessern?

Christiane: Die beiden Gehirnhälften arbeiten auch ohne extra Training schon ziemlich gut und reibungslos miteinander. Um die beiden fit zu halten, ist alles gut, was neu ist und uns herausfordert. Wenn man tatsächlich gezielt beide Hemisphären trainieren möchte, sind Hobbys wie Jonglieren, Klavierspielen und Tanzen zum Beispiel eine schöne Möglichkeit. Hier müssen sich beide Körperhälften ganz besonders gut aufeinander abstimmen.

Inzwischen gibt es sogenannte Händigkeitsberater, die dabei helfen herauszufinden, ob man Links-oder Rechtshänder ist – gibt es eine ein Beispiel für eine Übung, mit der man selbst es selbst zu Hause testen kann?

Christiane: Im Zweifel sollte die Händigkeit immer von einem Händigkeitsberater abgeklärt werden. Es gibt natürlich kleine Übungen, die man ausprobieren kann. Klatschen Sie ein paar Mal in die Hände! Welche Hand ist oben? Das kann ein Hinweis sein, muss aber nicht.
Sie können auch eine liegende Acht auf ein großes Blatt Papier malen und zu Beginn mit einem Bleistift in der rechten Hand konzentriert, aber mit Schwung die Linie ein paar mal entlangfahren. Wie geht es Ihnen dabei? Ist es anstrengend, weil Sie eigentlich Linkshänder sind? Oder fühlt es sich selbstverständlich an, weil Sie zu den Rechtshändern gehören? Als Nächstes wechseln Sie bitte die Hand und zeichnen die gleiche Linie mit dem Stift in der linken Hand mehrmals und mit Schwung nach. Wie fühlt es sich nun an? Diese Übung ist ein kleiner Bestandteil des diagnostischen Verfahrens, mit dem Händigkeitsberater in der Praxis die dominante Hand ermitteln. Dabei sollen das Wohlempfinden und die Bevorzugung einer Hand im Idealfall mit der dominanten Seite übereinstimmen.

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Christiane: Die vielen Dinge, die ich gerne machen möchte, gewuppt zu bekommen. Aber da liegt gerade der Reiz für mich. Um glücklich zu sein, möchte ich eben vielen unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen. Und da gibt es manchmal zeitliche Überschneidungen und dann lauert der Stress an jeder Ecke. Aber ich kenne mein Gehirn mittlerweile ganz gut und weiß, wie ich es austricksen kann und nehme inzwischen alles ziemlich entspannt. Zeit für Freunde, Meditation und Sport helfen mir dabei sehr.

Du machst viele verschiedene Jobs (Autorin, Schauspielerin, Gedächtnistrainerin) – wie schaffst du es alles unter einen Hut zu kriegen und was macht dir am meisten Spaß?

Christiane: Das frage ich mich auch manchmal. Ich liebe wirklich alles, was ich mache – sonst wäre das auch gar nicht möglich – daher ist es für mich sehr schwer eine Wertung vorzunehmen. Aber natürlich gibt es immer wieder Phasen, in denen mich eine Leidenschaft besonders packt. In den letzten Jahren habe ich mich zum Beispiel mehr auf die Schauspielerei konzentriert, was natürlich auch ein Wagnis ist: In einem Bereich, in dem so viele arbeiten wollen, ist die Wahrscheinlichkeit und die Chance überhaupt Fuß zu fassen sehr gering. Aber ich habe gelernt, dass es mich einfacher glücklicher macht, auf meine Intuition zu hören, auch wenn ich dann in anderen Bereichen für den Moment ein paar Abstriche machen muss.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Christiane: Als nächstes werde ich mich auf jeden Fall noch mehr um die Schauspielerei kümmern, damit sich die letzten Jahre auch wirklich gelohnt haben. Was mir aber besonders am Herzen liegt, ist das Gedächtnistraining und die Gedächtnistechniken noch bekannter zu machen, so dass jedes Schulkind weiß, wie man mit viel Spaß ganz einfach lernen kann.

Wie bildest Du Dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Christiane: Ich lese sehr viel – über die unterschiedlichsten Themen. Ganz besonders viel lerne ich natürlich während des Schreibens eines neuen Buches. Für mein Business habe ich gelernt, kontinuierlich neue Ideen zu entwickeln, an Projekten immer dran zu bleiben, aber gleichzeitig auch Geduld und Gelassenheit an den Tag zu legen. Oft ergeben sich neue Möglichkeiten, wenn man gar nicht mit ihnen rechnet.

Hast Du Tipps für Podcasts und /oder Instagram-Accounts, die Dich inspirieren?

Christiane: Ich höre sehr gerne den Podcast „Juwelen im Morast der Langeweile“ auf audible. Auf Instagram liebe ich die Bilder von @ravel_montsouri, @bbo.danielahorn und @new.age.shit. Sehr Schlaues findet sich auch bei @samelou und @friedemannkarig.

Welche 3 Tipps für effektives Gedächtnistraining kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Christiane:

  • „Wenn du dir etwas merken möchtest, schreib es auf und formuliere es in eigenen Worten, das schafft Klarheit. Stelle dir Informationen in Bildern vor. Je bunter, verrückter oder merkwürdiger sie sind, umso besser bleiben sie in Erinnerung. Verknüpfe neue Informationen mit etwas, das du bereits kennst.
  • Um sich Listen zu merken, kann man sich eine kleine Geschichte ausdenken. Bei der Einkaufsliste zum Beispiel könnte man sich vorstellen, wie man mit einer Banane in der einen Hand und Tomaten in der anderen über eine Milchtüte stolpert, dann kommt eine Ananas vorbei und hilft einem hoch. Es ist auch möglich, eine Route am Körper oder im Raum festzulegen. Am Körper wäre der erste Punkt die Füße. Nun könnte man eine Banane auf dem Fuß balancieren, Tomatenscheiben liegen auf den Knien, dem zweiten Routenpunkt – eine neue Beautyanwendung. Die Milchtüte würde dann in der Hosentasche, dem nächsten Routenpunkt, stecken und man könnte sich vorstellen, ein Ananas-Tattoo auf dem Rücken zu haben. Man kann sich auch eine Route im Raum anlegen, indem man in einer logischen Reihenfolge durch Räume geht, zum Beispiel in der eigenen Wohnung und dabei die einzelnen Wörter mit den jeweiligen Objekten, dem Tisch, der Vase, dem Regal verknüpft. Das hört sich erst mal nach einem riesengroßen Umweg für das Merken an, aber mit ein wenig Übung funktioniert es hervorragend.
  • Um sich Zahlen und Namen zu merken, die ja sehr abstrakt sind, kann man sich auch Bilder zu Nutze machen. Statt einer 2 merkt man sich einen Schwan, bei einer 7 stellt man sich die 7 Zwerge vor und die 8 steht zum Beispiel für die Achterbahn. Aus diesen Bildern kann man sich dann wieder eine Geschichte ausdenken. Das funktioniert auch mit Namen. Anna balanciert eine Ananas auf dem Kopf, Thomas hat Tomaten auf der Brille und Gökhan fährt gerne Kahn.

Vielen Dank, liebe Christiane, für das Interview!

Deine Bessere Hälfte“ ist am 8. März 2018 bei Edel Books erschienen.

Linkshänder wissen es meist besser als Rechtshänder: Seitigkeit spielt in unserem Leben eine größere Rolle als uns bewusst ist. Rechtshänder und Linkshänder unterscheiden sich nicht nur in ihren physischen Fähigkeiten, sondern auch mental, denn ihre Gehirne arbeiten unterschiedlich. Je nach Händigkeit wird das Gehirn nämlich unterschiedlich beansprucht – die rechte Gehirnhälfte mehr bei Linkshändern und umgekehrt.
Bestsellerautorin Christiane Stenger und Antje Tiefenthal beschreiben auf unterhaltsame wie lehrreiche Weise, was es bedeutet, Rechts- oder Linkshänder zu sein und
was genau dahinter steckt. Warum eine Körperseite bei uns dominant ist und warum wir beide Seiten stärken sollten. Denn: Neuer kann es und Neureuther auch – bei den Ausnahmesportlern sind die Gehirnhälften optimal miteinander verknüpft.
Mit vielen Selbsttests, Übungen und spannenden Anekdoten, die Ihnen einen ganz neuen Blick auf Ihre Fähigkeiten erlauben!

 

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Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 29, kommt aus dem schönen Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und Serien.

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