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FORGESTELLT: Caroline, die mit YOU++ Kids das Programmieren beibringt

27. Oktober 2015
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Darf ich vorstellen: Caroline Mensch, Gründerin von YOU++, eine Plattform auf der Kinder programmieren lernen. Ihre Vision: Cool Code for cool Kids – Kinder so früh wie möglich auf spielerische Art und Weise mit der Technologie heutzutage vertraut zu machen. Was den Stein des eigenen Unternehmen ins Rollen gebracht hat? Ein Entrepreneurship Studium in Schweden. Dort hat sie auch ihren holländischen Mitgründer kennengelernt. Über das Gründen, die Herausforderungen und die Freude:

Spanien, Schweden, Deutschland, Holland! Wo ist Dein derzeitiges Zuhause und wo wird Dein Weg hingehen? Wo kommst du ursprünglich her?

Caroline: Hmm, ja… manchmal ist das auch für mich nicht ganz klar. Derzeit wohne ich jedenfalls noch in dem schönen kleinen Studentenstädtchen namens Lund in Schweden. Zumeist findet man mich dort auch in unserem VentureLab Büro. Die Hälfte der Woche arbeiten wir jedoch im Zuge des Accelerator-Programmes THINK von Helsingborg aus. Also, das Pendeln kommt nicht zu kurz in meinem Alltag! 😉

Derzeit sind alle unsere Bemühungen mit YOU++ auf Schweden gerichtet. Als kleines, aber doch recht innovatives Land ist es für uns ein genialer Testmarkt. Langfristig werden wir aber wohl unseren Hauptsitz nach Holland verlegen. Tim ist schließlich Holländer und die Heimat des Goudas bietet uns einige Gründungsvorteile gegenüber Schweden und Deutschland.

Richtig zuhause fühle ich mich nach wie vor in meinem Elternhaus in Schwerin, nah bei meinen guten Freunden und Verwandten. Ich fahre regelmäßig, -wenn man alle 1-2 Monate als regelmäßig bezeichnen kann-, nach Hause und freue mich jedes Mal, wenn ich am Schweriner Schloss vorbeifahre. Da überkommt mich immer ein richtiges Heimatgefühl!

© Caroline

Was erfüllt derzeit Deinen Tag?

Caroline: Oh, eine Menge unterschiedlicher Sachen und von allem gefühlt ein bisschen zu viel. 😉 Wir sind ja nur ein Zwei-Mann-Team bei YOU++ und da muss man sich notgedrungen eigentlich mit allem gleichzeitig beschäftigen.

Diese Woche, zum Beispiel, habe ich mich darum bemüht, unsere Pilotstrecken unseres ersten Programmierkurses für Kinder mit unseren Pilotschulen zu planen, Lehrmaterial zu entwickeln und Feedback von unseren ersten Usern auszuwerten. Daraufhin haben wir den bestehenden Onlinekurs angepasst und mit einer weiteren Kurskreation begonnen.

Und naja, neben unseren üblichen Kommunikationsaktivitäten, stehen derzeit auch ein Webseiten-Relaunch sowie Gespräche mit staatlichen Förderungsinstitutionen auf dem Plan. Also Langeweile kommt bei uns vorerst wohl nicht auf! 😉

Nach zahlreichen Praktika bei bekannten Unternehmen, hast Du dich dennoch entschieden deinen eigenen unternehmerischen Weg zu gehen. Wie kam es dazu?

Caroline: Das war eher ein schleichender Prozess. Ich möchte meine gesammelten Erfahrungen während der Praktika in den meist riesigen, international aufgestellten Firmen auf keinen Fall missen. Aber trotz der vielen unterschiedlichen Bereiche, in die ich eintauchen konnte, hatte ich immer das Gefühl, nur sehr wenig Spielraum in meinen Aufgabengebieten zu haben.

In dem letzten Praktikum war dies allerdings anders. Als Mitglied eines kleinen, sehr unabhängigen und interdisziplinären Teams konnte ich mich sowohl mit den Bereichen Strategie, Sales & Logistik als auch Marketing auseinandersetzen. Diese Verzahnung von verschiedenen Tätigkeitsfeldern, sowie die Arbeit in einem startup-ähnlichen Umfeld haben mir gezeigt, wie wichtig es für mich ist, vielfältige und sich abwechselnde Tätigkeiten zu übernehmen, die normalerweise in Unternehmen streng getrennt werden.

Also habe ich mich nach Alternativen umgeguckt, bis mir dann ein Bekannter von diesem Entrepreneurship-Programm in Schweden erzählte. Ich war anfangs ein wenig skeptisch, ob man Entrepreneurship wirklich studieren kann, und ich hab auch bis heute eine sehr geteilte Meinung dazu. Aber die Freiheit, die eigenen Ideen auch mal weiterzuspinnen und in einer Umgebung zu arbeiten, die Unternehmertum in jungen Jahren fördert, hat mich total motiviert, YOU++ auf die Beine zu stellen.

© Caroline

Was war als erstes da, dein Mitgründer oder die Idee zu YOU++? Wie hast du Tim, deinen Mitgründer, kennengelernt? Und wie ist die Idee zu YOU++ entstanden?

Caroline: Tim und ich haben uns während unseres Masterstudiums hier in Lund vor über einem Jahr kennengelernt. Ich habe mich damals für den Entrepreneurship-Master an der Lund University entschieden, um etwas zu lernen, was mir auch im praktischen Leben weiterhilft. Ich wollte einen Master absolvieren, der mich nicht dazu verdonnert, in überfüllten Hörsälen zu sitzen und mich in passiven Vorlesungen mit meist wenig inspirierenden Theorien auseinanderzusetzen. In einem Master-Programm die Möglichkeit zu haben, an einer eigenen Idee zu arbeiten und diese dann auch umzusetzen, kam mir damals wie eine gute Sache vor.. Und wie man sieht, hat es ja auch den Stein ins Rollen gebracht!

Natürlich hatte ich schon vorab Ideen, aber die richtige Gründungsidee kam erst im Austausch mit Tim. Wir erkannten schnell unsere gemeinsamen Interessen (wir wollten unbedingt in eine Richtung, die Technologie und Bildung für Kinder vereint) und entschieden uns schon nach vier Wochen, eine Plattform namens YOU++ zu entwickeln, auf der Kinder programmieren lernen können. Und dabei sind wir ja auch bis heute geblieben…

Obwohl Programmieren für mich völliges Neuland war, war ich schnell davon überzeugt, dass die Fähigkeit zu programmieren und, -wenn nicht sogar noch mehr-, der Prozess des Lernens sehr wertvoll für Kinder sein kann. Programmieren hat viel mit logischem und abstraktem Denken zu tun, und ermöglicht es uns auch, eigenständig etwas zu kreieren und mit vielen anderen zu teilen. Ich hätte mich gefreut, wenn mich jemand während meiner Schulzeit an die Hand genommen und mir den Computer als ein Werkzeug vorgestellt hätte, das mehr kann, als nur Emails zu verschicken und Excel-Kalkulationen. Dasselbe gilt für Tim. Tim hat erst mit Anfang 20 während seines Studiums und eines Praktikums Programmieren gelernt, und war sofort begeistert von seinen neuen Möglichkeiten. Er hat sich seitdem langsam zu einem richtigen Profi entwickelt und lernt stetig dazu.


„Am meisten freue ich mich über das direkte Feedback beim Arbeiten mit Kindern, da sie ja immer ziemlich ehrlich sind.“


Was wollt ihr mit YOU++ erreichen? Was umfasst YOU++? Wen sprecht ihr an und wie verbessert ihr mit Eurem Unternehmen ein kleines bisschen die Welt?

Caroline: YOU++  ist eine Online-Plattform für Kinder zwischen 9 und 14 Jahren, auf der wir Programmierkurse anbieten, mit denen Kinder z.B. lernen coole Grußkarten, Webseiten und Spiele zu programmieren. Unser Ziel ist es, so viele Kinder so früh wie möglich zu erreichen und auf spielerische Art und Weise mit den unendlichen Möglichkeiten, die unsere Technologie heutzutage bietet, vertraut zu machen. Programmieren zu lernen ist in vielen Hinsichten mit dem Erlernen von anderen Sprachen wie English oder Spanisch vergleichbar. Je früher wir damit anfangen, desto einfacher fällt es uns.

Um dieser Mission gerecht zu werden, möchten wir unser Tool vor allem in die Schulen bringen. Nur so können wir gewährleisten eine breite Masse von Kindern (und darunter auch Kinder wie mich damals, denen es an sinnvollen Berührungspunkten mit Computern mangelte) zu erreichen.

Daher versuchen wir stets unsere Kursinhalte so aufzubereiten, dass sie sich direkt mit dem schulischem Lehrplan verknüpfen lassen. So kann z.B. unser erster Kurs, in dem Kinder eine Grußkarte mit Hilfe des Koordinatensystems programmieren, problemlos in das Fach Mathematik integriert werden.

Und das Tolle ist: Die Lehrer benötigen keinerlei Vorkenntnisse. Alles wird Schritt-für-Schritt während des Onlinekurses erklärt, und falls doch Unsicherheiten bestehen, können sich Lehrer im Vorfeld eine Reihe von Unterrichtsmaterialien (z.B. Tutorials, ein Übungsskript mit normalen Bleistift- und Papieraufgaben, Präsentationen etc.) downloaden, die wir mit Pädagogen entwickelt haben. Alle Kurse werden zudem mit Lehrern erstellt und in echten Klassenräumen mit echten Schülern getestet.

Die Kurse eignen sich aber natürlich auch hervorragend für zuhause. Wir richten uns deshalb auch an interessierte Eltern, die eben nicht nur wollen, dass ihre Kinder wahllos irgendwelche Videospiele spielen.

Was fasziniert Dich an der Zielgruppe Kinder? Wie viele Kinder habt ihr schon erreicht?

Caroline: Am meisten freue ich mich über das direkte Feedback beim Arbeiten mit Kindern, da sie ja immer ziemlich ehrlich sind. Und das hilft natürlich besonders in der Produktentwicklung: Im schlimmsten Falle macht es einem schnell bewusst, wo man optimieren sollte; im besten Falle kann man sich einfach einen Kullerkeks freuen, dass die Idee ankommt, das Produkt gefällt und Ihre Neugier geweckt ist. 😉

Sobald sie sehen, was sie alles machen können, entwickeln die meisten Kinder einen riesigen Wissensdurst und den Drang noch mehr zu lernen. Das ist großartig und motiviert uns natürlich auch!

Der erste Kurs ist nun seit zwei Wochen live und wir haben bereits über 50 registrierte Kinder (plus viele Lehrer und Eltern), die uns getestet und den ersten Kurs bereits absolviert haben. Und das obwohl wir uns marketingtechnisch in unseren Zielsegmenten noch recht zurückgehalten haben. 50 mag vielleicht im ersten Moment nach wenig klingen, aber wir freuen uns riesig!

© Caroline

Und was macht dir im Moment am meisten Spaß an deinem Job bzw. Unternehmerdasein?

Caroline: Vieles macht mir Spaß, besonders die Dinge, bei denen ich kreativ sein kann. Aber was mir persönlich noch wichtiger ist, ist das Gefühl endlich ein Resultat unserer Arbeit zu sehen. Man ist schon ein Stück weit stolz, jetzt endlich rauszugehen und ein echtes Produkt zeigen zu können. Das ist natürlich ein wunderbares Gefühl, obwohl man weiß, dass es noch lange nicht perfekt ist.

Außerdem motiviert es mich gerade zu sehen, wie aufgeschlossen die meisten schwedischen Lehrer gegenüber Neuem sind. Wir haben uns eigentlich von Anfang an darauf eingestellt, enorme Überzeugungsarbeit leisten zu müssen. Aber bisher wurde unser Ansatz sehr gut aufgenommen. Wir hoffen, dass wir das bald in Holland und dann irgendwann auch in Deutschland so erleben.

Und vor welchen Herausforderungen steht ihr im Moment? Was bereitet dir hin und wieder Kopfzerbrechen und wie motivierst Du dich auch in schwierigen Situationen?

Caroline: Nun, neben einigen kleineren Herausforderungen, ist die Zeit das wohl größte Problem – wie so oft in ganz kleinen Teams. Es gibt einfach immer viel zu viel zu tun. Und dann passieren hundert unerwartete Dinge, und du kannst deinen Zeitplan, den du erst vor kurzem akribisch ausgearbeitet hast ;), über Bord schmeißen. Naja, oftmals hilft es ja nichts. Da muss man dann einfach die Zähne zusammenbeißen und ranklotzen.

Wenn man sich dann aber noch daran erinnert, auch kleine Erfolge im Team „zu feiern“ (wie z.B. eine positive Feedback-Nachricht eines Nutzers, oder 5 neue Sign-ups für den Newsletter..), dann kommt die Motivation schnell wieder. 😉

Gibt es eine Person/Vorbild, mit der Du gerne einen Tag gerne tauschen würdest? Warum?

Caroline: Hmmm, da gäbe es schon ein paar Personen, aber im Moment bin ich gerade ganz gerne ich.. Ich wäre bloß manchmal gerne ein bisschen mehr mein Urlaubs-Ich oder Chill-Ich. Dann könnte man einfach mal von einer Sekunde auf die andere abschalten, weil irgendwie spukt einem ja doch immer der Gründerwahnsinn im Kopf.. 😉

Aber generell kann ich sagen, dass jede Person für mich ein Vorbild ist, die aus einer anfänglichen Idee etwas auf die Beine stellt, dass ihn oder sie glücklich und erfüllt fühlen lässt.


„Ich bin gerade gerne ich!“


Welche 3 Tipps kannst Du zukünftigen Gründer/innen auf den Weg geben? Gibt es hier Dein ultimatives Geheimrezept?

Caroline: Nein, leider hab ich das ultimative Geheimrezept selber noch nicht so richtig gefunden. Und da wir ja auch erst am Anfang stehen, möchte ich hier kurz darauf hinweisen, dass sich meine Tipps wohl wöchentlich und so gut wie mit jeder Entscheidung ändern würden. 😉 Aber in dieser Woche würde ich mal so antworten:

Übt euch im Selbstreflektieren: „Brauch ich das? Kann ich das? Muss ich das? Will ich das?“ Je mehr ich mir diese Fragen stelle, desto gezielter kann ich mich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren und priorisieren. Und das Priorisieren ist ja so ziemlich die schwierigste Aufgabe beim Starten. Man will ja bekanntermaßen immer alles auf einmal.

Im Zweifelsfall, hört auf euer Bauchgefühl. Ich weiß, dass klingt ziemlich abgedroschen. Aber bisher hatte mein Bauch bei so manch heiklen Herausforderungen den richtigen Riecher.

Außerdem würde ich jedem raten, sich Unterstützung und Halt bei seiner Familie, seinem Partner, und seinen Freunden zu holen. Plus: Ein Mitgründer wie Tim, der hundert Talente in seinem kleinen Kopf vereint, kann auch nicht schaden. 😉 Wichtig finde ich hier, dass man sich am besten mit jemanden zusammentut, mit dem man sich auch privat bestens versteht. 😉


(1) Übt euch im Selbstreflektieren!

(2) Hört auf Euer Bauchgefühl!

(3) Sucht Euch Untertstützung!


 

Vielen lieben Dank Caroline!

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