Instagram

Follow Me!

PORTRAITS Weitere Beiträge

FORGESTELLT: Claudia Gründerin von karmahike

6. Januar 2016
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

Gerade wurde Sie bei Gründerszene im Interview vorgestellt und jetzt könnt Ihr auch bei FIELFALT mehr über Claudia von karmahike erfahren. Raus aus der Komfortzone! Sie macht Mut und inspiriert, in dem Sie rät mehr auf den Bauch zu hören – so wird sich alles fügen.

Liebe Claudia bitte stell Dich unseren Lesern einmal vor. Wer bist Du und was machst Du?

Claudia: Kurz zusammengefasst: ich bin Claudia, westfälische Wahlberlinerin und Gründerin von karmahike.com, einem besonderen Reiseveranstalter, der sich auf eine Symbiose aus Wandern und Yoga spezialisiert hat. Claudia Gellrich_YogaAssist.1_Kosta Stamopoulos

Ich habe 2014 meinen Büro-Job gekündigt und meine beiden Leidenschaften zum Beruf gemacht: Wandern und Yoga. Denn seit über 10 Jahren praktiziere ich Yoga, bin Mitglied im Deutschen Alpenverein, organisiere alpine Wandertouren von Hütte zu Hütte, bin ausgebildete Wanderleiterin und Yogalehrerin. So kann ich die wunderschönen Momente on the mountain and on the mat mit Gleichgesinnten teilen. Mit karmahike gehen Leute auf Tour, die die Natur genießen und vom digitalen Wahnsinn abschalten wollen. Menschen, die Einfachheit schätzen, die leichter werden wollen, die mit kleinem Gepäck reisen.

Ich liebe es zu kochen und zu backen, mag gesundes, vegetarisches Essen, Blumen, Bäume und Berge.

Job aufgeben ohne Plan B – was waren Deine größten Ängste?

Claudia: Ich hatte tatsächlich keine Angst, denn ich wusste, dass es richtig ist, was ich tue. Bereits vor einigen Jahren hatte ich schon einmal einen Job ohne Plan B gekündigt und gute Erfahrung damit gemacht. Man muss einfach auf sich selbst vertrauen. Damals 2007, nach vier Jahren in der Marketing/PR-Abteilung des Berliner KaDeWe, habe ich dort keine Perspektive für mich gesehen, den Job gekündigt und bin für einige Zeit nach New York gezogen. Eines Tages kam der Aufruf eines Headhunters, der mich zum Aufbau des gerade neu gegründeten Online-Shopping Clubs brands4friends nach Berlin holen wollte. So bin ich einige Monate später wieder zurück nach Berlin, um brands4friends mit aufzubauen. Wenn man vertraut, fügen sich die Dinge oft einfach so, ohne Zutun. Als ich dann Jahre später, 2014 bei eBay gekündigt habe, hatte ich ebenfalls keinen konkreten Plan, nur das Gefühl und das Wissen, dass das Leben zu kurz und zu wertvoll ist, um es hinter dem Computer – an immer dem selben Ort – an mir vorbei ziehen zu lassen. Ich habe darauf vertraut, dass sich wieder alles fügen wird. Und so war es auch. Denn mir kam die Idee zu karmahike.

Welche Erfahrungen hast Du nun gemacht? Und noch viel wichtiger würdest Du es wieder tun?

Claudia: Das Jahr 2015 hätte kaum besser laufen können. Alle Ziele, die ich mir für karmahike Claudia Gellrich Portrait_Rolf_Baumanngesetzt hatte, haben wir erreicht. Wir haben weit über 100 Gäste sicher auf die Berge hinauf und wieder herunter geführt. Einige Gäste sind sogar zweimal mit uns unterwegs gewesen! (Danke Katrin und Sabine für Euer Vertrauen!) Dann haben wir mit Mallorca eine weitere, unfassbar tolle Berg-Destination aufgebaut. Zudem haben wir mit Sabine Zuwachs bekommen und können unser Angebot im Bereich Team-Events für Unternehmen mit Coaching und Stressmanagement noch besser abdecken. Wir haben auch einige internationale karmahiker auf unseren Touren dabei gehabt, was eine sehr interessante und bereichernde Gäste-Mischung war. Von allen habe ich etwas gelernt, dafür bin ich dankbar. Aber das Wichtigste ist: es gab keine Unfälle oder Verletzungen und wir haben super positives Feedback von unseren Gästen bekommen. Und ja! Ich würde es wieder genau so tun!

Würdest Du unseren Lesern dasselbe raten oder gibt es Faktoren, die man einbeziehen sollte?

Claudia: Jeder Mensch tickt anders, lebt anders, ist anders eingebunden in Job, Familie und Beziehung. Hat ein mehr oder weniger hohes Sicherheitsbedürfnis, braucht mehr oder weniger Geld und andere Annehmlichkeiten, um gut zu leben. Wie kann man da einen Rat für alle geben?

Eine grundsätzliche Empfehlung könnte sein, sich ein bisschen Zeit für sich zu nehmen und öfter auf sein Herz zu hören, statt immer nur auf den Kopf. Aber man sollte auch nicht unüberlegt, blind und voller Aktionismus die Dinge überstürzen, sondern sich im Vorfeld gut überlegen, welche Konsequenzen sein/ihr Tun hat, für sich selbst und andere. Und sich bewusst machen, was die eigenen Stärken und Kompetenzen sind. Gespräche mit Freunden und Familien können helfen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Doch wenn sich dann alles richtig und stimmig anfühlt, dann muss man Mut und Vertrauen haben und es einfach tun, ohne Angst. Alles andere kommt dann von alleine. Meine Erfahrung ist: Man muss erst eine Tür zumachen, damit sich eine andere öffnen kann. Und man muss es aushalten, dass zwischen dem Schließen und dem Öffnen eine unbestimmte Zeit liegen kann.

Was ist das beste was Dir seitdem widerfahren ist? Der coolste Hike, tolle neue Menschen oder bist Du einfach zufriedener?

Claudia:Das letzte Jahr war so voll gepackt mit wunderbaren (Berg-)Erfahrungen, Begegnungen und Gesprächen, dass es schwerfällt einen einzigen Moment herauszunehmen. Ganz sicher hat mich die Zeit auf Lesbos und die ganz direkte Erfahrung mit Flüchtlingen sehr beeinflusst und meine Sichtweise über den Krieg, Flucht, Heimat und Besitz sehr verändert. An irgendeinem Tag im Juni habe ich trotz Verbot Flüchtlinge in meinem Auto mitgenommen.


 

Denn man kann Menschen nicht einfach bei 35 Grad im Schatten 70 Kilometer zu Fuß in die Hauptstadt laufen lassen, auch wenn man eigentlich nur ins nächste Dorf fahren und seinen Einkauf erledigen möchte.


 

So saß Ahmed aus Afghanistan eines Tages auf meinem Beifahrersitz und wollte Richtung Hamburg. Er erzählte mir von der Bootsüberfahrt, den Schleppern und dem was er zu Hause erlebt und zurückgelassen hat. Er hatte nur eine Reisetasche dabei, das war alles. Als ich ihn nach einer Stunde Fahrt in Mytilini am Hafen absetze und ich sein Angebot zurückwies, mich für die Fahrt zu bezahlen, bestand er darauf, mir eine kleine Handtasche aus Leder zu schenken. Er besaß im Prinzip nichts und dennoch wollte er mir etwas schenken. Das war ein ganz besonderer Moment. Jedes Mal, wenn ich die Tasche an meiner Garderobe hängen sehe, denke ich an Ahmed, hoffe, dass er gut in Hamburg angekommen ist und an jenen Moment der Dankbarkeit, den wir dort teilten.

Wo kann man über Deine Angebote erfahren? Sollte man selbst Erfahrungen mitbringen?

Claudia: Alle karmahike-Touren findet man auf unserer Website und natürlich auch auf Facebook. Dort sind alle Daten aber auch genaue Beschreibungen der Touren. Wir bieten Yoga&Wander-Reisen für jedes Alter und jedes Yoga-Level an. Die meisten Gäste sind aber zwischen Anfang 30 und Mitte 40. Im März bieten wir zum ersten Mal eine spezielle Yoga-Anfänger Woche in einem wunderschönen alten Kloster auf Mallorca an. Die Tour ist für absolute Yoga-Anfänger, die es mal ausprobieren wollen und sich bislang noch nicht in ein Yoga-Studio „getraut“ haben. Unsere Wanderungen sind keine Fotografier-Ausflüge im Sonntagstempo, sondern schon richtige Wanderungen. Aber das schafft jeder, der etwas Fitness mitbringt. Wir wollen die ganz „normalen“ Leute ansprechen, man muss also kein Profi-Bergsportler oder Super-Yogi sein, um auf karmahike-Tour zu gehen. Aber etwas Kondition und Trittsicherheit sollte man schon mitbringen. Im März ist Mandelblüte und vielleicht schon warm genug, um noch zwei Tage Strand dranzuhängen… 🙂

Danke für das Interview liebe Claudia, danke für die Inspiration und den Mut, der mit Sicherheit anderen hilft auch mal ohne Plan B etwas zu riskieren.

Eure Julia

Bildquelle: ©  Claudia Gellrich

Lust auf unseren Newsletter:

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply