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FORGESTELLT: Copywriter Christine Muench

11. Januar 2018
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Christines Leidenschaft ist das Schreiben – sie arbeitet als selbstständiger Copywriter in Berlin und hilft Unternehmen dabei Kommunikations- und Marketingkonzepte zielgruppengerecht umzusetzen. Was genau ein Copywriter eigentlich macht und welche Vorteile es hat selbstständig zu sein, erzählt sie uns im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Christine, Welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Christine: Nummer 1 und mit Abstand das Buch, das mich am stärksten verändert hat: „Half the Sky“ von Nicholas D. Kristof und Sheryl WuDunn. Während anhand von Daten und Fakten erklärt wird, warum eine weltweite Gleichberechtigung von Frauen massive positive Auswirkungen auf unsere Wirtschaft hat, zeigen individuelle Geschichten wie viel eine einzelne Person bewirken kann. Mir ganz persönlich hat es gezeigt, wie viel Kraft und Potential in jedem einzelnen von uns steckt.

Nummer 2 ist „Nonviolent Communication“ von Marshall B. Rosenberg. Wenn wir alle lernen würden, so miteinander zu kommunizieren, wäre die Welt ein verständnisvollerer Ort.

Nummer 3 ist „The Obstacle is the Way“ von Ryan Holiday. Dabei habe ich gelernt, dass es für jedes Hindernis eine Lösung gibt. Und dass man sich deswegen nicht zu lange mit dem Problem beschäftigen sollte.

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Christine: Unvoreingenommen. Lösungsfokussiert. Wertschätzend.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Christine: Ich stehe zwischen 07:30 – 08:30 auf und mache 15 Minuten Yoga. Nach meinem Lieblingsvideo von Boho Beautiful. Danach geführte Meditation. Das klingt jetzt total neumodisch, hilft mir aber dabei mit einem freien Kopf in den Tag zu starten.

Du hast neben deinem Hauptberuf angefangen dein eigenes Business aufzubauen – warum hast du dich dafür entschieden?

Christine: Eigentlich war es so, dass ich bei meinem ersten Job als Projektmanagerin in einer Tech-Company gemerkt habe, dass ich etwas anderes machen möchte. Dann habe ich zunächst gekündigt und mir dann überlegt, dass ich es einfach mal ausprobieren kann mit der Selbstständigkeit.

Was genau macht ein Copywriter? Und wie wird man einer?

Christine: Als Copywriter und Content Marketer helfe ich Gründern und Startups dabei ihre Vision auf den Punkt zu bringen. Dabei kümmere ich mich um die schriftliche Kommunikation – von Interviews, über die PR, Vorträge, Newsletter und Blogartikel. Ich schreibe sowohl unter meinem eigenen Namen als auch als Ghostwriter im Namen von CEOs. Darüber hinaus übernehme ich auch die Planung der Inhalte – das heißt über welche Themen, wann berichtet wird.
Voraussetzung um ein Copywriter zu werden, ist, dass man gerne schreibt und gut darin ist, eine Message passend für die Zielgruppe herauszuarbeiten. In meinem Fall habe ich zu Beginn meiner Selbstständigkeit eine ganze Bandbreite an Marketing-Services angeboten, wurde dann aber zunehmend für Copywriting beauftragt. Das war also recht organisch. Ein Buchtipp für die Grundprinzipien guter Copy: The Adweek Copywriting Handbook.

Was sind Deiner Meinung nach die größten Vorteile der Selbstständigkeit?

Christine: Persönlich liebe ich es von überall arbeiten zu können. Heute im Café, morgen zu Hause, übermorgen im Coworking Space in Thailand. Außerdem finde ich es spannend die Möglichkeiten und Herausforderungen kompletter Selbstbestimmtheit auszutesten. Darunter fällt auch, dass ich die Höhe meines „monatlichen Paychecks“ bestimme.

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Christine: Für mich war es meine Nische zu finden. Zunächst wusste ich nicht, worin ich besonders gut bin und was ich wirklich gut kann. Anstatt mich auf die Dinge zu konzentrieren, bei denen ich von Natur aus am Ball bleibe – wie Schreiben – habe ich mich auf Bereiche konzentriert, die mir schwerer fallen. Ich habe nicht verstanden, dass harte Arbeit nicht daran gemessen wird, wie hart man dafür arbeiten muss, etwas zu lernen. Sondern daran, dass man die Dinge, die einem Spaß machen und die einem leicht fallen, in vielen Stunden perfektioniert.
Zu Beginn habe ich also vieles ausprobiert und angeboten. Diese Zeit war extrem anstrengend und frustrierend. Meine Gedanken hingen oft in der Zukunft, anstatt das Hier und Jetzt zu genießen. Rückblickend hat sich die Zeit des Ausprobierens gelohnt – ich habe viel gelernt. Wenn ich mir etwas raten könnte, wäre es die Zeit gelassener zu nehmen und geduldiger mit mir zu sein.

Was glaubst Du sind die Gründe, warum weniger Frauen als Männer sich selbständig machen?

Christine: Selbstzweifel. Frauen neigen dazu ihren eigenen Wert und ihre eigenen Fähigkeiten stärker zu hinterfragen und sind oft nicht so überzeugt von der eigenen Meinung – auch wenn wir von der Performance gleich gut oder besser als Männer abschneiden.
Zu wenig Vorbilder. Je mehr erfolgreiche Frauen wir in Führungspositionen und in der Selbstständigkeit sehen, desto eher sind wir bereit zu glauben, dass wir das auch können.

Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit, wie hast du es geschafft Kunden auf dich aufmerksam zu machen?

Christine: Zu Beginn habe ich mir ein Profil auf Freelancer-Plattformen wie upwork.com angelegt und mich jeden Tag auf 10 Projekte beworben. Im ersten Jahr hatte ich fast nur internationale Kunden aus den US und UK. Dort war es einfacher ohne Referenzprojekte Aufträge zu bekommen.

Welchen Tipp kannst Du aus Deiner Erfahrung anderen mit auf den Weg geben, die sich selbstständig machen möchten?

Christine: Es einfach mal ausprobieren. Bei den Freelancer-Plattformen kann man sich kostenlos anmelden, sich ein Profil anlegen und auf ausgeschriebene Projekte bewerben. Man muss damit rechnen, dass man 30-50 Bewerbungen rausschicken muss, um ein paar erste Gespräche zu vereinbaren. Aber das Risiko liegt hier bei Null.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Christine: Beruflich will ich mich nächstes Jahr stärker darauf fokussieren, die persönlichen Stories und Lessons Learned von Gründern zu verschriftlichen. Ich habe ein großes Interesse an Menschen im Allgemeinen, und im Speziellen daran, wie unterschiedliche Leute mit Auf und Abs umgehen.

Wie bildest Du dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Christine: Am besten lerne ich, wenn ich Herausforderungen zu meistern habe. Dann schaue ich im konkreten Fall nach Best Practices und Beispielen, wie andere das Problem bereits gelöst haben. Außerdem lese ich viel und habe ich regelmäßige Meetings mit Freunden und Business Partnern – wir tauschen uns aus und arbeiten zusammen daran uns geschäftlich weiterzuentwickeln.

Hast Du neben Deiner Selbstständigkeit noch weitere Themen für die Du brennst und Dich engagierst?

Christine: Ja! Bei Girls Gearing Up, dem ersten Leadership Programm für Teen Mädchen in Europa, bin ich Board Member und unterstütze beim Aufbau des Vereins. Als ich 30 wurde habe ich mich gefragt, warum ich so viele wichtige Lektionen erst jetzt gelernt habe und mir nichts von den Dingen, auf die es im Leben wirklich ankommt, in der Schule oder Uni beigebracht wurde. Beispielsweise wie man Selbstzweifel überwindet oder seine Ziele definiert und in die Tat umsetzt.
Ich habe mich gefragt, ob es Organisationen gibt, die das jungen Mädchen bereits früher beibringt und Girls Gearing Up gefunden. Durch Leadership Workshops, Power Mentor Interviews mit bereits erfolgreichen Frauen und Skillbuilding Kursen (z.B. Hackathons) wird Mädchen im Alter von 13-17 Jahren schon früh das Selbstvertrauen, die Skills und das Mindset beigebracht, die man heutzutage braucht. Die GGU Girls haben von Expertinnen von Airbnb, Oxfam, Rolls Royce, Deutsche Bahn, Outfittery, WATTx u.v.m. gelernt und wissen, dass sie in jedem Bereich erfolgreich sein können. Gerade sammeln wir in unserer Crowdfunding Kampagne auf betterplace.org für die Programme in 2018 und unsere Plattform, auf der wir die Inhalte global verfügbar machen wollen. Also, wer in die nächste Generation starker Frauen investieren will, ist hier richtig! Jede Spende hilft uns!

Vielen Dank, liebe Christine, für das Interview!

Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 28, kommt aus dem Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und ist ein Serien-Junkie.

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