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CAREER PORTRAITS

FORGESTELLT: Cornelia Bohnen, Mompreneur und Gründerin von Kindskopf Berlin

17. Juni 2015
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Darf ich vorstellen: Cornelia Bohnen, Gründerin von Kindskopf Berlin.

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© Cornelia Bohnen

Kindskopf Berlin fertigt in liebevoller Handarbeit, nachhaltige Unikate mit personalisiertem Scherenschnitt. Ihre Leidenschaft zur Kreativität und die Geburt Ihres Sohnes haben Sie in den letzten Jahren geprägt, sie jedoch nicht davon abgehalten als Entrepreneur durchzustarten und Ihre Idee umzusetzen, im Gegenteil. Mehr zu Ihr und zu Kindskopf:

Cornelia, wie sieht Dein perfekter Start in den Tag aus?

Cornelia: Mein perfekter Start in den Tag wäre eine Runde Joggen gehen, gemütlich in der Sonne frühstücken und Zeitung lesen. Aber seitdem ich Mutter bin, gibt es so einen Start eher selten bzw. nie. Jetzt ist es nicht mehr mein persönlicher perfekter Start in den Tag, sondern ein ganz normaler gemeinsamer Familienmorgen, den ich nicht mehr missen möchte.

Du schreibst selbst über Dich, dass Deine Sehnsucht nach Kreativität und handwerklicher Betätigung immer stärker wurde, während du in einer Festanstellung warst. Welche ersten Schritte hast du getan, um deiner Sehnsucht entgegenzukommen?

Cornelia: Als Erstes habe ich meine Arbeitsstunden runtergeschraubt. Dadurch hatte ich zwei freie Tage die Woche, ein totaler Luxus also. Aber meistens kam das kreative Getriebe erst am Abend vor dem nächsten Arbeitstag in Schwung und danach war die Luft wieder raus. Letztendlich hat es nur geholfen ganz zu kündigen und den Kopf frei zu bekommen.

Schattenrisse oder Scherenschnitte sieht man heutzutage leider kaum noch, wie kamst du auf die Idee, diese auf verschiedene Materialen anzubringen?

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© Cornelia Bohnen

Cornelia: Scherenschnitte sind eine ganz entzückende alte Kunst. Ich habe früher zu Weihnachten persönliche Papier-Scherenschnitte verschenkt und auch unsere Hochzeit war mit Scherenschnitten gestaltet.

Und wie entstand die Idee mit Kindskopf Dein eigenes Unternehmen zu gründen?

Cornelia: Unser Sohn hat zur Geburt Geschenke mit seinem Namenszug bekommen. Als er acht Monate alt war, hat es einfach plötzlich „klick“ gemacht und eines kam zum anderen: Den eigenen Namen tragen auch andere, aber das eigene Profil ist einzigartig.

Mit jedem verkauften Produkt unterstützt Du ein Netzwerk für Kinder (Helenes Helfer e.V.) und produzierst mit Bio-Baumwolle. Warum ist Dir Nachhaltigkeit und der soziale Aspekt bei Kindskopf wichtig?

Cornelia: Weil ich fest davon überzeugt bin, dass jeder Verantwortung übernehmen kann, unsere Welt in die richtige Bahn zu lenken, egal wie minimal der Beitrag auch ist. Außerdem ist es heutzutage nicht mehr schwer, ein Unternehmen nachhaltig aufzubauen. Von recyceltem Druckerpapier, grünem Webdesign, Ökostrom, nachhaltigen Materialien bis zu fairen Banken – es steht fast alles zur Verfügung. Es bedarf nur der Entscheidung und ein wenig mehr Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Die Produkte von Kindskopf Berlin sind aus Bio-Baumwolle und anderen nachhaltigen Materialien, haben einen hohen Erinnerungswert und sind auch in sich nachhaltig, weil sie nicht in ein paar Jahren aussortiert werden, sondern die Menschen lange begleiten.

Helenes Helfer e.V. ist eine fantastische Organisation mit einer Entstehungsgeschichte, die einem das Herz bricht. Die Spenden kommen Kindern mit geistiger und körperlicher Behinderung zugute.

Wie bist du in den ersten Monaten der Gründung vorgegangen und welche nützlichen Tipps kannst du uns mit auf den Weg geben?

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© Cornelia Bohnen

Cornelia: Ich habe erst einmal ein Konzept entwickelt, mir eine Produktpalette überlegt, die Marke geschützt und ein Gewerbe angemeldet. Ich bin weder zu Gründungsberatern gegangen, noch habe ich einen Businessplan erstellt, obwohl es wahrscheinlich nützlich gewesen wäre. Mein Tipp: gründet wie es für Euch richtig ist, holt Euch Hilfe aber vertraut auf Eure Ideen und Euer Bauchgefühl.

Was sind und waren für dich die größten Herausforderungen als Mompreneur? Und wie bewältigst Du diese?

Cornelia: Der Klassiker ist natürlich, dass man dauernd ein schlechtes Gewissen hat und immer das Gefühl, etwas kommt zu kurz. Ich empfinde das aber inzwischen anders. Seitdem ich gelernt habe loszulassen und auch nicht so streng mit mir zu sein. Klar, ich könnte sicherlich noch viel erfolgreicher sein, wenn ich unseren Sohn bis abends betreuen lassen würde und wenn er schläft, noch arbeiten würde. Aber das möchte ich gar nicht. Ich arbeite konzentriert in der Zeit, wo er versorgt ist und danach bin ich voll für ihn da. Natürlich schreibe ich auch mal eine Email auf dem Spielplatz und sitze oft noch abends am Schreibtisch, aber ich versuche das Ganze nicht so verbissen zu sehen. Meine Situation ist natürlich auch ein Luxus und ein großes Glück. Ich bin mein eigener Chef und habe einen unterstützenden Partner an meiner Seite. Ich weiß zum Beispiel nicht, wie alleinerziehende Mütter so etwas schaffen.

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© Cornelia Bohnen

Wem würdest du außerdem die Selbständigkeit empfehlen? Was sind für Dich die wichtigen Eigenschaften eines Entrepreneurs?

Cornelia: Ich würde es jedem empfehlen, der für eine Idee wirklich brennt und das Durchhaltevermögen und die Motivation besitzt, ein Unternehmen mit all seinen Facetten aufzubauen. Außerdem sollte man auch viel Geduld mitbringen und gut im Netzwerken sein. Es läuft wie überall sonst sehr viel über Kontakte und persönliche Begegnungen.

Und was möchtest Du mit Kindskopf in den nächsten zwei Jahren erreicht haben?

Cornelia: Ich bin dabei neue Produktideen zu entwickeln und hoffe, dass diese auch gut ankommen. Natürlich habe ich ein finanzielles Ziel vor Augen, welches ich gerne in ein paar Jahren erreichen würde. Aber solange Kindskopf Berlin in zwei Jahren stabil wächst und mir und den Kunden Freude bereitet, bin ich voll zufrieden.

Vielen Dank Cornelia!

Bildquelle: © Cornelia Bohnen

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