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FORGESTELLT: Varadinek und Bantabaa e.V.

8. August 2016
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Bantabaa?

In der Sprache der Mandinka bedeutet es „Treffpunkt“

Liebe Annika, vorweg eine Frage, die uns interessiert. Was meint du, ist ausschlaggebend für die erfolgreiche Zusammenarbeit deines Teams? Was verbindet euch persönlich?

Annika: Wir arbeiten für dasselbe Ziel, wir wollen die Situation der Geflüchteten verbessern – das hat uns sehr eng zusammen geschweisst.  Wichtig ist aber auch, dass man ehrlich zueinander ist, wir uns aufeinander verlassen können und nicht alles so ernst genommen wird – Humor ist sehr wichtig! Gitta ist meine Mutter, sie weiß also wie ich ticke. Bea unterstützt uns mit der Leitung des Ausbildungsprojekts Bantabaa FoodDealer – wir Drei sind ein ziemlich gutes Team.

Hast du du das vegan- vegetarische Café „Varadinek“ in Berlin ganz alleine gegründet? Warum und wann hast du entschieden, diese Idee umzusetzen? Hat sich dieser Schritt wie ein Wagnis angefühlt?

Annika: Das Café habe ich alleine gegründet, natürlich mit der Unterstützung von Familie und Freunden. Ich habe mir definitiv einen großen Traum damit erfüllt! Anfang 2015 wurde ein Nachfolger für das Café gesucht – dann ging alles ganz schnell. Wir haben umgebaut und viel Arbeit in das Design des Cafés gesteckt.

Hattest du bereits Erfahrung im Bereich Gastronomie oder welchen Background bringst du mit?

Annika: Ich habe nach meinem Jura-Studium unter anderem für Fritz Kola im Außendienst gearbeitet und habe ein großes Netzwerk an Gastronomen – mit ihnen kann ich mich immer wieder austauschen. Darüber hinaus habe ich ganz großartige Mitarbeiter und Köche, so macht die Arbeit (fast) jeden Tage großen Spaß!

Wie ist im Zusammenhang mit „Varadinek“ der Verein Bantabaa e.V. entstanden?

Annika: Mama und ich wohnen hier im Wrangelkiez und sind durch unsere Hunde  täglich im Park unterwegs. Die Situation hier rund um den Görlitzer Park wollten wir nicht mehr länger hinnehmen: Menschen, die nach einer traumatisierenden Flucht in Großstädten wie Berlin stranden und ohne Perspektiven hier verharren. Wir wollten den Menschen einen Ort zum Ankommen geben, wo wir bei kleinen und großen Problemen zur Seite stehen. Es wurden Räumlichkeiten neben dem Café frei und so war Bantabaa geboren. Bantabaa ist Mandinka, eine westafrikanische Sprache und bedeutet „Treffpunkt“.

Verrate uns bitte, was genau hinter Bantabaa e.V. steckt und was ihr für und mit euren Mitgliedern bewirken wollt.

Annika: Mit Bantabaa e.V. wollen wir Geflüchteten eine ganzheitliche Unterstützung anbieten und sie bei der Integration begleiten. Wir bieten Sprach- und Integrationskurse, Rechtsberatung, medizinische Versorgung, Hilfe bei der Wohnungssuche und auch Unterstützung bei der Rückkehr in die Heimatländer.

Mit unserem wöchentlichen Soli-Dinner versuchen wir auch die Nachbarschaft mit einzubinden und genießen daher jeden Freitag ab 19 Uhr ein leckeres Essen vor unseren Vereinsräumen auf der Falckensteinstraße.

Eine nachhaltige Integration kann allerdings nur erreicht werden, wenn Geflüchtete ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können – diese Arbeit und Arbeitsplätze fehlen jedoch. Genau hier wollen wir mit dem Ausbildungsprojekt Bantabaa FoodDealer ansetzen: hierfür haben wir ein Cateringunternehmen gegründet, in dem wir Teilnehmer des Projekts für Arbeitsstellen im eigenen Unternehmen oder für andere Gastronomiebetriebe qualifizieren. Daneben haben wir einen Second Hand Laden eröffnet, der auch afrikanische Stoffe und Wäsche verkauft und von vier Geflüchteten praktisch in Eigenregie betrieben wird. Unsere Vision ist es, Geflüchteten eine Lebensperspektive jenseits von Ablehnung und Armut zu eröffnen und das schafft man nur durch nachhaltige Arbeitsplätze.. Jeder Mensch hat eine Chance verdient, und zwar unabhängig von Hautfarbe und Geburtsort!

Wann ist Bea dazu gestoßen? Hat jede von euch Drei, dem Kernteam, eine feste Funktion?

Annika: Bea ist seit Mitte Mai im Team und unterstützt uns besonders im Bereich Fundraising, PR und Kommunikation – sie leitet auch die Crowdfunding-Kampagne. Gitta und ich sind Ansprechpartnerinnen für  die Geflüchteten und Unterstützer des Vereins. Viele Aufgaben konnten wir inzwischen aber abgeben, so dass wir neue Projekte angehen können. Wir haben noch viele Ideen und überlegen schon, was nach Bantabaa FoodDealer kommt. Seid also gespannt!

Wie genau seid ihr insgesamt aufgestellt?

Annika: Wir sind ein ständig wachsendes Team aus engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Gitta und ich sind so wie unsere vielen freiwilligen Unterstützer ehrenamtlich aktiv. Bea ist unsere erste hauptamtliche Mitarbeiterin!

Habt ihr eine Förderung vom Staat oder von Förderprogrammen für Varadinek oder Bantabaa e.V. erhalten?

Annika: Bisher haben wir uns beinahe ausschließlich auf eigene Mittel und auf (großzügige) Spenden aus dem Freundes- und Familienkreis gestützt. Ziel soll es ja auch sein, dass die Geflüchteten selbst ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber natürlich brauchen wir jetzt mehr finanzielle Förderung. Darum bemühen wir uns gerade.

Als Stipendiaten im Social Impact Lab, das Startups mit sozial-innovativen Ideen coacht, werden wir auch im Bereich der Finanzierung beraten.

Heute startet eure Crowdfunding-Kampagne. Worum genau geht es dabei? Wozu können die Teilnehmer dadurch beitragen?

Annika: Ziel der Crowdfunding-Kampagne ist es, eine Startfinanzierung für das Ausbildungsprojekt Bantabaa FoodDealer zu erhalten. Mit dem Geld können wir die ersten Teilnehmer, unsere sogenannten „FoodDealer“, innerhalb des modularen Ausbildungskonzepts qualifizieren. Die Gesamtkosten (Ausbildung und Lebenshaltung) für einen Teilnehmer belaufen sich auf 1.100€ pro Monat. In dem Paket sind enthalten: praktische und theoretische Ausbildung in der Cateringküche sowie im Klassenraum, die Deutsch – und Integrationskurse, die Unterbringung, sowie die rechtliche Betreuung.

Je mehr Geld wir über die Kampagne einnehmen, desto mehr „FoodDealer“ können wir qualifizieren – das Fundingziel zu toppen wäre natürlich großartig!

Fühlst du dich wohl mit dem, wo du heute stehst und was du heute tagtäglich machst?

Annika: Ich habe mir mit dem Café und dem Verein einen großen Traum erfüllt. Die Vorbereitung der Kampagne hat tatsächlich sehr viel Zeit und Energie gekostet. Meistens fühlt es sich aber nicht so an, denn jeder Tag ist anders und aufregend. Ich habe weniger das Gefühl als würde ich „arbeiten“, da es eben sowohl Hobby als auch Beruf ist. Vielleicht sogar eine „Berufung“?!


Du möchtest das tolle Projekt „Bantabaa FoodDealer“ bei der Startfinanzierung unterstützen? Dann klick hier zur Crowdfunding-Kampagne!

 


Bildquelle: © Bantabaa

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