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FORGESTELLT: Die Köpfe hinter juggleHUB Coworking

22. August 2016

Coworking, Networking, Childcare –

Dafür steht juggleHUB!

Katja und Silvia sind die Köpfe hinter juggleHUB und haben etwas gewagt! Sie haben den familienfreundlichen Coworking und Event Space mit flexibler Kinderbetreuung in Berlin eröffnet.


Am 8. September um 18.30 Uhr findet das nächste Event mit tollen Frauen im juggleHUB statt: Meet & Pitch „Vereinbarkeit“: With a little help from my App. Kommt vorbei und lernt Katja & Silvia persönlich kennen 🙂

 


Ihr Lieben, vielen Dank nochmal für die Führung durch eure schönen Altbauräume vom juggleHUB und den leckeren Kaffee in eurem Café. Was ich mich bereits seit meinem ersten Gespräch mit Katja frage: Was bedeutet juggleHUB und warum habt ihr euch für diesen Namen entschieden?

juggleHUB: Wir haben lange hin- und herüberlegt, wie unser Coworking Space heißen soll. Da gab es schon einige Varianten. Wir kamen jedoch immer wieder zurück auf das Thema Jonglieren, denn wir als Mütter fühlten uns häufig so, also müssten wir immer mindestens 3 oder 4 Bälle gleichzeitig in der Luft halten, damit alles glatt läuft. Da drängte sich das „juggle“ dann quasi auf. Der Zusatz „HUB“ bedeutet Mittelpunkt oder Knotenpunkt. Genau das will der juggleHUB ja auch sein: ein Ort, an dem viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichem Background zusammenkommen und wo ihnen –  zumindest für einen Moment –  ein paar der Bälle aus der Hand genommen werden, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.

Wann ist der gemeinsame Wunsch von einem familienfreundlichen Coworking Space, wie ihr ihn geschaffen habt, entstanden?

juggleHUB: Wir hatten die Idee ursprünglich unabhängig voneinander. Katja suchte nach der Geburt ihrer Tochter vergeblich nach einem Ort, an dem sie arbeiten und ihre Tochter mitbringen konnte. Außerdem interessierte sie sich schon länger für die Themen „New Work“ und „Vereinbarkeit“ und setzte sich auch in ihren Texten damit auseinander, unter anderem auf ihrem Blog „Female Perspectives“, den sie mit ihrer Mitbloggerin Lea betreibt. Silvia erkannte nach ihrem Umzug von New York nach Berlin 2010 den Mangel an flexiblen, familienfreundlichen Arbeitsstrukturen, als sie, voll berufstätig, mit den unzureichenden Öffnungszeiten ihrer KiTa zu kämpfen hatte. Daraufhin begann sie, sich in Netzwerken wie den Mompreneurs, Niesolo und MumsLikeUs mit anderen berufstätigen Müttern auszutauschen und zu vernetzen. So entstand bei ihr die Idee, einen Ort zu schaffen, an dem sich all diese hochmotivierten und inspirierenden Frauen treffen, austauschen und zusammen arbeiten könnten, ohne dass sie ihre Kinder dafür immer „wegorganisieren“ müssen. Dass jetzt auch Väter bei uns herzlich willkommen sind (und auch Menschen ohne Kinder!) war ein natürlicher Prozess.

Wie habt ihr Zwei euch für dieses gemeinsame Projekt gefunden? Gibt es dazu eine schöne Story?

juggleHUB: Zueinander fanden wir durch einen Post von Katja in der Mompreneurs Facebook-Gruppe. Am Tag der totalen Sonnenfinsternis, dem 20. März 2015, trafen wir uns dann zum ersten Mal auf einen Kaffee, Katja, noch in Elternzeit mit ihrer Tochter im Kinderwagen, und Silvia, noch angestellt im Architekturbüro, an ihrem einen freien Tag pro Woche. Wir merkten sehr schnell, dass wir die gleiche Vision teilten, und beschlossen, einfach mal gemeinsam loszulegen. Wir hatten keine Ahnung, ob das mit uns was werden würde, aber stellten schnell fest, dass wir gut zusammenarbeiten können, uns sehr gut ergänzen und verstehen. Es hätte nicht besser laufen können!

Was macht den familienfreundlichen Coworking und Event Space einzigartig unter dem großen Angebot an Coworking Spaces in Berlin?

juggleHUB: Die Frage enthält quasi schon einen Teil der Antwort: juggleHUB ist ein familienfreundlicher Coworking und Event Space. Was uns einzigartig macht, ist die Kombination aus Coworking Space, Eventfläche und flexibler Kinderbetreuung unter einem Dach mitten in Berlin. Was uns von ähnlichen Projekten wie dem „Coworking Toddler“ unterscheidet, ist der Fokus, der bei uns auf der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung der Leute liegt, die bei uns arbeiten, ob mit Kindern oder ohne. Uns ist es wichtig, gerade Menschen mit Kindern Raum für ihre berufliche Entfaltung oder Umorientierung zu bieten und sie dabei zu unterstützen – durch die Community einerseits und durch ein entsprechendes Angebot an Veranstaltungen, Workshops und Coachings. Daher sind wir auch immer auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten mit Berater/innen, Coaches und inspirierenden Menschen, die ihr Wissen teilen möchten und sich bestenfalls auf diese Lebensphase spezialisiert haben.

Was erwartet die Menschen, die in euren Räumen arbeiten und wer sollte sich juggleHUB unbedingt anschauen?

juggleHUB: Im juggleHUB soll sich jeder willkommen fühlen, ob mit Kind oder ohne, ob Mann oder Frau. Jeder kann sich seinen Arbeitsplatz frei wählen, dafür haben wir vier verschiedene helle und freundliche Räume, die zum Teil ruhig und abgeschieden und zum Teil etwas wuseliger sind, je nachdem, was man gerade so sucht. Im Speziellen richten wir unser Angebot aber natürlich vor allem an Eltern, ob selbstständige Mütter oder  Väter in Elternzeit, die an einem wichtigen Auftrag weiterarbeiten müssen, oder angestellte Eltern von KiTa Kindern, die, vielleicht mit der Unterstützung ihres Arbeitgebers, den juggleHUB nutzen, um KiTa-Schließzeiten zu überbrücken. Die Möglichkeiten und Lebenssituationen sind vielfältig! Und natürlich kann jeder unserer Räume für eigene Veranstaltungen mieten – ob Workshops, Seminare oder Meetups.

Wie sah euer jeweiliges Leben eigentlich aus, bevor es juggleHUB gab?

juggleHUB: Silvia ist eigentlich Architektin und hat 13 Jahre in verschiedenen Büros sowohl in New York City als auch in Berlin gearbeitet. Da waren 40 oder mehr Stunden in der Woche an der Tagesordnung. Das war nach der Geburt ihres Sohnes nicht mehr so ohne Weiteres möglich, und so nahm der Stress, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, stetig zu.

Katja war auch angestellt, allerdings im PR-Bereich, und hat nebenbei freiberuflich als Texterin gearbeitet. In der Elternzeit wollte sie das Schreiben intensiver betreiben, was aber völlig illusorisch war mit einem Baby. Auch, weil es keinen Ort wie den juggleHUB gab, wo sie mal in Ruhe hätte arbeiten können, ohne ihr Kind bereits nach wenigen Wochen in eine Regelbetreuung geben zu müssen.

Wie steht ihr persönlich zum Thema „Vereinbarkeit Familie und Beruf“? Gibt es eurer Meinung nach diesbezüglich bereits ausreichend Rückendeckung oder noch zu viel Gegenwind in unserer Gesellschaft?

juggleHUB: Wie gut Vereinbarkeit funktioniert ist immer noch sehr stark von der individuellen Lebens- und Arbeitssituation abhängig. Im Prinzip funktioniert es nur, wenn man das Glück hat, einen Arbeitgeber zu haben, der offen gegenüber flexiblen Arbeitsmodellen ist, wenn man einen Partner hat, der mitzieht und wenn die Kinderbetreuung gewährleistet ist. Alle drei Faktoren kommen aber wohl eher selten zusammen. Oft hakt es in allen drei Bereichen. Insofern gibt es noch viel zu tun, sowohl was den Ausbau von Betreuungsangeboten angeht als auch bei der individuellen Aushandlung von Aufgaben und Verantwortung in der Partnerschaft. Nicht zuletzt würden wir uns wünschen, dass es mehr – auch finanzielle – Unterstützung für Projekte gibt, die sich dem Thema Vereinbarkeit widmen.

Hat es euch viel Überwindung gekostet die Gründung von juggleHUB zu wagen? Habt ihr lange überlegt?

Silvia: In meiner Familie hatte ich, was Selbständigkeit angeht, keinerlei Vorbilder, daher habe ich lange Zeit gezögert bzw. mich nicht getraut. Ich dachte, ich könnte die Idee neben der Berufstätigkeit vorantreiben und vom sicheren Hafen aus umsetzen. Das hat sich aber als sehr schwierig herausgestellt. Vor allem, wenn man ein Kind zu versorgen hat. Irgendwann war das Bedürfnis zu gründen aber größer als das Bedürfnis nach Sicherheit. Dann habe ich den Schritt gewagt, meinen Job an den Nagel gehängt und mich voll und ganz auf die Realisierung des juggleHUB konzentriert. Als ich diesen Schritt gegangen war, traf ich auch auf Katja und die Dinge fingen an Fahrt aufzunehmen. Ich habe einfach realisiert, dass man anfangen muss, auch wenn man noch nicht genau weiß, wo der Weg einen hinführt.

Katja: Viel Überwindung hat es mich nicht gekostet. Aber natürlich kamen zwischendurch immer wieder leise Zweifel auf, ob ich das wirklich machen sollte. Vor allem, weil nicht alle Menschen in meinem Umfeld meinen Plan von der Selbstständigkeit vorbehaltlos unterstützt haben. Da gab es einige hitzige Diskussionen. Andererseits gab es viele Menschen, die von Beginn an mit an Bord waren und mich darin bestärkt haben, es zu wagen. Allen voran mein Partner, der immer gesagt hat „Wir kriegen das hin.“ Wohl auch, weil er weiß, wie lange ich schon davon geträumt habe, mich selbstständig zu machen und wie wichtig mir die Idee hinter dem juggleHUB ist. Auch Dank seiner Unterstützung hatte ich nie ernsthafte Zweifel, den Schritt zu gehen. Und natürlich hatte ich mit Silvia eine Mit-Gründerin an meiner Seite, von der ich wusste, dass ich mich zu 100 Prozent auf sie verlassen kann und dass wir das zusammen gut hinkriegen werden.

Was waren eure bisher größten Wagnisse im Leben?

Silvia: In meinem Fall waren Wagnisse bisher immer mit einem Ortswechsel verbunden. Während des Studiums habe ich ein halbes Jahr in Paris gelebt und gearbeitet und nach dem Studium bin ich nach New York City gezogen. Die Auseinandersetzung mit neuen Situationen und Menschen haben mich in vielerlei Hinsicht geprägt und auf meine jetzige Rolle im juggleHUB vorbereitet.

Katja: Das größte Wagnis war für mich tatsächlich die Geburt meiner Tochter. Was meinen beruflichen Weg anging, konnte ich mich immer auf meine Erfahrungen und meine Fähigkeit, schnell zu lernen, verlassen. Daher haben mich Herausforderungen im Job nie wirklich verunsichert. Als ich schwanger war und auch als meine Tochter noch ganz klein war, fühlte ich mich dagegen oft ganz schön hilflos und dachte „Oh Gott, schaffe ich das?“ Auf diese Aufgabe bereitet einen ja keiner so richtig vor. Und auch heute machen sich bei mir Ängste vor allem im Zusammenhang mit meiner Tochter bemerkbar. Mutter zu werden ist mit Abstand das einschneidendste Erlebnis gewesen bisher. Vielleicht bin ich, was andere Dinge angeht, genau deshalb relativ entspannt.

Was ist euer „Next Level“, welches ihr gerne erreichen möchtet und schon heute hin arbeitet?

juggleHUB: Beruflich wünschen wir uns natürlich, dass das Interesse am juggleHUB weiter zunimmt und wir perspektivisch auch davon leben können. Einen Schritt weiter gedacht, würden wir das Konzept gern weiter ausbauen und weitere Standorte eröffnen, auch mit anderen Schwerpunkten. Denkbar wäre ein juggleHUB für Selbstständige aus dem handwerklichen oder DIY-Bereich oder auch einer für Menschen, die im Gastro- und Foodbereich gründen. Ideen gibt es reichlich.

Herzlichen Dank Katja & Silvia! Wir sehen uns am 8. September mein Meet & Pitch im juggleHUB!

Bildquelle: © juggleHUB

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