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FORGESTELLT: Frida von Academy

11. Juni 2018
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Frida ist Head of Research and Marketing bei Academy, einer Schule für Erwachsene, die die Teilnehmer innerhalb von 12 Wochen zu IT-Consultants ausbildet. Was genau die Teilnehmer dort erwartet und warum ihre Arbeit so wichtig ist, erzählt uns Frida im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Frida, Welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Frida:

  • Start with Why von Simon Sinek war für mich sehr hilfreich, als ich eine Firma gründete und nach dem Warum suchte. Ich denke, dass Buch ist ein Muss für jeden, der eine Botschaft hat und diese publik machen will.
  • Write to Sell von Andy Maslen. Das Buch liegt immer auf meinem Schreibtisch. Es ist der ultimative Leitfaden für Copywriting.
  • When: the scientific secrets of perfect timing. Ein sehr interessantes Buch über die Auswirkungen von Timing und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Frida: Positiv, ehrgeizig und entwicklungsorientiert.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Frida: Entweder verspäte ich mich, nachdem ich meinen Sohn in der Kindertagesstätte abgesetzt habe, oder ich komme gegen 8 Uhr ins Büro. Auf meinem Weg zur Arbeit gehe ich immer unseren Newsfeed durch, um zu sehen, ob es interessante Neuigkeiten zu Accelerated Learning, Fachkräftemangel oder einem unserer anderen Interessengebiete gibt. Ich gehe auch durch unsere Social Media-Kanäle und beantworte Fragen und Kommentare.

Du bist Mitgründerin von Academy – was genau ist Academy?

Frida: Academy ist eine Schule für Erwachsene mit Fokus auf einem Accelerated Learning-Programm. Wir helfen unseren Teilnehmern dabei Fähigkeiten zu erlangen, die die Industrie braucht. Gleichzeitig fördern wir die Karriere von wirklich ehrgeizigen Menschen. Mit Academy ermöglichen wir den Teilnehmern einen Karrierewechsel in 12 Wochen. Zusätzlich bieten wir den Absolventen eine unbefristete Festanstellung. Academy ist ein schneller, aber intensiver Weg zu einer neuen Karriere. Gleichzeitig helfen wir Unternehmen, mit neuen Mitarbeitern zu wachsen, die über sehr gefragte Fähigkeiten verfügen. Eine Win-Win-Situation!

Wie kam Euch die Idee zu Academy?

Frida: Da wir Teil des Personaldienstleisters Academic Work sind, haben wir stark den IT- und Tech-Bedarf unserer Kunden wahrgenommen. Da es so wenig qualifizierte Bewerber gab, war uns klar, dass etwas getan werden muss. Mit Blick auf Weiterbildung haben viele Personen, Unternehmen und Politiker über den Fachkräftemangel gesprochen, der in Schweden ein großes Problem darstellt. Wir beschlossen, nicht mehr nur zu reden, sondern zu handeln. Nach viel Recherche haben wir Accelerated Learning und IT-Bootcamps in Amerika und Großbritannien entdeckt. Uns war klar, dass wir so etwas auch in Schweden benötigen. Also haben wir das Modell an die schwedischen Bedürfnisse angepasst und mit unserem motivationsbasierten Rekrutierungsprozess ein einzigartiges Programm geschaffen. Das Programm konzentriert sich darauf, was die Teilnehmer in Zukunft erreichen können, anstatt zu schauen, was sie gestern getan haben. Es handelt sich dabei um ein 12-wöchiges, wirklich intensives, praxisorientiertes Programm, in dem unsere Teilnehmer zu einem IT-Consultant ausgebildet werden, programmieren lernen und anschließend einen garantierten Job erhalten.

Warum mangelt es besonders im Bereich IT an qualifizierten Arbeitskräften?

Frida: Ich denke, die Industrie hat versäumt zu zeigen, worum es beim Programmieren wirklich geht. Das klassische Bild ist ein ITler und sein Computer in einem Keller. Dabei geht es um viel mehr: Kreativität, Problemlösung, Kommunikation mit anderen Kollegen und Teams sind entscheidende Eigenschaften eines IT-Consultants. Sie stellen sicher, dass die Lösungen die besten Lösungen für das Unternehmen und das Geschäft sind. Wir müssen das vorherrschende Klischee des ITlers ändern. Deshalb porträtieren wir unsere Teilnehmer und Teilnehmerinnen oft als Vorbilder. In Schweden haben wir eine Frauenquote von 35% in unseren Kursen. Ein guter Wert, den wir aber noch ausbauen wollen.

Ihr habt in Schweden und Finnland angefangen und startet im Sommer in Deutschland – vor welchen besonderen Herausforderungen steht Ihr hier?

Frida: Deutschland ist ein viel größerer Markt für uns und es wird eine Herausforderung sein, potentielle Teilnehmer zu gewinnen, die ihre Karriere in 12 Wochen wechseln wollen. Es ist ein neues Konzept in Deutschland und die Early Adopters, die ersten Programmteilnehmer, müssen dem Konzept vertrauen und etwas ganz Neues ausprobieren. Deutschland ist zudem viel traditioneller als Schweden oder Finnland, wenn es um Bildung und Abschlüsse geht. Wir sind uns aber sicher, dass Academy für viele Deutsche die Chance auf eine neue Karriere sein wird.

Was liebst Du besonders an deinem Job?

Frida: Ich liebe die Tatsache, dass meine großartigen Kollegen und ich das bestehende Bildungssystem herausfordern. In einer Welt, in der sich alles so rasant entwickelt, ist es schon fast verrückt, dass unsere Erziehung und Ausbildung immer noch wie vor hunderten von Jahren stattfindet. Zur gleichen Zeit ist es sehr inspirierend zu sehen, wie unsere Consultants von “Ich kann das nicht” zu “Wow! Ich habe Programmieren in 12 Wochen gelernt” wechseln. Sie arbeiten dann als IT-Consultant, der einen echten Mehrwert für den Arbeitgeber darstellt. Zu sehen, wie sich Menschen weiterentwickeln und neue Karrieren starten, ist sehr spannend.

Du bist Mutter und Unternehmerin – wie schaffst Du es Beidem gerecht zu werden?

Frida: Dafür müssen viele kleine Faktoren zusammenspielen. Ich habe einen wirklich großartigen Chef, der es mir ermöglicht flexibel zu arbeiten – wann und wo ich will. Deshalb habe ich meine Arbeitszeit oft über den ganzen Tag verteilt, so dass ich auch Zeit mit meinem Sohn verbringen kann. Such dir einen tollen Chef und liebe, was du tust – dann wirst du beidem gerecht.

Welchen Tipp kannst Du aus deiner Erfahrung anderen geben, die als Quereinsteiger in die IT-Branche gehen wollen?

Frida: Tu es einfach! IT ist wirklich die Zukunft und es macht so viel Spaß, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Es geht dabei nicht nur um “Hardcore-Tech”. Es gibt so viele Optionen, in die IT-Branche einzusteigen und darin tätig zu sein. IT-Unternehmen benötigen vielfältige Arbeitnehmer, damit Systeme, Produkte und Dienstleistungen kreiert werden, die die gesamte Bevölkerung widerspiegeln.

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Frida: Mir Zeit nehmen, um runterzukommen und abzuschalten. In der Welt passiert so viel und wir haben so viele Möglichkeiten, wie nie zuvor, um auf dem Laufenden zu bleiben und Trends zu folgen. Da vergisst man schnell, einfach mal für sich zu sein.

Gerade zu Beginn, wie hast Du es geschafft auf Academy aufmerksam zu machen?

Frida: Natürlich haben wir intensiv, mithilfe von Marketing- und PR-Aktivitäten, unsere Marke aufgebaut und dabei mit einigen großartigen Partnern zusammengearbeitet. Das Beste an Academy ist, dass es wirklich ein tolles Programm ist, von dem sowohl Menschen, Unternehmen als auch die Gesellschaft profitieren! Man könnte fast sagen, dass es ein Produkt ist, dass sich von selbst verkauft 🙂

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Frida: Im Moment liegt mein Hauptaugenmerk darauf, dass der Start von Academy in Deutschland ein Erfolg wird und wir viele ambitionierte Teilnehmer in unserem brandneuen Academy-Campus in Garching haben werden.
Im Mai gehe ich in den Mutterschutz. Deshalb wird es schwierig sein die kommenden Wochen und Monate zu planen. Andere werden meinen Kalender für das kommende Jahr beneiden 🙂

Wie bildest Du dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Frida: Ich gehe zu Seminaren, lese jede Woche viele Newsletter und gehe zu Konferenz wie “Women in Tech” in der letzten Woche. Vor allem Leute aus der Start-up-Szene inspirieren mich. Deshalb treffe ich mich viel mit Personen außerhalb von Academy und arbeite mit ihnen zusammen. Bei Academy legen wir einen großen Fokus auf Entwicklungsthemen. Das bedeutet, dass wie alles was wir machen, auswerten. Die Programmteilnehmer müssen uns jede Woche Feedback geben und kriegen auch selbst konstantes Feedback. So stellen wir sicher, dass sie die besten Voraussetzungen haben, um sich auf das Lernen zu konzentrieren.

Hast du Vorbilder oder Frauen, die dich inspirieren?

Frida: Ich liebe weibliche Pioniere in der IT wie Grace Hopper, die den Compilor erfunden hat oder Ada Lovelace, die erste Programmiererin. Ich lasse mich fast täglich von smarten Frauen inspirieren. Letzte Woche habe ich eine Rede von Joy Buolamwini gehört. Sie forscht zum Thema maschinelles Lernen. Ich bin wirklich sehr glücklich, mit so vielen intelligenten Kollegen zusammenarbeiten zu können, die das gleiche Ziel wie ich haben – die beste Schule der Welt zu schaffen.

Welche 3 Tipps für Working Mums kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Frida: Stelle sicher, dass du Spaß hast! Besonders wenn du, wie ich, viel Zeit und Energie in deine Karriere investierst – du musst Spaß haben!
Finde die Balance, die du brauchst, und die Art und Weise, wie du deine Batterien am besten aufladen und auftanken kannst.
Wähle deinen Chef mit Bedacht! Suche dir jemanden, der dir Freiheiten und Verantwortung gibt, der dich aber auch unterstützt, wenn du ihn brauchst.

Vielen Dank, liebe Frida, für das Interview!

Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 29, kommt aus dem schönen Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und Serien.

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