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FORGESTELLT: Inken Arntzen – Superhelden-Trainerin, Gründerin und Speakerin

13. Oktober 2016
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Inken Arntzen

hilft Menschen dabei, herauszufinden, was sie in ihrem Leben wirklich tun wollen. Sie ist Gründerin des Superhelden-Trainings, Mitgründerin des Netzwerks Digital Media Women und Organisatorin der Social Media Week Hamburg. Im Interview ermutigt sie dazu, die Dinge „einfach mal zu machen“ und erklärt, warum es manchmal schwer ist, seinen Weg zu finden.

Gastbeitrag von Ekaterina Feldmann

Welches Zitat würde dich besonders gut beschreiben?

Inken: Ich finde ein Zitat aus „Findet Nemo“ total schön! Da sagt der Papa: „Ich hab ihm [Nemo] doch versprochen, dass ich nie zulasse, dass ihm was passiert.“ Und Dorie erwidert: „Ahh, das ist aber ein komisches Versprechen. Du kannst doch nicht zulassen, dass ihm nie etwas passiert. Dann passiert ihm doch nie etwas.“ Wenn man nichts ausprobiert, das Leben nicht lebt, dann passiert tatsächlich nichts! Für mich steht das Zitat für: einfach loslegen, rausgehen, auch mal scheitern und dann erfolgreich sein…

Du bezeichnest dich selbst als „Superhelden-Trainerin“, denn das Superhelden-Training ist dein aktuellstes Projekt. Was steckt dahinter?

Inken: Das Superhelden-Training ist ein dreitägiger Workshop, der hilft herauszufinden, was man in seinem Leben wirklich, wirklich beruflich machen will. Warum „wirklich, wirklich“? Oft hören wir nämlich nicht auf unsere eigenen Wünsche, sondern meinen etwas sein zu müssen. Wir folgen den Vorgaben der Gesellschaft, der Meinung der Eltern oder unterliegen dem Einfluss von Freunden. Wir sind überzeugt, dass jeder schon ein Superheld ist. Vor dem Training kann man einen Online-Test machen. So findet man vorab heraus, welcher der vier Superhelden-Typen man ist und wie man eigentlich arbeiten will. Damit arbeiten wir im Workshop weiter, vertiefen alles mit speziellen Übungen und kommen den wirklich eigenen Wünschen auf die Spur. Außerdem sind wir dabei, ein ortsunabhängiges Programm in Form eines Arbeitsbuches und eines Onlinekurses zu entwickeln. Dazu läuft gerade eine Crowdfunding Campagne.

Im November bietet ihr einen Workshop ausschließlich für Frauen an.

Inken: Genau. Wir wollen das Training in Zukunft noch zielgruppenspezifischer gestalten. Das hat den Vorteil, dass man sich innerhalb der Workshopgruppe besser gegenseitig unterstützen kann, da man ähnliche Ausgangsvoraussetzungen hat. Neben dem Female Training wird es auch Trainings für Freelancer und Solopreneure geben – diese sind dann wieder für Männer und Frauen offen.

Woran liegt es, dass viele Menschen ihre persönlichen Superkräfte nicht erkennen und nicht wissen, was sie beruflich machen sollen?

Inken: Da spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle. Zum einen, wie unsere Gesellschaft funktioniert, nämlich so, dass einem eher kommuniziert wird, was man nicht kann als das, was man kann. Auch die große Wahlfreiheit heutzutage, kann dazu führen dass die Leute nicht wissen, was sie überhaupt machen sollen. Zum anderen bereitet die Schule einen auf dem Weg in den Job nicht richtig vor. Und schließlich spielt es auch eine Rolle, wie wir erzogen wurden.

Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der gerade auf der Suche nach sich selbst ist – außer das Superhelden-Training zu besuchen?

Inken: Auf jeden Fall findet sich die Antwort meistens nicht im Außen. Und es ist ganz wichtig, den Kopf auch einmal auszuschalten. Der Kopf sagt einem nur Dinge, die auf dem basieren, was man vorher gelernt hat. Was auch definitiv hilft, ist: Einfach machen und sich ausprobieren! Ich bin da, wo ich jetzt bin, weil ich getan habe, was ich getan habe. Klar hätte ich schneller an irgendwelche Punkte kommen können, aber vielleicht habe ich den Weg einfach gebraucht…

Wie hat sich deine Karriere denn entwickelt?

Inken: Ich habe Grafikdesign studiert und mich dann selbstständig gemacht. Durch ein Gründungsprogramm bin ich mit einem Netzwerk in die Selbstständigkeit gestartet. Das war super! Ich habe dann festgestellt, dass ich digitale Netzwerke sehr, sehr gerne mag und mir das Digitale total liegt. Dadurch, dass ich die Digital Media Women mitgegründet habe, sammelte ich Erfahrung im Eventmanagement. Deswegen wurde ich gefragt, ob ich nicht ins Orga-Team der Social Media Week Hamburg will. Vor zweieinhalb Jahren hat es mich in Richtung Coaching getrieben und ich habe mit Jörn Hendrik Ast das Superhelden-Training gegründet. Meine Karriere ist eine, wie wir es im Training nennen, „fluide Karriere“. Das heißt, man entwickelt sich ständig weiter, geht von einer Sache zur nächsten, guckt, was als nächstes angesagt ist…

Du bist Superhelden-Trainerin, Mitgründerin des Netzwerks Digital Media Women, Organisatorin der Social Media Week in Hamburg. Außerdem noch: Coach, Speakerin und Mama. Wie bekommst du alles unter einen Hut?

Inken: Ich habe als Freiberuflerin das Glück, dass ich mir die Zeit selbst einteilen kann und immer schauen kann, wie ich es am besten manage. Beim „Mama-Thema“ ist es so, dass mein Mann und ich ein super Team sind. Das hat schon sehr gut funktioniert, als das Kind noch ganz, ganz klein war. Ich war nur sechs bis acht Wochen raus. Danach war ich zwar nicht wieder sofort zu hundert Prozent verfügbar, aber ich habe mich schnell wieder eingemischt, nach etwa vier Monaten erste Talks und Workshops gegeben. Bei dem dreitägigen Workshop hat mein Mann mir den Kleinen dann zum Stillen vorbeigebracht.

Wie schaltest du trotz der Fülle an Aufgaben ab?

Inken: Inzwischen trenne ich sehr klar zwischen Arbeit und Auszeit. Früher habe ich das weniger gemacht. Wenn ich nicht aufpasse, bin ich ein totaler Workaholic. Als mein Sohn noch kleiner war, habe ich über das Mobiltelefon noch viel so nebenher erledigt. Seitdem er größer geworden ist, bringt er mich in den Abschaltmodus. Nebenbei zu arbeiten, funktioniert mit einem größer werdenden Kind einfach nicht, da es viel mehr Aufmerksamkeit braucht. Aber ich bin sehr froh drüber, weil es ein gutes Training für mich ist. Wenn ich arbeite, dann gehe ich in ein Co-Working-Space, gebe Workshops oder bin auf Konferenzen. An den Tagen, an denen ich nicht arbeite, verbringe ich die Zeit bewusst mit meiner Familie, mache Yoga oder gehe schwimmen. Meinen Sport trage ich mir fest in den Kalender ein.

Welcher Superhelden-Typ bist du? Finde es heraus mit dem Superhelden-Test unter: http://superheldentraining.de/testhelden/

Bildquelle: © Anton Ahrens

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