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FORGESTELLT: Julia Orbig, Gründerin und Geschäftsführerin von pack2cook

6. Oktober 2015
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Darf ich vorstellen: Julia Orbig, Gründerin und Geschäftsfüherin von pack2cook!

Für Julia gibt es nichts schöneres als frisch gekochtes Essen zu genießen. Ihre Koch-Leidenschaft gepaart mit Zielstrebigkeit und Kreativität führten zur Gründung ihres eigenen kleinen Unternehmens. Die Idee entstand in ihrer Küche und wird nun live im Prenzlauer Berg gelebt! Heute spricht sie mit uns über die Entstehung ihres Unternehmens, über das Finden eines Teams und darüber was eine Unternehmerin ausmacht!

Was hast Du heute gekocht? Und welches ist Dein absolutes Lieblingsgericht?

Julia: Heute habe ich mir eine leckere Kürbissuppe gemacht mit ein bisschen Apfel und roter Zwiebel. Die Kombination ist mir heute eingefallen als ich in meinen Kühlschrank geschaut habe und ich war echt sehr begeistert davon :). Ehrlich gesagt habe ich kein spezielles Lieblingsgericht – ich mag alles was frisch schmeckt und mit vieeel Gemüse ist. Je nach Saison gibt es ja viele tolle Dinge, die man in verschiedensten Kombinationen genießen kann. Im Frühling, zum Beispiel, esse ich super gerne Spargel und jetzt im Herbst liebe ich Kürbis.

Und was macht Dich als Gründerin aus?

Julia: Ich wusste schon immer was ich machen möchte und bin sehr zielstrebig. Dass ich pack2cook im Moment alleine führe hat sicherlich auch etwas mit meinem Kampfgeist zu tun. Ich würde sagen, dass ich den nötigen Weitblick und Sinn für Realität habe gepaart mit Kreativität und dem Mut Dinge auszuprobieren. Das macht mich als Gründerin aus.

© pack2cook

© pack2cook

Wie ist die Idee zu pack2cook entstanden? Aus deiner Leidenschaft zum Kochen oder durch die Suche nach einer Nachhaltigen Lösung im Bereich Lebensmittel?

Julia: Die Idee entstand im wahrsten Sinne des Wortes beim Kochen. Ich liebe gutes und frisches Essen (besonders in der Mittagspause) – was ich leider nicht immer zur Verfügung hatte in meiner letzten Arbeit. Daher habe ich dann angefangen mein Mittagessen für den nächsten Tag immer abends vorzukochen. Da ich immer schneller im Kochen wurde und gemerkt habe, dass der Faktor Zeit leider aber für die meisten Menschen ein Hindernis beim Kochen ist wollte ich etwas entwickeln, das ihnen das Gegenteil beweist. Kochen kann echt schnell gehen und es gibt nichts schöneres als frisch gekochtes Essen zu genießen. Dass man sehr viel Plastikmüll und Verpackungen nach einem Supermarkteinkauf zu Hause hat, hat mich auch in meiner Entwicklung von pack2cook beeinflusst und dazu geführt, dass ich mich entschlossen habe rein biologisch abbaubare Materialien zu verwenden.


 

„Als Gründer sollte man auf jeden Fall einen starken Charakter und keine Angst vor harter Arbeit haben, sich selbst sehr gut kennen und mit Unsicherheiten umgehen können.“


 

Wie habt ihr pack2cook entwickelt? Welche Box war die Erste und wie habt ihr die erste verkaufte Box gefeiert?

Julia: Pack2cook entstand einfach in meiner Küche. Die Rezepte dafür habe ich immer zu Hause vorgekocht und getestet welche Zutaten am besten zusammenpassen. Dann wurde alles abgewogen und aufgeschrieben. So entstand auch die erste Box, die glaube ich ein Couscous Salat mit Nektarine, Feta und gebratenem grünen Spargel war. Gefeiert haben wir die erste Box meines Wissens nicht – ich denke das machen wir dann wenn wir zum ersten Mal die 100 pro Woche erreicht haben.

© pack2cook

© pack2cook

Was ist das Besondere am Konzept von pack2cook und wie unterscheidet ihr Euch zu manchen „Rocket-Riesen“ in diesem Bereich?

Julia: Pack2cook beinhaltet alle Zutaten bereits geschnitten und so portioniert, dass man sie einfach nur noch in den Topf schmeißen muss. Das heißt, du hast wirklich nur eine reine Kochzeit von maximal 20 Minuten, alle Gerichte können in einem Topf zubereitet werden und du benötigst nichts weiter als einen Löffel zum Kochen. Wir liefern alle Öle und Gewürze, denn wir finden, dass das ausschlaggebend für den Geschmack ist. Du brauchst also nicht mal mehr Salz und Olivenöl zu Hause zu haben. Unsere Rezepte sind denke ich auch etwas ausgefallener und haben die persönliche Note wie in einem guten Restaurant. Pack2cook kannst du außerdem schon für eine Person kaufen – darauf legen bisher die „großen“ weniger Wert. Wir sind auch ohne Abo-Modell verfügbar, was bedeutet, dass du immer jeden Tag neu entscheiden kannst ob du bestellen möchtest oder nicht.

Wie produziert ihr wirklich nachhaltig?

Julia: Wir halten unsere eigenen Vorräte sehr gering, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Außerdem legen wir größten Wert auf das Verwenden von regionalen und saisonalen Zutaten. Neben unserer umweltfreundlichen Verpackung liefern wir per Fahrrad aus, d.h. keine CO2 Belastung bei der Auslieferung.

Wer schnippelt die Zutaten? Und wo macht ihr das? Und wie lange dauert die Lieferung der Box von der Bestellung bis in Kochtopf der kochfaulen Ökos?

Julia: Im Moment hab ich das immer noch übernommen, da ich gerne selbst testen will wie und wo man den Prozess optimieren kann. Wir haben dazu eine eigene Küche neben unserem Büro, in der wir die packs verpacken. Die Lieferung dauert innerhalb unseres Liefergebietes 45 Minuten. Sofern sich am Lieferort dann auch ein Topf befindet kann man also in einer guten Stunde nach Bestellung bereits essen. Und auch nicht-Ökos bekommen im pack2cook genau das, nach dem sie suchen, nämlich ihrer gesunden Mahlzeit im stressigen Berufsalltag!

Warum seid ihr im bekannten Berliner PrenzlBerg gestartet? Wollt ihr expanieren?

Julia: Im Prenzlauer Berg haben wir die perfekte Lage, um unsere Kunden in Mitte und Friedrichshain zu bedienen, da wir sehr zentral sind. Das war mit der ausschlaggebendste Grund, um hier zu starten. Natürlich möchten wir auch expandieren und suchen bereits nach neuen Kooperationsmöglichkeiten für den Vertrieb, damit schließlich auch ganz Berlin in den Genuss kommt.


„Ich denke es gibt keine Fehler beim Gründen, denn jede Entscheidung – sei sie auch nicht gleich die richtige gewesen – bringt einen großen Lerneffekt mit sich“


 

Ihr wollt pack2cook aktuell über eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren. Wieso habt ihr diese Finanzierungsart gewählt und wie erhofft ihr Euch das Ziel von 19.000 Euro zu erreichen?

Julia: Crowdfunding ist generell eine mehr und mehr bekannt werdende Möglichkeit an erstes „Geld“ ranzukommen, das es einem ermöglicht das erste Produkt mit kleinen Verfeinerungen auf den Markt zu bringen. Wir haben jedoch schnell gemerkt, dass es nicht ganz einfach ist mit einem lokalen Service die breite Masse für die Beteiligung am Crowdfunding zu aktivieren, zumal wir ja bereits operativ tätig sind und unser Produkt schon auf dem Markt ist. Daher befinden wir uns vielleicht schon ein wenig „zu weit“ für die Crowdfunding Kampagne und haben aus diesem Grund beschlossen verstärkt unseren Fokus auf alternative Fundingquellen wie Business Angels zu legen.

Und nun zu Deinem Gründeralltag! Wie haben Leslie und Du Euch gefunden? Wie habt ihr die Idee zu pack2Cook entwickelt? Hattet ihr Vorbilder?

Julia: Die Idee zu pack2cook habe ich Anfang des Jahres alleine entwickelt und mich dann im April auf die Suche nach einem Team begeben. In diesem Zug hab ich Leslie kennengelernt. Wir haben uns – ganz unspektakulär – über das Internet kennengelernt und schnell gemerkt, dass unsere Vorstellungen und Interessen übereinstimmen und somit beschlossen, den Weg zum Product Launch und darüber hinaus gemeinsam zu gehen. Vorbilder gab es dafür eigentlich keine, wir haben einfach nur unser Bestes gegeben.

Was sind im Moment Eure größten Herausforderungen , aber auch die tollsten Momente?

Julia: Die größte Herausforderung ist es im Moment mit wenig Budget so effektiv im Marketing zu sein, dass wir es schaffen in Berlin Bekanntheit zu erlangen. Nichtsdestotrotz können wir uns immer über kleine Schritte und neue Kooperationen freuen, welche uns im weiteren Vorgehen schließlich auch bestärken. Tolle Momente gibt es viele, meistens dann, wenn wir direkt im Kontakt mit Kunden sind und direktes Feedback erhalten oder aber auch wenn wir in unserer Küche die neuen Gerichte probekochen.

Welche Tipps könnt ihr anderen Gründern mitgeben? Was habt Ihr gelernt und welche Fehler würdet Ihr nicht noch einmal machen?

Julia: Ich denke es gibt keine Fehler beim Gründen, denn jede Entscheidung – sei sie auch nicht gleich die richtige gewesen – bringt einen großen Lerneffekt mit sich und hilft dabei die neuen Aufgaben besser zu erledigen. Als Gründer sollte man auf jeden Fall einen starken Charakter und keine Angst vor harter Arbeit haben, sich selbst sehr gut kennen und mit Unsicherheiten umgehen können. Denn beim Gründen weiß man nie was die Zukunft bringt, man benötigt einen guten Plan wie man die Zukunft gestalten möchte, sollte aber immer flexibel genug sein, um auf Veränderungen reagieren zu können. Alles in allem sollte man denke ich auch auf jeden Fall ein bisschen die Welt verbessern wollen mit seinem Produkt!

Vielen lieben Dank Julia!

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