PORTRAITS Weitere Beiträge

FORGESTELLT: KAJA OTTO – Fulfillness Coach & Business Alchemistin

25. April 2016
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

WER IST KAJA OTTO?

Liebe Kaja, um einen kleinen Eindruck von dir zu bekommen, erzähl uns bitte, welche Eigenschaften dich als Persönlichkeit besonders ausmachen.

Kaja: Oh wie schön, eine Lobhudel-Frage zum Anfang. Ich bin jemand, der das Potential in Menschen sieht und ihnen hilft, es selbst zu sehen. Ich liebe Frauen und glaube an ihre magische Kraft und ich liebe es, Dinge anzuschieben und umzusetzen. Außerdem habe ich seitdem ich denken kann einen unumstößlichen Glauben an ein Happy End und stimme Oscar Wilde zu, der sagt: „Wenn es nicht glücklich ist, ist es noch nicht das Ende.“

Du glaubst daran, dass es Zeit für Frauen ist sich zu erheben und zu leuchten, brillant zu sein. Wie bist du zu dieser Weltanschauung gekommen?

Kaja: Meine Erfahrung zeigt, dass viele Frauen sich immer noch zurückhalten und an vielen Stellen nicht trauen in ihre wahre Größe und Stärke zu gehen. Dazu gehört auch, meine femininen Energien und Eigenschaften zu schätzen und diese zum Einsatz zu bringen. Wir befinden uns in einer männlich geprägten Gesellschafft, in der maskuline Werte gelten, die sich beispielsweise im permanenten Leistungsprinzip und Nutzenfokus wiederfinden. Es ist an der Zeit, dass Frauen sich ihrer inneren Bedürfnisse noch bewusster werden und dass wir beginnen Lebensmodelle für diese zu schaffen, dabei tauchen immer wieder Worte wie Sisterhood und Nachhaltigkeit auf. Ich glaube, dass unsere Gesellschaft einen Wandel benötigt und dass dieser durch Frauen bewirkt werden wird.


2009 sagte der Dalai Lama: „The world will be saved by the Western women.“

Und ich stimme ihm da absolut zu.


Gab es einschneidende Momente oder Erlebnisse in deinem Leben, durch jene du dich zu dem Menschen entwickelt hast, der du heute bist?

Kaja: Oh, da gibt es eine Menge. Denn seitdem ich denken kann, versuche ich jeden Moment als Chance zu sehen, etwas zu lernen. Das erste einschneidende Erlebnis in meinem Leben war mit Sicherheit die Krebserkrankung meiner Mutter als ich 4 Jahre alt war. Ihr Umgang mit der Krankheit, ihre Heilung abseits des schulmedizinischen Weges und die Entdeckung vieler neuer Denkansätze hat sicherlich meine Perspektive auf die Welt deutlich mitgeprägt. Dazu gehörte auch die Tatsache, dass ich in meinem Leben das Glück hatte viele inspirierende Menschen kennenzulernen, ob den Schamane aus Alaska, die Maya-Priesterin aus Guatemala, die Medizinfrau aus Lappland, die Frauenaktivistin aus Indien, die spirituelle Lehrerin aus New York und viele andere. Sie alle haben meine Sicht auf die Welt erweitert und mich gelehrt, dass ein Blick über den Tellerrand sich immer lohnt. Mein Aufenthalt in den USA mit Anfang 20 war ein weiterer prägender Schritt. Ich wollte Erziehungswissenschaft studieren, aber das Leben hat mir eine Lektion in Spiritualität und Selbsterkenntnis verpasst. Danach war mir klar, dass Spiritualität definitiv ein Teil meines Lebens ist, obwohl ich damals immer wieder damit haderte. Ich habe gelernt, dass wir im Leben nicht immer das bekommen, was wir wollen, aber definitiv das, was wir brauchen. Ich glaube jeder Moment ist für uns eine Chance zum Wachsen und Lernen, denn er gibt uns immer die Chance zu entscheiden, wie wir die Welt betrachten. Und oftmals verstehen wir auch viele Dinge erst so richtig in der Retrospektive. Deswegen habe ich auch für mich Schicksalschläge in Schicksalsschubser umgetauft.

Würdest du sagen, dass auch das eine oder andere Wagnis im Leben damit verbunden war, was dich zum Strahlen gebracht hat?

Kaja: Interessanterweise habe ich die Dinge in meinem Leben, die von anderen als Wagnis gesehen wurden, in dem Moment selten als ein solches erlebt. Denn oft gab es da in mir diese Stimme, die mir klare Botschaften gesendet hat. Rückblickend habe ich dann schon manchmal gedacht: Krass, dass ich das gemacht habe. Zum Beispiel den Schritt in die Selbstständigkeit als Kind von zwei Beamten. Oder einen fünfstelligen Betrag in eine Ausbildung in Kanada zu investieren, ohne genau zu wissen, wie ich das finanziell wuppe. Ich glaube aber auch: wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Jeder Schritt aus der Komfortzone hat mich schlussendlich zum Strahlen gebracht und ist belohnt worden. Im Zweifel handele ich nach NO or GO: zieht sich mein Bauch zusammen ist es ein No. Dehnt er sich aus, ist es ein Go. Das hat bisher besser funktioniert als alles logische Eruieren. Und hat mir geholfen mit einer Ruhe Wagnisse einzugehen.


WER NICHT WAGT, DER NICHT GEWINNT.


 

Wie bist du auf die Idee zum CRAFT YOUR CALLING business bootcamp gekommen? War es eine schwere Entscheidung für dich zu gründen?

Kaja: Der Schritt in die Selbstständigkeit kam damals auch für mich überraschend und war sicherlich in dem Moment das gefühlt größte Wagnis, was ich eingegangen war. Aber gleichzeitig auch eine logische Konsequenz. Ich wusste, dass ich meinen Job nicht mehr machen wollte und konnte. Ich hatte verschiedene Angebote, aber keines konnte mich wirklich überzeugen. Und da stand dann auf einmal die Selbstständigkeit im Raum und meine innere Stimme sagte „Ja“.  Also bin ich ihr gefolgt und habe den Schritt bisher nicht bereut. CRAFT YOUR CALLING ist dadurch entstanden, dass viele Angebote an der Realität von Frauen vorbei gedacht sind. Es gab kein Format, welches sich nicht nur mit Tools und Strategien, sondern auch den persönlichen Aspekten von Entrepreneurship auseinandersetzt. Und ich wollte eine flexible Verfügbarkeit, damit auch potentielle Mompreneurs die Inhalte in ihren Tagesablauf integrieren können. Also habe ich all meine Erfahrung im Gründungs-Coaching und meine Expertise in der Begleitung transformativer Prozesse in einen Online-Kurs gepackt, welcher gleichzeitig Coaching und Community beinhaltet. Mein Ziel war es ein Format zu schaffen, welches Frauen auf dem Weg zu ihrem eigenen Lifestyle-Business unterstützt. Und ich bin sehr dankbar, wenn ich sehe, wie die bisherigen Teilnehmerinnen ihre Ideen umgesetzt und ihr Leben verändert haben. Ich wollte einen sicheren Rahmen zum offenen Austausch und gleichzeitig ein Format zum Umsetzen des eigenen Traums schaffen – deswegen sind die Plätze auch limitiert und das Ganze findet nur max. 1mal im Jahr statt. Exklusiv und effektiv ist das Motto und am 16. Mai startet das Bootcamp für dieses Jahr.

Was hast du beruflich gemacht, bevor du deine persönliche Erfüllung in deinem heutigen Tun gefunden hast?

Kaja: Nachdem ich zunächst die Luft auf dem europäischen Parkett in Brüssel geschnuppert habe, war ich für eine NGO als Programm-Manager von 14 Ländern für Projekte im Bereich Unternehmertum und Social Entrepreneurship tätig. Nach dem Schritt in die Selbständigkeit hat es auch noch einige Zeit gedauert, bis ich mir endlich erlaubt habe, so zu arbeiten, wie ich es wirklich wollte. In den ersten Jahren habe ich mich noch etwas zu sehr danach gerichtet, was mir geraten wurde, anstatt das zu tun was mich gerufen hat. Der wirkliche Schritt in die Erfüllung kam dann, als ich auch konsequent all meine freiberuflichen Projekte gekappt habe, um mich 100%ig meiner Mission zu widmen: Frauen in ihre Kraft zu bringen.

Du hast jahrelang mit Perfektionismus, Arbeitssucht und emotionalem Essen gerungen. Wie hast du es geschafft dich davon zu befreien und von den Glaubenssätzen, die dazu beigetragen haben, zu lösen?

© KAJA OTTO

Kaja: Mein Schlüsselerlebnis war die Erkenntnis, dass ich nach Parametern handelte, die nicht wirklich die meinen waren, sondern die einer leistungsgeprägten Gesellschaft. Wir werden nicht gelobt, wenn wir mit unserem pinken Tütü Pirouetten auf der Blumenwiese tanzen, weil es uns Spaß macht, sondern wenn wir gute Noten nach Hause bringen. Also habe ich mich gefragt, was Erfolg für mich bedeutet und wie mein Tanz auf der Blumenwiese eigentlich aussieht. Mir wurde klar, dass es für mich relevant ist, wie ich mich fühle und nicht wie ich im Vergleich zu anderen dastehe. Weder Perfektionismus noch Arbeitssucht führen dazu, dass ich mich gut fühle. Süchte sind auch immer eine Suche nach etwas, also habe ich mich ans Finden gemacht. Da ging es um unterdrückte Gefühle, weggewischte Wünsche und vergessene Wahrheiten. Je mehr ich diesen Raum gegeben habe und sie erfüllt habe, desto mehr habe ich mich auch erfüllt gefühlt. Mittlerweile brauche kein Essen mehr, um die Leere zu füllen, sondern erlaube mir mein Leben mit den Dingen zu füllen, die mich glücklich machen. Suche nach Erfüllung ist zu einem Finden im Hier und Jetzt geworden.

Kannst du uns deine persönlichen Werte nennen, welche dich im Hier und Jetzt jeden Tag aufs Neue zum Leuchten bringen?

Kaja: Ich habe mittlerweile meine FUNDAMENTALS FOR FULFILLNESS, also meine Grundsätze fürs Glücklich Sein. Das sind 10 fundamentale Leitsätze, die mein Handeln bestimmen. Außerdem glaube ich unumstößlich an Liebe als den höchsten Wert von allen. Und daran, dass ich meinen Nächsten nur dann wirklich lieben kann, wenn ich zuerst mich selbst liebe. Ich praktiziere täglich Dankbarkeit und empfinde sie für viele Dinge, die ich früher als selbstverständlich hingenommen habe. Und ich habe eine tiefe Demut vor dem Leben und dem Weg eines jeden einzelnen.

Was erwartet unsere Teilnehmerinnen beim ersten Hamburg: FIELFALT femsemble mit dir am 28. April 2016? Ohne zu viel zu verraten 😉

Kaja: Es wir einen interaktiven Impuls geben, bei dem ich einige meiner erprobten Tools teilen werde. Im Fokus steht die Frage: Was will ich wirklich und wie kann ich es bekommen? Wir werden uns auf eine Reise begeben, die garantierte Denkanstöße beinhaltet und die Perspektive verändern wird. Das Ganze ist total alltagstauglich und pragmatisch an der Lebenswelt von heute orientiert und kann direkt mit nach Hause genommen werden.

Du bist auf verschiedenen Veranstaltungen unterwegs und verbringst auch gerne Zeit im Ausland und auf Reisen, wie entspannst du dich zwischenzeitlich am besten?

Kaja: Was für mich essentiell ist, ist Zeit für meinen Tee am Morgen. Der gehört zu meinen nichtverhandelbaren Tageselementen. Ich habe gelernt in meinem Terminplan nicht mehr als 60% der Zeit zu füllen und Zeit mit mir einzuplanen. Ich plane meine Zeit großzügiger als früher und bin immer mit Puffer am Flughafen oder Bahnhof, damit ich gar nicht erst in Stress komme. Einer meiner Leitsätze ist dabei: I am a human being, not a human doing. Es geht darum zu sein und nicht permanent etwas zu tun. Und so versuche ich auch mein Leben zu gestalten. Ich bin eine Freundin der kleinen Dance-Breaks und gehe jeden Tag mindestens 1 Stunde an die frische Luft – egal wo ich bin. Und ich liebe es, mich mit einem Buch in Cafès zu setzen und Menschen zu beobachten.

Vielen Dank liebe Kaja, für dein Vertrauen, deine Offenheit und deine wunderbaren Worte. Wir freuen uns sehr auf Donnerstag mit dir!

Falls ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel habt, schreibt uns gerne jederzeit eine Mail an mail@fielfalt.de!

Bildquelle: © KAJA OTTO

Lust auf unseren Newsletter?

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply