BLOGAZINE PORTRAITS Weitere Beiträge

FORGESTELLT: Katharina, Louisa und Isabel von der Local Shopping App FINDELING

12. Oktober 2016
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

Ich denke jeder kennt das Problem, dass alle ihre Produkte schnell geliefert bekommen möchten und die Einzelhändler dabei auf der Strecke bleiben. Heute stellen wir euch daher die Gründerin und Standortleitungen der App Findeling vor. Was es mit der App auf sich hat, erklären die Damen im Interview. 🙂



Hi ihr drei stellt euch doch bitte kurz einmal vor. Wer seid ihr und was macht ihr den lieben langen Tag?

© FINDELING

© FINDELING

KATHARINA WALTER (Gründerin // Hamburg): Ich bin Katharina, Wirtschaftspsychologin, 26 Jahre alt und komme aus Hamburg. Bei Findeling bin ich dafür zuständig, die wichtigsten Aspekte des Kaufens im Hinblick auf psychologische Aspekte zu analysieren und so das Grundkonzept für unsere App und Website zu definieren – und regelmäßig zu optimieren. Ich stelle mir quasi täglich die Fragen: Aufgrund welcher Vorteile kaufen Verbraucher lokal ein?  Wie denkt unsere Zielgruppe? Und wann suchen sie online nach Läden oder Produkten? Zu welcher Gelegenheit suchen sie ein inhabergeführtes Geschäft auf (dessen Konzept wir ja mit Findeling unterstützen möchten)  und wann werden sie eher online oder bei einer großen Kette fündig? Meine tägliche Aufgabe ist es, die Vorzüge und Vorteile der kleinen, mit Herz geführten Läden herauszuarbeiten, sie auf unsere Marketingstrategie und unsere Software-Entwicklung anzuwenden,  und unsere Idee an möglichst viele Menschen zu kommunizieren. Kreative und gestalterische Prozesse machen mir ganz besonders viel Freude. Besonders, wenn wir Findeling gemeinsam im Team immer wieder neu erfinden und man dabei zusehen kann, wie das Produkt jeden Tag besser wird. Wenn ich heute überlege, wie der erste Prototyp aussah – da hat sich seitdem schon jede Menge getan.

© FINDELING

© FINDELING

LOUISA JÜLICH (Ladenscout // Standortleitung Köln):  Als ich 2013 von Köln nach Hamburg gezogen bin, habe ich zum ersten Mal von der Idee von Findeling erfahren. Als das Startup dann zwei Jahre später in die Tat umgesetzt wurde bin ich nach kurzer Überlegung sofort mit eingestiegen. Katharina und Florian, die beiden Gründer, kenne ich schon seit vielen Jahren und war begeistert von der Idee, eine „Local Shopping“-App ins Leben zu rufen, die die einzigartigen Läden unserer Stadt einfacher in Internet findbar macht – denn dort sucht und erkundigt sich heutzutage jeder. Ob nach Inspiration, nach bestimmten Produkten oder nach seiner Lieblingsmarke. Da leuchtete mir eine Suchmaschine und Inspirationsplattform als Lösungsansatz absolut ein.

Seit meinem Start als Ladenscout bei Findeling war ich in mehr als 1.300 Geschäften und habe dabei die großartige Vielfalt an Kreativität gesehen, die die kleinen Läden zu bieten haben: Von Deutschlands erster „Keks-Designerin“ über die Upcycling-Manufaktur, die aus alten Ölfässern neue stylische Schränke schweißt, bis hin zur aufstrebenden Jungdesignerin mit ihrem eigenen kleinen Atelier. Alle diese Läden bieten uns Dinge, die auf keinen Fall aussterben dürfen: Individualität, Charakter und ein buntes Stadtbild. Das motiviert mich jeden Tag dabei, Läden aufzuspüren und sie von unserer App und unserer Mission „Kleine Läden an die Macht“ zu begeistern.

© FINDELING

© FINDELING

ISABEL BLEIENHEUFT (Ladenscout // Standortleitung Berlin): Ich bin Isabel, gebürtige Kölnerin und seit einem Jahr Wahlberlinerin. Seit Mitte 2016 ist es bei Findeling meine Aufgabe die besonderen inhabergeführten Geschäfte in Berlin zu entdecken und bei uns aufzunehmen. Dass Berlin in allen Bereichen sehr vielfältig und individuell ist, stellt dabei einen großen Spaßfaktor in meiner Arbeit dar: Hier gibt es unheimlich viel zu entdecken und jede Seitenstraße bietet etwas neues. Trotzdem glaube ich,  dass die meisten noch an den falschen Orten suchen. Oder, dass viele aus Gewohnheit immer wieder die selben bekannten Ketten ansteuern, weil sie einfach nicht genau wissen wo sie sonst fündig werden könnten und auch das Angebot der lokalen Läden nicht wirklich auf dem Schirm haben. Bei meinen Touren durch die verschiedenen Kieze bin ich selbst immer wieder überrascht, was für eine Vielfalt und Vielzahl an außergewöhnlichen kleinen Läden sich abseits der großen Einkaufsstraßen verbirgt. Wenn ich dann noch ein herzliches Gespräch mit den passionierten Ladenbesitzern führe, frage ich mich: Warum sollte man jemals wieder unpersönlich online einkaufen wollen? Mir ist es daher ein großes Anliegen, diese Läden sichtbar zu machen und Verbraucher wieder zu lokalem, nachhaltigerem Einkaufen zu animieren.

Findeling ist …

… dein kleiner Einkaufshelfer, der dir einzigartige lokale Alternativen zu großen Ketten und Online-Shops in deiner Nähe zeigt. Ob du deine Lieblingsmarke suchst, neue Läden in deinem Viertel entdecken möchtest oder ein Geschenk suchst – wir helfen dir durch Inspiration, den aktuellen Neuigkeiten der Läden und sogar virtuellen Shoppingtouren dabei, den perfekten Laden für dich zu finden.

© FINDELING

© FINDELING

Wir glauben an Nachhaltigkeit und an den bewussten Kauf. An Qualität statt Quantität. An kurze Transportwege, fair Gehandeltes und mit Sorgfalt Produziertes – und an die Liebe zum Ladenbesuch.  All das finden bewusste Verbraucher mit einem guten Auge für Individualität, Nachhaltigkeit und Lokalverbundenheit bei uns – und die Läden profitieren von neuen Kunden und einer besseren Sichtbarkeit im Internet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, solch eine App aufzubauen?

Katharina: Während meines Masterstudiums in Hamburg habe ich auf St. Pauli gewohnt – also sehr zentral mit der Innenstadt und dem Schanzenviertel praktisch vor meiner Nase. Trotzdem ist mir damals während der Lern- und Klausurphasen aufgefallen, wie häufig Paketboten bei mir klingelten um Pakete meiner Nachbarn bei mir abzugeben. Das ganze Treppenhaus war voller Päckchen, Abholzettel und Verpackungsmüll von großen Online-Konzernen. Als lokalpatriotische Hamburgerin stellte sich mir da die Frage, ob bei diesem Einkaufsverhalten nicht die kleinen, charmanten Läden in der Nachbarschaft zu kurz kommen. Warum kaufen die Leute so viel online, obwohl sie mitten in der Stadt wohnen?

Dass der Aspekt der Lieferung beim Online Shopping natürlich bequem ist, war mir klar – aber dann kam mir in den Sinn, dass zwar das Internet nach Einkaufsmöglichkeiten durchsuchbar ist, die Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe aber noch nicht. Wenn also die Leute wüssten, wie viel der Laden um die Ecke zu bieten hat und wo sich die einzigartigen Geschäfte verstecken, dann würden sie viel mehr lokal kaufen.

Wie seid ihr genau vorgegangen? Habt ihr die Idee in einem kleinen, dunklen Raum entwickelt, sie dann gepitcht, Geld eingesammelt und Leute eingestellt? Oder ist das eher eine Idealvorstellung?

Tatsächlich haben wir – ganz untypisch für ein Startup – bisher noch nicht vor großen Geldgebern gepitcht. Unser Konzept ist super persönlich und auch der Kontakt und Austausch zu den Läden ließe sich auch nicht mit den Strukturen einer großen Firma mit vielen Gesellschaftern vereinbaren. Wir haben die Firma also ganz bodenständig von der Pieke an aufgezogen, unser Erspartes zusammengekratzt und wollen auch in Zukunft weiterhin nachhaltig und langfristig wachsen.

Welche guten Dinge sind euch in der Gründungszeit widerfahren und vor welchen Herausforderungen standet ihr? Gibt es Tipps, die ihr an dieser Stelle teilen möchtet?

Das Positivste an der Gründungsphase waren die Euphorie, die mit wilden Ideen gefüllten Abende im Büro und die großartige Unterstützung von Freunden, Kollegen und Familie. Eine riesige Herausforderung war leider die Bürokratie in Deutschland. Eine Firma zu gründen bringt eine Menge Papierkram mit sich und auch staatliche Einrichtungen, die dabei unterstützen wollen, helfen einem nur bedingt weiter. Leider sieht es auch mit der finanziellen Förderung hierzulande eher mau aus. Wer als Student eine Firma gründet, erhält zum Beispiel im Gegensatz zu dem Gründungszuschuss aus der Arbeitslosigkeit keine Unterstützung. Man kann sich zwar als Studierender mit einem Prototypen für Förderungen bewerben – darf aber auch vorher noch keine Firma gegründet haben. Im Endeffekt lernt man aus der Gründungsphase, dass man es ganz aus eigener Kraft schaffen muss.  Diese Erkenntnis ist aber wichtig und lehrt einem auch in Zukunft, immer möglichst unabhängig zu bleiben. Nur so kann man wirklich selbstständig arbeiten und seine Ideen verwirklichen.

Welche Vision steht hinter dieser Verwirklichung? Wolltet ihr schon immer selbstständig sein?

Jede von uns wusste wahrscheinlich schon immer, dass ein klassischer Einstieg als Junior in einem Konzern nicht unser Weg sein würde. Auch wenn selbstständiges Arbeiten viel Verantwortung und Zeit verlangt – es macht unheimlich viel Spaß dabei Erfolge zu sehen. Auch das Feedback der Ladenbesitzer ist manchmal wirklich überwältigend und motiviert einen sehr. In einem Startup zu arbeiten heißt nicht nur für sein Geld zu arbeiten, sondern auch hinter einer Idee zu stehen und eine Vision umsetzen zu wollen. In unserem Fall ist das, die Ladenvielfalt durch das Bewerben der kleinen Läden zu fördern, ein buntes Stadtbild zu erhalten und unsere Einkaufskultur wieder zurück zum bewussten, analogen Kauf zurückzubringen.

Ist es für euch der Inbegriff von Freiheit, wenn ihr selbstbestimmt arbeiten könnt?

Für uns alle war es schon immer wichtig, nicht nur für das Wochenende zu leben. Wer sich am Sonntag nicht auch ein bisschen auf Montag freuen kann, der verbringt leider die meiste Zeit in einem Job, der ihm keine Zufriedenheit gibt. Besonders unserer „Generation Y“ wird ja auch nachgesagt, dass wir uns selbstverwirklichen wollen und gerne eigenständig arbeiten möchten. Das trifft auch auf uns zu und wir schätzen den kreativen Freiraum, den wir jeden Tag nutzen können.

Local Shopping neu gedacht und tauglich gemacht für die Digitalisierung. Ihr möchtet Kontakt aufnehmen oder habt generell noch Fragen, dann kommentiert gern unter diesem Artikel: „FORGESTELLT: Katharina, Louisa und Isabel von FINDLING“ oder aber ihr meldet euch per Email bei mir.

Eure Julia

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply