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FORGESTELLT: Dr. Laura Sophie Dornheim, Head of Done.consulting

3. Mai 2016
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Liebe Laura, Du wirst auf unserem GET EMPOWERED SUMMIT den Workshop zum Thema „Gründen und Selbständigkeit“ leiten. Was verbirgt sich inhaltlich dahinter und was genau erwartet die Teilnehmerinnen?

Laura: Ich werde einen kleinen Rundumschlag machen. Ich will Frauen dafür begeistern, sich selbstständig zu machen, das klappt am besten mit Erfolgsstories von inspirierenden Gründerinnen. Und ich will allen die Basics mitgeben, das Handwerkszeug zum Gründen. Themen wie das Erstellen eines Businessplans, die Wahl der richtigen Rechtsform und natürlich Finanzierung wirken oft schwieriger und damit abschreckender, als sie in Wirklichkeit sind.

Was war für dich ausschlaggebend, den Event zu unterstützen? Liegt dir das Thema „Female Empowerment“ am Herzen?

Laura: Aber hallo! Ich habe seit ich denken kann, in männerdominierten Bereichen gelernt und gearbeitet, irgendwann konnte ich nicht mehr ignorieren, dass Männer gerne viel überzeugter von sich sind, auch wenn sie nicht wirklich besser sind. Was wir Mädchen abtrainieren, nämlich “einfach mal zu machen”, müssen wir später als “Female Empowerment” mühsam wieder aufholen.

Du bezeichnest dich selbst als Feministin. Was bedeutet Feminismus für dich persönlich und wie hat sich diese Einstellung bei dir entwickelt?

Laura: “Feminism is the radical notion that women are people.” Dieses Zitat bringt es für mich am besten auf den Punkt. Aber ich könnte allein zu dieser Frage ein ganzes Essay schreiben! Feminismus ist so vielseitig, hat soviel Gesichter und soviel Causes. Und er ist lange nicht nur ein Frauenthema. Alle Menschen, egal welchen Geschlechts, profitieren von freieren Entfaltungsmöglichkeiten und echter Chancengleichheit.
Entwickelt hat sich meine Haltung zum Feminismus eigentlich gar nicht, ich war schon im Kindergarten Feministin.

Du hast mehrere Jahre in der Wirtschaftsberatung – in einer Männer-dominierten Branche – gearbeitet. Was waren deine Erfahrungen?

Laura: Unternehmensberatung ist ein großartiger Karriereeinstieg. Man lernt arbeitet an immer neuen Projekten und lernt dadurch extrem schnell und extrem viel. Ich hatte das Glück, mit tollen Kollegen zu arbeiten, die wirklich alle gleich behandelt haben. Aber natürlich ist die ganze Branche vom Stereotypen des weißen Mannes im grauen Anzug geprägt. Das kriegt man immer wieder mehr oder weniger zu spüren.

Würdest du im Nachhinein betrachtet sagen, es gab Situationen und Momente, die aufgrund deines weiblichen Wesens schwierig waren?

Laura: Am nervigsten sind die kleinen Dinge. Wenn das Reisebüro fragt, für welchen Herren man denn bucht. Oder ein Kunde automatisch den jüngeren aber eben männlichen Kollegen für den Projektleiter hält.
Auf einem meiner letzten Businessclans-Flüge hat sich die Stewardess suchend nach “dem Dr. Dornheim” umgesehen, obwohl mein Vorname ja auch auf dem Ticket steht. Natürlich schmunzelt man über sowas. Aber es ist eben auch eine konstante Erinnerung daran, dass man nicht dem “Normalfall” entspricht.
Andererseits hatte ich auch oft das Gefühl, dass es mir gerade in schwierigen Projektsituationen einfacher fällt, eine Beziehung zu meinen Ansprechpartnern aufzubauen. Es ist natürlich auch ein bisschen Klischee, aber einer Frau gegenüber fällt es vielen Kunden leichter, offen über Probleme zu reden.

Deine Doktorarbeit bezog sich auf Frauen in der Unternehmensberatung. Was waren die markantesten Ergebnisse deiner Studie dazu?

Laura: Eines der offensichtlichen Ergebnisse ist, dass selbst Beratungsunternehmen, die sich für mehr Diversity engagieren, es kaum schaffen, Frauen so lange zu halten, dass sie in Führungspositionen gelangen.
Und entgegen der weiterverbreiteten Annahme liegt das nicht hauptsächlich daran, dass Frauen Kinder bekommen und dann nicht mehr in diesem stressigen Job arbeiten wollen. Es liegt daran, dass die meisten Beratungen und vor allem die meisten Unternehmensberater zwar mehr Kolleginnen haben wollen, aber nur sehr ungern ihre eigenen Denk- und Verhaltensmuster ändern wollen. Solange aber das Ideal des Unternehmensberaters als Alpha-Mann existiert, werden es Beraterinnen immer schwerer haben, in dieser Branche Fuß zu fassen.

Du hast dich außerdem politisch bei den Piraten engagiert. Was hast du aus dieser Zeit gelernt und an Erfahrungen mitgenommen?

Laura: In Sachen Gleichberechtigung habe ich vor allem gelernt, dass patriarchale Strukturen ziemlich unabhängig von Branchen oder Szenen sind. Piraten und Berater könnten unterschiedlicher nicht sein, aber die Kommentare auf Themen wie z.B. die Frauenquote sind ziemlich ähnlich.
Aber ich habe in der Piratenpartei auch die großartige Erfahrung gemacht, dass man Menschen, mit ein bisschen Geduld und guten Argumenten zum Nachdenken bringen kann. Konfrontation ist in der Politik und gerade in Sachen Feminismus wichtig, aber auf persönlicher Ebene kommt man mit Offenheit viel weiter.

Du bist/warst auch selbständig tätig. Gibt es Erfahrungen oder Learnings, die du selbst gemacht hast und welche deiner Meinung nach speziell Frauen beim Gründen beachten sollten?

Laura: Der erste Schritt ist entscheidend. Von sich, seiner Idee und seiner Arbeit überzeugt sein und das immer wieder und jeden Tag stolz zu zeigen ist für Frauen oft schwieriger als für männliche Gründer. Aber es lohnt sich!
Netzwerke bilden und nutzen ist für Frauen besonders wichtig, für Gründerinnen wie für Angestellte.

Du sagst: „Gründerinnen sind die besseren Gründer!“ Warum?

Laura: Das sage nicht ich, dass sagt die Statistik! Frauen agieren tendenziell verantwortungsvoller, das zeigt sich in den Zahlen. Unternehmen, die von Frauen geleitet werden, sind langfristig finanziell erfolgreicher und melden deutlich seltener Insolvenz an.

Vielen Dank liebe Laura und bis bald!


Melde Dich jetzt zum GET EMPOWERED SUMMIT am 26. mai mit MentorMe und EY in Berlin an! Wir freuen uns sehr auf Dich!

 


 

Bildquelle: © Dr. Laura Sophie Dornheim

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