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FORGESTELLT: Lilija von Orbasics

9. März 2018
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Lilija hat lange Zeit nachhaltige, hochwertige und schöne Kleidung für ihre Tochter gesucht, die zu einem fairen Preis erhältlich ist. Als sie nicht fündig wurde, hat sie kurzerhand ihr eigenes Label Orbasics gegründet, für das gerade eine Kickstarter-Kampagne läuft. Was das Besondere an Ihrer Kleidung ist und wie so eine Gründung eigentlich abläuft, erzählt sie uns im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Lilija, Welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Lilija:

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Lilija: Zielstrebig, durchsetzungsfähig, empathisch.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Lilija: Ich fange den Tag mit Atemübungen von Wim Hof an, anschließend meditiere ich zwischen 5 und 15 Minuten. Das hilft mir bei mir zu bleiben und auch den stressigsten Alltag bewältigen zu können. Dann kümmere ich mich um die Kinder und wenn sie aus dem Haus sind, genieße ich in Ruhe meinen ersten schwarzen Kaffee bevor ich mich in die Arbeit stürze.

Du bist gerade dabei dein Label Orbasics über eine Kickstarter-Kampagne zu finanzieren – wie kam es zur Idee Dich selbstständig zu machen?

Lilija: Ganz einfach: Ich hatte selbst Bedarf. Ich konnte keine Kinder-Basics für meine Tochter finden, die nachhaltig produziert werden und hochwertig und schön sind, aber gleichzeitig einen vernünftigen Preis haben. Entweder findet man billige Fast-Fashion Produkte von Konzernen oder Bio-Kleidung aus kleinen Boutique-Läden, die leider oft sehr hochpreisig ist. Die Idee ist ziemlich schnell ausgereift und im Frühjahr 2017 habe ich gegründet.

Was ist das Besondere an Deinem Label Orbasics?

Lilija: Wer selbst schonmal nach umweltfreundlicher, hochwertiger, schöner und gleichzeitig erschwinglicher Kleidung gesucht hat, weiß, dass diese sehr schwer zu finden ist. Genau das ist das Besondere an uns: Nachhaltigkeit und Premium-Qualität verbunden mit Bezahlbarkeit.
Die Kleidung wird durch den exklusiven Onlineverkauf direkt an den Endkunden, also ohne Zwischenhändler, für alle Eltern bezahlbar gemacht.

Nach welchen Kriterien hast du deine Fabrik in Portugal ausgewählt??

Lilija: Ich habe viel Zeit damit verbracht, einen vertrauensvollen und geeigneten Hersteller zu finden. Für mich gab es 3 wichtigste Kriterien:

  • Standort in Europa
  • Nachhaltigkeit: Ich habe einen Hersteller gesucht, der GOTS zertifiziert ist, also nach GOTS Kriterien produziert. Diese stellen schon mal sicher, dass die ganze Produktionskette kontrolliert wird. Nur die Stoffe, die zu mindestens 70 % aus reiner Naturfaser bestehen, können überhaupt zertifiziert werden. Auch soziale Mindeststandards müssen erfüllt werden.
  • Stoff- und Verarbeitungsqualität: Ich wollte unbedingt etwas Besonderes finden, einen Stoff, an den man sich nach dem Anfassen erinnert. Es war nicht einfach, aber ich habe es tatsächlich geschafft.
    Ich hatte wirklich großes Glück mit dem Hersteller in Portugal. Die Firma ist familiengeführt und bisher war die Zusammenarbeit großartig. Die Nähe zu Portugal erleichtert die Kommunikation und das Reisen auch ungemein.

Wie kann man sich die Gründung eines Fashionlabels Schritt für Schritt vorstellen?

Lilija: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht, ob mein Weg das Vorbild für eine Fashionlabel-Gründung gelten kann. Ich denke, es funktioniert wie bei allen Startup. Erst kommt die Geschäftsidee, dann die Marktrecherche, dann folgen Validieren und Einschätzen des Potentials und dann legt man entweder los oder man lässt es sein.
Für mich kam ein neuer und für mich bisher unbekannter Aspekt hinzu: Das Entwerfen und Designen der Kleidung. Wie alles Neue muss man eben mit den Basics anfangen, sich belesen und recherchieren. Ich hatte eine Vision, aber keine Skills. Deshalb habe ich mir Hilfe geholt und habe mit 2 Berliner Designerinnen zusammengearbeitet. Ich habe viele Tage und Wochen damit verbracht, den perfekten Schnitt zu entwerfen und mich für die Farben zu entscheiden. Es klingt so einfach, aber ich habe es mir schwer gemacht :). Das war ganz schön zäh zwischendurch, aber es hat trotzdem unglaublich viel Spaß gemacht. Auch jetzt denke ich praktisch unaufhörlich an neue Ideen und Designs für weitere Kollektionen.

Wie war dein beruflicher Werdegang bis heute?

Lilija: Ich habe einen ganz normalen Weg bestritten und habe ausschließlich im Angestelltenverhältnis gearbeitet. Das hat mich aber nie wirklich glücklich gemacht. Erst mit der Geburt meiner Tochter habe ich mich in die Welt der Selbständigkeit gewagt. Vor Orbasics habe ich mit einer Freundin einen Styleguide für Kindermode namens Pepe&Nika aufgebaut. Wir haben nachhaltige und hochwertige Kinderprodukte vorgestellt und die Gründerinnen dahinter in einer Interviewreihe portraitiert. Die Arbeit an Pepe&Nika hat mir viel über die Entwicklung einer Lifestyle-Marke und Designs von Kindermode beigebracht und war meine erste Gründung. In dieser Zeit wurde mir auch immer mehr bewusst, dass ich eher ein Produkt-Mensch bin und Orbasics war gefühlt für mich eine natürliche Weiterentwicklung.

Du bist Mutter und Gründerin – wie schaffst du es Familie und Business unter einen Hut zu kriegen?

Lilija: Für mich ist das aktuell die größte Herausforderung überhaupt. Die Zeit ist begrenzt und man muss sie sich einteilen. Je nach Bedarf kriegt der eine oder der andere Bereich mehr Zuwendung. Es bleibt nie gleich 🙂 Ich höre nicht auf zu optimieren und auszuprobieren und wachse jeden Tag mit meinen Aufgaben. Ich glaube, dass es mir genauso geht wie vielen anderen Müttern auch. Man versucht Gleichgewicht zwischen Job und Familie zu halten, mal gelingt es, mal nicht! Aber ich bin total zufrieden und würde an der Situation nichts ändern wollen, außer ein bisschen mehr Zeit zu haben 😉

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Lilija: Persönlich: In Stressphasen ruhig und im Gleichgewicht zu bleiben, Zeit für sich zu finden.
Beruflich: ein Unternehmen auf die Beine zu stellen.

Gerade zu Beginn der Selbständigkeit, wie schaffst du es auf Dich und Dein Label aufmerksam zu machen?

Lilija: Es gibt zum Glück so viele Freunde, Magazine und Influencer, die von dem Produkt begeistert sind und darüber schreiben, dass über Artikel und Beiträge viel Aufmerksamkeit für Orbasics geschaffen wurde. Aber ich beschäftige mich auch viel mit Marketing-Maßnahmen und kreativen Ideen und Aktionen, um mehr Bekanntheit für das Label zu schaffen.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Lilija: Die nächsten Jahre will ich Orbasics widmen, das Unternehmen aufbauen und mit dem Unternehmen auch selbst wachsen.

Wie bildest Du dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Lilija: Ich versuche einmal pro Monat ein neues Business-Buch zu lesen. Immer öfter greife ich auf Plattformen zurück, die Online-Kurse anbieten, wie Skillshare oder Udemy. Oder buche sie direkt bei meinen Vorbildern wie Seth Godin.

Hast du Vorbilder oder Frauen, die dich inspirieren?

Lilija: Das klingt jetzt etwas kitschig, aber alle Frauen um mich herum inspirieren mich, mir fallen fast zu viele ein! Ich habe das große Glück von vielen Powerfrauen umgeben sein – Frauen, die ihre eigene Firma leiten, die kreativ arbeiten, die total beeindruckend den Job mit dem Mama-sein verbinden, und und und…

Welche 3 Tipps zur Gründung eines eigenen Unternehmens kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Sabrina:

  • Mach nur das, wofür du wirklich brennst – Eine Gründung ist oft anstrengend genug. Wenn du voll dahinter stehst, hast du unendlich viel Motivation.
  • Finde Menschen, die dich ergänzen – Man kann nicht alles alleine schaffen. Überlege dir gut, in welchen Bereichen du am meisten Hilfe brauchst und lass dich dort unterstützen.
  • Finde die Balance – Manchmal hat man das Gefühl, dass die Firma das Allerwichtigste ist und man sich um nichts Anderes kümmern darf. Es ist aber immer wichtig, den Ausgleich und auch für sich Zeit zu finden. Das fällt mir persönlich sehr schwer, aber ich bin am Üben 😉

Vielen Dank, liebe Lilija, für das Interview!

Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 29, kommt aus dem schönen Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und Serien.

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