BLOGAZINE PORTRAITS

FORGESTELLT: Marketing-Ass, Yogi & Autorin Solveig

22. Februar 2018
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

 

Solveig hat sich für ein Leben in zwei verschiedenen Welten entschieden: als Angestellte und Freelancer. Wie Ihr Leben zwischen Büro und Yogamatte aussieht und welche Vor- und Nachteile ein solches Leben hat, erzählt sie uns im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Solveig, Welches Buch sollte man unbedingt gelesen haben?

Solveig:
Digital, unabhängig, frei… von Connie Biesalski

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Solveig:
Freiheitsliebend, multi-passionate, anspruchsvoll.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Solveig: Wecker klingelt. Aufspringen, ausschalten und zurück ins Bett springen für 10min. Haha, im Ernst, ich bin kein Frühaufsteher. Wenn ich es doch mal rechtzeitig schaffe, mache ich früh noch etwas Yoga. Mein Frühstück bereite ich immer schon am Vorabend vor, um Zeit zu sparen. In der Regel fahre ich mit dem Fahrrad ins Büro. Manchmal gehe ich während der Mittagspause zum Sportkurs, da das Fitnessstudio praktischerweise gleich nebenan ist. Nach 18 Uhr widme ich mich dann meinem „Feierabend-Startup“ Frankfurt English Yoga Meetup. Ich stelle neue Termine ein, überlege mir neue Formate, kontaktiere Kooperationspartner, bereite Social Media Content vor. Ich genieße es, den Tag mit einer Tasse Tee und einem guten Gespräch ausklingen zu lassen.

Wie war dein beruflicher Werdegang bis zu deiner Selbstständigkeit?

Solveig: Angefangen habe ich als Freelancer. Ich hatte damals einen Job bei einem Start-up in Paris. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich den Job leider aufgeben und bin zurückgezogen nach Deutschland. Ich arbeitete dann aber als freie Mitarbeiterin von Deutschland aus für das französische Unternehmen weiter. Daraufhin bot ich meine Marketing-Services auch für andere Firmen via Upwork an. Das war aber nicht wirklich lukrativ, sodass ich doch wieder nach einer Festanstellung suchte. Seitdem mache ich den Spagat zwischen Freelancer- und Angestellten-Verhältnis. Zu der Zeit habe ich mein erstes eBook „Life Food Self“ veröffentlicht. Daraus wurde ein Blog, später eine Website. Schließlich machte ich ein fünfmonatiges Sabbatical in Australien 2017 und meine Yoga-Lehrer-Ausbildung im Hippie Beach Ort Byron Bay. Zurück in Deutschland gründete ich die non-profit Meetup Gruppe „Frankfurt English Yoga Meetup“ mit der Vision, Yoga für internationale Personen in Frankfurt zugänglich zu machen. Alle Klassen sind rein spendenbasiert. Daraus wurde das, was ich heute „mein Feierabend-Startup“ nenne. Ich bin tagsüber im Digital Marketing unterwegs und abends auf der Yoga-Matte.

Warum hast du dich für die Selbstständigkeit entschieden?

Solveig: Entschieden habe ich mich noch nicht ganz. Ich lerne gerade die gesamte Bandbreite der Vor-und Nachteile, der unterschiedlichen Arbeitsverhältnisse kennen (freier Mitarbeiter, Angestellte, Selbstständige). Kein Modell überzeugt mich bisher zu 100%. Vielleicht muss es das aber auch gar nicht. Vielleicht brauche ich genau diesen Mix, diesen Wechsel und diese Nicht-Routine.

Was genau bietest du deinen Kunden an?

Solveig: Einen bunten Mix: Content Marketing, Digital Marketing Strategie, Redaktion, Visual Design, eBook Kreation, Social Media Marketing, Business Strategie, Deutsch-Unterricht, Übersetzungen und natürlich YOGA 😉

Was sind die Vor- und was die Nachteile deines Lebens als Freelancer?

Solveig: Ich schätze es in einem Bereich wie Digital Marketing arbeiten zu können, da es mir erlaubt, ortsunabhängig zu arbeiten. Man kann dadurch auch für Kunden arbeiten, die am anderen Ende der Welt sitzen. Digitalisierung hat immer Vor- und Nachteile. Man muss schauen, dass man nicht zu sehr zum Einsiedlerkrebs wird, wenn man nur so vor sich hin arbeitet am PC. Umso mehr schätze ich dann den Austausch mit Kollegen und die Begegnungen mit meinen Yoga-Schülern im realen Leben.

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Solveig: Mich immer wieder zu fragen, was möchte ich machen? Was möchte ich erreichen? Was sind meine Ziele? Wer bin ich und wer eben nicht? Was motiviert mich jeden Morgen wieder aufzustehen? Das sind genau die Fragen, bei denen ich immer wieder in mich gehen muss, in mich reinhorchen muss.

Gerade zu Beginn der Selbständigkeit, wie hast Du es geschafft Kunden auf Dich aufmerksam zu machen?

Solveig: Ich habe gemerkt, dass es für mich nur funktioniert für jemanden digital zu arbeiten, wenn man sich davor schon offline begegnet ist. Ich glaube, man muss nicht immer externe Kunden gewinnen – oft fängt es vor der eigenen Haustür an. Also im Bekanntenkreis, über Kontakte, frühere Arbeitgeber etc.

Welchen Tipp kannst Du aus Deiner Erfahrung anderen mit auf den Weg geben, die sich ein Leben als Digital Nomad aufbauen wollen?

Solveig: Es nebenbei anlaufen zu lassen. Also nicht gleich 100% Job kündigen und nach Thailand tingeln. Erst mal schauen, wie es sich anfühlt, als Freelancer zu arbeiten – neben der Festanstellung. Und die Zeit nutzen, sich ein Business Modell zu überlegen für das es sich lohnt, jeden Morgen aufzustehen.

Wie sieht dein Leben momentan aus?

Solveig: Ich lebe in Frankfurt. Genieße es mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren zu können. Gehe 2-3 mal pro Woche zum Yoga als Ausgleich zu meiner sitzenden Tätigkeit. Ernähre mich vegan oder vegetarisch, wenn ich auf Reisen bin. Jeden Dienstag treffe ich meine Yoga-Gruppe. Das gibt mir jedes Mal so einen Motivationspush. Nach Feierabend versuche ich eigene Projekte (mein eBook, Newsletter, Social Media Content) oder die meiner Kunden voranzutreiben. Am Wochenende mache ich gerne 48h Trips mit meinem Partner, um dem Großstadtwahnsinn zu entgehen. Hier meine Escape Guides:
Bologna und Cinque Terre
Texel

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Solveig: Muss man alles planen? Sollte man nicht mehr und mehr auf sein Gefühl hören? Wir haben alle ein Bauchgefühl. Wir müssen nur wieder lernen, darauf zu hören. Meine Pläne? Ich möchte gerne mehr machen, von dem was mich glücklich macht. Also Yoga, Reisen und gesunder Lifestyle und Zeit verbringen mit den Menschen, die mir wichtig sind.

Wie bildest Du dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Solveig: Ich mag die Angebote der Google Zukunftswerkstatt. Man lernt viel in kurzer Zeit und sie sind auch noch kostenlos. Ansonsten öffnet es auch immer wieder den Blick, wenn man an Meetup Events teilnimmt, bei denen Start-ups präsentieren. Ich versuche relativ nahe an der Zielgruppe zu bleiben. Damit ich weiß, wie sie ticken und was sie wünschen, veranstalte ich ab und an Get Togethers. Dabei machen wir kein Yoga, sondern treffen uns in einem Café oder Restaurant. Im Gespräch mit deiner Zielgruppe findest du heraus, was sie beschäftigt. Das hilft mir meine Angebote entsprechend anzupassen. Am Ende kreierst du aber auch immer ein Produkt für dich selbst, denn du bist deine Zielgruppe.

Welche 3 Tipps für einen gesunden Lifestyle kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Solveig:

  • Ich bin ein Fan vom Ölziehen. Das kommt aus der Ayurveda-Lehre. Einfach früh auf nüchternen Magen einen Esslöffel Kokosöl im Mund zergehen lassen und nach 20min wieder ausspucken. Hilft den Rachenraum zu desinfizieren.
  • Ich ernähre mich auch seit 3 Jahren vegan. Ab und an mache ich Ausnahmen und ich esse vegetarisch. Ich habe dadurch mehr Energie und gesundheitlich geht es mir besser. Ich sehe das Thema Ernährung undogmatisch. Jeder muss schauen, was seinem Körper gut tut. Man kann da nicht pauschalisieren. Ich habe auch ein veganes Kochbuch geschrieben.
  • Dritter Tipp? Viel Schlaf, Wasser und sich mit netten, positiven Menschen umgeben 😊

Vielen Dank, liebe Solveig, für das Interview!

Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 29, kommt aus dem schönen Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und Serien.

Keine inspirierenden Geschichten mehr verpassen? Dann melde Dich jetzt zu unserem Newsletter an:

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply