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FORGESTELLT: Meike Dreckmann, Marketing-Pro bei Joidy

12. Oktober 2017
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Für die 28-jährige Meike zählen vor allem die Geschichten, die sich um Geschenke spinnen. Sie ist verantwortlich für das Thema Marketing bei Joidy und berichtet uns im Interview über Diversität am Arbeitsplatz, ihrer Dissertation die sie nebenbei schreibt und verrät uns ihre Lieblingsbücher, für einen gemütlichen Start in den Tag.

 Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Meike: Ich glaube, dass kreativ, neugierig und Schokolade ganz gut passen. 😉

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Meike: Lange Zeit habe ich mich morgens etwa 20 Minuten nach dem ersten Wecker-Schreck aus dem Bett gequält, um relativ pünktlich aus dem Haus zu kommen.

Vor etwa einem Jahr habe ich mich dazu entschieden, viel achtsamer in den Tag zu starten. Inzwischen stehe ich etwa zwei Stunden vor Arbeitsbeginn auf. Mit einem Cappuccino im Bett lese ich (Smartphone außer Reichweite) und höre Musik. Wenn es zeitlich mit einem Kurs in der Nähe passt, gehe ich auch gerne vor der Arbeit zum Yoga. Auf diesem Weg habe ich den ganzen Tag das Gefühl, schon etwas für mich getan zu haben.

 Du warst lange die einzige Frau in eurem Team – wie war das für dich?

Meike: Ehrlich gesagt fand ich das immer sehr schade. Ich arbeite sehr gerne mit Frauen zusammen und vor allem halte ich viel davon, wenn Frauen sich gegenseitig unterstützen. Außerdem wurde inzwischen wissenschaftlich belegt, dass Diversität am Arbeitsplatz ein Schlüssel zum Erfolg des jeweiligen Unternehmens ist. Deshalb habe ich das Thema auch bei meinen Kollegen immer wieder angesprochen. Wir haben uns dann noch einmal zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, wie wir den Status-Quo verändern können. Dazu gehörte natürlich auch, dass wir vergangene Personalentscheidungen viel kritischer hinterfragt haben. Innerhalb weniger Monate ist es uns gelungen, einen Frauenanteil von 50 Prozent zu schaffen. Darauf sind wir als Team sehr stolz. 

Ihr bietet bei Joidy personalisierte Geschenke an – wie ist diese Idee entstanden?

Meike: Vor etwa drei Jahren hatte Timo an einem regnerischen Novembertag die Idee zu einem digitalen Adventskalender. Daraus hat sich dann gemeinsam mit Philippe die Idee zu Joidy entwickelt. Dass Joidy heute ein echtes Geschenkeparadies ist, hat sich über Monate, ja sogar Jahre entwickelt.

Lustigerweise kehren wir in diesem Jahr zu unseren Wurzeln zurück. Wir testen gerade einen digitalen Adventskalender als Weihnachtsspecial in diesem Jahr.

Was war das schönste Geschenk, das du je bekommen hast?

Meike: Schwierige Frage: Einiges ist in der engeren Auswahl, aber ich entscheide mich für ein Bild, dass meine kleine Nichte Rosalie mir gemalt hat. Sie ist gerade eineinhalb Jahre alt und in ihr steckt eine sehr impulsive Künstlerin. 😉 Natürlich hat sie es auch leicht bei mir: Ich finde eigentlich alles süß, was sie macht.

Wie hebt ihr euch von anderen Anbietern ab?

Meike: Was fällt dir spontan ein, wenn du an personalisierte Geschenke aus dem Internet denkst? Ja, genau – kitschige Kissen mit Fotos oder trashige Gravuren auf Bierkrügen. Joidy setzt eher auf verspielte Kreativität. Wir haben außergewöhnliche Geschenke, die alle von Hand liebevoll verpackt werden.

Bei Joidy kann man Geschenksets selbst zusammenstellen – so individuell, wie es die Empfänger*innen selbst sind. Zusätzlich kann jedes Geschenk mit einer ganz persönlichen Videobotschaft personalisiert werden. Das jeweilige Video wird dann entweder gleich nach Öffnen des Links abgespielt oder über den QR-Code auf einer Karte im Paket abgerufen. Grußkarten mit unterschiedlichsten Motiven können übrigens jedem Geschenk kostenlos hinzugefügt werden.

Momentan ist der gesamte Schenkprozess liebevolle Handarbeit. Unser Team schneidet Karten aus, klebt sie, faltet Geschenkboxen, bindet Schleifen und verpackt das fertige Geschenk in einen sicheren Versandkarton.

Besonders ist vor allem auch die Möglichkeit, ein Geschenk via Link zu verschenken. Bei Joidy können die Sender*innen ein echtes Geschenk ganz einfach via Whatsapp/Email oder Facebook-Messenger verschenken. Die beschenkte Person erhält einen Link und kann dann die gewünschte selbst Lieferadresse eingeben. Wenn die Adresse bekannt ist und die Überraschung erst an der Tür stattfinden soll, kann das Geschenk auch direkt an eine Adresse geschickt werden.

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Meike: Beruflich stehe ich gerade vor der Herausforderung, zwei Arbeitsbereichen gerecht zu werden. Neben meiner Tätigkeit bei Joidy, arbeite ich gerade an einer Doktorarbeit in einem ganz anderen Fachbereich. Lange Zeit hatte ich gedacht, dass ich mich zwischen diesen beiden Wegen entscheiden müsste. Doch beides ist mir wichtig und bringt mich persönlich weiter. Es erfordert aber viel Disziplin beide Bereiche nebeneinander mit gleichem Engagement zu verfolgen. Inzwischen habe ich aber eine sehr gute Lösung gefunden. Von montags bis mittwochs arbeite ich für Joidy in unserem Büro am Alexanderplatz. Für die Dissertation habe ich mir einen Coworking Space in Neukölln gemietet. So ist jeder Tag ein normaler und vor allem produktiver Arbeitstag.

Du betreust bei Joidy den Bereich Marketing und besonders auch das Social Media Marketing – wolltest du schon immer in diesem Bereich arbeiten oder hat sich das einfach ergeben?

Meike: Vor allem wollte ich die Startup-Szene kennenlernen. Innovative Geschäftsideen und deren Umsetzung in agilem Projektmanagement haben mich immer schon fasziniert. Im Bereich Marketing hatte ich durch einige Praktika die größere Erfahrung. So hat sich das dann ergeben. Es ist auch ein sehr spannendes Arbeitsfeld, in dem gerade große Veränderungen stattfinden. Man versucht inzwischen viel weniger, den Kund*innen etwas “unterzujubeln”. Vielmehr geht es darum, mit dem eigenen Produkt oder Service echte Kundenbedürfnisse zu stillen. Dafür arbeitet man im besten Fall ganz eng mit der eigenen Zielgruppe zusammen. Diese Herangehensweise gefällt mir sehr gut.

Welchen Tipp kannst Du aus Deiner Erfahrung anderen mit auf den Weg geben, die in einem StartUp arbeiten wollen?

Meike: Die Startup-Szene habe ich selbst als ziemlich offen erlebt. Bei Joidy ist es zum Beispiel egal, was du studiert hast. Vielmehr zählt, wie du dich in einem Arbeitsbereich einbringen kannst. Um einen Fuß in die Tür zu setzen, sind persönliche Kontakte sicherlich hilfreich. Das kann ein Freund von einer Freundin sein, der gehört hat, dass ein Startup Mitarbeiter*innen sucht. Außerdem gibt es zahlreiche Netzwerkveranstaltungen in den größeren Städten. Da kann man einfach mal hingehen und im besten Fall interessante Menschen aus der Szene kennenlernen.

Wie war dein bisheriger beruflicher Werdegang und wie bist du in die StartUp-Szene gekommen?

Meike: Im Bachelor habe ich Angewandte Kulturwissenschaften und Wirtschaftspsychologie in Lüneburg, im Master dann Public History in Berlin studiert. Studienbegleitend habe ich berufliche Erfahrungen in Praktika in Goethe-Instituten in Bangkok und Seoul, in einem Generalkonsulat der Bundesrepublik in New York und in einer Berliner Gedenkstätte gesammelt. Während des Masters habe ich außerdem zwei Jahre lang in einer politischen Stiftung gearbeitet.

Im Master konnte ich neben meinem eigentlichen Studienfach auch 15 Leistungspunkte an der Technischen Universität Berlin in den Bereichen “Innovationsmanagement and Entrepreneurship” erbracht. In diesem Kontext habe ich vor drei Jahren auch Joidy-Gründer Philippe Singer kennengelernt. In einer Studierendengruppe haben wir eine Offline Marketing Challenge für Joidy bearbeitet. Philippe hat das Team geleitet. Nach einer Sitzung hat er mich dann auf dem Flur abgefangen und mich gefragt, ob ich nicht bei Joidy anfangen möchte. Ja, und ab da habe ich erst als Projektmitarbeiterin, dann noch einmal einige Zeit als studentische Hilfskraft gearbeitet und inzwischen bin ich eben in Teilzeit angestellt. 

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Wollt ihr expandieren?

Meike: Eins nach dem anderen. Perspektivisch ist eine schrittweise Expansion auf jeden Fall eines unserer Ziele.

Wie bildest Du dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Meike: Es ist immer klug sich Tipps von denjenigen zu holen, die schon viel auf die Beine gestellt haben. Lehrreich sind aber genauso auch die Erfahrungen derjenigen, die in einem Bereich vorerst gescheitert sind. Durch unser Investorennetzwerk haben wir einen wunderbaren Zugang zu Expertenwissen. Vor unserer TV-Werbung hatten wir beispielsweise einen Workshop mit Lea-Sophie Cramer, der Gründerin des erfolgreichen Startups Amorelie. Für den Bereich Marketing ist es sicherlich auch sehr wichtig, die neuesten Trends zu kennen. In Blogs, Fachzeitschriften und auch Youtube-Tutorials lässt sich Vieles in Kürze erlernen. Inspirierend finde ich beispielsweise auch immer wieder das Wirtschaftsmagazin brandeins.

Welche 3 Tipps für das perfekte Geschenk kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben? 

Meike:

  1. Überlege dir ganz genau, für wen dein Geschenk sein soll. Was macht die Person aus? Weißt du etwas ganz Persönliches? Hat die Person vielleicht mal ein Hobby, ein Interessengebiet oder gar einen Wunsch geäußert?

Beispiel: Deine Freundin hat dir immer wieder erzählt, dass sie total gerne anfangen würde, zu malen. Irgendwie gelingt es ihr nicht, damit zu beginnen. Ein Geschenk könnten beispielsweise Farben zum Malen, eine Staffelei oder eine Leinwand sein. Oder, natürlich ein Gutschein zur ArtNight :).

  1. Frage dich, ob du dem Geschenk eine Botschaft mitgeben möchtest. Willst du der zu beschenkenden Person etwas mitgeben?

Beispiel: Deine Botschaft für das oben genannte Geschenk könnte dann sein: Ich habe dir zugehört und möchte dir helfen, deinen Wunsch umzusetzen.

  1. Bei Joidy habe ich eines gelernt: Die Kombination aus Kleinigkeiten mit einer liebevollen kreativen Geschenkverpackung kann die Überraschung richtig besonders machen.

Beispiel: Für das oben genannte Beispiel könntest du beispielsweise selbst ein kleines Bild malen, dieses fotografieren und es als Karte dem Geschenk beilegen.

Liebe Meike, welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Meike: Da würde ich gleich mal die letzten drei nennen, die ich gelesen habe.

  1. Vom Ende der Einsamkeit” von Benedict Wells. Der Autor erzählt die Geschichte dreier Geschwister, die nach wohl behüteter Kindheit plötzlich ihre Eltern verlieren. Ein sehr trauriges und wunderschönes Buch über den Umgang mit der Vergangenheit im Erwachsenenalter.
  1. Der Trafikant” von Robert Seethaler spielt kurz vorm Zweiten Weltkrieg und erzählt die Geschichte eines österreichischen Jungen, der sich hoffnungslos in eine Varieté-Tänzerin verliebt und Rat bei Sigmund Freud sucht.
  2. Gerade lese ich Die Geschichte des verlorenen Kindes: Band 4 der Neapolitanischen Saga (Reife und Alter) (Neapolitanische Saga) von Elena Ferrante. In dem Vierteiler geht es mit Liebe zum Detail um eine höchst komplexe Beziehung zwischen zwei Freundinnen, die sich aus dem Kindesalter kennen und anschließend unterschiedliche Wege gehen. Jeder der vier Bände begleitet die Frauen auf einem ihrer Lebensabschnitte. Während der erste Band sich noch sehr auf die familiären Hintergründe der beiden Mädchen bezieht, geht es später besonders auch um die politische und gesellschaftliche Rolle der Frau und Feminismus gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Die emotionale Tiefe und Komplexität der Geschichten hat mich vom ersten Band an (“Meine geniale Freundin”) fasziniert.

Vielen Dank liebe Meike für das Interview!

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