Instagram

Follow Me!

BLOGAZINE PORTRAITS

FORGESTELLT: Meike von Die Zukunftsmanufaktur

11. Januar 2018
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

Bremen – Dresden – Boston – London – New York – Bangkok – Algiers – Tunis – Jakarta – Istanbul – Bangkok – Istanbul- Shanghai
Bevor Meike ihre eigene Agentur „Die Zukunftsmanufaktur“ gegründet hat, ist sie nach dem Studium als Projektmanagerin quer durch die Welt gereist. Wie sie dann als Quereinsteigerin in die Kommunikationsbranche kam und welche Herausforderungen sie als Selbstständige zu bewältigen hatte, erzählt sie uns im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Meike, Welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Meike: Oh das ist gar nicht so leicht.
Meine (derzeitigen) Lieblingsbücher sind Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie, Freiheit von Jonathan Franzen und Ein untadeliger Mann von Jane Gardam. Eigentlich müsste ich noch Jonathan Safran Foer und Zadie Smith nennen. Ich lese viel 😉

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Meike: Engagiert, unternehmungsfreudig, offen.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Meike: Ich habe gerade mein Süddeutsche Zeitung Abo wieder aktiviert und beginne den Tag mit der Zeitung und einem Kaffee. Ich finde es super schön und wichtig, die erste Stunde des Morgens noch ohne Smartphone zu genießen. Dann checke ich meine Mails, screene einmal die Social Media Kanäle und lege los.

Du hast Internationale Beziehungen studiert – warum hast Du Dich damals für dieses Studium entschieden?

Meike: Als ich 2004 Abi gemacht habe, gab es in Deutschland nur an der TU Dresden dieses Bachelorstudium der „International Relations“ – ein neu konzipierter Studiengang, der aus Politik, Wirtschaft, Recht, Geschichte und Fremdsprachen zusammen gesetzt war – er hat meine vielfältigen Interessen perfekt abgebildet. Ich hätte mich nicht nur für ein Fach oder zwei Fächer entscheiden wollen. Da nur 36 Studenten pro Jahrgang aufgenommen – und in einem umfangreichen Bewerbungsprozess ausgewählt wurden – war es ein erlesener Kreis an verdammt schlauen Leuten, die da zusammenkam. Wir hatten ein paar eigene Seminare und Vorlesungen, zum Beispiel zu Europapolitik oder Wirtschaftsfranzösisch, ansonsten wurden wir mit den Wirtschaftswissenschaften in VWL und Makroökonomie-Kurse gesteckt, mit den Juristen in Internationales Recht, mit den Geisteswissenschaftlern in Geschichts- und Politikvorlesungen. Das Programm war hart, aber ich habe unglaublich viel gelernt.

London, New York, Bangkok, Istanbul – Du hast schon überall auf der Welt gearbeitet, wie kam es zu der Entscheidung zurück nach Deutschland zu kommen?

Meike: Ich wollte nach fünf Jahren im Ausland zumindest einmal ausprobieren, wie es ist, wieder in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Wenn man sich zu lange an das Expat-Leben gewöhnt, wird es sehr, sehr schwer, da wieder rauszukommen, daher ließ ich es auf einen Versuch ankommen. Und blieb! Ich reise jetzt immer noch viel, aber es ist auch schön, irgendwo seine Basis zu haben und nicht nur aus dem Koffer zu leben.

Du bist als Quereinsteigerin in Deutschland in einen neuen Job gestartet – wie schwierig war das und was hast Du dabei gelernt?

Meike: Es war nicht leicht, aber gleichzeitig super spannend, denn ich habe in unglaublich kurzer Zeit so viel Neues dazu gelernt! Durch die Höhle der Löwen haben wir Investmentprozesse, die normalerweise mindestens ein halbes Jahr dauern, in der Hälfte der Zeit abgewickelt, haben zum Teil mit den Gründern die Unternehmen komplett aufgebaut und entwickelt – angefangen mit der Eintragung der GmbH. Dadurch, dass die Teams von zum Beispiel Frank Thelen oder Jochen Schweizer sehr erfahren waren, habe ich viel von ihnen mitgenommen und es sehr zu schätzen gewusst, dass die Kooperation und Koordination rund um die Sendung und die Deals trotz meines Quereinstiegs so gut funktionierte.

Wann hast Du die Entscheidung getroffen, Dich selbstständig zu machen und eine eigene Agentur zu gründen?

Meike: Nach der Insolvenz von Vural Öger und seinem Ausstieg aus der Sendung Die Höhle der Löwen ging ich erst einmal auf eine sechswöchige Backpacking-Tour durch Zentralamerika, um richtig durchzuatmen und zu überlegen, was ich als Nächstes machen wollte. Schon während dieser Reise wurde ich von Gründern kontaktiert, die in der nächsten Staffel von Die Höhle der Löwen angenommen worden waren – darunter zum Beispiel Sibilla Kawala von LIMBERRY. Sie fragte mich, ob ich sie coachen und in der Kommunikation unterstützen könne. So war sie es letztlich, die die Idee in mir herauf beförderte, mich damit selbstständig zu machen.

Welche Services bietest Du in Deiner Agentur Die Zukunftsmanufaktur deinen Kunden an und was unterscheidet Dich von anderen Agenturen?

Meike: Ich biete PR Betreuung, Textarbeiten, Lektorat, Content Marketing und Kommunikationsstrategie an. Bei Bedarf gebe ich Workshops in PR, wenn Gründer die Öffentlichkeitsarbeit selbst machen wollen, aber nicht sicher sind, wie sie damit am besten beginnen. Ich glaube, es ist die sehr persönliche, individuelle und wirklich maßgeschneiderte Betreuung, die ich anbieten kann. Ich brenne für jeden einzelnen Kunden und versuche immer, das Allerbeste für sie herauszuholen. Standard-Pressemitteilungen 1x im Monat, nur um irgend etwas zu tun, gibt es bei mir nicht.

Was sind deine größten Herausforderungen?

Meike: In der Selbstständigkeit generell und gerade wenn man mit Start-ups arbeitet, ist es nicht leicht, sich finanziell gut über Wasser zu halten. Das ist definitiv eine Herausforderung: Man weiß nie, ob und wann das nächste Projekt kommt, muss sich extrem gut organisieren und verdient um ehrlich zu sein weniger als in der Festanstellung. Dafür profitiert man natürlich von der Flexibilität und ich liebe die Arbeit mit den Gründern – die unterschiedlichen Charaktere und Branchen, in die ich reinschnuppern darf!

Gerade zu Beginn der Selbstständigkeit, wie hast du es geschafft Kunden auf dich aufmerksam zu machen?

Meike: Ich hatte das Glück, dass viele Projekte mich fanden, statt anders herum – das heißt ich wurde empfohlen und als Ansprechpartner genannt. Das war wirklich toll! Später habe ich begonnen, selbst zu publizieren, zum Beispiel Gastbeiträge für Deutsche Start-ups, t3n oder Basic Thinking zu schreiben. Ich pflege meine LinkedIn und XING-Profile sehr regelmäßig und bin als Speakerin oder Teilnehmerin auf Konferenzen unterwegs: So lernt man immer neue Leute kennen und man weiß nie, ob später mal ein Anruf mit einem Auftrag kommt.

Du betreust auch viele Startups, die an der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ teilgenommen haben. Wie kam es dazu?

Meike: Durch die zwei Jahre, die ich für Vural Öger und Die Höhle der Löwen gearbeitet habe, war ich bekannt als jemand, der sich mit der Sendung auskennt. So wurde ich schon immer viel angeschrieben; seit meiner Selbstständigkeit dann mit konkreten Projektanfragen. Zudem kenne ich die anderen DHDL-Teams sehr gut und werde zum Beispiel von Carsten Maschmeyer an seine Start-ups weiterempfohlen. So freut es mich sehr, immer noch mit der Show zu tun zu haben: Sie hat meines Erachtens nach für die Gründerkultur in Deutschland viel getan!

Welchen Tipp kannst Du aus Deiner Erfahrung anderen mit auf den Weg geben, die als Quereinsteiger in einen neuen Beruf starten?

Meike: Man muss oft doppelt so hart arbeiten, dafür lernt man wahnsinnig viel. Ich glaube es geht nur, wenn man die Lust am Lernen und Spaß an Neuem hat, wenn man nicht scheu ist, immer wieder nachzufragen, sich selbst auch privat weiterbildet, wenn man ein gutes Netzwerk hat, das einem hilft und Förderer im Unternehmen, die einen unterstützen.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Meike: Ich möchte die Zukunftsmanufaktur weiter ausbauen: Ich würde mich freuen, ein paar internationale Projekte zu begleiten und verstärkt auch für mittelständische Unternehmen aktiv zu sein.

Wie bildest Du Dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Meike: Ich lese viel, besuche Webinare und Konferenzen, und tausche mich mit Kollegen aus.

Welche 3 Tipps für PR-Arbeit kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Meike:

  • Macht jede Ansprache an Redakteure individuell, das heißt stellt genau heraus, warum ihr denkt, dass gerade er oder sie sich für die Geschichte interessieren könnte
  • Leistet viel eigene Schreibarbeit und bietet eure Artikel als Gastbeiträge an
  • Egal ob am Telefon, in Mails oder im direkten Gespräch: Formuliert das, was ihr macht, neutral und vermeidet Wörter wie „beste“, „führende“, „exklusivste“ – macht die Journalisten lieber hungrig darauf, selbst herauszufinden, was an euer Lösung dran ist und ob sie überzeugt.

Vielen Dank, liebe Meike, für das Interview!

Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 28, kommt aus dem Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und ist ein Serien-Junkie.

Keine inspirierenden Geschichten mehr verpassen? Dann melde Dich jetzt zu unserem Newsletter an:

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply