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FORGESTELLT: Melanie Olbrich, Gründerin von Mel.O.Diy

12. Dezember 2016
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Melanie Olbrich ist Mutter von drei Töchtern  und Gründerin des Mini-Indoor-Spielplatzes Mel.O.Diy, dem ersten gemeinnützigen, nachhaltigen und pädagogisch geführten Indoor-Spielplatz in Deutschland, der es Familien auch bei schlechtem Wetter ermöglicht, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Liebe Melanie, welche drei Adjektive beschreiben dich am besten?

Melanie: Energiegeladen, lösungsorientiert und impulsiv.

Du hast dein Projekt Mel.O.Diy Ende 2015 gestartet. Wie bist du auf die Idee für dieses Projekt gekommen?

Melanie: Am 6.12.15 konnte ich mit Hilfe von Ernst Neumeisters Crowdcamp Webinar die Schranke in meinem Kopf „Ich kann nur mit Geld Ideen umsetzen, ich habe aber kein Geld übrig“ wegmachen und ersetzen mit „Tue Gutes und rede darüber, nutze deine Crowd und mach Crowdfunding“.

Ich war mit meiner Familie in ein Mietshaus gezogen und richtete den 35 qm Keller als Bewegungsraum für meine Kinder und die Tageskinder ein. Unsere Gäste sind begeistert von diesem Raum! Im Herbst 2015 lief ich mit einer Bekannten und unseren Kindern bei Nieselregen durch unseren neuen Wohnort und entdeckten eine alte Scheune, wir sponnen rum und machten daraus in Gedanken eine Spielscheune.

Da mich all das die Wochen danach immer noch intensiv beschäftigte, fing ich an eine Facebook-Gruppe zu gründen und merkte, wie hoch der Bedarf ist. Dann fing ich an eine Analyse über die vorhandenen Indoor-Spielplätze im Umkreis von 50 km zu machen, teilweise fuhr ich mit meiner Familie dort hin oder recherchierte im Internet. Ich konnte Annette Ackermann aus Hamburg mit der „Spielscheune-der-Geschichten“ als Mentorin gewinnen und bekam immer mehr Klarheit wie mein Indoor-Spielplatz sein soll. Vor allem beschäftigte ich mich mit den Alleinstellungsmerkmalen und habe im Grunde genommen alles anders gemacht, als was die anderen so machen in dieser Branche!

Im April 2016 ließ ich meine Idee von einem tollen Gründercoach prüfen, am 21. Juni 2016 gründete ich mit Notar die gUG und im Herbst 2017 kann ich in dem dann neustrukturierten MarktCenter Meckenheim eröffnen.

Wie bist du auf den Namen für das Projekt gekommen? Wofür steht dieser?

Melanie: Mini steht für die Tatsache, das es „nur“ 465 qm sind und nicht 2000qm und mehr wie bei anderen! Mel.O.Diy steht für Melanie Olbrich und Do it yourself! Den Markennamen habe ich schon für meine Kindertagespflege genutzt und mein Lebensgefährte nennt mich schon viele Jahre so.

Hast du Partner, mit denen du das Projekt gemeinsam umsetzt oder bist du Solopreneurin?

Melanie: Ich habe mich bewusst für den Weg als Solopreneurin entschieden, da ich in meinen vorigen Tätigkeiten erkennen konnte, dass es das ist, was mich zufrieden macht. Wenn ich Unterstützung brauche, dann erfrage oder kaufe ich sie mir ein.

Nun bist du Mutter von drei Töchtern. Was ist die größte Herausforderung für dich, deine Arbeit und deine Familie unter einen Hut zu bringen?

Melanie: Der Faktor Zeit ist meine größte Herausforderung. Seit  einem Jahr arbeite ich quasi mehr als Vollzeit: von 8 bis 14 Uhr als Kindertagespflegerin, dann nachmittags bis abends bin ich entweder bei meinen Kindern und arbeite ein bisschen nebenbei so wie es gerade passt am Handy, oder ich habe unsere Babysitterinnen engagiert und ziehe mich ins Büro an den Laptop zurück oder bin bei Terminen außer Haus.

Abends wenn die Kinder im Bett sind, arbeite ich weiter am Laptop, habe Termine, bin beim Sport oder verbringe Zeit mit meinem Lebensgefährten. Teilweise gehe ich erst gegen 0 Uhr zu Bett. Was ich gelernt habe ist mir immer wieder Auszeiten von allem zu nehmen und dann gehe ich zu einem Hof mit Pferden und reite ins Gelände. Eine gute Entscheidung war es auch eine Haushaltshilfe in Anspruch zu nehmen und meine älteste Tochter für Alltagsaufgaben einzusetzen, die sie gerne macht, da sie  sich dann mit den verdienten Summen ihre extra- Wünsche erfüllen kann!

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten drei Eigenschaften oder auch Tools, die Gründerinnen mit Kindern haben oder mitbringen müssen?

Melanie: Dranbleiberin sein, das tun was einem WIRKLICH Spaß macht und immer wieder Zielearbeit

Hast du einen Tipp für Mütter, die eine spannende Idee haben, aber nicht den Mut haben, diese umzusetzen?

Melanie: Die eigene Sprache reflektieren, denn wir haben alle in unserem Kopf eine Stimme die uns mit einschränkenden Glaubenssätzen vollquatscht. Diese ersetzen und einfach loslegen.

Ein Beispiel: „Nie schaffe ich etwas durchzuhalten.“ wird zu „Ich habe viele gute Eigenschaften und bringe meine Aufgaben mit Freude zu Ende.“

Was motiviert dich? Und was hat dich angetrieben, als dreifache Mutter ein Start-Up zu gründen?

Melanie: Ich liebe es Ideen in meinem Kopf in die Tat umzusetzen. Ich betrachte mich selber nicht nur als Mutter, sondern auch als Frau mit dem Bedürfnis mich weiterzuentwickeln. Außerdem brauche ich einen Job, der sich mit meiner Familie in zeitlichen Einklang bringen lässt. Da war schnell klar, dass es eine weitere Selbstständigkeit sein soll, damit ich flexibel reagieren kann, wenn die Kita/Schule zu ist oder mein Lebensgefährte/Babysitterinnen nicht die Betreuung nachmittags oder abends übernehmen können. Mein Indoor-Spielplatz hat dann im Büro einen Bereich, in dem sich meine Kids zurück ziehen können, wenn sie mitkommen.

Mel.O.Diy setzt auf Nachhaltigkeit. Wie setzt du das praktisch um? Und ist das Thema Nachhaltigkeit auch etwas, das du deinen Kindern oder aber auch den Kindern, die deinen Spielplatz nutzen, weitergibst?

Melanie: Das Wort Nachhaltigkeit hat für uns eine Bedeutung bekommen. Es ist ein Wert geworden, den ich vermitteln möchte.

In unserem privaten Alltag haben wir angefangen vor zwei Jahren auf einen Fernseher zu verzichten. Wir verwenden Klopapier aus Bambus, wir essen bewusster und verwenden im Supermarkt Stoffbeutel, in der Kleinstadt fahre ich viel mit Rad oder laufe zu Fuß.  Den Kot unserer kleinen Hündin packe ich in Maisstärkebeutel. Ich repariere Kleidung, kaufe auf Flohmärkten oder nutze Fair-Kleidung, ich nutze Ordner für meine Themen, die schon mal wem anderes gehörten u.v.m.

Im Indoor-Spielplatz setze ich Produkte ein von CWS in den WCs, und LED-Leuchten bringen uns mit Öko-Strom gutes Licht.  Von meinem Lieblingsschreiner lasse ich aus Palettenholz eine Theke und zwei Wickeltische im Stil von Emmi Pikler bauen und aus Holzkabelrollen und Oköfarben gestalten wir mit Familien Tische. Meine Werbematerialien sind größtenteils aus recyceltem Papier, die Getränke und Snacks sind Bio/Fair-Trade und Teller und Tassen werden von meinen Gästen mitgebracht, um Müll zu vermeiden. Der Fussboden ist aus Linoleum, die zwei Motorikzentren sind aus Holz und alle Möbel sind möglichst Secondhand.  Und die Heizung läuft mit Ökoenergie. Wer UnterstützerIn ist, wird mit einem Brandmalkolben in dem 3 m langen Tisch aus altem Bauholz verewigt.

Für die Fair-Trade Snack steht ein Fair-O-Mat ohne Strom bereit und das Team um diesen Automaten bietet Workshops an. Es wird zudem auch Nachmittage geben, an denen wir aus Alltagsmaterial Spielzeug selber machen und uns mit dem Thema Müll auseinander setzen!

Wie geht es mit Mel.O.Diy weiter? Was sind die nächsten Schritte für dich?

Melanie: Ich arbeite an den schriftlichen Konzepten für jeden einzelnen Faktor zum Thema Nachhaltigkeit und Inklusion, ich arbeite an der Webpage und bereite die Startnextkampagne für den 01.06.17 vor.

Wenn du unserer Community einen Lebenstipp mitteilen könntest, wie würde dieser aussehen?

Melanie: Yeah, alle Bücher von John Strelecky lesen! Ich hatte bei den beiden Büchern vom „Cafe am Rande der Welt“ das Gefühl, dass er exakt für mich geschrieben hat. Davor hatte mein Lebensgefährte das Buch gelesen und dachte auch, dass es exakt für ihn geschrieben war. Dieser Mann schafft es, das Herz zu erreichen!

Außerdem „Lache, wenn es zum Weinen nicht reicht“, ein Spruch, der im Wohnzimmer eines alten Mannes aus meiner Kindheit hing und mir immer als erstes einfällt. 🙂

Liebe Melanie, vielen Dank für das Gespräch!

 

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