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FORGESTELLT: Mita Carriman, Cofounder der Reise-App Adventurely

2. März 2016
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Immer mehr abenteuerlustige Menschen wollen verreisen und nicht darauf warten, dass Freunde oder Verwandte Zeit für sie finden. Damit sie eine fremde Stadt trotzdem nicht ganz alleine erkunden müssen, gibt es jetzt die App Adventurely. Wir haben die Co-Gründerin Mita Carriman in New York getroffen.

Gemeinsam die Welt entdecken

Du möchtest die Welt entdecken, hast aber niemanden, der dich auf deinen nächsten Trip begleitet, und alleine zu reisen findest du langweilig? Dann ist die App Adventurely wie gemacht für dich! Mit ihr kannst du dich mit anderen Reisenden verabreden, um gemeinsam Museen und andere Touristen-Attraktionen zu besuchen. Die Beta-Version ist momentan nur für Städtetrips nach New York ausgerichtet, aber schon bald sollen viele andere Großstädte folgen. Wie die Co-Gründerin und gebürtige New Yorkerin Mita Carriman auf die Idee zu der App gekommen ist, was die größten Herausforderungen beim Gründen sind und warum ihr die Leidenschaft fürs Klavierspielen als Gründerin geholfen hat, erzählt sie im Interview.

Liebe Mita, was ist Adventurely und wie genau funktioniert es?

Mita: Adventurely ist eine Reise-App, bei der es darum geht, auf sichere, einfache und schnelle Weise andere Leute kennenzulernen, mit denen du eine fremde Stadt erkunden kannst. Die App ist kostenlos und sie funktioniert ganz einfach: Man wählt die Stadt aus, die man erkunden möchte – in der Beta-Version ist das erst einmal nur New York –, sucht sich eine Touristenattraktion aus, etwa das Rockefeller Center oder den Times Square, und schaut dann, wer in den nächsten Tagen noch Lust auf die gleiche Attraktion hat. Wenn man dann das Gefühl hat, dass man gut zusammenpasst, kann man sich über die App miteinander verabreden.

Wie bist du auf die Idee zu Adventurely gekommen? Reist du selbst viel alleine?

Mita: Um ehrlich zu sein, ich war nie ein typischer Solo-Traveler. Die Idee kam mir 2014, als mein damaliger Freund und ich uns ziemlich unerwartet trennten. Danach wollte ich einfach nur weg. Ich habe von heute auf morgen meine Sachen gepackt und bin zu Freunden nach Philadelphia gefahren. Weil die aber arbeiten mussten, bin ich tagsüber viel alleine unterwegs gewesen, habe mir Museen angeguckt und typische Touristensachen gemacht. Weil das auf Dauer ziemlich einsam war, habe ich das Web nach Apps oder Plattformen durchsucht, auf denen sich Touristen miteinander vernetzen können. Ich habe aber nichts Passendes gefunden. Und da kam mir plötzlich der Gedanke: Vielleicht ist das was, vielleicht könnte ich da etwas Großes draus machen.

Wie ging es dann weiter?

Mita: Ich habe danach bestimmt zwei Wochen lang wach gelegen, weil mich die Idee einfach nicht mehr losgelassen hat. Dann habe ich nacheinander drei guten Freunden, die alle in der Digitalszene unterwegs sind, von der Idee zu Adventurely erzählt. Sie alle waren begeistert und sagten: ‚Mita, das musst du unbedingt machen!’ Das war Ende 2014. Da stand dann für mich fest, dass ich meine Idee auf jeden Fall umsetzen werde.

Und dann hast du dir eine Co-Gründerin gesucht?

Mita: Genau. Die habe ich auch sehr schnell gefunden. Leider hat sich nach ein paar Monaten herausgestellt, dass wir uns zwar persönlich sehr gut verstehen, unsere Arbeitsweisen aber nicht miteinander harmonieren, dass es irgendwie einfach nicht passt. Das war eine sehr harte Erkenntnis, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon so viel Zeit und Energie in die App investiert. Ich hatte wahnsinnige Sorgen, dass das ganze Projekt scheitern würde. Ich bin dann in mich gegangen und habe mich gefragt, ob ich wirklich weitermachen will – und die Antwort war ‚Ja. Ich glaube an das, was ich tue und ich werde jetzt nicht aufgeben!’ Zum Glück habe ich dann recht schnell einen neuen Co-Gründer gefunden – der beste, den ich mir hätte wünschen können. Schon zwei Monate später kam dann die Beta-Version von Adventurely raus.

Schon nach wenigen Wochen hattet ihr über 200 Nutzer. Vor allem bei Frauen ist die App beliebt. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Mita: Adventurely richtet sich zwar gleichermaßen an Männer wie an Frauen. Ich glaube aber, dass die App einen gewissen Nerv getroffen hat. Es gibt so unglaublich viele großartige Frauen, die etwas erleben und von der Welt sehen wollen, die viel Geld haben und das auch gerne für Reisen ausgeben möchten. Gleichzeitig trauen sich viele von ihnen aber nicht, ihre Reisepläne tatsächlich in die Tat umzusetzen, weil sie ein komisches Gefühl dabei haben, ganz alleine unterwegs zu sein. Durch Adventurely haben sie die Möglichkeit, auf sichere Weise andere Reisende kennenzulernen, um gemeinsam eine fremde Stadt zu erkunden.

Du bist nicht nur Gründerin von Adventurely, sondern auch Anwältin. Vor sechs Jahren hast du dich mit deiner eigenen Kanzlei selbstständig gemacht. Was sind die größten Herausforderungen beim Gründen?

Mita: Die größte Herausforderung ist definitiv die Angst vor dem Scheitern, die wohl jeder Gründer kennt. Diese Angst ist ein ständiger Begleiter und so ganz verschwindet sie nie. Mich überkommt bestimmt einmal im Monat eine leichte Panik und etwa einmal im Jahr bin ich einem Zusammenbruch nahe. Zum Glück habe ich ganz gut gelernt, damit umzugehen. Ich habe gelernt, dass das normal ist. Dass ich zwar eine Auszeit brauche, um wieder Energie zu tanken, dass ich danach aber wieder voll durchstarten kann. Dass es anschließend weitergeht und Aufgeben keine Option ist.

Seit deiner Kindheit bist du leidenschaftliche Pianistin, sogar in der Carnegie Hall bist du mal aufgetreten. Gibt es etwas, das du durch das Klavierspielen gelernt hast, was dir auch als Gründerin hilft?

Mita: Ja, definitiv, und zwar, dass Selbstdisziplin unabdingbar ist. Als ich angefangen habe, Klavierunterricht zu nehmen, war ich zunächst nicht besonders gut. Viele andere Kinder aus meiner Nachbarschaft waren bei der gleichen Musiklehrerin und sie schienen einfach sofort alles zu verstehen. Und während ich noch dabei war, Noten zu lernen, haben sie schon ganze Sonaten gespielt. Eines Tages wurde meine Lehrerin wirklich sauer und sagte: „Mita, wenn du gut werden willst, dann musst du dich hinsetzen und etwas dafür tun. Ohne Disziplin geht es nicht.“ Ich habe mir das sehr zu Herzen genommen und von da an habe ich geübt und geübt – und wurde schon bald richtig gut. Damit war der Grundstein für meine heutige Disziplin gelegt. Und die ist sehr wichtig, schließlich hast du als Gründer keinen Chef, du bist dein eigener Chef. Und wenn du dich nicht disziplinierst und arbeitest, dann tut es keiner.

Welchen Tipp hast du für andere Gründerinnen?

Mita: Das Wichtigste ist, immer weiter zu machen! Ich glaube fest daran, dass Gewinnen zu 90 Prozent bedeutet, nicht aufzugeben. Du wirst immer Menschen treffen, die deine Idee kritisieren werden und nicht an dein Projekt glauben. Konstruktive Kritik solltest du dir natürlich anhören und ernst nehmen. Aber das sollte dich nicht daran hindern, weiterzumachen. Du solltest dir immer vor Augen führen: Es gibt eine Person, auf die du dich immer verlassen kannst – und das bist du selbst. Glaube an dich, glaube an das, was du tust, und gib niemals auf!

Bildquelle: © Mita Carriman

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