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FORGESTELLT: Multitalent Katharina Pommer

9. Dezember 2016
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Heute bekommt das Multitalent Katharina Pommer unsere FORGESTELLT BĂŒhne. Sie schreibt inspirierende Lebensratgeber und hat eine eigene Methode entwickelt, die sich uns im Laufe des Interviews noch genauer vorstellen wird. Katharina hĂ€lt VortrĂ€ge und gibt Workshops nur fĂŒr Frauen. Empowerment pur also und Grund genug fĂŒr uns sie zu interviewen!

Liebe Katharina, stell dich bitte kurz einmal vor. Womit verbringst du die meiste Zeit in deinem Alltag?

Ich könnte jetzt sagen, dass ich einen super organisierten und strukturierten Alltag habe, das wĂŒrde vermutlich auch ganz nett in einem Interview klingen und die meisten wĂŒrden es womöglich auch erwarten.

Aber letzten Endes wĂ€re es erstens nicht die Wahrheit und zweitens wĂŒrde sich fast jede Frau beim Lesen irgendwie schlecht fĂŒhlen. So nach dem Motto:

„Wieder so eine Powerfrau, an die ich nie ran kommen kann“.

Ich kann dich als Leserin beruhigen.

Denn Fakt ist, dass ich als Mama von vier Kindern und selbststĂ€ndige Unternehmerin noch so viel planen kann, es kommt sowieso immer anders. Also habe ich mir angewöhnt meinen Alltag zwar  gut zu organisieren, dabei jedoch so flexibel und entspannt wie möglich zu bleiben. Die meisten, die mich privat kennen, fragen mich immer: „Sag mal, wie machst du das eigentlich alles?“ Meine Antwort ist simple: Irgendwann zwischen vollen Windeln und vollen Terminkalendern beschloss ich, die Perfektionismus -MĂŒtze abzunehmen und alles zu entschlacken, was mich davon abhĂ€lt ein erfĂŒlltes Leben zu leben. Seither fĂŒhle ich mich erleichtert, bin erfolgreich und erfĂŒllt. Weißt du, ich muss keine Normen mehr erfĂŒllen oder die perfekte Mama, Hausfrau und Unternehmerin spielen. Das ist ziemlich cool und wahnsinnig entspannend zugleich. Mein Tip an alle Frauen ist: Entwickle, so gut es geht, die FĂ€higkeit, dich auf jede Situation und jeden Augenblick in deinem Leben voll und ganz einlassen zu können. Verurteile dich niemals, wenn mal etwas schief geht und suhle dich nicht in der Illusion, dass immer alles perfekt sein muss. Je starrer wir sind, desto weniger erreichen wir. Niemals verschwende ich auch nur einen Tag damit,  eine To do Liste abzuarbeiten, dafĂŒr ist das Leben einfach viel zu kostbar.

Du bist auf dem Feminess Kongress als Speakerin dabei – wieso ist es deiner Meinung nach wichtig, dass solche Veranstaltungen stattfinden?

Kongresse bringen Frauen zusammen, sie vereinen Menschen, die sich fĂŒr Weiterbildung, Selbstreflexion und Netzwerk interessieren, das ist immer wichtig! Denn wenn Frauen beginnen, sich zu isolieren oder sich gegenĂŒber Neuem verschließen, haben wir als Gesellschaft ein Problem! Frauen sind, und das wird allzu oft unterschĂ€tzt, diejenigen, die am meisten Einfluss auf unsere Gesellschaft haben. Frauen sind die MĂŒtter unserer Nation, sie sind es, die eine der wichtigsten FĂŒhrungsrollen ĂŒbernehmen. Sie leiten und lenken als MĂŒtter die nĂ€chste Generation. Alles was sie in sich selbst investieren, investieren sie in die Gesellschaft von morgen!Deshalb ermutige ich jede Frau dazu, solche Kongresse zu besuchen, wie den Feminess Kongress. Da es nicht allen möglich ist dabei zu sein, weil der Alltag sie zu sehr fordert, haben Marina Friess, die GrĂŒnderin von Feminess und ich ein online Portal fĂŒr Frauen ins Leben gerufen. SELFMADE WOMAN, nennt sich das. Dort hat jede Frau die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich viel an Wissen in allen Lebensbereichen anzueignen und zu Netzwerken!

Dein Leitmotiv scheint eher dem Prinzip zu folgen StÀrken zu stÀrken, anstelle der SchwÀchen. Frauen neigen wahrscheinlich eher zum Letzterem, wie kamst du auf die Idee?

© Michael und Serena GoldenbaumFrauen sind unglaublich streng mit sich selbst. Sie wollen ĂŒberall perfekt sein, alles richtig machen und niemanden verletzen. Frauen sind wundervolle Wesen, aber sie denken unglaublich im Feld der Perfektion. Was sehr schade ist. Denn dadurch verbergen sie ihre wahre Schönheit und GrĂ¶ĂŸe. Ich mag ja das Wort „Potentialfelder“, viel lieber als das Wort „SchwĂ€che“. Wenn Frauen begreifen, dass sie niemandem beweisen mĂŒssen, dass sie wertvoll und wichtig sind, dann beginnen sie ihre Potentialfelder zu lieben. Selbstliebe und die Annahme, dass man genauso richtig ist, wie man ist, entscheiden letzten Endes darĂŒber, ob man ein glĂŒckliches, erfolgreiches und erfĂŒlltes Leben fĂŒhrt, oder eben nicht.

Auf die Idee kam ich, weil ich selbst mit 18 Jahren schwanger war, keine Schulausbildung hatte und die Leute zu mir meinten: „Ach, jetzt wirst du als Putzfrau enden„. Ich dachte mir damals: Sicher nicht! Ich habe viele StĂ€rken und das Leben ist immer, egal, was passiert fĂŒr mich. Ich machte meinen Abschluss und beschloss zu der Frau zu werden, die allen anderen Frauen Mut macht, durch schwierige Lebensphasen gestĂ€rkt hindurch gehen zu können. SpĂ€ter wurde ich zwei Mal vom Schicksal getroffen. Einmal, als ich in meiner Schwangerschaft beinahe starb und danach als Krebs diagnostiziert wurde. Jedes Mal erinnerte ich mich daran, mich auf meine StĂ€rken zu konzentrieren, meine Potenzialfelder  gerne zu haben und mir vorzustellen, wie ich gestĂ€rkt aus der Situation heraus komme. Der Plan ging auf und mittlerweile konnte ich mehreren tausend Frauen dabei helfen, ebenso gestĂ€rkt aus schwierigen Lebenssituationen heraus zu gehen.


„Jede Frau hat ein erfolgreiches, glĂŒckliches und erfĂŒlltes Leben verdient!“


Warum, glaubst du, leben wir in dem heutigen status quo, dass Frauen Probleme haben in der MĂ€nnerwelt zurecht zu kommen?

Das hat viel mit unserer Geschichte zu tun. Nach dem Krieg kamen die MĂ€nner entweder gar nicht oder schwer traumatisiert zurĂŒck. Die Frauen mussten in deren „Fussstapfen“ und Rollen treten. Sie waren es, die Deutschland wieder aufgebaut haben, die Kinder ernĂ€hrten und alles taten, damit das Land wieder funktionieren kann. Dadurch hat sich einiges an Urprinzipien verschoben. Unsere Generation wurde von MĂŒttern oder GroßmĂŒttern erzogen, die oftmals schwer traumarisiert waren und notgedrungen lernten „ihren Mann zu stehen.“ Das macht schon etwas mit einer Gesellschaft und den Rollenbildern. Viele Frauen aus der heutigen Generation hatten Vorbilder, die gelernt haben, dass sie sich verbiegen und anpassen mĂŒssen, um ĂŒberleben zu können.

Dadurch zahlten sie emotional und seelisch einen sehr hohen Preis. Denn sie verloren ihre FemininitĂ€t und setzten sich die Maske der MaskulinitĂ€t auf. Sie vergaßen, wie wichtig und stark es ist, feminin sein zu können, dass sie offen ihre GefĂŒhle zeigen dĂŒrfen und dass MĂ€nner genau das von uns Frauen lernen und auch an uns lieben, offen und emphatisch zu sein. Frauen sind wie Wellen und MĂ€nner die Felsen. Vorausgesetzt jeder ist in seiner Kraft und spielt keine Rolle mehr, vor allem aus einer Notwendigkeit heraus, die das ĂŒberleben sichert. Aber auch die MĂ€nner hatten kaum Vorbilder in Sachen MaskulinitĂ€t. Vielfach wurden sie zu femininen Abbildern von Frauen erzogen und wurden somit zu „Weicheiern“ oder „Supermachos“. Es gibt so viele Frauen, die zu mir kommen und sagen; „Wo sind sie, die MĂ€nner, die noch wissen, was wir Frauen brauchen.“ Es gibt sie! Ich kenne viele davon und ich habe viel Respekt und WertschĂ€tzung fĂŒr MĂ€nner. Aber sie stecken in einer Krise, mehr noch als wir Frauen und das wirkt sich auf alle Frauen aus. Wir können noch sehr versuchen die Rolle des Mannes in der Gesellschaft, Politik, Kultur und dem sozialen Umfeld ĂŒbernehmen wollen, letzten Endes werden wir den Preis zahlen, uns nicht mehr als die Frau, die Seele zu spĂŒren, die wir wirklich sind. Deshalb habe ich es mir als Ziel gesetzt, MĂ€nnern und auch Frauen dabei zu helfen, ihre StĂ€rken wieder zu leben.

In meinen Seminaren fĂŒr Paare, wo ich diese Prinzipien lehre und dabei helfe, tiefe Strukturen, Blockaden und Muster, die oft schon seit Jahren in der Familie vorherrschen mit meiner Methode „THE PROCESS“ zu lösen, das ist unfassbar, was da alles passiert! Paare finden wieder zu einander, Frauen blĂŒhen auf und MĂ€nner entdecken ihre Kraft wieder. Da gehe ich Abends zu Bett und weiß, dass sich der Einsatz des Tages gelohnt hat. Damit wir und die nĂ€chste Generation es leichter hat.

Was war bei dir der ausschlaggebende Punkt, dass du dich fĂŒr eine Coachingausbildung entschieden hast?

Als ich ungefĂ€hr fĂŒnf Jahre alt war, nahm mich meine Mama, die ebenso Therapeutin ist, mit zu Obdachlosen. Jeden zweiten Sonntag spielte ich mit ihnen Karten oder Ball, unterhielt mich mit ihnen oder sah ihnen einfach nur zu, wie sie lebten. Mein Vater, ein Eventmanager, nahm mich an dem anderen Sonntag mit zu kulturellen oder auch politischen Veranstaltungen. Dort spielte ich mit den Reichen Ball oder Karten, unterhielt mich mit ihnen oder sah ihnen einfach nur zu. Als ich diese Unterschiede ĂŒber viele Jahre mitbekam, setzte ich mir ein Ziel: „Ich muss herausfinden, warum die einen glĂŒcklich, erfolgreich  und zufrieden schienen und die anderen betrunken unter der BrĂŒcke ihr Leben verbrachten.“ NatĂŒrlich beobachtete ich parallelen. Manche wohlhabende Menschen waren unkultiviert und tranken ebenso Alkohol und andere Obdachlose waren die liebevollsten Menschen, die ich je kennen gelernt hatte. Der Wunsch die Antwort zu finden, warum das mit Menschen passierte, brannte in mir.

Also brachte mir mit fĂŒnf Jahren selbst das Lesen und Schreiben bei, damit ich nachlesen konnte, ob in der Bibel tatsĂ€chlich steht, ich wurde sehr glĂ€ubig erzogen, dass Gott darĂŒber urteilt und bestraft wie man lebt. Mit sieben Jahren hatte ich die Bibel zum ersten Mal gelesen und danach nahm ich mir  jedes philosophische und therapeutische Buch vor, dass ich im BĂŒcherschrank meiner Mutter fand. Ich machte zahlreiche Ausbildungen, reiste nach Amerika und England, lernte vier Jahre von Schamanen und den besten Therapeuten, Trainern und spirituellen Lehrern weltweit und natĂŒrlich durch mein eigenes Leben. Letzten Endes kam ich zu dem Fazit: Jeder hat sein Schicksal selbst in der Hand, keine höhere Macht verurteilt oder richtet ĂŒber uns und es gibt weder den richtigen noch den falschen Weg zum GlĂŒck. Was es aber definitiv  gibt, sind Strategien, wie man erfolgreich und erfĂŒllt sein Leben verbringen kann. Genau diese wende ich an und teile mit allen, die zu mir kommen.

Was möchtest du anderen Frauen mit auf den Weg geben?

Ich möchte jeder Frau mitgeben, dass sie genauso richtig ist, wie sie ist. Dass sie sich von niemandem einreden lassen soll, dass sie etwas nicht kann und sich niemals davon abhalten lassen soll, ihren Weg zu gehen und ihre TrĂ€ume, ziele und Visionen umzusetzen. Nicht vom Leben und nicht von anderen Menschen, der Gesellschaft, den Medien oder dem sozialen Umfeld. Jede Frau sollte sich an Menschen wenden, die sie nĂ€hren, inspirieren und unterstĂŒtzen.

Es ist so wichtig, dass wir ein Umfeld haben, das uns nicht nur toleriert, sondern wertschÀtzt und liebt, genauso wie wir sind.

Ich gebe laufend Seminare fĂŒr Frauen, habe Gruppen gebildet, auch online und bin immer wieder dankbar und erstaunt, wie sehr sich dadurch das Leben der Frauen zum Positiven verĂ€ndert! Jede Frau hat es verdient ein erfĂŒlltes, glĂŒckliches und erfolgreiches Leben zu fĂŒhren. Jede. Auch du, die du diese Zeilen hier liest.

Ich persönlich finde es einfach immer wieder inspirierend, solche Interviews mit tollen Frauen zu fĂŒhren. Katharina spricht genau das an, was auf der Hand liegt und daher einfach scheint, jedoch viel zu oft vernachlĂ€ssigt wird. Vielen lieben Dank fĂŒr das Interview! Bei Fragen an Katharina kommentiert einfach unter dem Artikel: FORGESTELLT: Multitalent Katharina Pommer.

Eure Julia

Foto: © Michael und Serena Goldenbaum

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