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FORGESTELLT: Naomi Ryland, Co-Founder von THE CHANGER

26. April 2016
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Das Karriereportal THE CHANGER feiert Geburtstag. Seit nunmehr zwei Jahren unterstützen die Gründerinnen  Naomi Ryland, Nicole Winchell und Nadia Boegli Menschen, die einen Job mit Sinn suchen. Wir sprachen mit Naomi über Arbeiten mit Sinn, Gründen mit Freundinnen und Zukunftspläne.

 


Naomi ist außerdem eine unserer Expertinnen beim #GetEmpowered Summit von FIELFALT, MentorMe und EY am 26. Mai 2016 in Berlin! Sei dabei!

 


Zunächst einmal gratulieren wir Euch herzlich zum zweijährigen Bestehen von THE CHANGER! Könnt Ihr uns eine kurze Bestandsaufnahme geben, was Ihr heute alles im Angebot habt?

Naomi: Danke! Es ist tatsächlich echt schön, die Möglichkeit zu haben, nach zwei Jahren harter Arbeit zurückzublicken und eine Bestandsaufnahme machen zu können. Im Angebot haben wir gerade echt viel: Stellenausschreibungen bei einigen meiner Lieblingsunternehmen wie zum Beispiel fairphone, Workshops und Network-Veranstaltungen über Fair Fashion bis hin zu UX-Design und die Arbeit mit Flüchtlingen sowie super hilfreiche Artikel für Social Entrepreneurs und Karriere-Wechsler. 

Was ich total schön finde – mittlerweile werden fast alle Artikel von Menschen aus unserer Community geschrieben. Wir wollten vor allem eine Plattform schaffen, auf der Menschen mit guten Ideen ihr Know-How mit anderen teilen können. Keiner kann die Welt allein verändern. Dafür müssen wir zusammenarbeiten. Und wir kommen dahin. In den letzten 2 Wochen fanden zum Beispiel auch offline Community-Hangouts in 5 Städten Deutschlands statt und es entstehen gerade auch Communities in Zurich und Wien. Und vor kurzer Zeit haben wir unser erstes Buch herausgebracht – ein Karriere Ratgeber für die Karriere mit Sinn. Das Buch ist aktuell auf unserer Seite zu kaufen. Das alles macht mich glücklich. Aber auch ungeduldig. Es ist immer noch viel zu tun!

Wisst Ihr, wie viele Jobs Ihr vermitteln konntet in den vergangenen zwei Jahren? Bekommt Ihr dazu Feedback?

Naomi: Wir haben weit über 2.000 Jobs auf der Seite gehabt und erhalten netterweise regelmäßig positives Feedback von unseren KundInnen. Vor allem staunen sie über die Qualität der Bewerbungen – wir erreichen durch unsere Inhalte rund um das Thema “Arbeit mit Sinn” wirklich die unterschiedlichsten Menschen – von ModedesignerInnen bis hin zu ArchitektInnen und auch MBAler von den top Business-Schools. Die Suche nach Sinn kennt keine Grenzen mehr. 

Wie fühlt sich das an, wenn Ihr erfahrt, dass Ihr einem Suchenden dabei helfen konntet, die richtige Aufgabe für sich zu finden?

Naomi: Es fühlt sich natürlich sehr gut an, wenn Nutzer ihren “Traumjob” durch uns finden. Wir hoffen auch, dass eine Zusage auch heißt, dass man tatsächlich die richtige Aufgabe gefunden hat. Aber das ist natürlich nicht immer der Fall. Einige Organisationen tun sich noch schwer, sich ausreichend differenziert darzustellen, um genau die richtigen Menschen anzusprechen. Daran arbeiten wir in unserem nächsten großen Projekt.

Werfen wir einen Blick zurück: Was war Eure Motivation, THE CHANGER ins Leben zu rufen?

Naomi: Ganz egoistisch gesagt – wir wollten so was für uns selbst haben. Wir haben alle zusammen studiert und schon damals nach unserem Master verblüfft nach den spannenden Jobs jenseits McKinsey & Co gesucht und nicht gefunden. Wir haben festgestellt, dass viele der Organisationen – da klein und unterfinanziert – es sich nicht leisten konnten, ihre Stellen über die großen Jobbörsen auszuschreiben und haben oft nur auf der eigene Webseite ausgeschrieben. Bei 600.000 Vereinen in Deutschland ist es dann eine mühsame oder gar unmögliche Arbeit, den richtigen Job zu finden – und die Organisationen haben sich auch schwer getan, tolle Leute zu finden. Blöd. Also haben wir eine kostengünstige Recruiting-Lösung angeboten. Zudem haben wir gleichzeitig versucht, den Community-Gedanken in dem Sektor zu stärken durch Veranstaltungen und Content – denn wir wissen ja alle, es läuft nichts in Richtung Karriere ohne starke Netzwerke.

Ihr habt als Team gegründet. Und nicht nur das, ihr seid befreundet,  habt zusammen studiert und sogar zusammen gewohnt. Ist das ein Vorteil? Oder ratet ihr Freunden eher davon ab, gemeinsam zu gründen?

Naomi: Natürlich haben wir Tage oder gar Wochen, in denen wir uns nicht so gut verstehen und wir haben auf jeden Fall ein ganz anderes Verhältnis als vorher – damit muss man rechnen. Es ist aber besser als schlechter. Ich hoffe, Nadia und Nicole würden mir auch zustimmen ;-). Ich würde es dementsprechend jeder Frau raten. Bei den Männern weiß ich nicht. Fast alle männlichen Gründer-Teams, die ich persönlich kenne, die vorher Freunde waren, sind entweder nicht mehr Freunde oder nicht mehr Kollegen. Bei uns und bei vielen Frauen-Teams, die ich kenne, funktioniert es großartig. Ich möchte den Jungs nichts unterstellen aber ich sag nur eins: Ego.

Im Startup-Leben erlebt man häufig Höhen und Tiefen. Was war bislang Euer Höhepunkt?

Naomi: Höhepunkt war wahrscheinlich das Angebot eines ersten kleinen Investments – von einer Stiftung. Wir waren zu dem Zeitpunkt gerade etwas älter als ein Jahr und hätten eine Anschlussfinanzierung gebraucht. Der Geschäftsführer von der Stiftung war zufällig zu dem Zeitpunkt auf uns zugekommen, weil er über The Changer eine Stelle ausgeschrieben hatte und so beeindruckt mit dem Rücklauf waren, dass er uns kennenlernen wollte. Als wir ihm unsere Geschichte erzählt hatten, bot er an mit uns einen Strategie-Tag zu machen (er ist ehemaliger BCG Berater, also selbst ein “Changer”) und hat uns darauf hin die komplette Anschlussfinanzierung angeboten. Einfach, weil er an uns und an die Idee geglaubt hat. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass schlaue Menschen an Dich glauben und sogar bereit sind, Geld für Deine Idee in die Hand zu nehmen.

Und gabt es auch einen Tiefpunkt und wie habt ihr diesen überwunden?

Naomi: So viele! Das Gründen ist echt kein Ponyhof. Oft habe ich mich gefragt, ob es es wert ist. Aktuell sind wir auf jeden Fall irgendwo relativ weit unten mit der Laune. Wir suchen eine etwas größere Investition für die Skalierung von The Changer – auch international – wollen das aber gerne als Impact Investment haben, damit wir unserer Vision und unseren Werten treu bleiben können und nicht “nur” profitorientiert agieren müssen sondern auch wirkungsorientiert. Aber die Impact Investment Szene in Deutschland ist recht klein – die Suche dauert also an und lenkt ab von unserer Passion und die eigentliche Arbeit. Das nervt!

Was war das Wichtigste was Ihr in den vergangenen zwei Jahren gelernt habt?

Naomi: Ich glaube für mich war es die Erkennung, dass das Gründen kein Sprint ist sondern ein Marathon. Wir haben uns alle in den ersten 18 Monaten ziemlich kaputt gearbeitet und waren irgendwann alle kurz vor dem Burnout oder sogar drüber. Und das ist für niemanden und definitiv nicht für das Business sinnvoll. Insofern muss man echt einfach ein bisschen entspannen und versuchen, die Sachen gelassen zu sehen. Ja, wenn man nicht auf diesem bestimmten Event geht, verpasst man vielleicht DIE Person, die einem mit X und Y helfen könnte aber stattdessen könnte man doch in der Sonne einen Bier mit seinen Freunden genießen. Und das ist es manchmal verdammt noch mal wert.

Hat sich in Eurer Wahrnehmung der Wunsch von Menschen in den vergangenen zwei Jahren verändert, wenn es um die Jobsuche geht? Ist die Nachfrage gestiegen oder gesunken?

Naomi: Die Nachfrage steigt auf jeden Fall und wird es meines Erachtens nun auch kontinuierlich tun. Das ist eine Dynamik, die nicht mehr zu stoppen ist. Nach und nach nehmen wir wahr, wie jede Industrie umgekrempelt wird. Die Menschen haben keinen Bock mehr auf Arbeitgeber, die Mensch und Natur zerstört. Sie haben auch keinen Bock auf exploitative Arbeitsverhältnisse. Und sie haben immer mehr Macht. Man muss nur diese Macht – als ArbeitnehmerIn und als KonsumentIn – anerkennen und auch ausüben. Das passiert aber auch langsam.

Was ist der Plan für die kommenden Jahre? Wohin geht die Reise weiter?

Naomi: The Changer wurde zwar in Berlin geboren aber hatte schon immer eine internationale Seele. Ich bin Engländerin, Nadia kommt aus der Schweiz und Nicole ist in den Staaten aufgewachsen. Diese unterschiedlichen Einflüsse haben The Changer geprägt und wir wollen das Kind irgendwann mal auch auf die Welt loslassen. Dieses Jahr planen wir die Expansion nach UK und USA aber dafür müssen wir erstmal die Finanzierungsrunde abschließen. Auch Gutes tun kostet (manchmal) Geld.

Naomi, vielen Dank für das Gespräch und Euch weiterhin viel Erfolg!

 

Naomi ist Speakerin bei der “GET EMPOWERED SUMMIT“, welche am 26.05. in Berlin stattfindet und von FIELFALT und MentorMe organisiert wird. Seid dabei und sichert Euch Euer Ticket hier!

 

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