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FORGESTELLT: Ragnhild Struss, Diplom-Kauffrau, Master of Organizational Psychology und Unternehmerin

13. Februar 2017
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„Für mich bedeutet Selbstverwirklichung, die eigenen Potenziale bestmöglich zu nutzen, Herausforderungen anzunehmen und seine Persönlichkeit stetig weiterzuentwickeln. Durch meine Arbeit möchte ich Menschen dabei unterstützen, ihre eigenen Potenziale zu erkennen, wertzuschätzen, weiterzuentwickeln und sie in einem Leistungszusammenhang strategisch klug einzusetzen.“

Liebe Ragnhild, ich freue mich sehr darüber dir heute meine Fragen stellen zu können, um dich unserer Community vorzustellen. Was sind deine drei Werte im Leben, welche du nahezu in allen Lebenslagen vertrittst?

Ragnhild: Unabhängikeit. Für mich bedeutet Unabhängigkeit, mich freizumachen von der Kritik oder Zustimmung anderer und stattdessen auf meine eigene innere Stimme zu hören, sie als Instanz zu sehen. Aus dieser Position heraus kann ich offen für andere Meinungen sein, ohne meine eigene daran anpassen zu müssen. Diese Unabhängigkeit gibt mir Kraft und Mut für Entscheidungen.

Wahrhaftigkeit. Ich möchte abends beim Blick in den Spiegel ein reines Gewissen haben. Das ist zumindst das Ziel meines Handelns, was mir ehrlicherweise mal besser und mal schlechter gelingt. Als Basis dafür sehe ich das Streben nach Wahrhaftigkeit. In meinen Entscheidungen soll immer auch mein Verhältnis zu dem, was ich als wahr und richtig empfinde, abgelesen werden können.

Wissen. Ich habe eine Leidenschaft für die Themen Psychologie, Philosophie, Religion und Social Sciences. Für mich gibt es nichts Spannenderes als den Menschen. Das Tolle daran ist, dass ich nie auslernen werde. Und irgendwann kann ich diesen Wert vielleicht nicht nur Wissen, sondern auch Weisheit nennen. Aber das dauert noch…

Bitte fasse kurz deinen persönlichen Werdegang zusammen, mit den für dich persönlich wichtigsten Schlüsselmomenten.

Ragnhild: Wenn man meine Familie gefragt hätte, was ich auf keinen Fall beruflich machen soll, BWL wäre sicher die Antwort gewesen. Trotzdem habe ich mich für diesen Weg und die European Business School in Oestrich-Winkel entschieden – für meine Eltern das institutionalisierte Grauen. Dank eines Stipendiums konnte ich das Studium finanzieren und zeitweise in den USA und in Frankreich lernen. Damals ließ sich eine Bekannte bei einer Karriereberatung coachen – und mich auf das Thema aufmerksam werden. Die Idee, ein Angebot zu schaffen, das individueller und ausschließlich persönlichkeitsorientiert ist, war geboren. Eine Wettbewerbsanalyse und einen Business Plan später habe ich noch im Studium mein eigenes Unternehmen gegründet – mit damals 24 Jahren und einer klaren Vision. Die ersten Jahre fand die Beratung bei mir zu Hause statt. Nebenbei habe ich mich weitergebildet, einen Master in Arbeits- und Organisationspsychologie absolviert, eine Psychotherapeuten-Ausbildung gemacht und Trainer-Lizenzen für viele Verfahren der Persönlichkeitsanalyse und Eignungsdiagnostik erworben. Inzwischen hat Struss und Partner Karrierestragien fast 20 Mitarbeiter, ein Büro in Winterhude und eines in München-Schwabing. Dass unsere Kunden selbst aus dem Ausland anreisen macht mich ebenso stolz wie mein Team. Das Engagament, mit dem die Kollegen bei der Sache sind, bestätigt mich in meiner werteorientierten Führung.

Welche Entscheidungen fielen dir auf deinem Weg besonders schwer und wie hast du Lösungen für diese Art von Entscheidungen für dich gefunden?

Ragnhild: Dank meiner inneren Instanz fällt es mir meistens leicht, Entscheidungen zu treffen. Und wenn dem ausnahmsweise mal nicht so ist, helfe ich ihr auf die Sprünge. Dann spreche ich mit Menschen, die aus meiner Sicht Experten oder Vorbilder sind, lese viel zu dem Thema, das mich unentschlossen sein lässt, lege Listen an. Recht strategisch also. Gleichzeitig versuche ich, meine Intution zu befragen. Ich gehe spazieren oder meditiere. Klingt etwas „eso“, ist für mich aber ein wichtiger Gegenpol zum analytischen Denken. Glücklicherweise habe ich in meinem Team so tolle Kollegen, dass ich auch nicht jede Entscheidung selbst teffen muss.

Du beschäftigst dich viel mit dem Thema Potenzialentfaltung. Wie kam es dazu?

Ragnhild: Schon in der Schule hat mich die Frage beschäftigt, warum dem einen das Leben leicht gelingt und der andere sich schwer tut. Ich erinnere mich daran, dass ich irgendwann in der Unterstufe des Gymnasiums innerlich zwei Freunde miteinander verglich: Beide waren gleich schlau. Trotzdem hatte nur einer gute Noten. Er konnte sein Potenzial nutzen, der andere nicht. Seither zieht sich dieses Thema wie ein roter Faden durch mein Leben.

Wie hast du dein eigenes Potenzial erkannt und angefangen dieses zu entfalten?

Ragnhild: In unserer Beratung geht es viel um die Frage nach Talenten. In welchen Bereichen sie liegen, zeigen Tätigkeiten, die man leicht, sehr gerne, immer wieder und besser als andere ausführt. Naja, und bei mir war das schon immer die Auseinandersetzung mit den Potenzialen, die ein Mensch hat. Als es dann um die Studienwahl ging, habe ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, dass ich unternehmerisches Potenzial habe. In Probevorlesungen für Psychologie fehlte mir, was ich dann in der BWL fand. Unternehmerische Ideen umzusetzen, nicht nur im Menschen, sondern auch wirtschaftlich nach Erfolg zu suchen, hat mich begeistert. Bis heute macht es für mich die Mischung, die mich extrem motiviert sein lässt.

Würdest du sagen, dass du dich heute tagtäglich in deiner vollen Kraft befindest oder steckst auch du noch in einer Entwicklung?

Ragnhild: Eindeutig beides. Ich fühle mich tatkräftig, intrinsisch motiviert und unglaublich erfüllt – also in meiner Kraft – bei dem, was ich tue. Gleichzeitig habe ich großes Interesse daran, mich und mein Unternehmen weiterzuentwickeln. Darin besteht das Leben. Und es gibt noch so viele persönliche und unternehmerische Ziele, auf die ich mich freue!

Gibt es im Bereich Persönlichkeitsentwicklung überhaupt ein Ziel? Was denkst du darüber?

Ragnhild: Die Glücksforschung sagt, dass es mich glücklich und zufrieden macht, wenn ich das Gefühl habe, mich im positiven Sinne zu entwickeln. Das können kleine Dinge sein wie die Anmeldung beim Sportkurs oder größere wie das Überwinden einer Angst. Letztlich geht es bei der Persönlichkeitsentwicklung darum, die Beziehung zu verbessern – zu sich selbst, den Mitmenschen und zur Umwelt. Jede kleine Anstrengung in diese Richtung bedeutet für mich Zielerreichung.

Struss und Partner ist deine eigene Firma, du bist Gründerin und Inhaberin. Wie sieht deine Funktion im Alltagsgeschäft aus?

Ragnhild: Auf der einen Seite konzentriere ich mich darauf, unsere Position am Markt auszubauen und immer wieder neue Standards im Hinblick auf Qualität und Beratungsintensität zu setzen. Auf der anderen Seite bin ich beratend tätig. Leider kann ich selbst nicht so viele Kunden beraten, wie ich möchte. Aber ich berate meine Kollegen und vermittle Ihnen das Know-how und den Mut, das Potenzial unserer Kunden zu erkennen und zu entfalten.

Zusätzlich bist du Initiatorin des Stipendiums Step Up! Karriereweg e.V.. Schilder uns gerne kurz, worum es dabei geht, für wen dieses Stipendium geeignet ist und welche Motivation sich dahinter verbirgt.

Ragnhild: Wie wichtig individuelle Förderung ist, um seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen, habe ich selbst erlebt. Deswegen war für mich klar, dass ich einen Beitrag leisten und etwas zurückgeben will – mein Wissen und meine Kontakte. So entstand Step up! Das Projekt fördert junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren mit einem Karrierestipendium. Darin enthalten ist nicht nur eine kostenfreie Beratung, sondern auch ein Netzwerk aus Mentoren, die Stipendiaten aus dem Leben in der Berufspraxis berichten. So unterstützen wir Jugendliche dabei, sich beruflich zu orientieren und persönlich weiterzuentwickeln. Von Bewerbern erwarten wir nicht, dass sie zu den Besten ihres Jahrgangs gehören. Wir wünschen uns gute Leistungen, vor allem aber soziales Engagement. Aufgenommen werden außerdem nur Stipendiaten, die eine private Karriereberatung aus eigener Kraft nicht finanzieren können. Häufig sind das Jugendliche aus Familien, die keinen akademischen Background haben, oder mit Migrationshintergrund. Gerade ist Step up! in einer spannenden Phase: Wir haben zwei Mitarbeiterinnen an Bord geholt, die das Projekt weiter vorantreiben und hoffentlich zahlreiche Unterstützer gewinnen, damit wir künftig mehr Stipendiaten fördern können.

Welche 3 Bücher kannst du uns wärmstens empfehlen, um unser Potenzial zu erkennen und wertschätzen zu lernen?

Meine Buchtipps:

  • „Das Kind in dir muss Heimat finden: Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme“ von Stefanie Stahl
  • „Die 7 Wege zur Effektivität – Workbook: So integrieren Sie die 7 Wege in Ihr Leben (Dein Erfolg)“ von Stephen R. Covey
  • „Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!: Das Gallup-Prinzip für individuelle Entwicklung und erfolgreiche Führung“ von Marcus Buckingham und Donald O. Clifton

Vielen Dank für dieses tolle und bereichernde Interview!

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