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FORGESTELLT: Redakteurin, Autorin & Rangerin Gesa Neitzel

3. März 2018
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Gesa Neitzel war Redakteurin in Berlin bis sie schließlich ihre Liebe für Afrika entdeckte und eine Ausbildung zur Rangerin machte. Über ihren Weg von Berlin in den afrikanischen Busch, ihr Buch und ihr neues Leben spricht sie mit uns im heutigen FORGESTELLT.

Liebe Gesa, welche 3 Bücher sollte man unbedingt gelesen haben?

Gesa:

Welche 3 Wörter beschreiben Dich am Besten?

Gesa: Elefanten. Barfuß. Wasser.

Wie sieht ein typischer Start in den Tag bei Dir aus?

Gesa: Ich stehe vor Sonnenaufgang auf, setze Kaffee auf und gehe vor die Tür, um zu schauen, wie das Wetter ist. Ein paar Minuten meditieren. Kaffee trinken. Frank wecken. Und dann zum Sonnenaufgang rausfahren und wilde Tiere suchen.

Du hast lange als Redakteurin beim Fernsehen gearbeitet – wie kam es zu der Entscheidung die Rangerausbildung in Afrika zu machen?

Gesa: Das passierte in meinem Urlaub in Südafrika. Ich lernte Ranger kennen, die mir von dem Beruf erzählten. Mich sprach das Leben in der Wildnis so sehr an, dass ich nach meinem Urlaub den Entschluss fasste, die Ausbildung selber machen zu wollen.

Du hast Deine Leidenschaft zum Beruf gemacht – wie schwer war dieser Schritt?

Gesa: Meine Leidenschaft war es eigentlich nicht. Ich hatte vorher keinen Bezug zu Afrika, zur Natur oder zu (wilden) Tieren. Ich habe eine radikale Veränderung gesucht, weil das Großstadtleben in Berlin mich nicht ausgefüllt hat. Der Schritt, das alte Leben aufzugeben und ein ganz neues anzufangen, fiel mir sehr schwer. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde und es kann dir vorher natürlich auch niemand eine Garantie dafür geben, dass so ein Schritt am Ende funktionieren wird. Es war ein Experiment. Zum Glück hat es funktioniert.

Wie läuft die Ausbildung zur Rangerin ab?

Gesa: Meine Ausbildung ging ein Jahr und gliedert sich in verschiedene Abschnitte. Der Unterricht findet in nicht eingezäunten Camps mitten in der afrikanischen Wildnis statt. Jeden Tag werden neue Unterrichtseinheiten mitten im Busch gelehrt: Spurenlesen, Tierverhalten, Baumkunde, Sternenkunde, etc.

Was reizt Dich am Leben in Südafrika und was schätzt Du an Deutschland?

Gesa: Am Leben im Busch reizt mich, dass jeder Tag im Einklang mit der Natur stattfindet. Wir stehen mit der Sonne auf und gehen mit ihr schlafen. Und wir wissen nie, was uns da draußen erwartet.
In Deutschland liegen meine Wurzeln. Es ist eine Umgebung, eine Kultur, die ich blind verstehe und in die ich jederzeit wieder eintauchen kann ohne Probleme zu haben – eine Selbstverständlichkeit für viele von uns vielleicht, aber Heimat gibt Sicherheit.

Inzwischen führst Du selbst Safaris mit Touristen, Du hast ein erfolgreiches Buch geschrieben und pendelst zwischen Deutschland und Südafrika – wie hat sich dein Leben seither verändert??

Gesa: Ich bin mittlerweile selbstständig – das ist wahrscheinlich die größte Veränderung und auch Herausforderung für mich. Ich habe sehr viel mehr Kontrolle über mein Leben und kann niemand anderes für mein Leben verantwortlich machen.

Wie hast du dich auch persönlich verändert oder entwickelt?

Gesa: Ich habe mir eine Umgebung geschaffen, in der ich mich wohl fühle und damit in dem Sinne abgeschlossen, weswegen ich auszog – und worum es auch in „Frühstück mit Elefanten“ geht. Ich merke, dass sich durch diesen Schritt nun noch etwas verändert hat: Ich möchte zurückgeben. Das ist ein Wunsch, für den vorher nie Platz war. Wie heißt es doch so schön? „Um andere glücklich zu machen, musst du zunächst dich selbst glücklich machen.“

Was sind Deine größten Herausforderungen?

Gesa: Es gibt einen Satz in der Safari-Welt, der das sehr gut auf den Punkt bringt: „We are in the dreams-business.“ – Die meisten Menschen, die mit uns auf Safari kommen, sind hier, weil sie sich einen jahrelangen Traum erfüllen. Die afrikanische Wildnis steht wie kein anderes Land für magische Erlebnisse – noch dazu kommt, dass Reisen hierher nicht billig sind. Dier größte Herausforderung für mich als Tourleader auf unseren Safaris besteht darin, mich bei all unseren Gästen immer wieder daran zu erinnern, dass hier vielleicht gerade jemand vor mir steht, dessen Lebenstraum auf dieser Reise wahr werden soll. Als Guide gehört es zu unserer Aufgabe, diese magische Welt sichtbar zu machen, als Übersetzer der Natur zu dienen und unvergessliche Momente zu schaffen.

Welchen Tipp kannst Du aus Deiner Erfahrung anderen mit auf den Weg geben, die mit ihrer aktuellen Situation unzufrieden sind und einen Neuanfang wagen wollen?

Gesa: Träumen ist wichtig. Du musst dir selbst erlauben, wieder zu träumen, rumzuspinnen und dir in den buntesten Farben auszumalen, wie dein bestes Leben aussehen könnte – ganz egal, was andere davon halten! (Denen musst du es zunächst ja auch gar nicht erzählen…) Der zweite Schritt ist dann aber genau so wichtig. Und der lautet: Action! Mach deinen Plan und dann geh’. Der allererste Schritt ist unglaublich schwierig. An ihm scheitern glaube ich die meisten. Aber wenn der erstmal getan ist, setzt sich ein Rad in Bewegung, das so schnell nicht mehr zu stoppen ist.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Gesa: Ehrlich? Ich weiß es nicht genau. Und das ist auch in Ordnung. Ich bin gerade mal wieder fleißig am Träumen und male eine kunterbunte Zukunft aufs Papier. Sie wird auf jeden Fall immer mit Afrika zu tun haben. Und ich hoffe, dass ich noch ganz lange Zeit Menschen dazu inspirieren kann, die Wildnis zu entdecken – nicht nur in Afrika, sondern auch in sich selbst.

Wie bildest Du dich weiter und was tust Du aktiv dafür Dein Business weiterzuentwickeln?

Gesa: Ich lese momentan sehr viel über persönliche Weiterentwicklung, Spiritualität und die Natur. Seitdem ich fast täglich draußen unterwegs bin, habe ich immer mehr Fragen darüber, wie diese Welt funktioniert. Ich habe hier draußen Dinge erleben dürfen, die ich mir mit dem reinen Verstand nicht erklären kann.

Was mein Business angeht, so verfolge ich keine Strategie. Ich versuche einfach offen zu bleiben und gehe dorthin, wo es sich gut anfühlt. Social Media ist für mich recht hilfreich – ich liebe es, zu fotografieren und zu filmen und versuche so, die Leute auch online mit meinem Afrika-Fieber anzustecken. Mir wird des Öfteren vorgeworfen, dass ich mich perfekt zu vermarkten wüsste – tatsächlich teile ich aber einfach nur das, was ich liebe. Wenn das funktioniert und andere Menschen anspricht – umso schöner. Aber darum weiß ich noch lange nicht, was ich da eigentlich mache.

Welche 3 Tipps, die man bei einer Safari beachten sollte, kannst Du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Gesa:

  • Niemals wegrennen.
  • Stille suchen.
  • Mit allen Sinnen (nicht nur mit den Augen) die Umgebung wahrnehmen.

Vielen Dank, liebe Gesa, für das Interview!

Über die Autorin: Ann-Kathrin ist 29, kommt aus dem schönen Harz und ist seit einigen Jahren in Berlin zu Hause. Sie reist gerne, liebt Konzerte, den Sommer in Berlin und Serien.

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