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FORGESTELLT: Sandra Gähler, Produktmanagerin und Weltenbummler

27. Juni 2016
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„Eine Auszeit hilft jedem das hier und jetzt neu zu beurteilen und zu reflektieren.“

Sandra Gähler ist Produktmanagerin und hat es gewagt eine Auszeit zu nehmen, um sich selbst und auch die passende berufliche Herausforderung zu finden! Eine Lücke in der Karriere? Keinesfalls, sondern eine Bereicherung! Wie heute ihr Alltag aussieht könnt ihr im Interview lesen:

Liebe Sandra, wir haben uns damals beim Panda Women Career Contest in Berlin kennengelernt. Was hast Du damals gemacht und was ist seitdem passiert?

SANDRA: Anfang 2015 war ich auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Denn im Sommer 2014 hatte ich meine Stelle gekündigt und anschliessend bin ich für 4 Monate mit dem Rucksack durch Südamerika gereist.
Als wir uns beim Panda Women Career Contest kennenlernten war ich gerade übergangsweise in einem Start-up als Marketingverantwortliche tätig.
Kurz nach dem Career Contest habe ich dann meine neue Stelle als Product Manager für die Marke durgol bei der Firma Düring begonnen – einem Schweizer Familienunternehmen. durgol ist in der Schweiz und Österreich Marktführer im Bereich Entkalkungsmittel.

Dein Steckenpferd ist das Thema Produktmanagement. Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag eines Produktmanagers aus?

© Sandra Gaehler

© Sandra Gaehler

SANDRA: Ich glaube den typischen Arbeitsalltag eines Produktmanagers gibt es nicht. Die Tätigkeit als Produktmanagers ist sehr vielseitig und äusserst abwechslungsreich. Das gefällt mir sehr an dieser Arbeit. Die analytische Tätigkeit (wie z.B. Konkurrenzanalysen) wie auch die konzeptionelle bzw. strategische Arbeit (wie z.B. Neuproduktentwicklungen) gehört genauso zu meinem Aufgabengebiet wie auch die operative Umsetzung von Marketingmassnahmen (z.B. Werbemittelgestaltung, Webseitenaktualisierung, Facebook-Posts koordinieren, Kundenanfragen beantworten). Auf jeden Fall verbringt man einige Zeit vor dem Computer – koordiniert und organisiert dabei diverse Marketingmassnahmen. Oft finden Meetings bzw. Calls mit Agenturen oder Projektmitarbeitern statt.

Wie ist in der Regel das Team zusammengestellt, mit dem ein Produktmanager arbeitet?

SANDRA: Je nach Unternehmen kann ein Team sehr unterschiedlich zusammengestellt sein. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber sind wir zu dritt im Marketing tätig und für das internationale Marketing der Marke durgol verantwortlich. Als Produktmanager arbeitet man darüber hinaus eng mit internen Abteilungen zusammen wie z.B. mit dem Verkauf oder der Forschung & Entwicklung. Zudem hat man engen Kontakt zu externen Agenturen im Bereich Werbung, Social Media, PR, Online, usw.

Und was sind die größten Herausforderungen die Du in diesem Bereich bisher erlebt hast?

SANDRA: Es gibt in jedem Job immer wieder Herausforderungen. Eine der grössten Herausforderungen bei mir wohl in meinem vorherigen Job bei einem grossen Schweizer Detailhändler. Als Projektleiterin in der Markenführung war ich für die Entwicklung einer neuen 360-Grad Kommunikationskampagne für eine Marke im Lead. Ziel war es dabei innerhalb von 4 Monaten von der Konzeptentwicklung mit der Kampagne on air zu sein. Die Kampagne beinhaltete drei neue TV Spots, Plakatkampagne, Onlinewerbung, eine neue Webseite,… Wichtig zu wissen ist, dass mein damaliger Arbeitgeber komplex aufgestellt war und sehr viele Stakeholder aus verschiedensten Abteilungen zu managen waren. Ich war zudem erst kurz im Unternehmen und kannte die Prozesse und Ansprechpersonen noch wenig. Deshalb war es eine grosse Herausforderung diese Kampagne unter grossem Zeitdruck umzusetzen und dies neben der Führung von drei weiteren Eigenmarken, die zu meinem Verantwortungsbereich gehörten. Der Einsatz hatte sich jedoch gelohnt, denn die Kampagne ist ein Erfolg geworden.

Welche Fehler sollte man nicht begehen und wie kann man diese bestmöglich vermeiden?

SANDRA:Kundenfokus hat im Marketing höchste Priorität. Verliert man diese aus dem Auge und geht nicht auf die Bedürfnisse der Kunden ein, floppt ein Produkt schnell.

Deshalb ist es essentiell immer wieder mit Kunden zu sprechen, Feedback einzuholen, das Marktumfeld sowie Kundenverhalten zu beobachten, Augen und Ohren offen zu halten, Marktforschungen durchzuführen, …

Und was macht Dir in Deinem Job ganz besonders viel Spaß?

SANDRA: Das Gesamtpaket des Jobs, d.h. die vielseitige und abwechslungsreiche Tätigkeit, bei der man analytisch, konzeptionell und operativ tätig ist. Zudem ist das Resultat der Arbeit jeweils ersichtlich – beispielsweise in Form eines Plakats, TV Spots oder einer Webseite. Die eigene Arbeit landet somit nicht einfach in der nächsten Schublade.

Und wie hast Du überhaupt das gefunden was zu Dir passt und wo Du dich am besten weiterentwickeln kannst?

© Sandra Gaehler

© Sandra Gaehler

SANDRA: Das war ein langer Prozess und dieser spiegelt sich auch in meinem beruflichen Werdegang wider. Teilweise war es auch „Test and Learn“. Nach meinem Studium an der Universität St.Gallen habe ich meinen Arbeitgeber im „zwei Jahres“-Rhythmus gewechselt. Direkt nach dem Studium bin ich als Graduate Trainee bei der Swisscom (grösster Schweizer Telekomanbieter) eingestiegen und habe dort bald gesehen, dass mir die Tätigkeit im Product bzw. Brand Management super gefällt, aber mich die IT Branche mit den technischen und nicht physischen Produkten zu wenig begeistert. Ich habe mich deshalb entschieden in die emotionalere und fassbarere Konsumgüterbranche zu wechseln. Über die Zeit wusste ich immer, mehr was mir gefällt oder eben nicht sowie wo man meine Stärken liegen und was schlussendlich am besten zu mir passt.

Was ist dir das wichtigste im Job?

SANDRA: Team und Arbeitsinhalt… Der tollste Job gefällt mir nicht, wenn das Team nicht stimmt und umgekehrt, wenn ich zwar ein tolles Team habe, aber die Arbeit mich nicht begeistert, stimmt es für mich auch nicht.

Auch Du hast vor einiger Zeit eine kurze Pause eingelegt und bist nach Südamerika gereist. Was war ausschlaggebend dafür und bist du froh, einen Schritt raus gemacht zu haben für eine gewisse Zeit?

SANDRA: Meine Stelle hatte einfach zu wenig zu mir gepasst. Zudem hatte ich Erwartungen an die Stelle, die nicht erfüllt wurden. Deshalb habe ich gekündigt und mich entschieden eine Auszeit zu nehmen. Denn schon lange war es ein Traum von mir einmal eine längere Reise zu machen. Ich reise nämlich unheimlich gerne.
Eine längere Reise kann ich jedem wärmstens empfehlen. Es ist unglaublich bereichernd andere Kulturen, andere Wertesysteme und fremde Landschaften und Personen kennen zu lernen.

Wem würdest Du eine kleine Auszeit weiterempfehlen?

SANDRA: Allen. Eine Auszeit hilft jedem das hier und jetzt neu zu beurteilen und zu reflektieren. Durch eine Reise gewinnt man Abstand und lernt die Dinge mit anderen Augen zu sehen.

Und zu guter Letzt: Was sollte man als Besucher Deines aktuellen Wohnorts erleben?

SANDRA: Aktuell wohne ich in Zürich (Schweiz). Auf jeden Fall sollte man in die Berge fahren :-), sei es im Winter zum Skifahren oder im Sommer für eine Bergtour. Zürich als Stadt bietet jede Menge tolle Dinge. Mein Geheimtipp eine Fahrt im Fonduetram :-).

Danke Sandra!

Bilder © Sandra Gaehler

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