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FORGESTELLT: Saskia Naujok, Geschäftsführerin von Sprinters

23. Mai 2016
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Wir stellen euch heute Saskia Naujok vor, welche den Workshop „Gründen und Selbständigkeit“ auf dem GET EMPOWERED SUMMIT am Donnerstag, den 26. Mai, in Berlin leiten wird.

 


Liebe Saskia, wir freuen uns sehr, dass Du den Workshop „Gründen und Selbständigkeit“ auf unserem SUMMIT spontan für Dr. Laura Sophie Dornheim übernimmst. Was erwartet die Teilnehmerinnen des 5. Workshops?

Saskia: Es wird ein toller Workshop, wo nicht nur ich Vortrag halten werde, sondern die Teilnehmerinnen mitnehmen werde, so dass jeder seinen Teil beiträgt den Workshop lebendig zu machen. Viel Zeit haben wir nicht, somit werde ich grob ein paar Anstöße bringen, was man bei einer Gründung beachten sollte – dabei werde ich auch so einige eigene Erfahrungen erzählen. Wir werden uns das berühmte Pitching angucken und wie man Leute in kürzester Zeit von seiner Idee überzeugen kann – und das dann auch gleich einmal anwenden. So können sich dann die Teilnehmerinnen im Vertrauten Kreis unterstützen und Tips geben, wie man es besser machen kann.

Was war für dich ausschlaggebend, den Event zu unterstützen? Liegt dir das Thema „Female Empowerment“ am Herzen?

Saskia: Sehr sogar. In den letzten zwei Jahren habe ich selbst zwei Unternehmen gegründet, die sich um das Thema ‚Female Empowerment‘ drehen – einmal unser Dessous label ‚Oh my bra!‘ und unser workshop format ‚Sprinters‘. Oh my bra! gibt Frauen ab Körbchengröße C modische Dessous, damit sie sich in Ihrer Haut wohlfühlen und nicht nur sogenannte funktionale Unterwäsche tragen müssen. Sprinters unterstützt Frauen in Entrepreneurship und Tech in einem 3-Tage Workshop Ideen zu entwickeln und am Ende mit einem machbaren Businessplan rauszukommen. Frauen halten sich viel zu oft zurück, dabei haben sie so viel Potenzial. Es ist an der Zeit, alles rauszulassen und sich zu verwirklichen.

Was bedeutet Feminismus für dich persönlich? Lebst du diesen auf irgendeine Art und Weise privat oder beruflich aus?

Saskia: Ich denke oft wird Feminismus mit dem sogenannten 70ger hardcore Emanzenbild verwechselt. Für mich ist Feminismus, eine selbständige Frau zu sein, die sich nicht von einem Gesellschaftsbild einschränken lässt, die für faires Gehalt für die selbe Aufgabe eines Mannes kämpft, ihre Träume im beruflichem und privatem Leben lebt, und auch trotzdem gern zu ihrer Weiblichkeit steht; und wenn dazu Manikür und schöne Kleider gehören, sowie eine tolle Beziehung und Kind, dann ist das so. Das sollte aber noch lange nicht hohe Ziele minimieren.

Wie sieht dein eigener Werdegang bisher aus?

Saskia: Ich fühlte mich selten eingeschränkt und bin eigentlich immer den Weg gegangen, den ich wollte. Mit 16 Jahren ging ich für ein Jahr nach Kalifornien zur High School, mit 20 machte ich meinen Bachelor im Textilbereich in Mönchengladbach. 3 Jahre später ging es dann nach Hongkong, wo ich dann fast 8 Jahre blieb und im Vertrieb und Key Account Management tätig war. Dieser Abschnitt meines Lebens hatte natürlich so einige großartige Spuren hinterlassen. Mit 30 entschied ich mich dann etwas ganz Neues anzugehen und bin ins kleine bescheidene Holland gezogen um dort mein MBA zu machen. Das MBA Jahr war so toll und hat mich inspiriert mein eigenes Unternehmen mit einer Klassenkameradin zu gründen – daraus entstand dann Oh my bra!. Durch Oh my bra! kamen wir dann 2015 in ein Entrepreneurship Programm der EU Kommission und wurden für sechs Wochen nach Brasilien geschickt. Dort lernte ich meine Sprinters Partnerin kennen. Wir beide machten uns zur Aufgabe Frauen nicht nur zu inspirieren, sondern auch die Tools zu geben, selbst zu gründen. Derzeit arbeite ich gleichzeitig für ein aufstrebendes FinTech Unternehmen in Berlin. Insgesamt ein sehr bewegtes Leben – denn ich liebe es neues zu lernen und auszuprobieren.

Würdest du sagen, es gab auf deinem Weg bis heute bestimmte Hürden oder Herausforderungen, die Männer nicht gehabt hätten?

Saskia: Das Thema Gehalt bzw. Gehaltsverhandlung ist da natürlich eines der großen, wenn es um Jobs geht. Ich selbst hatte die Erfahrung machen müssen weniger für dieselbe Position erhalten zu haben als mein männlicher Counterpart. Den Fehler, den ich mir da selbst geben muss ist, dass ich einfach nicht mehr forderte. Ich denke, das Problem kennen die meisten Frauen. Aus irgendeinem Grund ist es uns unangenehm über Geld zu reden und mehr zu fordern. So ähnlich ist es in der Firmengründung. Männer neigen dazu einfach loszupreschen, Menschen von ihrem Vorhaben in sehr selbstbewusster Weise zu erzählen. Das macht es ihnen auch einfacher Investoren zu finden. Frauen neigen dazu viel mehr nachzudenken, zu überlegen und zu erwägen – verlieren dadurch oft Zeit und auch Dampf und gehen somit weniger Risiken ein. Ich denke, das ist wirklich die Hürde von Frauen, die wir überspringen müssen.

Du bist die Gründerin von Sprinters, wie kam es zu dieser Idee und was war der erste Schritt in Richtung Umsetzung?

Saskia: Die Idee kam in einem Bus auf dem Weg nach Parati, entlang der Brasilianischen Küste zusammen mit meiner Gründungspartnerin Mevish Aslam. Wir sahen die Unausgewogenheit der Geschlechter im Bereich Entrepreneurship und auch in der Tech Welt und dachten uns, da können wir doch etwas machen. Und dann ging es wirklich ganz schnell. Innerhalb von 4 Wochen haben wir dann unseren ersten Sprint in Dublin letztes Jahr November organisiert. Sponsoren, Presenter, Mentoren, Teilnehmer haben wir durch viel und auch teils aggressives Networking zusammengetrommelt und überzeugt. Ganz stolz sind wir natürlich, dass Twitter der Hauptsponsor war und wir den letzten Tag das Event im Twitter HQ verbringen konnten. Wir erhielten auch Unterstützung von der Web Summit, die zur selben Zeit stattfand und wir somit ganz toll Synergien schaffen konnten. Also im Großen und Ganzen haben wir einfach losgelegt, nicht ganz so viel geplant und nachgedacht, einfach das Ziel vor Augen gehalten und sind losgelaufen.

Hattest du eigene Blockaden, Ängste oder sogar Zweifel, die du vorab überwinden musstest, um dich auf den Gründungsprozess und die Selbständigkeit einzulassen?

Saskia: Absolut. Und wenn man so kulturell aufwächst mit den bekannten Sprüchen „Bleib mal auf dem Boden“, „Man muss aber auch realistisch bleiben“, oder „Meinst du nicht, du nimmst dir da ein bisschen viel vor“, da ist so einiges zu überwinden. Hier in Deutschland sind wir ja doch in einem sehr sicheren System aufgehoben. Doch ich glaube dieser Komfort ist nicht immer praktisch. Allerdings hatte ich das Glück durch mein internationales Leben und extrem zielstrebigen und groß träumenden Freunden diese gedanklichen Hürden zu überwinden. Natürlich kommen diese Gedanken immer wieder mal hoch, aber dann denke ich immer nur ‚Und? Wovor hast du denn Angst? Was kann denn wirklich passieren?‘. Angst blockiert nur unnötig. Und dann geht es wieder weiter.

Gibt es aus dieser Zeit Erfahrungen oder Learnings, die du selbst gemacht hast und welche deiner Meinung nach speziell Frauen beim Gründen beachten sollten?

Saskia: Idee, Plan und Realität sind oft sehr verschieden – wie halt auch im Alltag. Beim Gründen können Dinge sehr schnell geschehen, aber auch extrem langsam. Ich denke Anpassungsvermögen ist da ganz essentiell. Nicht nervös werden und Geduld mitbringen. Wenn Plan A nicht klappt, dann halt Plan B, oder auch C. Und immer mit Selbstbewusstsein von seiner Idee erzählen, denn es geht ja nicht um die Idee selbst, sondern um die Umsetzung. Wenn man seine Träume der Selbstständigkeit mit niemanden teilt, dann ist es schwierig Unterstützung, Partner, Kunden, etc. zu finden.

Gibt es die besseren Gründer? Männer oder Frauen?

Saskia: Nein. Beide haben dieselben Fähigkeiten, nur auf andere Art und Weise. Bleibe authentisch und es ist egal, welches Geschlecht man hat.


Frauen müssen sich einfach mehr trauen!

 


Meldet euch direkt zum GET EMPOWERED SUMMIT an, es sind nur noch wenige Restplätze verfügbar!

Vielen Dank liebe Saskia!

Bildquelle: © Saskia Naujok#

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