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FORGESTELLT: Sibel Attili, Talent- und Career-Development-Expertin

6. Dezember 2016
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Sibel Attili ist Talent- und Career-Development-Expertin und Gründerin von Verborgene Talente. Sie entdeckt Talente in Menschen und fördert diese gezielt.

Liebe Sibel, welche 3 Wörter beschreiben Dich am besten?

Sibel: Unabhängig, einfühlsam, facettenreich.

Du hast deine Karriere in der Tourismusbranche begonnen, danach warst du 14 Jahre bei Vodafone im Marketing und heute bist du selbständige Talent- und Career-Development-Expertin. Kannst du uns ein wenig über deinen abwechslungsreichen und vielseitigen Werdegang erzählen?

Sibel: Ja, mein Lebenslauf ist in der Tat sehr vielseitig. Ich komme aus einer Familie mit Migrationshintergrund aus Berlin. Das bedeutete für mich als junges Mädchen, dass ich sehr gut behütet im Kreis meiner Familie und meines türkischen Umfelds aufgewachsen bin. Und wenn es nach ihnen gegangen wäre, wäre ich bis zu meiner Heirat in der Nähe meiner Familie geblieben.

Aber ich war immer schon sehr unabhängigkeitsliebend und habe mir daher einen Studienplatz möglichst weit weg von zuhause gesucht – und habe diesen im Saarland gefunden. Ich habe dort an einer staatlich geförderten Schule für Tourismus studiert und im Rahmen meines Studiums auch ein Pflichtpraktikum im Ausland absolviert. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass dies bei meiner Familie anfangs nicht so gut ankam. Aber da ihnen eine gute Bildung sehr wichtig war und es sich schließlich um ein Pflichtpraktikum handelte, mussten sie es wohl oder übel akzeptieren.

Ich habe während des Studiums auch meinen zukünftigen Mann kennengelernt, und da ich immer schon nebenbei gearbeitet habe, auch meinen absoluten Traumjob gefunden. Es war zwar nicht mein erster Job, aber ja, mein Traumjob. Ich habe in der Tourismusbranche gearbeitet und bin für meine Arbeit um die Welt gereist. Ich habe dort gearbeitet, wo andere Urlaub machen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Als mein Mann und ich dann geheiratet haben und eine Familie gegründet haben, habe ich meinen Job gekündigt und  bin wieder nach Deutschland zurückgekehrt

Du hast deinen Traumjob für deine Familie aufgegeben. Wie schwer ist dir das gefallen und wie war es für dich, einen neuen Job zu finden?

Sibel: So sehr ich meinen Job in der Tourismusbranche auch geliebt habe, war es mit Familie einfach nicht mehr vereinbar, dauernd in der Welt herumzureisen. Also habe ich nach etwas neuem gesucht und mich auf eine Marketingposition bei Vodafone beworben. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht unbedingt auf die Ausschreibung gepasst habe, aber hier spielt dann ein Motto eine tragende Rolle, das ich auch durchaus mein Lebensmotto nennen kann: Du kannst alles lernen, wenn du es nur wirklich willst!

Es bedarf eines gesunden Selbstbewusstseins bzw. Selbstwertgefühls und genau das hatte ich. Heute kann ich auch ganz klar sagen, dass Selbstwertgefühl sehr wichtig im Berufsleben ist: Sei dir deiner Fähigkeiten und deines Wertes bewusst und verkaufe dich auch so. Selbstmarketing ist essentiell, wenn du einen bestimmten Job haben möchtest. Ich konnte mich damals sehr gut vermarkten und habe die Stelle auch bekommen.

Wie hast du dich mit dieser neuen Herausforderung angefreundet?

Sibel: Sehr, sehr gut! In der Retrospektive kann ich sagen, dass die 14 Jahre bei Vodafone mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Ich war schon immer ein selbstbewusster Mensch, aber bei Vodafone habe ich dieses Selbstbewusstsein erst so richtig ausgebaut. Ich habe dort Menschen gefunden, die an mich geglaubt haben. Und das ist ganz wichtig – der Support, den du von anderen Menschen erfährst, vor allem wenn du Fehler machst, ist so unendlich wichtig, damit du dich als Mensch weiterentwickeln kannst.

Zudem war es ein sehr abwechslungsreicher Job. Ich habe dort sehr viele Kontakte knüpfen können und mir ein großes Netzwerk aufbauen können. Da ich in der Zwischenzeit Mutter geworden war, habe ich das Thema „Arbeiten mit Kind“  im Unternehmen nach vorn auf die Agenda gebracht. Ich habe eine betriebliche Kinderbetreuung ins Leben gerufen und familien- und frauenfreundliche Maßnahmen in der Personalpolitik vorangetrieben. Dazu gehörten der Aufbau interner Mentoring-Programme für Frauen sowie neue Employer Branding Strategien mit dem Fokus auf Gender Diversity.

Nun hast du bei deiner Arbeit sehr viel mit Menschen zu tun gehabt. Was war für dich das wichtigste Learning aus dieser Zeit?

Sibel: Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass es sehr wichtig ist, emotionale Intelligenz zu entwickeln, um ein soziales Netzwerk aufzubauen.  Baue Dir ein Netzwerk mit Leuten, Die Dich inspirieren und Dich voranbringen.  Eine Gemeinschaft aus Kollegen, Freunden, Bekannten und Familie, die an dich glauben und dich unterstützen, deinen Weg zu gehen. Eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ohne ein verlässliches Netzwerk fast nicht möglich.

Heute bist du selbständig und arbeitest als Talent- und Career-Development-Expertin. Wie ist es dazu gekommen, dass du nach 14 Jahren das Konzernleben hinter dir gelassen hast? Und was hat dich dazu gebracht,  das zu tun was du heute tust?

Sibel: Ich liebe es, Menschen zusammenzubringen,  ihre Talente zu entdecken und diese dann zu fördern. Deshalb habe ich meine Firma „Verborgene Talente“ gegründet.  Und ich mache genau das – ich entdecke Talente im Menschen und fördere sie. Man muss sich das ganz vereinfacht so vorstellen: Unser Gehirn funktioniert ähnlich wie ein Smartphone. Wir haben alle die gleichen Apps zur Verfügung. Aber wir nutzen immer nur bestimmte Apps für bestimmte Tätigkeiten. Das bedeutet, dass wir die Apps nur dann abrufen wenn wir sie tatsächlich brauchen. Und da ist es sehr wichtig zu lernen, dass wir andere Apps zur Verfügung haben und diese nutzen. Mir liegt es sehr am Herzen, die Fähigkeiten in anderen Menschen zu erwecken, dass sie ihr Potenzial ausnutzen.

Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist wieder das Selbstwertgefühl. Kennst du deinen Wert? Denn wenn du deinen Wert kennst, dann wirst du auch den idealen Job für dich finden.

Hast du eine Morgenroutine? Und wie Sieht diese aus?

Sibel: Ich stehe in der Regel 30 Minuten vor meinen Kindern auf und ich bete. Jeden Tag. Das ist wie eine Art Dankbarkeitsritual – ich bete für meine Familie; ich bete, damit ich morgens innere Ruhe und Kraft für den bevorstehenden Tag tanken kann.

Beim Beten machen wir Muslime verschiedene Bewegungen, d.h. wir beugen uns erst halb und dann ganz nach vorne.  Wir spannen unseren Körper an und starten durch das Beten und diese Bewegungen positiv in den Tag – ähnlich wie für andere beispielsweise Yoga.

Welchen Impuls würdest Du unseren Lesern gerne mitgeben?

Sibel: Viele Menschen kennen ihren Selbstwert nicht. Mein Rat an alle, die an sich zweifeln oder sich ihres Wertes nicht sicher sind: Lerne, mit dir selbst gut umzugehen und dich selbst auch mit den Augen anderer zu sehen.

Dies ist auch in einer familiären Beziehung sehr wichtig, deswegen habe ich zum Internationalen Tag der Kinderrechte, wo sich 105 Länder an den Aufruf der UN zu einem #EQChildrenDay beteiligt haben, auch eine Seite zu EQ in der Kindererziehung aufgebaut: Verborgene Talente EQ.

 Sibel, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

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