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FORGESTELLT: Sophia Saller, Triathletin

15. Februar 2016
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Liebe Sophia,

vielen Dank, dass du dich für ein FORGESTELLT zur Verfügung stellst. Deine Geschichte ist wahnsinnig beeindruckend und spannend. Ich selbst habe in den Nachrichten einen Bericht über dich gesehen und dachte mir, ein Interview mit dir wäre super inspirierend für unsere Leserinnen.

Wie sieht dein aktueller Alltag aus? Was machst du und wo lebst du?

Sophia: Derzeit lebe und studiere ich in Oxford, England, und bereite mich gleichzeitig auf die bevorstehende Triathlonsaison vor. Letztes Jahr habe ich in Oxford meinen Master der Mathematik abgeschlossen und promoviere nun in der Mathematik. Mein Alltag besteht normalerweise aus mindestens zwei Trainingseinheiten am Tag und dazwischen wird entweder an mathematischen Problemen gerätselt oder ich unterrichte Studenten an der Universität.

Gibt es einen Ursprung dafür, dass Sport eine solch große Rolle in deinem Leben spielt?

Sophia: Meine Mutter war früher bei den Olympischen Spielen als Skilangläuferin und war später auch noch Marathon Läuferin. Daher hat Sport in meinem Leben schon immer eine relativ große Rolle gespielt, auch wenn ich zum Triathlon erst mit 16 Jahren gekommen bin.

Stand für dich selbst schon früh fest, dass du Triathletin werden möchtest oder hat sich das entwickelt, ohne dass du es dir bewusst vorgenommen hast?

Sophia: Das hat sich auf jeden Fall so entwickelt ohne, dass ich es wirklich vor hatte. Als ich noch relativ jung war, bin ich zusammen mit meinem etwas älterem Bruder sowohl geschwommen, als auch gelaufen. Doch irgendwann war ich die bessere Schwimmerin und er der bessere Läufer, also habe ich mich dem Schwimmen gewidmet und er sich dem Laufen. Fast 10 Jahre später sind wir dann Beide beim Triathlon gelandet. Daran ist wohl auch etwas meine Mutter schuld, die wie gesagt selber Läuferin war und mich immer mal wieder zum Laufen mitgenommen hat, bis ich mich irgendwann selber ins Laufen verliebt habe. Was ich jetzt am Triathlon so genieße ist die Abwechslung, die er mit sich bringt.


„… bis ich mich irgendwann selber ins Laufen verliebt habe.“


CapeTown

Was ist dir neben Sport noch wichtig im Leben?

Sophia: Da ist natürlich mein Studium und die Mathematik, doch vielmehr auch noch meine Familie und Freunde. Ohne deren Unterstützung hätte ich Vieles gar nicht so hin bekommen und ich schätze wirklich jegliche Zeit, die ich mit ihnen verbringen darf.

Hast du Tipps und Tricks für unsere Leserinnen, was sie in einem Motivationstief tun können, um wieder neue Energie zu Tatendrang zu schöpfen?

Sophia: Meine Motivation nehme ich meist einfach an dem Spaß und der Leidenschaft für das, was ich tue. Das kann man allerdings auch leicht vergessen wenn es stressig wird. Daher wäre mein Tipp, sich einfach daran zu erinnern, warum man es tut, um den Spaß daran nie zu verlieren oder zu vergessen.


„… einfach daran erinnern, warum man es tut…“


Fällt es dir immer leicht aufzustehen und 100% in Allem, was du tust, zu geben?

Sophia: Immer natürlich nicht. Natürlich gibt es Tage, an denen man aufwacht und sich denkt: Ich könnte jetzt auch noch etwas im Bett bleiben. Oder wenn der Gedanke an das kalte Wasser im Schwimmbad einen einfach gar nicht reizt, aber meistens geht das dann auch wieder weg wenn man mal aus dem Bett ist. Was auch gut funktioniert ist, einfach mal zu lachen und sich dazu zu zwingen, gut gelaunt zu sein. Das steckt die Anderen meistens an und danach ist die Stimmung bei Allen besser – das macht es dann auch für einen selbst etwas leichter.

Sport, Studium, zwischen mehreren Orten pendeln – Wie schaffst du das? Gönnst du dir regelmäßige Pausen?

Sophia: Das schöne an meinem Studium ist auch, dass es mich etwas an Oxford bindet. Dadurch bin ich nicht ganz so viel unterwegs wie andere und dadurch kehrt meiner Meinung nach etwas mehr Ruhe in meinen Alltag ein. Meine Pausen vom Studium sind meist der Sport und umgekehrt, aber natürlich gönne ich mir auch öfters richtige Pausen in denen ich mich mit Freunden zusammensetze, mal was backe oder einfach mal fernsehe.

Wie sehen solche Pausen im Idealfall und in Realität aus?

Sophia: Der Idealfall ist, meine Familie zu besuchen oder mich mit Freunden irgendwo zusammen setzen und den Abend mit interessanten Diskussionen füllen. Beides kommt zum Glück auch in der Realität öfters vor, doch manchmal habe ich nach langen Trainings- und Unitagen einfach keine Lust mehr, nochmal rauszugehen und setze mich einfach vor den Fernseher.

Weißt du schon, wo deine Reise des Lebens hingehen soll?

Sophia: Wenn ich das wüsste, wäre das Leben ja langweilig. Noch habe ich nur Wünsche an die Zukunft und Träume, bin aber offen zu dem „what life throws at me“.

Welche deiner Eigenschaften, denkst du, hat dir zu dem verholfen, was du bis heute bereits erreicht hast?

Sophia: Ich hab wohl viel meiner Sturheit zu verdanken: Als ich nach Oxford an die Uni bin, hat mein Trainer damals zu mir gemeint, ich könne nicht Beides (Studium und Leistungssport) machen und müsse mich für eines entscheiden. Da wollte ich ihm beweisen, dass er Unrecht hat. Auch mein Perfektionismus hat mir wohl geholfen, er gehört gleichzeitig allerdings auch zu meinen Schwächen.

Bleibt neben all deinen Aktivitäten Zeit für Privatleben? Würdest du sagen, du hast ein typisches Studentenleben geführt?

Sophia: Natürlich habe ich nicht ein ganz so ausgefülltes Studentenleben wie viele andere gehabt, aber auch ich war oft genug mit Freunden oder Mannschaftskameraden abends feiern und habe alles was man als Student so macht mal gemacht. Nur habe ich auch gemerkt, dass man nicht bis spät in der Nacht feiern und dann morgens um 7 in der Früh fit am Beckenrand stehen kann – zumindest nicht auf Dauer.

Gibt es ein nächstes Etappen-Ziel, welches dieses Jahr ansteht oder lässt du dich ohne einen konkreten Plan von der Zukunft überraschen?

Sophia: Das Etappen-Ziel auf der sportlichen Seite dieses Jahr ist wohl die Olympia-Qualifikation, mit der wirklich ein Traum in Erfüllung gehen würde.


© Sophia Saller

© Sophia Saller


 

Vielen Dank für das schöne Interview und deine Antworten auf all meine Fragen!

Habt ihr weitere Fragen an Sophia zu ihrer sportlichen oder auch persönlichen Wandlung? Dann schreibt uns an: mail@fielfalt.de

Eure Kira

Bildquelle: © Sophia Saller

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