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FORGESTELLT: SUSANNE THIELECKE, Beraterin, Coach und Ghostbloggerin

29. September 2015
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Darf ich vorstellen: Susanne Thielecke: Beraterin, Coach, Mutter und Ghostbloggerin im Bereich Personalführung, Karriere und Mitarbeitergewinnung.

Die Homepage von Susanne Thielecke schmückt folgendes Zitat:


„Zusammenarbeit könnte so einfach sein,

            wenn alle wären, wie man selbst.

                       Obwohl, nicht mal dann.“

Susanne Thielecke


Im Interview spricht sie über ihre bisherigen Karrierentscheidungen von der HR-Managerin hin zu ihren heutigen Tätigkeiten. Über das Coaching, wem sie dieses empfehlen würde und darüber bestmöglich Abstand zu gewinnen.

Susanne, wer bist Du und was machst Du?

Susanne Thielecke: Ich bin Beraterin und Coach für alle Themen, die sich um Personalführung, Zusammenarbeit, Karriere und Mitarbeitergewinnung ranken. Eines meiner Liebslingsthemen ist dabei die Überwindung von Barrieren der jüngeren Arbeitskräfte, die unter dem digitalen Einfluss aufgewachsen sind, mit der Generation, die ohne Internet groß geworden ist. Darüber schreibe ich auch. Da ich regelmäßig als „Ghostbloggerin“ gebucht werde, komme ich leider zu selten dazu, selbst zu publizieren.

Was waren die bisher ausschlaggebendsten Entscheidungen Deiner Karriere? Wie hast Du diese Entscheidungen getroffen bzw. was hat Dir bei der Entscheidungsfindung geholfen?

Susanne Thielecke: In den ersten Jahren musste ich mich oft eher gegen, als für einen Berufsweg entscheiden. Es gab viel, was ich mir hätte vorstellen können. Die erste Entscheidung war die gegen Journalismus und für die Arbeit im Personalwesen. Das Thema „Personal“ sprang mir praktisch auf den Schoß und blieb da sitzen, bis heute. Ich habe dann viele Jahre sehr gern in einem großen Entertainment-Konzern als Human Resources Managerin gearbeitet. Dort habe ich unfassbar viel gelernt und das war auch der Grund, warum ich damals dort begonnen hatte. Ich wollte wissen, wie Arbeiten funktioniert. Insgesamt sind meine Entscheidungen meistens geprägt von zwei Motiven: etwas zu lernen und mich persönlich einbringen zu können. Auch die Entscheidung, in die Selbstständigkeit zu gehen.

Der Schritt in die Selbständigkeit – was waren die wichtigsten Dinge, die Du bei der Gründung von LaRenzow Personal gelernt hast?

Susanne Thielecke: Die wichtigste Erkenntnis klingt sehr abgegriffen, wahrscheinlich, weil eben auch viel dran ist:


„Folge Deiner inneren Stimme.“


Interessant finde ich, dass diese Fähigkeit in der heutigen Arbeitswelt mehr Sicherheit mit sich bringt, als manch fester Job. Damit ist kein wahlloses Lustprinzip gemeint, sondern ein eher sachliches In-sich-hineinhören: Mache ich das, was ich gut kann? Wenn mir etwas bevorsteht, möchte ich mich da durchkämpfen oder ist es das Falsche, was ich da vor habe? Das zu lernen trägt mich und macht mich – glaube ich – auch erfolgreich.

Was fasziniert Dich am Coaching? Und wie hast du dieses Berufsfeld für Dich entdeckt?

Susanne Thielecke: Als Personalmanagerin war das in irgendeiner Form ja immer schon Bestandteil meines Jobs. Ich habe früh gemerkt, dass immer dann, wenn andere Hilfe suchend zu mir kamen, die Gespräche erfolgreich waren und ich vielen echt etwas mitgeben konnte. Daher habe ich – dankenswerter Weise finanziert von meinem Arbeitgeber – schon früh eine Ausbildung in dem Bereich gemacht, die ich zunächst über 10 Jahre lang in der Firma eingesetzt habe. Die Faszination dafür ist ganz einfach. Ich bin ziemlich empathisch und habe daher ein Talent, andere zu coachen und zu beraten. Und jeder von uns macht ja gern etwas, wofür er ein Talent hat. Außerdem mag ich das Pragmatische. Ich bin ein ganz bodenständiger Mensch und es befriedigt mich zutiefst, für ein Problem eine Lösung zu finden oder dabei zu helfen.

Was sind die häufigsten Anfragen beim Coaching und welche Beobachtungen konntest Du bisher im Hinblick auf Männer und Frauen machen? Gibt es Unterschiede?

Susanne Thielecke: Im beruflichen Umfeld geht es sehr häufig darum, dass ab einem bestimmten Grad an Verantwortung Fähigkeiten verlangt werden, die man nicht von Natur aus mitbringt. Das kann sehr unterschiedlich aussehen. Der analytische Pragmatiker muss vielleicht lernen, sich in andere hineinzuversetzen, während der empathische Vorgesetzte vielleicht lernen muss, klar und durchsetzungsstark zu sein. Delegation, Kommunikation und Motivation sind Dauerbrenner in fast jedem Führungskräftecoaching. In der Karriereberatung geht es meistens darum, festzustellen, was und wie man eigentlich arbeiten möchte. Der Weg dahin ist dann meist der kleinere Teil der Beratung. Interessanter Weise gibt es aus meiner Sicht fast keine kategorischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, da gibt es viele Klischees, die ich alle widerlegen könnte. Der einzige ist vielleicht der, dass Frauen meist schon vorher wissen, dass es um sie und ihre Motive geht und Männer das erst während der Coachings oder Beratungen feststellen. Dann aber meistens mit großer Begeisterung, übrigens.

Wann würdest Du ein Coaching empfehlen?

Susanne Thielecke: Immer dann, wenn man sich festgebissen hat. Der Job knirscht irgendwie und man weiß nicht so recht, warum. Oder man weiß es, kommt aber aus seinen Mustern nicht raus. Ich bin aber auch eine große Befürworterin, dass Firmen ihre Führungskräfte und Mitarbeiter zu Coachings „schicken“. Viele Seminare zu den so genannten Schlüsselqualifikationen passen gar nicht zu den Teilnehmern und sind unglaublich kostspielig. 3 bis 5 Coachingsitzungen sind oft viel effektiver und nicht teurer. Zum Glück geht der Trend zu individualisiertem Lernen.

Bei unserem Kennenlernen hast Du außerdem erzählt dass Du nebenbei als Ghost-Writer tätig bist. Wie bist du dazu gekommen?

Susanne Thielecke: Das war toll! Mich fasziniert die Digitalisierung unseres Lebens. Dabei habe ich festgestellt, dass online Präsenz gerade für zum Beispiel Firmeninhaber oder Vorstände sehr wichtig sein kann, aber zeitlich überhaupt nicht zu schaffen ist. Außerdem kann eben nicht jeder so über sein Fachgebiet schreiben, dass es auch interessant gerade für online Leser ist. Dieses Feld bespiele ich, allerdings nur innerhalb meines Fachgebietes: Die moderne Arbeitswelt.

Ganz schön viele Aufgaben und Rollen auf einmal, was machst Du um Abstand zu gewinnen? Ist Abstand deiner Meinung nach überhaupt notwendig? Wenn ja, warum?

Susanne Thielecke: Erst einmal habe ich zwei Kinder, die sind jetzt 7 und 5 und sorgen für Abstand und Ausgleich zur Arbeitswelt. Inzwischen ist bei mir alles irgendwie ineinander gerutscht, ich habe ein Home Office und ein Büro in Fahrradnähe zu Schule und Kindergarten. Das macht es leichter, alles unter einen Hut zu kriegen. Wenn ich Mutter bin, bin ich Mutter und wenn ich arbeite, arbeite ich, das konnte ich immer schon. Abstand halte ich für sehr wichtig. Um Kraft zu tanken, aber auch, um ein Korrektiv zu haben. Mich mit Menschen zu umgeben, die ganz andere Themen wichtig finden, als ich selbst, brauche ich wie die Luft zum Atmen. Apropos Luft, wir versuchen als Familie auch viel Bewegung und Natur zu bekommen – wir haben uns dieses Jahr sogar einen Wohnwagen mit festem Stellplatz am Meer gekauft. Unfassbar war das für mich, ich fand das früher immer schlimm. Es ist aber wunderbar. Ein Glas Weißwein bei Sonnenuntergang, während die Kinder im Schlafsack langsam wegdösen, schafft Abstand von fast allem, außer von einem selbst.

Vielen lieben Dank Susanne!

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