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FORGESTELLT: Tanja Hofer Karriere und Kind ist das machbar?

14. May 2017
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Wir treffen so viele unterschiedliche  im Leben und manche hinterlassen direkt Spuren, weil sie so inspirierend sind. So ging es mir mit Tanja, die ich das erste Mal durch unsere berufliche Zusammenarbeit getroffen habe. Sie ist eine der Frauen, die mich sehr prägen allein durch ihr Auftreten und aber vor allem auch durch ihren Mut zur Veränderung. Heute habt ihr selbst die Chance Tanja, Director Talent Management bei Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH kennenzulernen. Viel Spaß mit diesem FORGESTELLT.

Liebe Tanja wer bist du und womit verbringst du deinen Alltag? Stell dich doch in ein paar Worten vor.

Tanja: Ich bin ein lebensbejahender, weltoffener und neugieriger Mensch. Und das in allen Lebenslagen. Für mich sind dabei die Menschen, die mich umgeben, die größte Inspiration im Alltag – ob im Beruf, in der Freizeit oder als Working Mum.

Der Tag beginnt für mich mit meiner einjährigen Tochter und kuscheln/spielen, um den Tag zu begrüßen. Danach folgen Routinen wie das gemeinsame Frühstück mit meiner Familie und die Fahrt zur Arbeit. Im Büro angekommen, dreht sich alles um Themen wie beispielsweise Diversity-Management, Talententwicklung und Personalmarketing. Meist stehen dann Meetings und Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen an. Der Abend gehört dann wieder ganz der Familie. Zwei Mal in der Woche hole ich meine Tochter am Nachmittag von der Kita ab, um gemeinsam mit ihr etwas zu unternehmen. 

Mutter zu werden, eine Familie zu gründen und gleichzeitig an der Karriere zu feilen?Du hast dich entschieden Mutter zu werden. Siehst du es kritisch in der heutigen Zeit

Tanja: Muttersein ist eine wunderbare Reise, die so viele Abenteuer bereit hält. Dabei ist der Zeitpunkt völlig egal. In meinen Augen ist es eine Entscheidung, die man mit seinem Partner trifft und sich gemeinsam dieser Herausforderung stellt – mit allen Höhen und Tiefen. Natürlich heißt das auch, sich über das Zusammenspiel von Familie und Beruf Gedanken zu machen. Die zentrale Frage, mit der man sich dabei zwangsläufig beschäftigt ist: Was ist mir wichtig? Für mich war von Anfang an klar, Familie und Beruf gehören zusammen.

Was sind deiner Meinung nach Faktoren, die noch angepasst werden müssen, um bessere Voraussetzungen zu schaffen, um aus dem entweder oder ein und werden zu lassen?

Tanja: Ich glaube, ob es ein „entweder oder“ bzw. ein „und“ ist, hängt von einem selbst ab. Ich kenne viele Mütter, die sich sowohl für die eine als auch die andere Variante entschieden haben. Die Hauptsache ist, man ist mit der eigenen Entscheidung glücklich.

Die heutige Arbeitswelt hält für Mütter aber auch für Väter viele Möglichkeiten bereit, beides unter einen Hut zu bekommen und das ohne sich Aufzureiben. Es gibt flexible Arbeitszeitmodelle, Home Office, Jobsharing oder aber auch die Möglichkeit Co-Working Spaces zu nutzen. Ich kann mich daher glücklich schätzen, einen Arbeitgeber zu haben, der diese Möglichkeiten unterstützt und aktiv anbietet. So hatte ich auch die Chance während der Elternzeit und trotz der Arbeit in Teilzeit einen weiteren Karriereschritt mit noch mehr Führungsverantwortung zu machen. Familie und Beruf schließen sich also nicht aus.

Was rätst du jenen, die vor der Entscheidung stehen und nicht so richtig wissen, wie sie sich entscheiden sollen. Gibt es Geheimtipps von deiner Seite zu Karriere und Kind? 

Tanja: Da gibt es keinen wirklichen Geheimtipp. Ich
denke am wichtigsten ist es, dass man sich selbst treu bleibt! Die Entscheidung muss schlussendlich jeder für sich selbst treffen. Meist ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich mit dem Thema Nachwuchs beschäftigt. Die innere Uhr gibt da schon einen guten Takt vor. Mir hat es zudem geholfen, mit anderen Müttern zu sprechen und mich über unterschiedliche Quellen zum Thema zu informieren. Im Nachhinein kann ich folgende Tipps geben: Man sollte in jedem Fall schon während der Schwangerschaft die Weichen für den Wiedereinstieg stellen. D.h. in erster Linie mit dem Arbeitgeber seine Gedanken, Wünsche und Erwartungen über die Zukunft offen und ehrlich teilen. Hilfreich ist es dann auch, während der Elternzeit den Kontakt zu seinem beruflichen Netzwerk zu halten.

Hast du eine große Veränderung gespürt nachdem du nun wieder zurück bist im alten Alltag?

Tanja: Die größte Veränderung und das gleichzeitig größte Glück ist das Leben mit Kind. Es verändert einen selbst und auch den gesamten Alltag auf eine positive und herausfordernde Art und Weise. Die täglich zur Verfügung stehende Zeit für all die Dinge, die man machen möchte und muss, ist begrenzt. Egal ob im Beruf oder in der Freizeit. Absolutes Zeitmanagement, anderen Grenzen aufzeigen und sich auf Ad-hoc-Situationen einstellen ohne die Nerven zu verlieren, sind die Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Aber mit der nötigen Prise Lebensfreude und den richtigen Menschen an der Seite beruflich und privat, ist auch das zu schaffen.

Falls ja, wie gehst du mit dieser Veränderung um? Schaffst du es dir auch Zeit für dich einzuräumen?

Tanja: Das tolle an Veränderung ist ja, dass man seinen Horizont erweitert und sich weiterentwickelt. Man lernt sehr viel über sich selbst, reflektiert öfter Situationen als früher und geht grundsätzlich noch gelassener durchs Leben. [Lacht] Wobei das Mehr an Gelassenheit für mich heißt, die alltäglichen Dinge nicht zu ernst zu sehen. Kommt man eventuell fünf Minuten zu spät am Arbeitsplatz an als man eigentlich geplant hat, dann ist das eben so. Denn diese fünf Minuten habe ich damit verbracht, meiner Tochter beim Schuheanziehen zu helfen, ihr einen tollen Tag in der Kita zu wünschen und sie mit einem Lächeln zu verabschieden. Kostbare Zeit, die für die Persönlichkeitsentwicklung meiner Tochter wichtig sind. Im Job weiß ich, dass ich mit meinem Team und meinen Stärken diese fünf Minuten locker wieder reinhole.

Bleib dir selbst treu, das ist eine der wichtigsten Messages, die jeder im Leben berücksichtigen sollte. Auch wenn es einfach, wie eine Floskel klingt, ist es doch ab und sehr hilfreich diese zu berücksichtigen.

Danke für das Interview liebe Tanja.

Eure Julia

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