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FORGESTELLT: Thomas Lauzon und Eugene Maseya von MamaBird

4. April 2018
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Leben retten mit Drohnen. Genau das tun Thomas und Eugene mit ihrem Startup MamaBird.

Sie ermöglichen den Transport und die Lieferung von lebensrettenden medizinischen Hilfsgütern in entlegene afrikanische Dörfer und Gemeinden und helfen damit vor allem Frauen und Kindern, die am Rande der Gesellschaft leben und oft die meiste Pflege benötigen, aber keinen Zugang dazu haben. Die medizinische Versorgung erfolgt durch Drohnen, die Pakete mit einem Gewicht von bis zu 10-15 kg über eine Entfernung von 100 km transportieren können. Sie starten mit einem Birthkit und einem Ernährungspaket – aber das ist nur der Anfang.

Wenn ihr euch selbst in drei Worten beschreiben müsstet, was wären sie.

Eugene: Hungrig, wissbegierig, gewissenhaft.

Thomas: Erfinderisch, warm und selbstbewusst.

Wie seid ihr auf die Idee für euer Unternehmen gekommen?  Was hat euch inspiriert?

Thomas: Es fing eigentlich alles damit an, als wir uns vor ein paar Jahren kennenlernten und interessanterweise habe ich Eugene online „getroffen“. Es gab einen Aufruf für ein Projekt von UNICEF. Sie haben damals versucht, Blutproben mit Drohnen zu transportieren. Ich war sehr interessiert und habe eine Art Umfrage erstellt mit dem Aufruf:  „Hey, wer will mir helfen? Ich möchte einen Vorschlag für dieses Projekt einreichen.“ Ich schickte diesen Fragebogen raus in die Welt und Eugene hat geantwortet. So haben wir uns kennengelernt und arbeiten seitdem gemeinsam an Drohnenanwendungen.

Im Jahr 2016 gab UNICEF die Eröffnung eines Drohnentestkorridors in Malawi, dem Heimatland von Eugene, bekannt. Wir überlegten uns, was wir mit diesem Drohnenkorridor machen könnten und hatten einen sehr praktischen Ansatz: In Malawi gibt es viele Kinder – vielleicht könnten wir etwas um Kinder und Drohnen herum machen und eine Anwendung erstellen. Ja, das klingt sehr vage, aber wir hatten noch keine richtige Idee. Zur gleichen Zeit erzählte mir Eugene allerdings, dass es viele Probleme mit Unterernährung von Kindern und der Entbindung von Babys in abgelegenen Gegenden des Landes gibt. Wir hatten das Gefühl, dass dies ein Problem war, an das niemand wirklich dachte, und wir erkannten, dass es viele Frauen gibt, die von der Drohnentechnologie profitieren könnten.

Wann wurde die Idee von MamaBird geboren? Gab es einen bestimmten Moment, als ihr wusstet: Das ist es! Das ist etwas, was wir tatsächlich in ein Projekt verwandeln können.

Eugene: Seit wir uns getroffen haben, haben wir immer darüber nachgedacht, was wir mit einer App zur Nutzung der Drohnentechnologie für einen guten Zweck tun können. Anfang 2017 begannen wir dann, über unsere „Kinder und Drohnen-Idee“ zu sprechen, aber eigentlich haben wir erst ein paar Monate später, im September 2017, einen konkreten Ansatz gefunden, was wir für die Frauen und Kinder in Malawi tun wollen. Und daraus entstand MamaBird.

Ihr habt beide einen technischen Hintergrund. Hat euch das geholfen, eine technische Lösung für etwas zu finden, das eigentlich ein soziales Problem ist?

 Thomas: Das ist richtig. Wir sind mit einer sehr technischen „Brille“ an das Thema herangegangen, denn wir hatten ja das Wissen über den Einsatz und die Bedienung von Drohnen. Und dann haben wir in einem zweiten Schritt die Hypothese aufgestellt, dass Drohnen für einen guten Zweck eingesetzt werden können, um ein soziales Problem zu lösen, wie zum Beispiel die Unterernährung von Neugeborenen und die Geburt selbst.

In einem nächsten Schritt wollten wir sehen, wie die Reaktion mit den Menschen sein würde.  Also gingen wir zu verschiedenen Social Entrepreneurship-Veranstaltungen rund um Washington D.C. und fanden heraus, dass es vor allem Frauen sind, die in diesem Sektor arbeiten und sich engagieren. Ich würde sogar sagen, es war ein Augenöffner für uns, als wir feststellten, dass es im Caring Sector hauptsächlich Frauen gibt. Die Begegnung mit diesen Frauen war nicht nur eine große Inspiration für uns, sondern die Frauen haben uns auch noch viel mehr Frauenthemen vorgestellt, von denen uns nicht wirklich klar war, dass es diese gibt.

Ihr sagtet, dass es hauptsächlich Frauen gibt, die im Pflege- oder Gesundheitssektor arbeiten. Glaubt ihr, dass ihr eine Art männlicher Botschafter werden könntet, um mehr technische Lösungen in von Frauen dominierte Branchen wie den Pflegebereich zu bringen?

Thomas: Auf jeden Fall. Und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dies ein Thema ist, dass sich auf das Gesundheitswesen beschränkt. Ich denke, es ist eigentlich ein Thema für jede Branche, in dem Frauen nicht richtig berücksichtigt werden. Ich erinnere mich, dass ich vielleicht vor ein oder zwei Jahren gelesen habe, dass in der Spieleindustrie, wo viele der Designer von Spielen Männer sind, diese ihre Spiele nur für Männer entwerfen. Und sie vernachlässigen alle Spiele, die Frauen oder Mädchen gerne spielen würden. Es ist ein riesiger Markt, der völlig unerschlossen war, nur weil die Designer Männer sind, obwohl Frauen genauso gerne spielen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Männer, gleich wie Frauen, sollten ihre Produkte und Lösungen doch immer – völlig egal welche Branche – an beiden Zielgruppen orientieren.

Der Anfang eures Projekts war, dass ihr zu vielen Veranstaltungen gegangen seid und viele Ideen und Inspirationen bekommen habt. Was waren dann die ersten Schritte bei MamaBird?

Eugene: Wir haben uns mit Organisationen getroffen, die in diesem Bereich arbeiten, wie Save the Children oder UNICEF, um herauszufinden, ob unsere Lösung für einige der Probleme, die sie anzugehen versuchen, effektiv wäre. Und natürlich wollten wir herausfinden, ob MamaBird eine Lösung ist, die sie schätzen und dann auch einsetzen würden. Grundsätzlich haben wir gesagt, dass wir eine Lösung haben, die wir als Dienstleistung entwickeln können, und sie gefragt, wie sie darüber denken.

Save the Children waren besonders begeistert und sind sogar bereit, irgendwann in diesem Jahr mit uns Testflüge zu fliegen. Es ist tatsächlich ein großes Problem, bestimmte Gebiete in Malawi zu erreichen. Wir wissen es wirklich zu schätzen, dass es Organisationen gibt, die offen sind für neue Ansätze zur Lösung alter Probleme.  Dies ist eine tolle Chance für neue Innovationen von kleinen Unternehmen wie uns.

Thomas: Außerdem haben wir gleichzeitig eine Liste von Skills erstellt, die wir in Bezug auf Drohnen haben. Eugene und ich haben beide unser eigenes Business, das wir parallel zur Entwicklung von MamaBird betreiben. Eugene fliegt Drohnen in Malawi für zur Erstellung von Mapping-Anwendungen und ich bin auf der Herstellerseite und fertige Software und Hardware für Drohnen an. Ich möchte hier nicht auf zu viele technische Details eingehen. Der Aufbau dieser Liste hat uns geholfen zu erkennen, dass wir sehr viel Know-How von sowohl dem Bau von Drohnen als auch dem operativen Teil haben. Was wir seit September tun, ist sicherzustellen, dass wir eine passende Technologie bauen können, dass wir erstes Interesse seitens potentieller Partner gibt und dass das, woran wir arbeiten, tatsächlich für die Frauen und Kinder in den abgelegenen Gebieten von Malawi nützlich ist.

Es gibt eine Frage, die ich stellen muss, da ihr im Moment ein rein männliches Team seid.  Plant ihr, Frauen als Co-Founder mit ins Boot zu holen, oder wie wollt ihr euer Team so strukturieren, dass es ein vielfältigeres Team wird, zumal ihr ja ein rein weibliches Publikum ansprecht?

Eugene: Das ist eines der Themen, die ich zu Hause in Malawi gesehen habe, wenn ich Drohnen fliege: Die Wahrnehmung von Wissenschaft und Technologie, vor allem von neuen Technologien wie Drohnen, ist, dass es eine rein männliche Domäne ist. Ein klassisches Beispiel: Einmal flog ich mit meinem Cousin Drohnen, er ist Ingenieur, und er brachte seine beiden Töchter im Alter von 5 und 3 Jahren mit. Seine Frau war auch da und sagte: „Wow, die Mädchen sind so aufgeregt, wenn sie Jungs wären, würde ich ihnen sofort Spielzeugdrohnen kaufen.“  Und ich dachte mir nur, warum sie Jungen sein müssen? Warum konnte sie ihren Töchtern keine Drohne zum Spielen kaufen? Sie ist eine sehr gebildete Frau und ihr könnt euch sicher vorstellen, wie diese Situation in ländlichen Gebieten aussehen würde.

Jetzt fragen wir uns natürlich: Was ist, wenn wir eine Lösung schaffen, die nicht nur ein Problem für Frauen löst, sondern die Frauen auch mit der App arbeiten lässt? Zum Beispiel: Eine Frau hat ein Tablet und ruft nach einer Drohne, die Drohne kommt und landet und die Frau nimmt das Paket von der Drohne und schickt die Drohne wieder zurück. Davon hat man in abgelegenen Gebieten Malawis oder anderen Ländern Afrikas noch nie gehört. Wir glauben, dass wir tatsächlich ein ganzes Ökosystem schaffen können, das zeigt:  Frauen können an der Spitze einer Technologie stehen, die für sie geschaffen wird, die ihr Problem löst. Das haben wir seitdem im Hinterkopf.

Und es geht noch weiter: Wenn Mädchen in den Dörfern sehen, wie ihre Mütter mit Drohnen Pakete mit Hilfsgütern in die Dörfer bringen, hat das das Potenzial, die Einstellung einer ganzen Generation zu ändern: Wenn meine Mutter, die nicht zur Schule gegangen, mit dieser Technologie interagieren kann, die unser Leben verändert, dann können wir es auch tun. Das öffnet ihren Horizont.

Wir betrachten beide Aspekte, indem wir einerseits die Lösung liefern, andererseits aber auch die Denkweise ändern.  Und es sollte nicht ein Haufen Kerle sein, die letzteres zu tun, es muss von Frauen gesteuert werden. Und wir drehen uns um die Antwort: Ja, wir haben definitiv vor, Frauen mit ins Boot zu holen, damit wir auch diese Seite unseres Projekts vorantreiben können.

Thomas: Und es gibt definitiv auch einige Dinge, die wir als Männer nicht sehen können, und wenn wir eine Frau ins Team holen, werden wir das Gefühl haben, dass dies wirklich helfen wird, die Fähigkeiten, die wir nicht haben, zu kompensieren.

Was würdet ihr anderen Männern raten, was sie tun können, um „female empowerment“ zu unterstützen oder zu fördern?

Thomas: Wir sehen es als selbstverständlich an, dass wir alle einbeziehen müssen, weil Frauen 50% der Bevölkerung ausmachen. Wenn du Frauen ignorierst, verpasst du viele Gelegenheiten, du verschließt dich selbst. Jeder bringt etwas anderes mit an den Tisch und ich denke, es ist wichtig, alle Standpunkte einzubeziehen.

Eugene: Und für uns, die wir Teil dieses speziellen Acceletators sind, bekommen wir die weibliche Perspektive auf den Impact unseres Projektes, auf unser Geschäftsmodell und viele andere Dinge, von denen wir aus unserer bisherigen Erfahrung nichts gewusst hätten. Es öffnet uns wirklich die Augen.

Was sind die nächsten Schritte?

Thomas: Unsere nächsten Schritte für MamaBird sind das Testen eines Prototypen in Malawi im UNICEF-Drohnentestkorridor. Wir hoffen, dass wir einen ersten Service aufbauen können und das würde bedeuten, dass wir täglich mehrere Drohnen fliegen. Aber wir hoffen auch, in dieser Testphase operatives Feedback zu bekommen, damit wir sehen, was wir technisch und operativ verbessern müssen. Und dann müssen wir sehen, wie wir das Projekt auf den Rest von Malawi ausdehnen können. Wir denken, dass wir mit vielleicht 10 bis 20 Zentren in Malawi das ganze Land abdecken können. Und darauf konzentrieren wir uns in den kommenden Monaten und Jahren.

Eugene: Wir sehen das, was wir jetzt vorhaben, als Start. Wir fangen mit dem Ernährungspaket und den Geburtskits an, aber wir haben bereits jetzt das Gefühl, dass wir nur an der Oberfläche kratzen, und es noch viel mehr gibt, was wir tun können. Dinge, von denen wir im Moment nicht einmal etwas wissen. Wir lernen ständig dazu. Zum Beispiel hat uns bei einer Veranstaltung jemand gesagt, dass Finnland die niedrigste Geburtenrate der Welt hat, weil es die Baby-Box erfunden hat. Es gibt viele Lösungen, die meisten davon sind lokal und der Schlüssel liegt darin, sie in die Welt hinauszutragen. Es gibt viele Möglichkeiten. Wir halten die Augen offen.

Eine letzte Frage – wie seid ihr auf den Namen MamaBird gekommen? War es ein langer Brainstorming-Prozess oder kam es euch auf einmal in den Sinn?

Thomas: Wir haben eine Weile darüber nachgedacht und wir haben gemerkt, dass jeder seine Mutter liebt. Eugene und ich hören viel Hip-Hop-Musik und Sänger singen in dieser Art von Musik viel über Mama. Wir glauben, dass es diese universelle Anziehungskraft von etwas Tröstlichem hat. Und wir denken, dass wir diese seltsame Technologie mit Propellern in entlegene Gebiete Afrikas bringen – sie fliegt, sie sieht vielleicht etwas gefährlich aus – also wollten wir etwas Beruhigendes. Das ist im Grunde der Gedanke hinter MamaBird.

Eugene: Drohnen haben in der Regel etwas beängstigende oder einfach nur sehr technische Namen, zum Beispiel „The Hawk“, „WHX-12“ oder „Falcon X“. Wir dachten an Mütter und wie sie uns ein gutes Gefühl geben. Und irgendwie passte das dann.

 MamaBird ist eines der 5 Startups, die beim Accelerator F-Lane des Vodafone Instituts teilnehmen. Dieses Interview wurde zuerst auf F-Lane veröffentlicht.

 

 

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