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FORGESTELLT: Ute Blindert, erfolgreiche #Unternehmerin #Speakerin und #Autorin

19. Januar 2016
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Darf ich vorstellen: Ute Blindert, #Unternehmerin #Speakerin #Autorin!

Sie beschäftigt sich schon seit 1999 mit den Themen Karriere, Arbeitsmarkt und dem digitalen Wandel und kann sich selbst und andere nach wie vor tagtäglich für diese Themen begeistern. Sie ist außerdem eine überzeugte Netzwerkerin und Profi auf diesem Gebiet. Mit ihrem 2015 veröffentlichten Buch „Per Netzwerk zum Job“ ermutigt sie Studenten und junge Berufseinsteiger dazu, sich ein Netzwerk aufzubauen. Sie gibt Tipps aus eigener Erfahrung, um dabei zu unterstützen. Außerdem ist Ute eine überzeugte #DMW und als Finanzvorstand aktiv. Wie Sie ihren facettenreichen Alltag meistert, mit Rückschlägen umgeht, was sie tagtäglich motiviert und was der Hashtag #neverlunchalone bedeutet, erfahrt ihr in unserem heutigen Interview mit ihr!

Autorin, Speakerin und Unternehmerin! Was fasziniert Dich an diesen facettenreichen Herausforderungen und Tätigkeiten? Und wie schaffst Du es alles unter einen Hut zu bringen?

Ute: Ja, es ist facettenreich – und gleichzeitig passt alles gut zusammen. Meine Themen sind ja immer die gleichen: Karriere, Arbeitsmarkt, Digitaler Wandel – und bis auf das Letzte beschäftige ich mich damit praktisch schon mein ganzes Leben lang. Da ist es dann nicht so schwer, das alles unter einen Hut zu bekommen. Wobei ich natürlich schon mit einer klaren Strategie an meine täglichen und langfristigen Aufgaben herangehe. So habe ich zum Beispiel einen sehr klar strukturierten Tag. Für meine Kunden arbeite ich eine festgelegte Zeit und für meine „freie“ Arbeit ist auch jeden Tag ein Zeitfenster eingeplant. Das ist mir sehr wichtig, weil mich das extrem glücklich macht. Für die langfristigen Aufgaben gibt es dann wiederum in längeren Abständen immer wieder Strategiezeit, in der ich mich dann nur diesen widme.

Wann war für Dich klar dass Du deinen eigenen Weg, unabhängig von einer klassischen Konzernkarriere, gehen möchtest? Was hat die Entscheidung in der HR-Branche Fuß zu fassen beeinflusst?

Ute: Naja, ich bin ja sowieso nicht so klassisch in einem Konzern gestartet. Stattdessen hatte ich in einem mittelständischen Verlag in Köln angefangen, der mir lange Jahre lang unglaubliche Möglichkeiten geboten hat. Ich konnte sehr viel lernen und vieles ausprobieren. Ob ich das so in einem Konzern gekonnt hätte? Wahrscheinlich eher nicht. Dafür hätte ich sicher besser verdient;-) Als die Zeit in dem Verlag zuende ging, hatte ich gerade meinen Sohn bekommen und konnte mir nicht vorstellen, dass ein Konzern mich gern genommen hätte. Die HR-Branche oder noch besser, das Personalmarketing bzw. Hochschulmarketing, fand ich immer schon spannend. Das hat mich eigentlich immer schon interessiert. Irgendwann wollte ich mal mit einem neuen Thema arbeiten, bin aber reumütig zu meinen Karrierethemen zurückgekehrt. Die fand und finde ich immer noch irre spannend – und jetzt mit dem Digitalen Wandel noch mehr.

Was hat Dich auf deinem Weg bestärkt und was womöglich manchmal auch verunsichert?

Ute: Ich hatte mein Unternehmen ja Ende 2006 – damals noch mit meinem Bruder – gegründet. Am Anfang lief es richtig gut, wir hatten ja neue Magazine auf den Markt gebracht. Dann kam die Finanzkrise – und die ganzen Budgets brachen ein. Da hätten wir eigentlich zusperren müssen, wir waren noch zu jung, um das durchzustehen. Als dann auch noch mein Bruder krank wurde, stand ich vor harten unternehmerischen Entscheidungen. Das war nicht leicht! Ich habe daraus gelernt, dass es wirklich nichts bringt, die Augen zu verschließen. Man muss sich alles anschauen, auch und vor allem die Zahlen. Und man muss mit den Menschen, Kunden, Lieferanten, der Bank reden. Und dann am Ende selbst entscheiden und die Verantwortung übernehmen. Mittlerweile verunsichern mich solche Zeiten nicht mehr. Wenn es mal nicht so gut läuft, weiß ich, was ich zu tun habe.

Wie sind die Ideen zu karriereletter.de und businessladys.de entstanden? Und was waren die wichtigsten Learnings für Dich bei dem Ausbau deiner Selbstständigkeit?

Ute: Die beiden Portale haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. Gestartet bin ich mit www.zukx.de, das sich ausschließlich an Absolventen und Berufseinsteiger richtete. Irgendwann kamen die Business Ladys dazu, weil ich bei meinen Vorträge immer gemerkt habe, dass Frauen weniger selbstbewusst auftraten, obwohl sie oft sogar besser qualifiziert waren. In diesem Jahr habe ich mich dann noch einmal sehr mit den Inhalten und Themen beider Seiten beschäftigt und kam zum Schluss, dass ein Wandel bei Zukx anstand: So ist daraus Karriereletter.de geworden, ein Portal, das sich mit „Zukunft & Karriere“ beschäftigt. Meine wichtigsten Learnings waren, dass ich als Unternehmerin nie stehen bleiben kann. Ich muss den Wandel leben, jeden Tag, jedes Jahr. Ich muss offen bleiben für Neues. Das ist super spannend und kommt mir entgegen. Sonst würde ich mich wohl langweilen.


 

„Meine wichtigsten Learnings waren, dass ich als Unternehmerin nie stehen bleiben kann.“

 


2015 hast Du außerdem Dein erstes Buch veröffentlicht „Per Netzwerk zum Job“. Das Buch richtet sich hauptsächlich an Absolventen und Berufseinsteiger. Weshalb ist es wichtig schon früh mit dem Netzwerken zu beginnen?

Ute: Wann, wenn nicht dann? Das ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um mit dem Netzwerken anzufangen. Man ist jung und lernt unkompliziert Leute kennen, oft sogar auf der ganzen Welt, weil man im Ausland studiert, arbeitet oder reist. Soziale Netzwerke wie Facebook erleichtern das Kontakthalten wahnsinnig. Ich bin in meinen Studienzeiten auch viel gereist, in den USA, in Europa, im Nahen Osten. Damals gab es noch kein Facebook, noch nicht mal E-Mail – viele der Kontakte sind heute leider weg.

Außerdem kann ich es nicht oft genug betonen: Wenn man sein Netzwerk braucht, muss es da sein. Und das Aufbauen braucht einfach Zeit und man muss auch Energie und etwas Geld investieren. Wer im Studium anfängt, kann bereits am Start seiner Karriere vom Netzwerk profitieren.

Wie unterscheidet sich das Netzwerken von Berufseinsteigern im Vergleich zu Berufserfahrenen?

Ute: Die Grundsätze guten Netzwerkens sind meiner Meinung nach gleich. Allerdings ist man beim Karrierestart noch jünger und vielleicht unbefangener bei Kontakten auf der gleichen Karrierestufe. Viele Kontakte aus dem Studium sind noch frisch und alles noch offener und freier. Dafür kommt später mehr Erfahrung hinzu: Man ist gelassener und weiß, dass manche Dinge Zeit brauchen, überlegt sich eine Strategie und kommt so auch zum Ziel.

Wie pflegst und erweiterst Du dein eigenes Netzwerk?

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Foto: Christine Sommerfeldt

Ute: Bei mir gibt es verschiedene Wege, die sich natürlich oft ergänzen und kreuzen 😉 Zum einen ist da mein absolutes Lieblings-Netzwerk, die Digital Media Women, für die ich mich ja auch zeitlich sehr engagiere. Das ist Netzwerken par excellence: Ich habe erst im Rheinland und dann bundesweit absolut geniale Frauen kennengelernt, mit denen ich zusammenarbeite und unsere Ideen nach vorn bringe. Das ist wahnsinnig inspirierend, und ich lerne jeden Tag dazu! Auch über mich selbst – ich gebe allerdings auch sehr viel: Herzblut, Zeit, Engagement, Gehirnschmalz, Tipps… Für meine unternehmerische Seite bin ich über TWIN (Mentoring-Programm für Unternehmerinnen der Käte Ahlmann-Stiftung) eng mit vielen Unternehmerinnen verknüpft. Ich gehe aber auch zu IHK-Veranstaltungen im Rheinland, auf BarCamps, fahre zur re:publica usw. Ich bin ein sehr offener Mensch und lerne einfach gern neue Leute kennen. So habe ich #neverlunchalone zu meinem Hashtag gemacht: Mindestens ein bis zwei Mal in der Woche gehe ich mit neuen Menschen Mittagessen – der Tipp steht auch in meinem Buch 😉

Gibt es absolute No-Gos beim Netzwerken?

Ute: Ja. Wenn man nur von sich selbst ausgeht und sich gar nicht in andere hineinversetzt. Dann passieren so Dinge, dass man als neues Mitglied in einem Netzwerk gleich nach Informationen, Tipps, Empfehlungen fragt, ohne selbst schon etwas hineingegeben zu haben. Oder dass man nur von sich berichtet, ohne mal zu hören, was der andere zu erzählen hat. Menschen sind eben sehr verschieden und nur weil jemand lauter und schneller ist, ist er oder sie nicht besser als jemand, der leiser ist und vielleicht etwas mehr Zeit zum Formulieren seiner Gedanken braucht.

Das ist für mich, die ich mich ja auch eher als etwas (vor)laut empfinde und der es manchmal nicht schnell genug gehen kann, ein ganz wichtiger Punkt!


No-Go beim Netzwerken: „Wenn man nur von sich selbst ausgeht und sich gar nicht in andere hinein versetzt.“

 


Netzwerken kann hin und wieder Energie rauben, wie erholst Du dich und sammelst wieder Kraft für weitere spannende Projekte?

Ute: Ja, Netzwerken ist anstrengend oder sagen wir mal, das „Wachsein“, das „Neugierigsein“, braucht Energie. Und dieser Akku muss auch mal wieder aufgeladen werden.

Ich bin tatsächlich kein Mensch, der richtig gut auf dem Sofa sitzen kann. Mir ist allerdings mein Wochenende heilig. In den letzten beiden Jahren hatte ich viele Veranstaltungen an Samstagen, das will ich wieder anders haben und die Arbeit in die Woche verlagern.

Außerdem schwimme ich wahnsinnig gern. Wenn ich das regelmäßig schaffe, gibt mir das Energie. Das Sein im Wasser macht mich wahnsinnig glücklich. Aber auch hier kann ich es nicht lassen, immer wieder Neues zu lernen 😉 Mich fuchste es ja immer, dass ich die Rollwende nicht konnte: Ich meine, da schwimmst du mit Karacho Kraul und dann wendest du klassisch. Ganz lange dachte ich: „Okay, der Zug ist abgefahren, das lernst du nicht mehr.“ Bis mein Sohn zu mir sagte: „Mama, du musst einfach einen Purzel machen!“ Das war der Kick! Heute kann ich die Rollwende und freue mich bei jeder Bahn neu darauf!

Liebe Ute, vielen Dank für das Interview!

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Bildquelle: © Christine Sommerfeldt

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