FI: Forgestellt & Inspiration

FORGESTELLT: Viktoria Töws, CoFounder von Housepreneurs

9. Dezember 2015

Housepreneurs ist noch sehr frisch – der Gedanke zu dem Projekt kam erst letzten Sommer auf. Die Idee ist simpel doch zugleich genial. Die Homepage war schnell erstellt und im September durften wir dann die ersten 600 Bewerbungen durchgehen. Carlos de Ory Gordillo (26, Growth Hacker, Founder) war der Initiator; ihn lernte ich in Sevilla kennen, wo wir Kollegen im Startup Beetripper waren. Während er bereits alles in die Wege leitete, war ich bereits wieder in Hannover, um schnell noch meinen Abschluss im Tourismus- und Eventmanagement zu machen. Im September konnte ich dann komplett als CoFounder einsteigen und das Abenteuer in Berlin namens Housepreneurs konnte beginnen.“

Here comes Housepreneurs!

 

Liebe Viktoria, hat es dich viel Überwindung gekostet bei Housepreneurs einzusteigen? Wie genau bist du dazu gekommen?

Viktoria: Bevor ich für mein Auslandspraktikum nach Sevilla gegangen bin, hatte ich bereits unzählige Praktika gemacht. Zuletzt für 6 Monate in einer Hamburger Eventagentur für Fashion Shows, wo ich realisierte, dass ich im Leben mehr möchte als vorgelegte Aufgaben stumpf zu erledigen, sondern mich in etwas reinhängen, mich stets persönlich weiterentwickeln und nicht gebremst werden möchte. Ich möchte mich noch kreativ einbringen können und Fehler machen, um aus diesen zu Lernen. Die Arbeit im Startup hat mir dann gezeigt, dass genau dies möglich ist. Ich habe ehrlich gesagt gar nicht darüber nachgedacht, nicht bei Housepreneurs einzusteigen. Für mich kam zu dem Zeitpunkt nichts anderes in Frage, da ich einfach mega Lust darauf hatte! Ich habe mir sozusagen meine eigene Wissenswerkstatt geschaffen, wo ich von unseren Entrepreneuren und Advisorn lerne.

Wie würde eine Kurzbeschreibung von ‚Viktoria & ihr Leben‘ lauten?

Viktoria: Ich war bereits sehr früh selbstständig, mit 18 Jahren bin ich ausgezogen, um in der Schweriner Kunstgalerie zu arbeiten, zu der Zeit lernte ich dann auch Bäume zu fällen und zu segeln – neugierig bin ich auch. Ich lerne gerne neue Menschen kennen, bereise fremde Länder wenn ich mal Freizeit habe, tanze am Wochenende zu elektronischer Musik, bin immer auf der Suche nach Schnäppchen wenn es um Kleidung und Schuhe geht und ich mag Bier. Zudem vermisse ich stets meine Familie und Freunde, da ich immer irgendwo anders bin. Ich bin mit 3 Schwestern aufgewachsen, ich glaube das ist der Grund dafür, dass ich heute Vieles sehr gelassen angehe.

Wie kam es zu dieser Geschäftsidee? Steckt eine Geschichte oder Entwicklung hinter der Gründung von Housepreneurs in Berlin?

Viktoria: Es gibt eine Vorgeschichte, denn das Prinzip Entrepreneure in ein Haus zu packen, zusammen mit Experten und Investoren, ist nicht neu. Carlos hatte bereits die Projekte StartupsMansion in New York und 10Entrepreneurs in Miami organisiert – mit vollem Erfolg. Die Weiterentwicklung hiervon ist nun Housepreneurs, nämlich dahingehend, dass es sich um einen dauerhaften Standort handelt. Die Entrepreneure können also bis zu einem Jahr bei uns bleiben und hier gemeinsam leben, lernen, arbeiten, schaffen und wachsen.
Wenn Menschen mit Passion aus unterschiedlichen Bereichen aber demselben Ziel zusammenkommen, können großartige Dinge entstehen, sie pushen und unterstützen sich gegenseitig, 24/7 vom Frühstück bis zum letzten Bier. Bei Housepreneurs handelt es sich um eine Lebenseinstellung, um lebendiges Lernen, etwas was einem die Universität oft vorenthält.


‚Housepreneurs ist eine Lebenseinstellung‘

 


 

Wie kam es zu dem Namen?

Viktoria: Der Name ist simpel und einleuchtend, genau wie das Logo. Wir sind keine Fans von Verkomplizierungen, die erste gute Idee sollte es also sein.

Wie sieht dein Morgen aus?Hast du ein Ritual, welches dich gut gelaunt in den Tag starten lässt?

Viktoria: Carlos und ich sitzen mitten drin im Nest – d.h. wir wohnen und arbeiten ebenfalls mit den Entrepreneuren zusammen. Mein Weg zu Arbeit beträgt morgens genau 5 Schritte. Ich habe also immer vor Augen wofür ich arbeite und freue mich über glückliche Kunden die mir gegenüber sitzen – dies ist auch besser für die Stimmung im Haus. Zudem pusht die Aufmerksamkeit die wir in den letzten Tagen bekommen. Wir werden in naher Zukunft viele Kooperationen eingehen und planen auch schon für andere Städte.
Da wir Arbeit und Wohnen momentan nicht trennen können, ist es wichtig die Freizeit zu genießen und auch mal etwas ganz anderes zu machen. Ich gehe alle zwei Tage in der Frühe ins Fitnessstudio oder buche mir mal ein Abendessen bei Fremden.

Wie genau sieht das Konzept von Housepreneurs in Berlin aus?

Viktoria: Kurz gesagt handelt es sich um die Verknüpfung von Co-living, Co-working und fachlicher Expertise, ausgerichtet auf Entrepreneure. Housepreneurs befindet sich in einer voll ausgestatteten typischen Berliner Wohnung mit mehr als 200m² in der bis zu 14 Entrepreneure aus aller Welt Platz finden, wo sie miteinander wohnen und arbeiten. Mehrmals die Woche finden Vorträge und Workshops durch die Advisor und Investoren statt, welche zudem für die Zukunft der Entrepreneure wichtige Kontaktpersonen darstellen. Der Aufenthalt beträgt mindestens 1 Monat und maximal 1 Jahr. Wir legen den Entrepreneuren nahe, dass sie mindestens 3 Monate bleiben, da sie nur so von allen Advisorn profitieren können. Es geht aber nicht nur ums arbeiten, es gibt auch Freizeit und ab und an findet auch ein „Friday beers“ statt.

Gibt es eine Wunsch-Zielgruppe oder für wen könnte es interessant sein an diesem Projekt teilzunehmen?participantes

Viktoria: Grundsätzlich bewerben sich Entrepreneure für Housepreneurs, einzeln oder mit Teammitgliedern. Wichtig ist uns, dass diese Erfahrung mitbringen und eine Bereicherung für die Gemeinschaft darstellen. Wir versuchen zudem bunt zu mischen, sodass wir Developer, Designer, Marketingexperten, etc. zusammenführen. Dies bildet auch die Grundlage, um neue Projekte entstehen zu lassen. Bei den Interviews muss einfach die Chemie stimmen. Wir freuen uns über Bewerber mit einem jugendlichen Gemüt und Lust etwas Neues auszuprobieren.

Welchen Vorteil haben die Teilnehmer gegenüber anderen Möglichkeiten sich zu vernetzen?

Viktoria: Der größte Vorteil ist deutlich das Zusammenleben mit Gleichgesinnten. Die Entrepreneure fokussieren alle dasselbe Ziel und können sich gegenseitig über Hürden helfen. Sie können ihre Erfahrungen teilen, wertvolle Tipps weitergeben und Kontakte herstellen und dies rund um die Uhr.
Die Atmosphäre ist schlichtweg eine andere als wenn man sich lediglich im Co-working trifft. Zudem lernen die Entrepreneure aus verschiedenen Bereichen von den Advisorn und treten in Kontakt mit Investoren.


 

‚Zusammenleben mit Gleichgesinnten‘

 


 

Gibt es etwas Vergleichbares oder Ähnliches in Deutschland oder weltweit?

Viktoria: Innerhalb von Deutschland ist mir kein Housepreneur-Double bekannt, jedoch denke ich, dass sich dies mit dem momentanen Wachstum von Startups demnächst ändern wird.
Alleine in Berlin scheint es mit jedem Jahr das Doppelte an Startups zu geben. In den USA gibt es die Entrepreneur Bootcamps, jedoch zu unglaublich hohen Preisen wie mir neulich bestätigt wurde. Hier sehe ich unseren Vorteil – wir möchten, dass kein Entrepreneur wegen der Finanzierung verzichten muss, deswegen halten wir die Preise human. Entscheidet ein Entrepreneur für 6 Monate teilzunehmen, zahlt er 390€/Monat.

Was verbirgt sich hinter den Projekten, welche auf Eurer Website zu finden sind?

Viktoria: Auf unserer Homepage stellen wir die Startups unserer derzeitigen Teilnehmer vor. Wir möchten, dass sie gesehen werden, immerhin sind sie die Hauptakteure und sollten im Mittelpunkt stehen. Wir sehen großes Potenzial in ihnen und möchten dies Anderen sichtbar machen. Ich würde gerne Alle einmal kurz pitchen aber dies würde wohl den Rahmen sprengen, einfach reinschauen!

Wo überall existiert Housepreneurs bereits?

Viktoria: Housepreneurs wurde erst im Oktober diesen Jahres in Berlin geboren, doch bald eröffnen wir weitere Standorte und zwar, das verrate ich bereits, in Málaga und London.

Wie lange dauert es von einer Bewerbung bis zum Einzug?

Viktoria: Der Prozess ist relativ kurz und schmerzfrei. Möchte ein Entrepreneur, der mit unseren Anforderungen übereinstimmt, bei uns einziehen, so steht diesem, insofern es freie Plätze gibt, nichts im Wege. Momentan haben wir sogar ab Januar noch freie Plätze. Verzögerungen gibt es evtl. wenn es um ein Visum geht oder der Entrepreneur Erasmus für Jungunternehmer beantragt hat und dies noch im Prozess ist.

[Tweet „Apply now for housepreneurs!“]

Wie sieht Eure Vision aus?

Viktoria: Unser Ziel ist es, dass es Housepreneurs in Zukunft in jeder größeren Stadt gibt, sodass ein riesiges Netzwerk aus Entrepreneuren und Experten entsteht. Zukunft bedeutet Innovation, vor allem auch in der Bildung.

team vor brandenburgertorWie groß ist Euer Team bisher?

Viktoria: Neben Carlos und mir bekommen wir ab Januar Zuwachs, es wird einen „Hausmanager“ in Berlin geben, während wir die neuen Standorte einführen. Zudem zählen wir momentan über 50 Ambassadors in ganz Europa, die von Housepreneurs überzeugt sind und dies hinausrufen.

Wofür nutzt ihr Euren Blog und sind auch Events geplant?

Viktoria: Im Blog fassen wir jeweils die letzte Woche, Fortschritte der Teilnehmer sowie wichtige Ereignisse zusammen. Die letzten beiden Tage waren wir beispielsweise in der spanischen Botschaft geladen, warum und wie und was; dies wird auf jeden Fall zu lesen sein! Offene Events gibt es bisher in Form von kleinen „drink abouts“ am Abend, wo wir neue und alte Bekannte einladen. Diese Überlegung halten wir uns noch offen.

Was möchtest du unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?

Viktoria: Mit meinen süßen 2 Monaten Erfahrung möchte ich mir kein großes Urteil erlauben, ich glaube das können andere besser, dennoch kann ich sagen, dass diese Art von Arbeit sehr erfüllend sein kann. Der Ehrgeiz Erfolg zu haben ist sehr groß, da es sich um die eigene Sache handelt. Zudem denke ich, ist das Team sehr wichtig. Carlos hat oft verrückte Ideen, wo ich als Deutsche nur den Kopf schüttele, aber verrückt ist auch innovativ und anders und hilft nicht nur schwarz und weiß zu denken. Sprecht mit möglichst vielen uneingenommenen und ehrlichen Menschen über euer Projekt und besucht bezogene Events. Zuletzt noch: fangt einfach mal an, verliert euch nicht in Business Plänen, die ihr sowieso über Bord werft, sondern startet mit Aktionen – Attacke!

Wie verbrinst du deinen wohl verdienten Feierabend Viktoria?

Viktoria: Am liebsten, sofern kein Event ansteht, mit einem leckeren Abendessen, einem kalten Augustiner, belanglosen Tischgesprächen und einer Folge Walking Dead als Nachtisch.

Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg. Vielen Dank für das Interview!:)

 

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