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FORGESTELLT: Vivian Wagner, Gründerin des 1World Social Capital Program

29. März 2016
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© Vivian Wagner

Viele träumen von einer Karriere in einem großen Konzern. Doch den Fuß in die Tür zu bekommen, ist oft nicht leicht – vor allem, wenn man kein Netzwerk hat, auf das man zurückgreifen kann. Genau diesen Frauen möchte Vivian Wagner die Tür in die „Corporate World“ öffnen. Deshalb hat sie von ihrem derzeitigen Wohnsitz New York aus ein Mentoring-Programm für Frauen auf der ganzen Welt ins Leben gerufen. Was es damit auf sich hat und wer sich bewerben kann, das erzählt sie im Gespräch mit uns.


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Wer bist du und was machst du?

Vivian:: Ich bin 31, komme ursprünglich aus Karlsruhe und lebe seit über sechs Monaten in NYC. Seit zweieinhalb Jahren bin ich mit Bayer in einem Management-Programm, das mir erlaubt, weltweit verschiedene Projekte zu übernehmen und mich weiterzuentwickeln.
Wenn ich nicht arbeite, verbringe ich meine Zeit mit meinem neusten Projekt: 1World Social Capital Program – ein internationales Mentoring-Programm, das jungen Frauen für ein Jahr mit hochrangigen Mentoren aus der „Corporate World“ zusammen bringt: das 1 World Capital Program. Wir haben fantastische Mentoren, zum Beispiel Lady Hilary Browne-Wilkinson, die lange als Familienanwalt unter anderem auch für die königliche Familie in England tätig war, eine HR-Managerin, die für den Bereich Europa eines großen Pharmaunternehmens verantwortlich ist, oder einen ehemaligen Guggenheim-Executive hier in NYC, der nun als freier Berater weltweit Unternehmen berät und im Vorstand gemeinnütziger Organisationen sitzt.

Das Mentoring-Programm hast du speziell für Frauen entwickelt. Wie bist du auf die Idee gekommen? Gab es eine Art Initiationserlebnis?

Vivian: Ich hatte bisher zwei Jobs: einen bei RTL im Bereich Business Partnerships und jetzt bei Bayer. Auf beide Jobs bin ich durch Mentoren, die ich über verschiedene Organisationen und Events kennengelernt hatte, aufmerksam geworden. Mir wurde damals aber auch Schritt für Schritt bewusst, dass nicht viele Frauen meines Alters Mentoren haben. Es ist bekannt, dass Männer eher reine männliche Netzwerke (und somit Mentees) haben, während Frauen gemischte Netzwerke pflegen. Da wir aber, besonders in großen Unternehmen, mehr Männer in der Geschäftsleitung und in hohen Positionen haben, kreiert das eine Bewegung, die negative Auswirkungen für weibliche Berufseinsteiger/Berufswechsler hat.

Mentoren-Programme schießen derzeit wie Pilze aus der Erde. Was unterscheidet Dein Konzept von den bestehenden?

Vivian: Es ist ein fantastisches Zeichen, dass es so viele Mentoring-Programme gibt – es zeigt die Notwendigkeit, aber auch dass wir in den letzten Jahren einiges gelernt haben, was die Förderung junger Arbeitnehmer angeht. Keines der Programme sollte in Konkurrenz zu einem anderen stehen, sondern immer als Ergänzung gesehen werden, mit dem Ziel, dass wir zusammen alle Zielgruppen ansprechen. Unser Programm hat es sich zum Ziele gesetzt, jungen Frauen die Möglichkeit zu bieten, wertvolle Kontakte in große Unternehmen zu gewinnen. Wir nennen das „building your social capital in the corporate world“.

Was erwartet künftige Mentees? Wie läuft ein typisches Mentorin ab?

Vivian: Wir haben über zwölf hochrangige Mentoren an Board (Frauen und Männer), aus fünf verschiedenen Ländern und fünf verschiedenen Branchen. Jeder Mentees bekommt ein Jahr lang einen Mentor an die Seite gestellt. Alle zwei Monate findet ein Treffen statt, mit dem Ziel, den Mentee in seinen Zielen weiterzuentwickeln. Alle unsere Mentoren können fantastische Netzwerk bieten, potentielle Jobs und Praktika und jede Menge praktische und emotionale Unterstützung. Wichtig dabei ist, dass wir am Ende des Programms wollen, dass alle Mentees selbst zu Mentoren werden – und zwar für Schülerinnen, die sich in den letzten Jahren vor dem Abitur befinden. Wir arbeiten hier mit lokalen Schulen und Organisationen zusammen. Wir können „diversity“ nur erreichen, wenn wir das weitergeben, was wir selbst gelernt haben und damit andere Frauen stärken.

Wer kann sich als Mentee bewerben und wie sieht der Bewerbungsprozess aus?

Vivian: Alle weibliche Studenten und junge Berufseinsteiger oder solche, die den Beruf wechseln wollen (mit bis zu vier Jahren Berufserfahrung). Wir ermutigen alle Menses, sich auch auf Mentoren aus anderen Branchen zu bewerben, arbeiten aber gleichzeitig daran, Mentoren aus weiteren Branchen zu gewinnen. Der Bewerbungsprozess läuft bis Anfang Mai und man braucht einen CV, ein Anschreiben und einen Essay. Wir leiten dies alles direkt an die Mentoren weiter, die sich die Mentees selbst aussuchen. Da wir international aufgestellt sind (Sydney, London, Berlin, Bermuda, NYC), muss dies in englischer Sprache erfolgen.

Als Mentoren hast du Persönlichkeiten aus aus ganz unterschiedlichen Bereichen und mit ganz unterschiedlichen Karrierewegen ausgewählt. Welche Kriterien sind bei der Suche nach Mentoren entscheidend?

Vivian: Es ist wichtig, dass alle Mentoren neue Wege für unsere Mentees eröffnen können und sich in Positionen befinden, in denen sie entweder selbst Praktika und Jobs anbieten können oder die richtigen Kontakte herstellen können. Das heißt nicht, dass unsere Mentees alle mit neuen Jobs und Praktika enden werden, sondern, dass das Mentor/Mentee-Team zusammen an einem nächsten Karriereschritt arbeitet – oft bedeutet das nur, den richtigen Wegweisser zu bekommen.

Wie hast Du die Mentoren von Deiner Vision überzeugt?

Vivian: Viele Mentoren kenne ich schon seit Jahren und verbringe viel Zeit, diese Beziehungen zu pflegen. Die Idee für das Programm brauchte wenig Überzeugung. Alle Mentoren wollten Teil der Vision sein, jungen Frauen das weitergeben zu können, was sie sich selbst erarbeitet haben, um eine Welt zu schaffen, die für alle die gleichen Möglichkeiten bietet – 1World Social im wahrsten Sinne des Programmnamens.

Welche Tipps hast du für Frauen, die gerne in die Corporate World einsteigen möchten, aber bisher noch keinen Fuß in der Tür haben? Wie schafft man es, die richtigen Leuten auf sich aufmerksam zu machen?

Vivian: Das Programm könnte eine Chance bieten, den Fuß in die Tür zu bekommen und Leute kennenzulernen, die helfen, das eigene Social Capital zu stärken. Der Rest liegt an den Menses. Mir hat es immer geholfen, den nächsten Schritt zu machen, wenn ich aktiv neue Herausforderungen gesucht habe – ich habe mich für Förderprogramme beworben, an zwei verschiedenen Wettbewerben mitgemacht (We-Are-Panda und McKinsey’s CEO of the Future Wettbewerb) und schlicht nach Feedback und neuen Kontakten gefragt. Bei Bayer lehrt man uns folgendes: „Ask for it! What’s the worst that can happen? They can say ’no‘.“

Und zu guter Letzt: wo siehst du dich in zehn Jahren: noch immer in der Corporate World? Oder hat die Entwicklung des Mentoring-Programms dein Gründerfieber gepackt und die Lust auf eigenen Projekte geweckt?
Vivian: Nein, ich bin eine Corporate-Woman – ich liebe Corporate Politics!
Dennoch möchte ich meine eigenen Projekte, meine eigenen Visionen haben und umsetzen.
Mein Leben ist voller liebevoller Unterstützung und unfassbar schönen Inspirationen, ob das nun meine Mutter ist, mein Freund, meine engen Freunde oder auch Vorgesetzte und Kollegen. Das möchte ich weitergeben und anderen eine Brücke bauen, wo mir auch eine gebaut wurde. Das macht das Leben besonders lebenswert.

Bildquelle: © Vivian Wagner

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