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Frisches Gemüse, ein eigener Gemüsegarten, ein Geschäftsmodell und zwei Gründerinnen

23. Februar 2016
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Mit gesunder Ernährung beschäftigen wir uns alle fast täglich. Superfood, grüne Smoothies und Bio sind keine Fremdworte mehr, sondern gehören fest zum Food-Alltag. Insbesondere im stressigen Alltag und neben dem Job, hilft uns eine gesunde Ernährung auch dabei, mehr Power zu haben und uns besser zu fühlen. Doch wo kauft man gute Lebensmittel und insbesondere frisches Gemüse?

Wanda und Natalie haben im Jahr 2010 eine wunderbare Idee in die Tat umgesetzt! Mit meine ernte bieten sie inzwischen an 30 Standorten an, selbst Gärtner zu werden und das Gemüse selbst und frisch zu ernten. Damit kann man nicht nur seine Ernährung in Schwung bringen, sondern neben dem Job einen wunderbaren Ausgleich im Freien finden. Und mit etwas Glück hast auch Du bald Deinen eigenen Garten (siehe unten) :).

Doch erst einmal freuen uns über ein Interview mit Gründerin und Gärtnerin Wanda:

Liebe Wanda, Du und Natalie lieben knackiges, frisches und selbst angebautes Gemüse und ihr beide kocht gerne! Deshalb habt ihr meine ernte gestartet! Was steckt dahinter?

© Tammo Ganders

© Tammo Ganders

Wanda: Die Idee mit den Gemüsegärten entstand aus eigenem Bedarf, wir haben bereits gemeinsam studiert und da stand oft ein Fertiggericht oder Fast Food auf dem Speiseplan. Mit der Zeit kam dann glücklicherweise die Einsicht, was eigentlich gesund ist und gut tut. Wir haben dann festgestellt, dass der Eigenanbau von Gemüse und die Selbstversorgung doch eigentlich das Beste wäre – als Mieter in einer Großstadt jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. So ist die Idee geboren und wir fingen an, uns Gedanken zu machen, wie wir das Konzept entwickeln können. Wichtig sind uns vor allem die Aspekte Regionalität und Saisonalität und genau das können wir mit den Gemüsegärten anbieten.

Wie habt ihr die Idee konkret umgesetzt, im Großstadtjungle den Eigenanbau von Gemüse anzubieten?

Wanda: Als erstes mussten wir natürlich nette Landwirte finden, die wir von unserer Idee überzeugen konnten, denn ohne die läuft nichts. Schließlich haben diese das Land in Großstadtnähe und bereiten für unsere Gärtner den Boden und die Grundaussaat und –bepflanzung vor. In unserer ersten Saison 2010 hatten wir 6 Standorte, an denen wir losgelegt haben. Inzwischen sind es 30 Standorte mit mehr als 3000 Gärtnerinnen und Gärtnern, die ihr eigenes Gemüse ernten.

Was sind Eurer Meinung nach die Vorteile, das Gemüse selbst anzubauen im Vergleich dazu, dieses im Super- oder Biomarkt zu kaufen?

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

Wanda: Das Gemüse ist viel frischer! Im eigenen Gemüsegarten kann ich mein Gemüse dann ernten, wenn ich es verbrauchen möchte. Im Super- oder Biomarkt hat es schon einige Zeit auf Transportwegen oder im Lager hinter sich, da sind unsere Gärten also unschlagbar. Hinzu kommt noch, dass man zu Gemüse, das man selbst gehegt und gepflegt hat, natürlich ein anderes Verhältnis hat als zu gekauftem. Gerade Familien mit Kindern erzählen uns oft, wie viel Spaß die Kinder haben und wie viel sie lernen. Außerdem essen Sie das Gemüse viel lieber.

Wer sind Eure typischen Kunden und wie findet ihr diese?

Wanda: Einen typischen Kunden haben wir gar nicht. Unsere Gärtnerinnen und Gärtner sind wirklich bunt gemischt, was Alter, sozialer Hintergrund oder beispielsweise Familienstand betrifft. Von der WG über Singles, Familien und älteren Menschen ist wirklich alles dabei. Auch die Erfahrungen mit Gemüse sind ganz unterschiedlich. Von „alten Hasen“, die genau wissen, was im Garten zu tun ist bis zu völligen Anfängern ist alles dabei. Wenn der Daumen noch nicht grün ist, dann wird er es spätestens bei meine ernte, weil wir unsere Gärtnerinnen und Gärtner eng betreuen. Was alle eint, ist der Wunsch, eigenes gesundes Gemüse zu ernten, von dem sie genau wissen, wie es gewachsen ist.

Und wie landwirtschaften Eure Kunden? Wie sieht der typische Ablauf von der Saat bis zur Ernte aus?

Wanda: Vor dem Saisonstart Ende April/Anfang Mai bereiten unsere Landwirte die Gärten vor. Zum Start sind in jedem Garten also schon über 20 verschiedene Gemüsearten gepflanzt oder gesät. Dann werden die Gärten übergeben und unsere Gärtnerinnen und Gärtner pflegen die Pflanzen, schauen nach dem Unkraut und gießen, wenn es nötig ist. Gießwasser und Gartengeräte sind immer vorhanden. Das Wichtigste ist natürlich die Ernte des Gemüses. Und wenn dadurch wieder neuer Platz entsteht, kann dieser durch eigene Aussaaten oder Pflanzungen genutzt werden, bevor die Saison dann Ende Oktober zu Ende geht.

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

Und wenn man mal vergisst zu gießen?

Wanda: Das ist erfreulicherweise im Gegensatz zu Topfpflanzen auf dem Balkon, die im Sommer jeden Tag Wasser brauchen, gar kein Problem. Weil das Gemüse im freien Boden wächst, bildet es schnell Wurzeln, die sehr tief gehen. So reicht es in der Regel aus, selbst in trockenen und heißen Phasen ein- bis zweimal pro Woche zu gießen. In durchschnittlichen Sommern kann es sogar sein, dass man überhaupt nicht gießen muss. Wir wissen, dass viele Neulinge die Sorge haben, täglich zum Gießen kommen zu müssen, aber die können wir ihnen schnell nehmen.

Euch gibt es schon seit 2010. Was waren bisher Eure größten Herausforderungen und wie habt ihr sie bewältigt?

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

Wanda: Insgesamt läuft es sehr gut, was man am Wachstum unserer Standorte und Gärten sehen kann. Jedoch ist unser Erfolg wie bei allen Anderen auch, die in Landwirtschaft oder Gartenbau tätig sind, auch ein stückweit vom Wetter abhängig. So müssen wir gerade Neulinge sensibilisieren, dass das Gemüse, wenn das Jahr beispielsweise zu kalt oder allzu trocken ist, auch mal ein bisschen kleiner bleiben kann. Das sind aber zum Glück die Ausnahmen.

Und wie schafft ihr es Garten, meine ernte und die Familie unter einen Hut zu bringen?

Wanda: Oftmals ist es schon sehr stressig, gerade wenn wir innerhalb von 2 Wochen an 30 Standorten die Gemüsegarten-Saison eröffnen oder wenn wir die heiße Vermarktungsphase, wie jetzt im Moment, haben. Soweit es geht, kommen unsere Kinder auch einfach mal mit auf den Acker oder wir arbeiten meist abends weiter, wenn die Kinder schlafen.

Glücklicherweise haben wir tolle Ehemänner, die uns unterstützen und versuchen, in stressigen Zeiten auch den Rücken freizuhalten.

Welche 3 Insider-Gärtner-Tipps könnt ihr an unsere Leser weitergeben?

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

© meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

Wanda: Das ist alles kein Geheimwissen, aber: Wenn man Porree anhäufelt, wird der weiße Anteil am Schaft größer. Lassen Sie Ihrem Gemüse genügend Platz! Viele unterschätzen bei der Aussaat oder Pflanzung von Kohl, Kürbis oder Tomaten, wie viel Platz das ausgewachsene Gemüse benötigt. Unseren Gärtnerinnen steht dafür deshalb ein Plan zur Verfügung, der dies berücksichtigt. Und: Gießen Sie viel seltener, dafür aber etwas intensiver, als Sie denken.

 

Vielen lieben Dank Wanda!

Möchtest Du einen eigenen Gemüsegarten?

Dann kommentiere diesen Beitrag bis zum 15. März 2016, warum ein kleiner Gemüsegarten von meine ernte für Dich bereichernd wäre! Mit etwas Glück wirst Du bald selbst zum Gärtner und freust Dich über einen eigenen kleinen Gemüsegarten (45qm) an einem von 30 Standorten*! Ran an das Gemüse 😉

*nach Verfügbarkeit!

Bildquelle: © meine ernte / Ganders & Kirchbaumer GbR

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  • Reply
    Marita Tribull
    26. Februar 2016 at 16:46

    Ich liebe die Natur und koche total gerne mit frischen Produkten. Ein eigener Gemüsegarten wäre da ein Traum. Ich könnte die Produkte, die ich zum Kochen verwende selbst anbauen. Wirklich zauberhaft ?

    Liebste Grüße und ein schönes Wochenende
    Marita <3

    • Reply
      Kira Siefert
      27. Februar 2016 at 16:22

      Liebe Marita,

      wir drücken Dir die Daumen, dass sich Dein Traum am 15. März verwirklicht <3

      Liebe Grüße & ein schönes Wochenende wünschen wir Dir!

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