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Job weg. Und jetzt?

9. Dezember 2016
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Job weg. Und jetzt?

Am 1. Januar 2015 war ich arbeitslos.

Ich wusste natürlich schon vorher Bescheid, hatte auch schon einige Gespräche geführt. Trotzdem war dieser 1. Januar kein schöner Tag. Man begrüßt schließlich das neue Jahr mit einem Gefühl der Unsicherheit. Was wird passieren? Werde ich etwas Neues finden, das mir Spaß macht? Werde ich überhaupt einen neuen Job finden? Fragen über Fragen, zu denen mir niemand eine wirklich zufriedenstellende Antwort geben konnte.

Zurück zum 1. Januar.  An diesem Tag habe ich das neue Jahr nicht so genießen können wie sonst. Der Tag ging vorbei und ich war froh darüber. Am zweiten Tag des neuen Jahres ging ich voller Tatendrang ran an die Bewerbungen. Und parallel auch an die Wohnungssuche. Denn während ich meinen Job verloren hatte, bekam mein Freund ein tolles neues Angebot – in Berlin. Da ich mir immer gewünscht hatte, in Berlin zu wohnen, war dies zumindest ein richtiges Highlight für mich.

Ich beschäftigte mich also mit der Suche. Der Suche nach einer neuen Aufgabe, der Suche nach einem neuen Zuhause und irgendwie auch der Suche nach mir selbst. Was wollte ich eigentlich machen? Wo sollte die berufliche Reise für mich weiter hingehen? Keine leichte Frage, denn ich war zwar immer zufrieden mit dem, was ich bis dahin getan hatte, aber vielleicht verpasste ich auch irgendetwas? Auf jeden Fall hatte ich mit der Jobsuche nicht den Erfolg, den ich erhofft hatte. Vor allem in meiner neuen Heimat fand ich nicht das Richtige. Es gab Möglichkeiten, allerdings nicht in der Hauptstadt – und ich wollte doch so gern dort hin. Also zog ich im April – ohne Job nach Berlin.

Eine neue Stadt, keine Freunde und keine Arbeit

Es waren anstrengende Zeiten. Ich stand jeden morgen früh auf, so als würde ich zur Arbeit gehen. Nur dass meine Arbeit aus Jobsuche bestand. Mein Alltag war sehr monoton: Das große weite Internet nach möglichen Stellen durchforsten, Bewerbungen schreiben, die mich aus der Masse der Bewerber hervorheben sollten, einige Telefonate – ein typischer Büromorgen. Der aber meistens mittags vorbei war. Ist ja wie in Teilzeit arbeiten? Toll! Nein, nicht toll, denn mit meinem „Feierabend“ fing der harte Teil des Tages an. Ich hatte glücklicherweise eine neue Wohnung, die es zu einem zu Hause zu machen galt, aber ansonsten waren es zum Teil sehr einsame Nachmittage. Ich war ja neu in der Stadt und kannte praktisch niemanden. Und alle, die ich kannte, waren tagsüber im Büro. Und ich hatte auch nicht das Geld zur Verfügung, um jeden Tag etwas Tolles zu unternehmen.

Meine Tage waren die reinsten Wechselbäder der Gefühle. Einen Moment war ich optimistisch und freute mich, wenn ich eine tolle Bewerbung versendet hatte oder eine Einladung zum Gespräch bekam. Und dann war ich todtraurig und verzweifelt, weil eine Absage in die Mailbox eintrudelte. Besonders bei Stellen, die mir besonders gut gefielen waren Absagen hart. Und ich hatte das Gefühl, dass es in Berlin sehr schwer war, etwas passendes – nach meinen Vorstellungen passendes – zu finden.

Ein neuer Job. Der Glückstreffer!

Und dann fand ich ihn doch, den Job, den ich machen wollte. Ich bewarb mich, wurde zum Gespräch eingeladen und bekam die Stelle. Ich war glücklich! Am 1. Juli fing ich an, lernte meine neuen Kollegen kennen, bekam meine ersten Aufgaben. Es war genau das, was ich mir vorgestellt hatte.

Allerdings hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich den Job gefunden hatte. Ganze sechs Monate. Zwischendurch bin ich umgezogen und habe ein neues Zuhause eingerichtet. Ich rechtfertige mich. Auch so ein Thema, das ich heute ganz anders betrachte. Warum rechtfertige ich mich, dass ich ein halbes Jahr einen Job gesucht habe? Jeder, der schon mal in Deutschland auf Jobsuche war, weiß, dass unser Recruiting-System nicht das Schnellste des Planeten ist. Mitunter wartet man auf eine erste Kontaktaufnahme schon 2 bis 3 Wochen. Ach ja, und manchmal bekommt man einfach 6 Monate nach der Bewerbung eine ganz banale Absage. Ist mir schon mehr als einmal passiert und es ist frustrierend. Und auf der anderen Seite möchte ich auch nicht einfach den ersten Job nehmen, nur damit ich einen Job habe.

Neuer Job, neues Glück?

Aber gut. Ich hatte eine neue Aufgabe gefunden und die machte mir Spaß. Ich hatte einen richtigen Glücksgriff gemacht. Ein spannendes Aufgabenfeld, ein tolles Team mit tollem Chef. Und das wäre jetzt eigentlich genau das richtige Ende für meine kleine Geschichte. Eigentlich.

Mir wurde innerhalb meiner Probezeit aufgrund massiver Umstrukturierungen des Konzerns, bei dem ich untergekommen war, gekündigt. Meine Abteilung wurde komplett aufgelöst und ich hätte zwar etwas anderes machen können, dafür hätte ich aber umziehen müssen. Und dazu war ich nicht bereit. Ich verlor also zum zweiten Mal in 2015 meine Arbeit. Was für ein Jahr. Ich begann erneut mit der Jobsuche, aber da es auf die Weihnachtszeit zuging, war ich nicht sehr erfolgreich. Und stand vor allem wieder vor denselben Problemen, die ich bereits in der ersten Jahreshälfte durchlebt hatte: ich war frustriert und ich hatte weder Lust noch Energie, mich erneut in den Jobmarkt zu werfen.

Glücklicherweise hatte ich in meiner kurzen Zeit im neuen Job sehr viele tolle Menschen kennengelernt, die mich unterstützten. Und so kam ich an ein Projekt, dass mich bis heute als Freiberuflerin begleitet. Denn nach dem doppelten Job-Desaster habe ich mich im Winter 2016 selbständig gemacht. Ich habe etwas ganz neues begonnen, das mir vorher völlig fremd war. Selbständig? So ganz ohne Sicherheiten? Nach zwei Kündigungen in einem Jahr hatte dieses Wort „Sicherheit“ für mich plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Nämlich gar keine. Zumindest nicht im beruflichen Kontext.

Leben ist, was wir daraus machen!

Ich denke, was ich mit meiner Geschichte sagen möchte ist, dass es im Leben nicht immer so läuft wie man sich das vorstellt. Aber damit bin ich nicht die einzige – es geht mit Sicherheit vielen anderen da draußen genauso oder ähnlich. Und mir ist es auch wichtig zu betonen, dass es keine Schande ist, seinen Job zu verlieren. So ging es mir anfangs. Mir war es unangenehm, es laut auszusprechen: Ich bin arbeitslos. Und ehrlich gesagt, habe ich dafür auch immer eine nette Umschreibung gefunden. Aber es ist nicht schlimm. Und wir müssen uns dafür vor allem nicht schämen.

Wichtig ist, dass ihr euch nicht verkriecht, wie ich es zum Teil getan habe, sondern euch sichtbar macht und raus geht. Und Netzwerke wie FIELFALT, Edition F, Digital Media Women etc. bieten Euch dazu eine tolle Plattform. Es gibt immer eine andere Frau auf diesem Planeten, die Euch in irgendeiner Hinsicht helfen kann und sei es erstmal nur ein Gespräch bei einem Kaffee. You’ll never know what happens next.

Heute spreche ich ganz offen darüber, dass ich meinen Job verloren habe. (Öffentlicher als ein Blogpost wird es wohl nicht werden, oder?) Und ich habe meinen Job im letzten Jahr nicht nur einmal verloren, sondern gleich zweimal in Folge. Bin ich dadurch weniger qualifiziert? Bin ich dadurch ein schlechterer Mensch? Nein! Im Gegenteil, ich habe Erfahrungen gesammelt und gelernt, mich selbst zu präsentieren und positionieren  – das hätte ich sonst in der Form wahrscheinlich nicht gebraucht.

Macht aus schlechten Erfahrungen positive – nutzt die Tiefschläge, um als Mensch stärker zu werden. Ich bin heute ein anderer Mensch als vor zwei Jahren und ich bin heute zufriedener mit mir selbst.

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