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Kolumne: Lieschen Müller aus Musterstadt: Ist der Ruf erst mal ruiniert – lebt es sich ganz ungeniert!

5. Januar 2017
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Meine Herren, kennen Sie, nicht wahr?

Dann reden wir doch einfach mal ganz offen darüber.

Erinnern Sie sich noch? Die letzte Weihnachtsfeier oder Abteilungsworkshop, wo man endlich mal (unter gewissen ungesunden Mengen von hochprozentigen Genussmitteln) die Wahrheit aussprechen und/oder ausleben kann? Was ein Fest! Mal ehrlich, Sie kennen doch sicherlich jemanden (oder sind selbst schon mal in die Bredouille gekommen), der sich dementsprechend verhalten hat? Na? Ganz genau!

Aber brauchen wir wirklich erst den sicheren Hafen von einer mit reichlich Genussmitteln getränkten Veranstaltung um mal den Mund auf zu machen oder um was tun was wir uns sonst nie trauen würden?? Ach ja, ich vergaß der gute Ruf hindert uns daran! Man könnte ja irgendwas davon verlieren…

Aber abgesehen von den alljährlichen Entgleisungen zu diversen Firmenveranstaltungen, was wäre, wenn der Ruf einem vorauseilen würde?

Was wäre, wenn man diverse Stigmata aufgedrückt bekäme, nur, weil man gut in eine Schublade passt? Und sich nicht einmal dagegen wehren kann?

Als junge Frau ist mir das schon oft passiert – und passiert gerade noch öfter.

Desillusioniert vom ungewürdigten Leben in der harten und unfairen Geschäftswelt, kommt man – oh pardon – frau sich nur noch auf eines reduziert vor – nämlich das Äußere!

(Ich muss nur am Rand erwähnen, dass ich seit 2 Jahren gelangweilt, Kosmetik und Klamotten kaufend,  vor meinem Schreibtisch sitze, und sich beruflich nichts ergibt – jaja, das böse Ausland! Aber das ist eine andere laaaannngeee Geschichte!)

Ja ich liebe Klamotten – schöne, und auch mal enge, und vielleicht hier und da zu kurze (in der Freizeit, wohl gemerkt). Geschmack schreibe ich mir jetzt einfach mal zu, und auch, wenn es vielleicht für konservative, langweilige Büromenschen zu sexy ist, so ist es doch eigentlich immer stilvoll und repräsentiert, wer ich bin! Wieso sollte ich an mir etwas ändern?

Klar Stigma – jung – ganz nett anzusehen = DUMM wie Brot! Hey, ich finde, das ist eine ganz schöne Diffamierung von Brot!

Wieso wird man nicht ernst genommen, wenn man so ist, wie man eben ist – unverstellt!? Ich habe doch die Freiheit, mich so zu kleiden wie ich bin (zumindest hier zu Lande), und dann soll ich mich einem konservativem Kodex unterwerfen und zur äußerlichen Trantüte werden?

Soll ich mir etwa 10kg Frustspeck anfressen (naja, bei dem jetzigen Job müsste ich eigentlich hochgradig adipös sein) und im Sack umherlaufen, um ernst genommen zu werden? Sorry Jungs und Mädels, nicht mit mir!

Ok, ernst genommen werden wäre schon ganz passabel. Einen Vorschlag, wie, bekam ich auch schon. Falls ich jemals wieder zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden sollte, dann tanz doch bitte mal hässlich an. Ok, Hornbrille und Sack besorg ich mir gleich. Erfahrungsbericht folgt!

Aber wäre es nicht auch ein Weg, damit zu spielen?

Nicht, dass ich Mädels dazu ermuntern will, sich als sexy Vamp an der Arbeit zu geben, aber kann man nicht aus allem etwas Positives ziehen??

Keine Sorge, in Richtung Rotlichtmilieu tendiere ich natürlich auch nicht, aber kann Frau nicht auch einfach Frau sein und dies auch zeigen – bzw. geschickt nutzen?

Ok, es gibt die süßen Gefallmädels, die immer nur lieb gucken und ihre Obergebenen anhimmeln und mit großen Kulleraugen anschmachten. Nope, sowas meine ich nicht! Bitte bloß nicht! Die ruinieren unseren Ruf ja noch mehr!

Frauen werden von Kerlen oftmals als Störfaktor angesehen. Meine Güte, ich kann mich auch nicht konzentrieren wenn der werte Herr Kollege ´ne zu enge Hose an hat! Gleiches Recht für alle wenn schon denn schon!

Aber mal ehrlich, was machen wir falsch? Nicht angepasst genug? Nicht untergeben genug? Nicht demütig genug?

Mädels, seid „Störfaktoren“ und versteckt euch nicht hinter der Angst davor, in Schubladen gesteckt zu werden!

Das werden WIR sowieso (junge ambitiöse (eventuell bald trächtige) Frauen – ANGST!)!

Werdet laut und wenn es sein muss – noch lauter! Nur bitte nicht rumschreien – das wirkt dann ganz schnell zickig oder cholerisch. Sagt offen, was ihr drauf habt und sucht nach jeder Gelegenheit, euer Können zu zeigen – und das dann auch bitte in sexy, enger schwarzer Lederhose mit Blazer!

Und noch was, verurteilt nicht die Mädels, die sich zeigen UND was drauf haben!

Würdigt euch gegenseitig und ermuntert euch dazu. so zu sein wie ihr sein wollt – ohne Angst vor Schubladen! Da passen wir sowieso nicht alle rein! 😉

In diesem Sinne,

Euer Lieschen Müller

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