Instagram

Follow Me!

CAREER Weitere Beiträge

Meine Learnings aus meiner Selbständigkeit

25. Oktober 2016
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

Was sind deine Learnings?

Meine 5 Learnings

Gastbeitrag von Sibel Attili

Die Kleinunternehmerin

Angemeldet als Kleinunternehmerin beim Finanzamt bin ich seit 1,5 Jahren, aber erst seit ungefähr einem Jahr aktiv selbständig und freiberuflich tätig als Karriereberaterin, Trainerin und Business & Personal EQ Coach.  Selbst und ständig, das erfordert viel Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen und Motivation. Auch dass die Selbständigkeit zu einer Achterbahnfahrt werden könnte, war mir bewusst… Aber turbulenter als der Spagat mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in einer Festanstellung in einem Konzernunternehmen, könnte es nicht werden, dachte ich…

FIELSEITIG

Als ich vor ein Paar Tagen den Blogartikel von Aimie zu FIELSEITIG gelesen habe, wo sie uns über ihre persönliche Erfahrung in ihrer Neuorientierungsphase berichtet, habe ich mich in Ihrem Artikel wiedergefunden. Ja, diese Erfahrung kenne und teile ich auch. Nur vielleicht ein bisschen langsamer und erschöpfter.  Auch hinter mir liegen langjährige Konzerntätigkeiten, aber auch Familienzeit, Auslandsaufenthalte, einige Umzüge und Neuanfänge. Deswegen habe ich mich entschlossen, hier meine Learnings aus meiner Selbständigkeit zu teilen.  Vor 2 Jahren entschied ich mich, meinen sicheren Job in einer Festanstellung in Düsseldorf aufzugeben. Es war die beste Zeit, um in meine Heimatstadt Berlin zu ziehen, es passte mit der Einschulungszeit der Kinder.  Meine Neuorientierung betraf also die ganze Familie und das auch noch dreifach: neue Stadt, neuer Job, neue Schulen…

Neuorientierung

Es war mir klar, daß ein Teilzeitjob nach meinem Geschmack in einer Großstadt wie Berlin schwer realisierbar werden würde, es kam also nur eine Tätigkeit in Frage, wo ich die Zeit und Dauer meiner „Berufung“ selbst bestimmen kann.

8 Stunden täglich beim Arbeitgeber – das waren noch Zeiten. Der routinierte Arbeitsrythmus ist der Punkt, an dem ich am meisten zu beißen hatte.  Auch die vorgegebenen Strukturen, der Verantwortungsbereich und die Deadlines waren klar definiert. Auf einmal musste ich mich selbst darum bemühen, mein Geld zu bekommen. Ich musste den Wert meiner Arbeit einschätzen und beziffern, das war überhaupt nicht einfach. Es hat einige Mühe gekostet, einen Arbeitsalltag in die Selbstständigkeit zu bekommen.

Das erste halbe Jahr habe ich gefühlt täglich 11-12 Stunden gearbeitet. Diese Zeit habe ich mit viel Recherche, Selbstfindung, Selbstmarketing, Businessaufbau, Netzwerken und wieder Netzwerken verbracht.

Meine 5 Learnings

1. Netzwerke effektiv und pflege Deine Kontakte

Ich habe alle möglichen Veranstaltungen zu meinen Themen und Interessen in Berlin besucht. Auf Messen und Veranstaltungen habe ich mit vielen CEOs, Geschäftsführer, Inhaber, Personalleiter aus unterschiedlichen Unternehmensgrößen und -bereichen gesprochen und Visitenkarten ausgetauscht. Natürlich habe ich auch bewusst und zielgerichtet andere Berater und Trainer kennengelernt und mich mit Ihnen vernetzt.   Mit einigen bin ich heute noch in sporadischen Kontakt und wir tauschen uns aus und helfen uns gegenseitig weiter.

2. Gehe nicht gleich auf das erstbeste Angebot ein, sondern höre auf Dein Herz und Bauchgefühl

Direkt nach 2 Monaten hatte ich eine Geschäftspartnerin, die mir anbot, in ihr bereits existierendes Startup einzusteigen.  Sie lebte bereits seit 5 Jahren in Berlin, hatte sich vor 3 Jahren selbständig gemacht. Somit war dies eigentlich ein idealer Ausgangspunkt für mich, in einer neuen Stadt als Selbständige durchzustarten. Wir haben uns nach 6 Monaten getrennt. Wenn beide Partner  „gleichwertig“ sind, müssen auch beide für die gemeinsame Idee brennen. Sonst funktioniert das nicht.  Auch sollte man Persönliches immer von dem Geschäftlichen trennen. Wenn die Beziehung zu persönlich wird, weil man sich befreundet hat, bleibt manches Unausgesprochen, welches die geschäftliche Beziehung belasten kann. Mein Kopf hatte mich dazu geleitet, die Geschäftsbeziehung einzugehen, nicht aber wirklich mein Herz oder Bauch.

3. Vergleiche Dich nicht so oft mit Anderen

In der Selbstfindungsphase und zugegeben auch jetzt noch, vergleiche ich mich oft mit Anderen. Das ist teilweise gesund und nötig, denn Andere können Dich inspirieren, dir zu neuen Ideen verhelfen ohne dass Du gleich „kopierst“, was andere tun, Du willst es ja besser machen! Und genau da lag mein Problem. Warum besser, ich sollte es anders machen, denn ich bin anders als andere. Jeder von uns ist einzigartig. Also ist das ständige Vergleichen mit Anderen meistens nur belastend.  Nicht jede(r) hat dieselbe Ausgangssituation oder Lebensphase wie Du! Nur ich weiss, was für mich und mein Business zu welchem Zeitpunkt passt. Nur ich kenne meine eigene Vorgeschichte und ich weiss, dass ich buchstäblich bei null angefangen habe.

4. Notizblock – Dein ständiger Begleiter

Ein kleines hilfreiches Learning ist immer und überall einen Minischreibblock und Stift dabei zu haben und alles schriftlich zu fixieren. Beim Netzwerkgespräch, beim Kunden, bei Kooperationen- also einfach bei jedem Meeting und Treffen oder Telefongespräch. Insbesondere bei Kundenverträgen und Kooperationsverträgen mit Partnern sollte immer klar geregelt sein, wer was leistet und wer was bekommt. Das spart hinterher eine Menge Ärger, wenn einige Eckpunkte der Zusammenarbeit doch nur mündlich abgesprochen wurden.

Auch fallen einem die besten Ideen meistens in ungewöhnlichen Orten ein. Da solltest Du Dein Minischreibblock möglichst griffbereit haben: Im Cafe, im Bad, in der Bahn, beim Spaziergang an der frischen Luft.

5. Sei nicht Dein Business

Sei Du selbst! Deine Familie und Deine Freunde werden es Dir danken. Sie müssen am meisten zurückstecken. Ich glaube viele Unternehmer kennen das: Man kann abends nicht einschlafen, man denkt ständig an das eigene Business, nimmt das Erlebnis mit nach Hause, man bezieht, was ein Kunde gesagt hat, auf sich persönlich, man erzählt nur noch vom Business, weil man es lebt und verinnerlicht hat…. und steht sich dabei leider selbst manchmal im Weg! Es ist daher extrem wichtig, immer wieder Achtsamkeit zu üben und einen festen Plan zu haben. Auch mal Nein zu sagen zu Aufträgen, die mehr Arbeit als Gewinn bringen und das Handy sowie den Laptop am Wochenende auszuschalten.

Liebe Grüße,

Sibel

Bildquelle: © pexels.com

Lust auf unseren Newsletter?

Facebooktwitterinstagramby feather
  • Reply
    Kevin Fiedler
    31. Oktober 2016 at 14:59

    Hallo Sibel,

    danke für diesen tollen Einblick! Das war wirklich sehr interessant zu lesen.

    Gelingt dir das mit dem Handy / Laptop – Abschalten am Wochenende? 🙂

    LG,
    Kevin

  • Reply
    Dana
    12. November 2016 at 22:02

    Sehr schön realistisch geschrieben 🙂 Das hilft immer, wenn man gerade selber ein Tief hat.

Leave a Reply