Instagram

Follow Me!

PORTRAITS Weitere Beiträge

FORGESTELLT: Wie Mona mit Oma Klara die Vintagemode-Branche auffrischt

10. Juni 2016
Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmailby feather

Mona: „Ich liebe einfach Dinge die eine Geschichte haben!“

Mit Oma Klara hat Mona sich einen Traum erfüllt und ihr eigenes Unternehmen gegründet. Ihre Misson? Liebesvoll ausgewählte Vintage-Stücke aus Omas Kleiderschrank wieder aufleben zu lassen und langlebig zu machen! Denn „Oma-Style rulez :)“! Bei uns spricht Mona über Herausforderungen ihrer Selbständigkeit, die nächsten Schritte für Oma Klara und die Zusammenarbeit mit vielen tollen Omas!

Liebe Mona, für was schlägt Dein Herz?

MONA: Für alte Sachen, egal ob Kleider, Möbel oder Schmuck.
Ich liebe einfach Dinge die eine Geschichte haben und ihren ganz eigenen, besonderen Charme besitzen.

Du verkaufst über Deinen Online-Shop „Oma Klara“ Kleidungsstücke die mal hip waren und es nun wieder sind! Genauer gesagt, verkaufst Du gebrauchte Kleidung von Seniorinnen – was hat Dich dazu bewogen?

Oma Klara

© Guido Schmelich

MONA: Ich habe seit meiner Jugend ein Faible für Vintage-Mode und war auf Flohmärkten und in Secondhand-Läden eigentlich immer auf der Suche nach besonderen Einzelstücken. Auf einer Familien-Feier habe ich dann festgestellt, dass meine Oma total mit dem aktuellen Mode-Trend geht. Ich habe mich gefragt, ob sie ihre alten Kleiderschätze von früher wohl noch besitzt und auch noch trägt. Aus dem Wunsch etwas Eigenes auf die Beine zu stellen ist später die Idee zu Oma Klara entstanden.

Was ist Dein Ziel mit „Oma Klara“ und wie möchtest Du dieses erreichen?

MONA: Mit Oma Klara möchte ich für mehr langlebige Mode sorgen.

Indem die Vintage-Kleiderschätze der Seniorinnen an neue Besitzerinnen weitergegeben werden, wird der Produktlebenszyklus der Kleidung verlängert wodurch ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Textilindustrie geleistet werden kann. Durch das Weiterreichen der Vintage-Kleiderschätze von der älteren an die jüngere Generation entsteht quasi eine Gegenbewegung zur Fast Fashion.

Da Oma Klara noch als Ein-Frau-Unternehmen von meiner Privatwohnung aus betrieben wird, konnte bislang nur eine begrenzte Anzahl der von Seniorinnen angebotenen Kleiderschätze tatsächlich angenommen werden.

Es sollen aber noch weitaus mehr Kleiderschätze an neue Besitzerinnen gelangen. Dafür benötigt Oma Klara tatkräftige personelle Unterstützung und ein erstes eigenes Lager.

Und was waren die größten Herausforderungen bisher beim Aufbau Deines Online-Shops und wie hast Du diese bewältigt?

Oma Klara

© Guido Schmelich

MONA: Prinzipiell gab und gibt es immer wieder Herausforderungen, da man in viele Dinge erst hineinwachsen muss. Du bist auf einmal dein eigener Chef und darfst, musst aber auch, alles alleine entscheiden.
Eine große Challenge war z.B. nebenbei die Crowdfunding-Kampagne zu organisieren, da zwangsläufig dabei andere Dinge vernachlässigt werden mussten. Da kam es z.B. vor, dass eine Seniorin anrief und sagte: „Frau Schütt, sie müssen jetzt aber wirklich langsam die neue Kollektion veröffentlichen!“ 😉
Man bewältigt aber alle Herausforderungen durch den großen Antrieb den man verspürt, wenn man sein eigenes Unternehmen aufbaut oder generell eigene Dinge auf die Beine stellt. Es ist schön wenn man merkt, dass die eigene Idee angenommen wird.

„Oma Style rulez“ – was bedeutet das für Dich persönlich?

MONA: „Oma Style rulez“ stammt noch aus meiner Anfangszeit mit Oma Klara. Einige Freunde und Bekannte waren skeptisch und dachten nicht, dass sich in den Kleiderschränken von Seniorinnen tatsächlich “moderne“ Kleidung verbirgt. Aus diesem Grund hatte ich damals die Aktion „30 Tage im Oma Look“ ins Leben gerufen um zu zeigen, dass die Vintage-Stücke aus den Kleiderschränken von Omas tatsächlich hip & trendig sind und locker mit der aktuellen Mode mithalten können. Ganz einfach aus dem Grund, da sich Mode ständig wiederholt. Ich habe also 30 Tage lang Kleidungsstücke aus den Kleiderschränken von Omis getragen und die Looks kamen sehr gut an.
Das war mein persönlicher Beweis für: Oma-Style rulez 🙂

Und mit wie vielen Omas arbeitest Du derzeit zusammen und wie begeisterst Du sie für Oma Klara?

© Oma Klara

© Oma Klara

MONA: Inzwischen wurden Kleiderschätze von über 60 Seniorinnen aufgenommen. Über weitere fünfzig Seniorinnen warten darauf, dass in meinem kleinen Oma Klara Lager wieder Platz für neue Vintage-Stücke frei wird.

Das ist wirklich das Tolle bei Oma Klara! Ich muss die Seniorinnen nicht von der Idee begeistern, denn wenn sie Kontakt zu Oma Klara aufnehmen sind sie es längst. Man muss sich einfach vorstellen, dass es zuvor keine Anlaufstelle für ihre wundervollen Kleiderschätze gab.
Die meisten Seniorinnen haben befürchtet, dass die Kleidung mit der sie viele Erinnerungen verbinden und die sie über jahrzehntelang liebevoll & sorgfältig aufbewahrt haben, irgendwann einmal in einem Altkleidersack landen. Sie finden den Gedanken, dass ihre Stücke wieder getragen und neu geliebt werden großartig.

Und wie läuft die Zusammenarbeit ab bzw. wie kommen die Kleider der Omas in Deinen Online-Shop? Werden die Omas am Verkauf beteiligt?

MONA: Entweder ich besuche die Seniorinnen bei ihnen zuhause und stöbere gemeinsam mit ihnen durch ihre Kleiderschränke oder die Seniorinnen schicken mir die Kleidung per Post zu. In diesem Fall wurden die Stücke vorher anhand Fotos ausgewählt. Die Seniorinnen erzählen mir ihre persönlichen Erinnerungen die sie mit den Vintage-Stücken verbinden und werden mit mind. 20 Prozent am Verkaufserlös beteiligt.

Was hast Du für dich in den letzten Monaten, seit der Gründung von Oma Klara gelernt? Gibt es Tipps, die Du anderen Gründerinnen im Bereich Mode/Fashion mitgeben kannst?

MONA: Dass Gründen sehr bereichernd ist, aber auch herausfordernd und definitiv jede Menge Arbeit bedeutet.

Ich denke das Wichtigste ist an seine Idee zu glauben und vielleicht mit ein wenig Naivität im Gepäck einfach den ersten Schritt zu wagen!

Der Markt in diesem Bereich ist sehr umkämpft – was macht Oma Klara im Bereich Vintage Fashion einzigartig? Und woher kommt Deine Leidenschaft für Mode?

© Oma Klara

© Oma Klara

MONA: Das Besondere an Oma Klara ist die einzigartige “Bezugsquelle“ der Vintage-Kleidung. Oma Klara ist der erste Vintage-Online Shop, der die Vintage Kleidung direkt aus den Kleiderschränken von älteren Damen bezieht. In der Regel besitzt Vintage oder Secondhand-Mode einen anonymen Charakter. Der entfällt bei Oma Klara vollständig. Die Kundinnen erfahren woher ihr Vintage-Unikat stammt und welche besondere Erinnerung (Kleidergeschichte) die Seniorin damit verbindet.

Woher meine Leidenschaft für Mode kommt weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Sie ist auf jeden Fall schon sehr lange da.

Und was begeistert Dich an einem generationenübergreifenden Austausch?

MONA: Generell bin ich der Meinung, dass man sehr viel von der älteren Generation lernen kann. In Bezug auf die Kleidung ist es einfach spannend etwas über die Zeit zu erfahren aus dem das Kleidungsstück tatsächlich stammt. In jedem Vintage-Unikat steckt ein Stück Geschichte, die bei Oma Klara in Form von Kleidergeschichten an die jüngere Generation weitererzählt wird und dadurch nicht verlorengeht.

Was hast Du bisher von den Omas mit denen Du zusammengearbeitet hast gelernt? Gibt es etwas, das Dein Leben oder Denken etwas verändert hast, seitdem Du dich mit Omas und Oma Klara beschäftigst?

MONA: Es ist beeindruckend zu sehen, wie sorgfältig die Seniorinnen mit ihren Kleidungsstücken umgehen. Da kann man sich in der heutigen Zeit wirklich eine Scheibe von abschneiden. Generell wurde weniger gekauft, dafür aber hochwertigere Sachen auf die geachtet wurde und die sehr gepflegt wurden. Das ist natürlich ein krasser Kontrast zur heutigen Wegwerfgesellschaft.
Mein eigener Kleiderkonsum hat sich seit der Gründung von Oma Klara stark geändert. Ich kaufe mir generell viel seltener Kleidung und wenn dann am liebsten Vintage 🙂

Vielen Dank liebe Mona!

Newletter abonnieren und informiert bleiben?

Facebooktwitterinstagramby feather

    Leave a Reply