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BLOGAZINE INSPIRATION

Realitätscheck – vom Traum zur Vision

3. September 2016
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Wir alle werden angetrieben von Visionen, Träumen und Sehnsüchten. Die einen nehmen sie bewusster wahr als andere. Der Clou ist, zu erkennen, ob es sich um einen Traum oder ein Ziel handelt. Der Unterschied? Ein Traum bleibt, was er ist – ein Traum, etwas, das du dir in bunten Farben ausmalst und womit du Stunden der mentalen Entspannung füllst. Der Traum ist passiv, er entwickelt sich nicht weiter, bleibt immer etwas unkonkret. Ein Ziel hingegen benötigt einen Plan, es benötigt aktives Tun. Das Ziel treibt dich in der Wirklichkeit an, bestimmt, welche Entscheidungen du triffst und entwickelt sich stets weiter. Worum handelt es sich bei deinem Traum also: um ein Hirngespinst oder um deine Berufung?

Woher stammt dein Traum?

Seit ich denken kann, will ich Autorin sein. Schon in der Grundschule habe ich mit Feuereifer Geschichten geschrieben, meine Aufsätze in Deutsch waren immer die besten der Klasse. Nur einmal habe ich auf einen Aufsatz eine 5 bekommen – weil ich nicht fertig wurde. Ich war so in meiner Geschichte gefangen, dass ich nicht zum Ende kam. Meine Figuren wollten noch mehr erleben, sie hatten so viel zu erzählen, dass ich am Ende der Schulstunde einen unfertigen Aufsatz abgeben musste. Schreiben war seit jeher mein Element. Genauso das Lesen, denn Geschichten anderer faszinierten mich ebenso. Je älter ich wurde, desto konkreter wusste ich:

Ich möchte Journalistin und Autorin werden. Mein Leben soll den Geschichten anderer gewidmet sein, ich möchte das erzählen, das sonst niemand sagt, möchte Geschichten an die Öffentlichkeit bringen, die sonst für immer ungehört bleiben würden. Ich möchte Sprachrohr für andere Mädchen und Frauen werden, sie sichtbar machen, der Welt zeigen, welches Unrecht ihnen teilweise widerfährt. Außerdem möchte ich mit eigenen Büchern die Fantasie anderer anregen, einen Fluchtpunkt aus dem Alltag bieten, wertvolle Stunden nur für sich allein schenken.

Dieser Traum wurde angetrieben von der Freude, die ich seit jeher am Schreiben hatte, und von dem Bestreben, mit großen Reportagen meinen Gerechtigkeitssinn zu entfalten und der Welt zu zeigen, welches Unrecht im Verborgenen vor sich geht.

Die Frage aller Fragen ist: Was treibt dich an? Wie sieht dein ganz persönlicher Traum aus, was ist deine Vision? Die Frage, die direkt daran anschließt: Woher kommt dieser Traum? Was ist die intrinsische, das heißt deine innere Motivation, die diesen Traum am Leben erhält?

Gehört dein Traum untrennbar zu dir?

Während meiner Teenagerjahre tat ich Vieles, um meinen Traum in die Tat umzusetzen: Ich schrieb Kurzgeschichten, bemühte mich im Deutsch- und Englischunterricht und machte in der 10. Klasse ein freiwilliges Praktikum bei der örtlichen Zeitung. Den Stolz, den ich empfand, als meine Bewerbung dafür angenommen wurde, kannst du dir kaum vorstellen!

Doch wenn du glaubst, das hier ist die Geschichte eines schnurgeraden Lebenslaufs, muss ich dich enttäuschen. Noch vor dem Praktikum lernte ich meinen heutigen Mann kennen. Plötzlich waren andere Dinge wichtiger, nach dem Praktikum verlor ich meinen Traum völlig aus den Augen. So sehr, dass ich nach dem Abitur eine Ausbildung im öffentlichen Dienst begann. Ich wurde dort furchtbar unglücklich, erkrankte an schlimmen Depressionen und schmiss nach etwas über einem Jahr hin. Im Anschluss visierte ich ein Geschichtsstudium an – weil ich möglichst schnell wieder „in den Sattel“ wollte und es der einzige, so kurzfristig noch freie Studienplatz war. Mein Traum, Journalistin zu werden, war irgendwo auf dem Weg dorthin verloren gegangen. Ab und zu blitzte er noch auf und halbherzig schrieb ich Bewerbungen auf Praktika und Volontariate. Doch da der Journalismus mittlerweile ein hart umkämpftes Feld war, waren meine Erfolgsaussichten eher gering. So widmete ich mich anderen Dingen und verlor völlig aus den Augen, was ich einmal wollte.

Weißt du, was der Clou war? Je mehr ich meinen Traum aus den Augen verlor, desto mehr verlor ich mich selbst aus den Augen. Ich vergaß, wer ich war, was mich ausmachte, was ich wollte. Eine lange Periode der Unzufriedenheit folgte. Auch ein Umzug nach Hamburg und der Sprung ins Online Marketing konnten diese Unzufriedenheit nicht aufhalten. Erst mit meiner Kündigung um Januar 2016 begann ich, mir zurück zu holen, was ich verloren hatte. Vom Schreiben leben, der Welt Geschichten erzählen und anderen Mehrwert liefern wurde wieder meine Mission. Ich hatte meinen Traum wiedergefunden.

Traum oder Ziel: Wie lange begleitet dein Traum dich schon? Hat er sich hartnäckig gehalten, ist er immer wieder aufgetaucht, egal wie oft du ihn verloren hast? Ist er integraler Bestandteil deiner Persönlichkeit, fühlt es sich an, als ob ein Teil von dir fehlt, wenn du deinen Traum beiseiteschiebst?

Entwickelt dein Traum sich weiter?

Zwischen dem Praktikum bei der Zeitung und meiner Kündigung bei der Online Marketing Agentur liegen fast 10 Jahre. Mein Traum hat sich also hartnäckig gehalten, egal wie sehr ich ihn auch vernachlässigt habe. Aber er hat sich auch verändert. Er hat sich angepasst. Mittlerweile weiß ich, dass der klassische Journalismus nicht mein Feld ist. Das Haifischbecken ist zu groß, ohne die passende Ausbildung bekomme ich eh keinen Fuß an den Boden. Deshalb habe ich meinen Weg angepasst, habe das Bloggen für mich entdeckt.

Die Grundvision ist immer noch die Gleiche: Ich möchte der Welt Geschichten erzählen, die ihr sonst verborgen bleiben, möchte andere Frauen und Mädchen sichtbar machen, möchte mit meinen Texten aber auch Fluchtpunkte aus dem Alltag bieten.

Doch das WIE ist mittlerweile ein Anderes. Ich liebäugle nicht mehr mit Print und großen Zeitungen wie dem Stern oder dem SPIEGEL. Online ist meine Spielwiese, Blogs, Onlinemagazine und soziale Netzwerke meine Kommunikationskanäle. Hier darf ich Erfahrungen sammeln, mich ausprobieren, meinen Weg gehen.

Ich habe meinen Traum nicht aufgegeben. Doch er hat sich weiterentwickelt, sich angepasst, ist gewachsen. Von dem Allgemeinplatz, Journalistin zu werden, verwandelte mein Traum sich in meine individuelle Vision. Er ist mit mir gereift und gewachsen, aus dem Traum eines Teenagers wurde die Vision einer Erwachsenen.

Dabei habe ich durchaus mit Widerstand zu kämpfen. Viele Menschen in meinem Bekanntenkreis, in meiner Familie verstehen nicht, was ich tue. Was nicht auf Papier gedruckt wird, ist für sie nicht unbedingt echt. Bloggen ist für sie mehr ein Hobby, Selbstverwirklichung eher Luxus denn Notwendigkeit. Doch für mich ist das ok. Mit meinem Wachstum ist auch meine Vision gewachsen, gesellschaftliche Erwartungen prallen mittlerweile daran ab.

Ist dein Traum wandelbar? Entwickelt dein Traum sich weiter, wächst er mit dir? Passt dein Traum sich den Umständen deines Lebens an? Ist es dein individueller Weg? Oder füllst du die Leerstelle „Traum“ mit einem Allgemeinplatz, von dem du glaubst, dass er gesellschaftlich von dir erwartet wird?

Wird dein Traum zur Vision?

Mit meiner Kündigung im Januar 2016 habe ich den ersten Schritt zur Verwirklichung meines Traums gemacht. Ich wusste: Mein nächster Job sollte das Schreiben sein, nie wieder wollte ich etwas anderes tun. Nun ja, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Die Jobangebote blieben aus, Bewerbungen liefen ins Leere. Noch dazu wurde ich schwanger, was meine Situation auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich verschärfte.

Also tat ich wenige Wochen später das, wozu mir zuvor der Mut gefehlt hatte: Ich machte mich selbstständig. Seitdem arbeite ich als freiberufliche Texterin und Redakteurin, verfasse Artikel, Produktbeschreibungen und womit man Webseiten sonst noch füllen kann. Ich lebe vom Schreiben. Mein Traum erfüllte sich, unerwartet und doch ganz wunderbar. Dies war für mich der Beginn von etwas Wunderbarem und eine wertvolle Lektion: Visionen werden nur wahr, wenn wir etwas dafür tun.

Also folgte nun vor einigen Wochen der zweite Streich: Ich erfüllte mir den Traum, Geschichten zu erzählen, andere sichtbar zu machen und der Welt zu zeigen, was sonst im Verborgenen bleibt. Im August launchte ich mein eigenes Blogazine mit dem Namen THE HAPPY SPOT. Es soll ein Ort sein, an dem deine, meine und unsere persönlichen Happiness Stories erzählt werden, an dem wir uns gegenseitig Mut machen, an dem Portraits zu einem erfüllten Leben inspirieren und kleine Anregungen das Leben schöner machen. Als Bloggerin, Freiberuflerin und Gründern des Blogazines lebe ich meine persönliche Vision. Es brauchte eine Menge Mut und viele Umwege, aber nun weiß ich: Mein Traum ist meine Berufung, kein Hirngespinst. Dabei habe ich vor allem eines gelernt: Es braucht keine Heldentaten, um deinem Traum näher zu kommen. Die Verwirklichung deines Traumes beginnt mit den kleinen, unscheinbaren Dingen. Es beginnt damit, einfach anzufangen.

Was tust du, um deine Vision zu leben? Unternimmst du konkrete Schritte, um deinen Traum zu verwirklichen? Was ist die denkbar einfachste Tat, mit der du deinem Traum näher kommen kannst?

Lauf nicht vor deinem Traum davon

Was ich dir sagen möchte: Völlig ungeachtet dessen, wie dein Traum aussieht: Wenn er untrennbar mit dir verbunden ist, er dein Herz einfach nicht los lässt und du konkret etwas unternimmst, um ihn zu realisieren – dann kann dein Traum deine Berufung sein. Eine Vision, ein Ziel passt sich an, entwickelt sich weiter, wächst mit dir. Durch einfaches Tun kann ein Ziel zur Realität werden. Bleibst du jedoch passiv und verfolgst lieber andere Dinge, dann ist der Traum bloß das: ein Traum. Dann bleibt er ein Hirngespinst, das dich bei einem Glas Rotwein in dich hinein lächeln lässt, aber nichts mit deiner Lebensrealität zu tun hat. Das ist nicht schlimm – auch Hirngespinste sind gut und wichtig, weil sie kreativ sind, unsere Fantasie beflügeln und uns kleine Fluchten aus dem Alltag bieten. Eine Vision, ein Ziel jedoch lässt uns nicht los, sondern treibt uns an und holt uns immer wieder ein. Lauf nicht davor weg. Fang an zu handeln und lass dich davon überraschen, wie bunt und vielfältig dein Leben auf einmal wird.

Hast du eine Vision, die dich immer wieder einholt? Oder hattest du bereits einen Traum, der sich als Hirngespinst entpuppt hat? Lass uns daran teilhaben und schreibe deine Geschichte in die Kommentare!

Bildquelle: pixabay.com

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