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Sinnkrise 2.0

24. Januar 2016
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In letzter Zeit kommt es einfach sehr häufig vor, dass ich mich mit verschiedenen Personen, unabhängig vom Geschlecht, unterhalte und feststelle, dass viele sich in einer Art Sinnkrise befinden. Grund genug für mich dieses Thema einmal genauer zu beleuchten.

Was verbirgt sich dahinter?

Das lässt sich relativ einfach beantworten. Die meisten stellen sich die Frage: „Gehe ich den richtigen Weg?“ Mit dieser Frage verbinden sich meist viele weitere Fragen. Mache ich gerade das in meinem Leben, was mich weiter bringt? Wenn ich mich hierfür entscheide, schließt sich dann automatisch alles andere und ich habe für andere Optionen keine Möglichkeiten mehr diese umsetzen?

Gepaart mit der Option auf ungefähr tausend Möglichkeiten und dem leichten Hang zum Extremen aka „Ja, ich will am besten alles machen!“, kann aus dieser überaus positiven Situation eine äußerst schwierige werden.

Welche Tipps gibt es, um meine Sinnkrise 2.0 zu lösen?

Ich habe unsere Community, die FIELFALT FEMSEMBLE einfach direkt für einen Austausch genutzt und gefragt, ob und wenn ja welche Erfahrungen sie in diesem Bereich gemacht haben. Ich bekam einige Nachrichten und Kommentare auf diese Nachfrage. Insgesamt habe ich mich recht schwer mit dem Schreiben des Artikels getan. Nach langer Überlegungszeit habe ich mich dafür entschieden hier mal einige Kommentare zusammenzufassen und Euch am Ende noch mein Fazit mit auf den Weg zu geben. Ich bin gespannt, ob Euch diese Art gefällt und kann Euch nur empfehlen in unsere FEMSEMBLE Gruppe zukommen, wenn ihr einen solchen Austausch sucht. Die zusammengefassten Zitate, stellen kein niedergeschriebenes Gesetz dar (ich denke, das ist jedem klar 😉 ) und führen auch nicht unbedingt bei jedem dazu, dass man sich besser fühlt und das Problem gelöst werden konnte, aber es zeigt Euch eins: Ihr seid nicht allein. Was wie ein Mantra klingt, ist mein voller Ernst! Jeder scheint diese Phase früher oder später zu durchleben – das wichtigste: es ist total normal! Habt keine Panik, sondern lasst Euch inspirieren von den Zitaten und Erfahrungen unserer Community.

Karin: Ich kann Dir im Grunde zwei Tipps mit auf den Weg geben. Zum Einen solltest Du Dir Gedanken darüber machen, welche Bereiche Dir Spaß machen. Falls Du ein wenig Inspiration benötigst, findest Du auch einige Projekte in den FORGESTELLTS auf FIELFALT. 🙂 Im Grunde geht es darum sich einfach mal zu engagieren. Es ist möglich, dass Du damit kein Geld verdienst, aber das Gefühl jemandem zu helfen oder etwas zu geben, wenn es an richtiger Stelle eingesetzt wird, ist einfach großartig.

Zum Anderen kann ich Dir nur raten Meinungen einzuholen! Am einfachsten ist das natürlich über Freunde und Bekannte. Frag sie, ob sie Deine Stärken definieren können. Eine Möglichkeit ist aber auch fremde, neue Menschen kennenzulernen und sich über unterschiedliche Formate auszutauschen. Versuche Dir Dein optimales Berufsbild in zehn Jahren vorzustellen. Dabei ist es weniger wichtig, die Position zu benennen, sondern wirklich die aufgaben und Ziele zu beschreiben. Hol Dir weitere Inspiration durch Blogs oder Biografien von interessanten Menschen.

Carolin: In dieser Zeit findet eine Art erste Zwischenbilanz und die erste Desillusionierung findet statt. „Das hatte ich mir irgendwie cooler vorgestellt.“ „Hab ich überhaupt das richtige studiert?“ “ Kann/Darf ich jetzt noch mal was anderes machen oder müsste ich nicht durchstarten?“

‪In meinen Coaching möchte ich genau diese jungen Leute ansprechen und Mut machen, selbstverantwortlich und frei ihren Weg neu/anders zu denken.

Meike: Ich spreche, wenn ich mal detaillierter darüber nachdenke wirklich auch aus Erfahrung, weil es mir genauso ging. Mein Tipp: Mache es, bevor es jemand anderes macht. (bei einer Firmengründung)

Juliane: Ich glaube, dass das Gefühl ganz typisch ist in diesem Alter. Man zieht eine erste Bilanz, gleicht seine Wünsche und Ziele, die man in der Schule und im Studium hatte mit der Ist-Situation ab. Da trifft dann einfach häufig eine Art Ernüchterung ein. Sogar wenn man grundsätzlich den Job hat, den man immer machen wollte, sieht man jetzt – nach einigen Jahren Berufserfahrung – auch die Schattenseiten. Da ist es doch nur natürlich, dass man sich die Frage stellt: War das jetzt wirklich die richtige Entscheidung?“ Ich habe mich letztes Jahr auch immer wieder gefragt, ob der Weg, den ich eingeschlagen habe, der richtige war. Was mir dabei besonders zu schaffen gemacht hat, war der Gedanke: „Entweder änderst du jetzt sofort etwas oder es ist zu spät.“ Natürlich ist das bei neutraler Betrachtung Quatsch: Auch mit 40 kann man sich ja nochmal komplett umorientieren. Und trotzdem: Ein bisschen Unsicherheit bleibt. Letztlich hatte ich das Glück. Mir wurde die Entscheidung abgenommen, da mein Mann nach NY versetzt wurde und ich ihn einfach begleitet habe. Also habe ich einen sicheren Job an den Nagel gehangen, ab nach New York und das Ganze ohne Arbeitserlaubnis. Deshalb habe ich meinen Blog www.myexpatdays.com gegründet, auf dem ich über meine Erfahrungen als sogenannte Expat-Partnerin berichte und anderen Frauen, denen es ähnlich ergeht, eine Art erste Anlaufstelle biete. Inzwischen sehe ich die Karriere-Pause ganz entspannt. Klar möchte ich so schnell wie möglich wieder „richtig“ arbeiten. Aber in den letzten Wochen und Monaten habe ich so viele spannende Leute kennen gelernt und so viele Projektideen entwickelt, dass ich gerade wirklich erfüllt bin. Ich schaue mittlerweile auch viel zuversichtlicher in die Zukunft: Zwar kann ich noch nicht konkret sagen, was die Zukunft bringen wird, ich bin mir aber sicher, dass es gut wird.

Dies sind sehr verschiedene Ansätze, um mit der eigenen Sinnkrise zurechtzukommen. Ich persönlich möchte Euch aus verschiedenen Gesprächen und Meinungen nun folgendes mit auf den Weg geben.

Zunächst einmal ist nicht alles verloren, nur weil Ihr nicht sofort euer Leben umkrempelt nur weil Ihr mal in einer Krise steckt. Ich denke, dass Hauptproblem ist tatsächlich, dass heute zu viele Möglichkeiten bestehen und dadurch eine leichte Überforderung eintritt. Was passiert, wenn ich Weg x, was aber wenn ich Weg y oder gar z wähle? Schließen sich x,y und z aus? Ich kann Euch darauf leider keine Antwort geben, aber mein Motto nach dem ich gehe, ist folgendes:


„Triff eine Entscheidung erst dann, wenn Du vor der Brücke stehst und sie überqueren musst.“


Um langfristig zu planen, finde ich Tipps von Karin sehr gut! Hier würde mich interessieren, ob es jemand schafft sich seinen Alltag in zehn Jahren vorzustellen – mir fällt es in der Tat sehr schwer. 🙂 Die restlichen Kommentare zeigen Dir vor allem auf, dass Du nicht allein bist, sondern jeder einmal durch diese Phase gegangen ist. Hier bleibt wahrscheinlich nur die Phrase kommt Zeit, kommt Rat. Das finde ich persönlich sehr unbefriedigend, weil ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin. Aber auch Lebensvorstellungen müssen sich anpassen und das braucht Zeit.

Ich kann Euch nur empfehlen auf unser erstes FEMSEMBLE in Berlin am 5. Februar um 18.30 Uhr im Generator Hostel zu kommen. Lernt andere Frauen kennen, connected Euch, netzwerkt, holt Euch Tipps, aber vor allem habt Spaß! Habt Spaß daran in einer Sinnkrise zu stecken und auch wieder herauszufinden. Ich bin sehr gespannt auf Ergebnisse oder gar Antworten.

Wer also Fragen oder Anregungen zu meinem Artikel Sinnkrise 2.0 hat, darf gern kommentieren oder mir eine Email schreiben (julia@fielfalt.de). Gern nehmen wir Euch auch in unsere Gruppe auf Facebook auf.

Happy Networking 😉

Eure Julia

Bildquelle: © Julia Kounlavong

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  • Reply
    Ronja
    25. Januar 2016 at 12:18

    Hey Julia,

    es ist nie zu spät, viel eher denke ich, dass es total sinnvoll und natürlich ist, den Job immer mal wieder komplett zu ändern! Keiner MUSS heute mehr das ganze Leben lang den gleichen Job machen!

    Manchmal ist es vielleicht auch einfach der Hunger nach neuem Wissen und Erfahrungen?

    Einfach mal ausprobieren und neue Schritte wagen, würde ich sagen! Vielleicht erst mal nebenbei.

    Liebe Grüße,
    Ronja

    • Reply
      Aimie-Sarah Carstensen
      26. Januar 2016 at 8:48

      Liebe Ronja,
      das kann ich nur bestätigen! Hin und wieder gibt es auch einen Weg dazwischen:)
      Liebe Grüße
      Aimie

    • Reply
      Julia Kounlavong
      26. Januar 2016 at 10:13

      Danke für Deinen Kommentar liebe Ronja! Ich stimme Dir absolut zu.
      Hab einen tollen Tag.
      Liebe Grüße
      Julia

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