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Was Unternehmen tun müssen, um junge Frauen zu halten

8. September 2016
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So bewegen Unternehmen junge Frauen zum Verbleib

Gastbeitrag von Michael Scharsig, studitemps.de

Häufig liegen Führungskräfte in ihrer Einschätzung, warum junge Talente das Unternehmen verlassen, falsch. Vor allem bei jungen Frauen befinden sie sich auf der Suche nach Gründen meistens auf dem Holzweg. Eine Studie hat nun versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Es wird Zeit, dass sich Unternehmen intensiv darum bemühen, junge und gut ausgebildete Frauen besser zu integrieren.

Ziel ist die Förderung und langfristige Bindung an das Unternehmen.

© studitemps.de

© studitemps.de

Topf sucht Deckel – und zwar schnell

Sobald sie den Abschluss gemacht haben möchten Absolventen so schnell wie möglich in den Arbeitsmarkt, sowohl junge Männer als auch junge Frauen. Letztere setzen sich dabei allerdings einem höheren Druck aus, da sie im Vergleich zur männlichen Konkurrenz nicht benachteiligt werden möchten. Dafür nehmen sie anfangs gerne in Kauf, dass der Arbeitgeber nicht hundertprozentig zu ihren Vorstellungen passt und ihre Wunschkriterien erfüllt. Der erste Schritt ins Berufsleben wird eher als Test empfunden, als Möglichkeit erste Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Sobald der zweite Job ansteht ändert sich das allerdings, die Erwartungen steigen ab jetzt von Job zu Job proportional an. Es passt zur Millenial-Generation: Gefällt den jungen Frauen eine Tätigkeit nicht, wird schnell Ausschau gehalten und ggf. zum besseren Job gewechselt.

Aus Unternehmenssicht ist es also sinnvoller als jemals zuvor, sich folgende Fragen zu stellen, um junge Frauen langfristig an das Unternehmen zu binden: Was macht das eigene Unternehmen für die heutige und die kommende Generation weiblicher Topkräfte attraktiv? Wie bewegt man sie dazu, sich langfristig zu binden und inwiefern kann ihren Wünschen entsprechend dem streben nach Karriere gewährleistet werden? Diesen Fragen ist das International Consortium for Executive Development Research (ICEDR) mit seiner Studie auf den Grund gegangen. Befragt wurden hierzu Führungskräfte, weibliche Nachwuchstalente um die 30, sowie weitere Millennials aus verschiedenen Unternehmen mit Hochschulabschluss.

Aus diesen Gründen verlassen Frauen Unternehmen

Reicht eine junge Frau ihre Kündigung ein, vermuten Unternehmen und ihre Chefetage meist, dass sich Beruf und Privatleben nicht miteiander vereinbaren ließen. Die angesprochene Studie des ICEDR konnte dagegen ganz andere Gründe feststellen, weshalb junge Frauen ihren Job auch schon nach kurzer Zeit wechseln. So wird dort beispielsweise festgehalten, dass ein besseres Gehalt ausschlaggebend sei, oder aber nicht genug Chancen auf Weiterentwicklung den Wunsch nach einem Jobwechsel vorantreiben. Ebenfalls wurde dokumentiert, dass uninteressante Jobs häufiger gewechselt würden für sinnvollere Tätigkeiten.

Eines ist damit schon mal klar: Die aufgezählten Gründe unterscheiden sich kaum von den Gründen der männlichen Konkurrenz. Außerdem konnte die Studie zeigen, dass sich die Gründe für einen Jobwechsel auch zwischen Frauen um die 20 und Frauen um die 30 kaum verändern. Die erwartete Zeit für die Familie und das Privatleben gewinnt tatsächlich erst später an Bedeutung. Somit ist auch das Thema Kinderkriegen vorerst nicht relevant für junge Frauen.

Die Wissenschaftler der ICEDR haben sich noch intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt, woraus vor allem fünf Gründe festzustellen sind, die ein Unternehmen für junge Frauen attraktiv machen. Nahezu jeder jungen Frau ist es wichtig, die eigenen Soft- und Hard Skills bei ihrem Arbeitgeber ausbauen zu können. Hinzu kommt – immerhin noch mit bis zu 94 Prozent – dass das Unternehmen einem gewissen Zweck dient, der inspiriert und motiviert und nicht ausnahmslos auf Gewinn fokussiert ist. Fast genauso viele Frauen gaben an, für die Chefetage nicht einfach nur irgendjemand sein zu wollen, sondern als individuelle Arbeitskraft wahrgenommen und geschätzt zu werden.

Noch immer bis zu 87 Prozent aller Befragten ist die gute Arbeitsatmosphäre wichtig, also sympathische Kollegen und ein positives Gemeinschaftsgefühl. Auf dem fünften Platz der Umfrage rangiert mit 79 Prozent der Wunsch, vom Arbeitgeber gefördert, gefordert und unterstützt zu werden, zum Beispiel bei der eigenen Etfaltung und eigenverantwortlichen Projekten. Insgesamt wird deutlich, dass vor allem eine gewisse Sinnhaftigkeit gegeben sein muss, die für junge Frauen einen hohen Stellenwert einnimmt.

So wird man als Unternehmen für junge Frauen attraktiv

Was können Unternehmen nun also tun, um junge Frauen an sich zu binden? Die Lösung liegt in den festgestellten Gründen ihrer Abgänge. Ein angemessenes Gehalt bzw. eine faire Bezahlung wird stets eines der besten Argumente sein. Außerdem können Förderungen und interessantere Aufgaben ebenso motivieren, wie mehr Eigenverantwortung und sichtbare Perspektiven.

Der eigene Job muss Sinn ergeben, anderen helfen und erfüllend sein – deutliche Merkmale der Millenials. Unternehmen müssen daher folgende Fragen beantworten können: Ist der Job abwechslungsreich, können persönliche Talente gefördert werden, gibt es Aufstiegschancen und Aussicht auf spannendes Networking? Wer hier mangelnde Empathie beweist, kein Interesse an persönlicheren Projekten zeigt oder Chancengleichheit ignoriert, der wird keine junge Frau lange halten können.

Vor allem beim Thema Lob und Anerkennung könnte die eine oder andere Führungskraft noch Nachhilfestunden vertragen. In der aktuellen Berufswelt unseres Landes scheint es traurigerweise verbreitet zu sein, gute Leistungen zu selten zu belohnen. “Nichts sagen” ist eben doch nicht mit Zufriedenheit gleichzusetzen und ein einmalig ausgesprochenes Lob hält die Mitarbeiterin auch nicht bis ans Ende aller Tage beim Job. Bei ihr darf das nicht das Gefühl der Zeitverschwendung entstehen.

STUDITEMPS-Fazit: Junge, gut ausgebildete Menschen mit Anspruch langfristig zu binden ist weder Zuckerschlecken noch Hexenwerk. Doch einige Aspekte, mit denen Millenials für ihren Job begeistert werden können, sollten beherzigt werden und für Unternehmen als Orientierung dienen. Schafft es der Arbeitgeber, die Ergebnisse solcher Studien umzuwandeln und in die eigene Unternehmensphilosophie einfließen zu lassen, ist er einen ganzen Schritt weiter. Jeder Mitarbeiter sollte individuell betrachtet werden, mit unterschiedlichen Potentialen, Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wer gelebte Empathie am Arbeitsplatz verstanden hat, der wird sich auch sicher fühlen dürfen, auf die Sympathie und Loyalität seiner Mitarbeiter zu bauen.

Was denkst du darüber? Hinterlass uns einfach einen Kommentar unter diesem Artikel, deine Meinung interessiert uns sehr.

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  • Reply
    Lieschen Müller
    9. September 2016 at 11:54

    Super spannende und super interessante Studie! Werde sie gleich mal meinem Unternehmen vorlegen;-)

    und vor allem sehr gute Zusammenfassung!

  • Reply
    mrs_mrkl
    10. September 2016 at 11:34

    Spricht mir aus dem Herzen (als Mitarbeiterin) und ist wirklich eine Herausforderung (als Vorgesetzte). Sehr spannend!

    • Reply
      Kira Siefert
      11. September 2016 at 18:12

      Es freut uns, dass dir der Artikel gefällt und aus der Seele spricht!

      Happy Sunday liebe Katha 🙂

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